DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 10.11.2017

Das Trendbarometer startet in das Winterhalbjahr. Es geht immer noch um Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Aber nichts folgt einem festen Schema, es kommt wie es kommt. Hauptsache ein bunter Mix, unterhaltsam, manchmal auch nachdenklich, immer ein bisschen böse…

 

Winterschlaf?

Also ehrlich…Da hat man gerade die Frühjahrsmüdigkeit abgeschüttelt und fühlt sich frisch und fit, da kommt diese vermaledeite düstere Jahreszeit, und prompt fühle ich mich, als sollte ich mir dringend eine kuschelige Höhle suchen, mein Schlaflager herrichten und einen großen Stein vor den Höhleneingang schieben, so für die nächsten 5 bis 6 Monate.

In diesem Jahr erwischt mich der Jahresendzeitblues wirklich besonders früh. Morgens komme ich ja noch einigermaßen gut aus den Federn, aber warte bis es grabeskalt draußen wird. Abends jedoch…äh, Quatsch, von wegen abends, nach Sonnenuntergang, das ist ja schon gegen 17 Uhr, befällt mich eine bleierne Müdigkeit, dass ich sofort ins nächstbeste Bett fallen könnte.

Gut, die Tricks mit hellem Licht und Aktivität an der frischen Luft kenne ich natürlich. Aber 1. lässt sich das nicht immer einrichten, und 2. hält das bei mir auch gerade mal für den Moment. Komme ich ins Warme und sitze auf dem weichen Sofa, habe ich automatisch kleine, kuschlige Kissenzipfelchen in den Augen. Eigentlich hätte ich momentan alle Voraussetzungen um ein Top-Bettentester zu werden. Wenn also diesbezüglich noch jemand einen Job zu vergeben hätte, ich wäre bereit…

 

Meine Organe gehören mir!

Verlustängste scheinen manche Menschen bis über den Tod hinaus zu plagen. Anders kann ich mir eine Meldung nicht erklären, die ich gestern (durchaus nicht erstaunt) lesen musste: Die Organspenden in Deutschland sind auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Immer weniger Menschen kann durch eine Organspende das Leben gerettet werden, und das sind derzeit ca. 10.000 todkranke Menschen, die auf eine Transplantation warten.

Wieso hält sich eigentlich immer noch das Gerücht, als Organspender sei man ein Ersatzteillager, auf das skrupellose Ärzte nur warten um es ausweiden zu können?

Organisierte Aufklärung muss her. Direkt vom Hausarzt! Es gibt sehr strenge Richtlinien, Organe werden nicht leichtfertig entnommen, nur weil ich gerade mal zwei Tage im Koma liege. Da gehört mehr zu, aber das wollen viele Menschen wohl auch gar nicht wissen.

Man stelle sich nur einmal vor, es geschieht in der eigenen Familie: Ein Familienmitglied braucht dringend ein neues Herz, dann kann die Person noch viele Jahre weiter leben. Leider gibt es nur wenige Spenderherzen, und kurz bevor es vielleicht doch noch mit dem Spender geklappt hätte, verstirbt das Familienmitglied. Dann ist das Gejammere groß. Natürlich! Aber es hätte nicht sein müssen, und mit diesem Wissen müsste ich sicher lange hadern.

Prominentes Beispiel: Der diesjährige ESC Gewinner Salvador Sobral wartet derzeit in Portugal auf ein Spenderherz. Mittlerweile musste er an ein künstliches Herz angeschlossen werden, um die Wartezeit hoffentlich noch zu überleben…

Vielleicht kann ich euch bewegen (falls ihr es nicht schon längst tut) beim nächsten Arztbesuch einmal das Gespräch auf einen Organspenderausweis zu lenken? Informationen sammeln, Ängste abbauen, mit der Familie beraten. Schon allein über mehr öffentliche Wahrnehmung zu diesem Thema würde ich mich freuen.

Übrigens, ich habe so einen Ausweis immer im Portemonnaie…

 

Bröckelnde Mauern

Immer wenn sich der Tag des Mauerfalls (9. November 1989) jährt, dann kommen sie wieder: Die flauschigen Zeitungs- und Fernsehbilder von jubelnden Menschen, die sich in den Armen liegen; und von putzigen Trabbis, die knatternd über die innerdeutschen Grenzen flitzten.

Ich bin auch unsagbar dankbar und glücklich, denn ohne den Mauerfall hätte ich sicherlich nie meine bessere Hälfte kennengelernt. 

Ich will mich hier gar nicht darüber auslassen, dass die Mauer in den Köpfen der Menschen oftmals immer noch steht, und dass es erst die heranwachsenden Generationen sein werden, die weitestgehend vorurteilsfrei miteinander umgehen können. Von monetären Ungerechtigkeiten ganz mal zu schweigen.

Was mich jedoch nervt, sind Fernsehausschnitte und Aussagen vieler Beteiligter, dass sie den Volksaufstand geprobt hätten, um endlich eine Urlaubsreise antreten zu können, das Warenangebot der weiten Welt zu nutzen, oder um ein für alle Mal zu überprüfen, ob im Westen Toffifee wirklich auf den Bäumen wächst.

Sorry, ich schreibe das nun so überspitzt, weil die Berichterstattung genau diesen kleinen Ausschnitt des Lebens so dermaßen überlebensgroß zur Schau stellt, als sei das damals das Wichtigste gewesen. Alle erzählen in Zeitungen und Filmausschnitten vom Konsum, von der totalen Oberflächlichkeit, und dass sie darunter so leiden mussten.

Wo bleiben die Stimmen der Unterdrückten, Bedrängten, Beraubten, Erschossenen? Das eigentliche Problem war doch nicht das fehlende Konsumprodukt Urlaubsreise, sondern die fehlende Freiheit, also die als Mensch!

Wenn schon eine gute Schule oder das Studium von der „Gesinnung“ abhing, man seine Meinung für sich behielt und „feindliches“ West-Fernsehen nur heimlich schauen konnte, man als Künstler unter Generalverdacht stehen konnte, man aus welchen Gründen auch immer eingesperrt werden konnte, einem die Kinder aus nichtigen Gründen weggenommen werden konnten, man seine geliebten Verwandten im Westen so gut wie nicht sehen konnte weil sie zum „Klassenfeind“ erklärt wurden, und man als Sportler nur mit einer gehörigen Gehirnwäsche ins kapitalistische Ausland gelassen wurde, dann wiegt das doch hoffentlich schwerer als der geplatzte Traum vom Besuch der New Yorker Freiheitsstatue.

Versteht mich nicht falsch, natürlich ist es schlimm, wenn man sozusagen gefangen gehalten wird und nicht die andere Hälfte der Welt sehen kann!

Aber ich kann heute noch erleben, wie schwer es einigen Mitgliedern der Familie fällt die eigene Meinung offen zu äussern. Meine bessere Hälfte war u.a. gezwungen sich bei den „Jungen Pionieren“ und der „Gesellschaft für Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“ zu engagieren, nur damit Schule und Studium reibungslos funktionieren konnten. Vor Fremden und Nachbarn wurde stets gelogen, vom Kommunismus geschwärmt und der Kapitalismus verteufelt. Und die ständige „Rotlichtbestrahlung“ in der Schule, auf der Arbeit und in den Organisationen musste ja auch verdaut werden.

Wie man als freiheitsliebender Mensch so etwas überstehen kann, in einer permanenten Atmosphäre aus unterschwelliger Angst, ist mir glatt ein Rätsel.

In großen Teilen der öffentlichen Berichterstattung fehlt mir einfach dieser Aspekt der Freiheit, es scheint die schweigende Mehrheit zu sein, oder doch die journalistische Filterblase? Geplatzte Träume gibt es auf beiden Seiten, aber wir müssen wenigstens nicht in Angst und Unterdrückung leben.

 

Formschön…

…ist so ein Begriff, den ich eigentlich spröde finde, der aber genau das sagt, was man gerade denkt. Zum Beispiel hier, bei der Duftkollektion von Philipp Starck.

Die Düfte gibt es bereits seit 2016, sie sind aber scheinbar irgendwie an mir vorbei gegangen. Dabei sind sie wirklich unglaublich…äh…formschön (Die Flakons passen wie ein Puzzle zusammen). Wenn sie auch noch so gut duften?

Es gibt einen Damenduft („Peau de Soie“, pudrig), einen Duft für Herren („Peau de Pierre“, holzig), und hochaktuell: einen „Transgenderduft“ („Peau d`Ailleurs“, moschusartig) , was immer man sich darunter vorstellen möchte. ZB. bei Pieper kann man zur Probe schnuppern, und ein Flakon kostet jeweils ca. 85,00 Euro (40ml).

 

Kleines Mitbringsel selber basteln

Dieses goldige Mitbringsel erfreut sicherlich jeden Beschenkten, und wenn es auch noch selbst gebastelt ist, wird die Freude noch größer sein. Dazu braucht man einfach ein kleines Gefäß, etwas Tassenkuchen, ein paar grüne Macarons, und Zuckerguss für die kleinen „Stacheln“. Eine kleine Blüte aus Marzipan oder Zucker gibt es bei den Backzutaten. Wirklich goldig!

 

 

Schönes Wochenende!

 

 

.

 

 

 

 

(Fotos: Konsumkaiser, Instagram, Wiki Commons, Coty Prestige    Keinerlei Sponsoring)

19 Kommentare

  1. Danke, dass du das Thema Organspende aufgreifst! Es ist so SO wichtig. Ich habe seit Jahren einen Organspendeausweis und ebenfalls immer im Portemonnaie dabei. So eine simple Art, Menschen (hoffentlich) zu helfen.
    Winterschlaf- da bin ich ganz bei dir! In diesen Monaten komme ich arg schwer aus dem Bett und könnte mich auch ab 17h direkt wieder dort hinein begeben. So wirklich wach bin ich vielleicht 3 Stunden täglich, dazu kommt noch mein Schichtdienst, das macht´s noch schwerer.

  2. Da bin ich ganz bei dir. Aber so scheint die Gesellschaft. Nur noch oberflächlich – nur noch ich ich ich.
    Ich kann nicht verstehen, dass man nicht wenigstens nach seinem Ableben noch etwas für andere tut. Nämlich seine Organe geben.

  3. Lieber KK, seit ich im Gesundheitswesen arbeite, habe ich meine Einstellung zur Organspende revidiert und meinen Organspendeausweis weggeschmissen. Sehr regelmäßig erlebe ich im Krankenhaus mit, wie die Angehörigen von Komapatienten unter Druck gesetzt werden (…natürlich nicht mit vorgehaltener Waffe, aber emotional bzw. moralisch), die Organe des Komapatienten freizugeben.
    Man sollte sich schon bewusst machen, dass Organe nur von *lebenden* Patienten entnommen und verpflanzt werden können – ist der Patient erst tot, sind es die Organe auch und somit nutzlos. Die Definition „gehirntot = sowieso nicht mehr lebensfähig“ ist ziemlich willkürlich. Noch vor 50 Jahren galt Herzstillstand als „tot“ – heutzutage ist das Wiederbeleben nach Herzstillstand eine Standardprozedur. Die Ärzte, mit denen ich zu tun habe, haben *alle* keinen Spenderausweis – aus genau diesen Gründen. Die Organtransplantation ist ein Riesengeschäft, bei dem es u. a. auch um Prestige geht (…je spektakulärer die Transplantation/ je mehr Transplantationen, desto angesehener die Klinik = desto mehr Einnahmen).
    Ich persönlich bin stattdessen eine große Anhängerin der Stammzellenforschung – *da* sollten Forschungsgelder und Aufmerksamkeit hingelenkt werden, damit wir in absehbarer Zeit Organe nachzüchten können (…die dann übrigens auch sehr viel verträglicher für den Empfänger wären). Statt eines Organspendeausweises trage ich übrigens heute einen Stammzellenspenderausweis bei mir.

    1. Ehrlich gesagt finde ich das schade. Ich kenne viele Ärzte, die gerade eben Organspender sind. Und das System MUSS verbessert werden, keine Frage. Trotzdem ist im Moment die Organspende die einzige Hoffnung für viele Menschen. Und wenn jemand dadurch leben kann, dass ich auf ein Dahinsiechen verzichte, dann tue ich das gerne. Ob Geschäft oder nicht, es werden Menschenleben gerettet! Das Leben ist nicht fair!
      Liebe Grüße, KK

      1. Ich studiere momentan auch ein Fach, das mich wohl irgendwann mal ins Gesundheitswesen führt. Gerade letztes Jahr habe ich mich im Rahmen einer Seminararbeit sehr intensiv mit dem Thema Organspende beschäftigt. Ich muss zugeben, ich hatte vorher keinen Organspendeausweis und hätte mich wohl von guten Argumenten überzeugen lassen. Aber nach meiner Recherche kann ich Anne nur zustimmen. In diesem Leben wird keiner meine Organe bekommen. Ich kann jedem, der einen Ausweis besitzt, nur empfehlen sich mal genauer mit den Voraussetzungen und Prozeduren zu beschäftigen.
        Mindestens genauso interessant ist aber auch das Schicksal, das vielen Empfängern droht, nachdem sie ein Organ bekommen kann. Darüber werden viele vor der Spende gar nicht informiert und stehen dann irgendwann mit einer erneuten fiesen Diagnose da.

  4. Ich als Ostfrau hab es tatsächlich so erlebt, dass der Konsumgedanke und das Reisen tatsächlich ein Hauptgrund für viele war, eine Alternative zur ehemaligen DDR zu suchen, entweder zu flüchten oder zu sagen: so nicht weiter. Es haben sich wirklich lange nicht alle unterdrückt gefühlt oder Sanktionen befürchtet. Natürlich gab es auch viele, bei denen es so war. Wer sein einfaches Leben genoss, ist kaum angeeckt. Der Westen mit dem Konsumangebot nebenan war wohl zu verlockend. Es ist vermutlich schwer vorstellbar für einen, der die Situation nicht kannte, dass Geld, Angebot und Möglichkeiten ein starker Motor waren, der auch bestimmt, wie man in dem Alter leben möchte und kann. Das ging über Wohnungen bis zur Berufswahl. Nicht gerade Toffifee, aber auch. 🙂 (Ein besseres Beispiel waren vermutlich Audiokassetten, die es zu unfassbaren Wucherpreisen gab, und die umfangreiche Musik jenseits des limitierten Ostmarkes überhaupt erst möglich machte. aber das betraf auch vieles andere.) Die Gesamtsitution der Möglichkeiten des freien Marktes, insbesondere der Konsummöglichkeiten hatten einen extrem starken Reiz, insbesondere, wenn die Arbeit vergleichbar war und es keine Sprachbarriere gab.

    1. Auf jeden Fall! Das ist ja auch ok und nachvollziehbar. Aber diese Reduktion auf nur den Konsum finde ich arg verkürzt. So will doch hoffentlich kein Ex DDR Bürger dargestellt werden. Und wenn es so sein sollte, was sagen dann Menschen in Diktaturen wie zB. In Afrika?
      Liebe Grüße, KK

      1. Ich vermute, dass der Konsum ebenfalls ein starker Reiz ist. 🙂 Mit Konsum ist selbst Gesundheit möglich oder Besserung. Wer in eine Diktatur hineingeboren ist, für den ist sie oft auch so normal wie der Himmel wolkig oder blau ist. Man sagt „irgendwas ist immer“ und nimmt es wohl oft hin wie einen nicht idealen Arbeitsplatz. Es geht ja meist allen im Umfels so. Möglicherweise ist der Blick auf Diktaturen auch ein ganz anderer. Ich kann, was afrikanische Diktaturen betrifft, nicht mitreden, aber mein Blick von hier aus ist sicher nicht derselbe wie der Leute, die vermutlich ebenfalls anders ticken. Ich weiß nicht, ob sie an Schicksal glauben, Gott, der das für sie vorgesehen hat usw. ich kann es nur aus Sicht der DDR sagen.

        Ich hab neulich ein Buch über Konsum gelesen „Habenwollen“ von Wolfgang Ullrich, schon älter, aber es hat mir vor Augen geführt, welches eigen bestimmte Leben man führen kann, wenn man das, was man dazu braucht, auch haben kann und dass es sogar möglich ist, viele Nuancen ins Leben zu bringen, zu verlassen neu zu finden, die es reich machen. Wir leben nicht länger, aber wie wir das Leben leben, können wir relativ gut bestimmen. Ich hatte eine Bekannte, die ein heimliches Showgirl war – nicht gut im Osten. Sie träumte ständig von sehr hohen Schuhen (und dem entsprechenden Look), erinnere ich mich. 😀 Sie blühte nach der Wende regelrecht auf, weil sie das leben konnte, wie sie sich zu der Zeit empfand. Aus Sicht des Westens ist das sicher extrem oberflächlich, für sie war es alles. Wer was nie haben konnte, bzw. sah, dass andere das durch ihre Westverwandten auch haben konnten, für den ist der Reiz riesig. Wenn Werbung, das Westfernsehen strahlte ja fast in die ganze DDR hinein, was bewirkt – und das wissen wir, diese Sachen aber nie zu bekommen sind, ja, vielleicht auch Toffifee, haben die extreme Anziehung über lange Zeiträume. Im Westen ist Geld die Grenze gewesen, aber selten, dass etwas nicht zu bekommen war. Das ist ein komplett anderes Gefühl, damit kann ich heute auch super leben. Mein Mann ist aus dem Westen und wenn er erzählt, kommt es mir manchmal auch nicht anders vor als bei mir, der es damals gar nicht schlecht ging. Ende der 80er war die Situation aber total anders. Die DDR war die DDR, weil der Landesteil nach Kriegsende als Kriegsschuld Deutschlands sowjetisch besatzt war, der Teil des Landes wurde wirtschaftlich ausgenommen und politisch kompatiblen Firmenchefs besetzt, für die Wirtschaftlichkeit keine Priorität hatte, im Westen gab es den Marshallplan und Freiheit, was in privaten Wohlstand mündete – zumindest im Gegensatz zur DDR. Ich glaube schon, dass es auch eine Konsumrevolution war, die auch hier das Land wieder vereinen und sollte und als Gerechtigkeit empfunden wurde.

        Schwerer Stoff. 😉 Bitte entschuldige den langen Text.

  5. Tut mir leid, solange in Deutschland die Organspende nur durch eine -kaum kontrollierte – privatrechtliche Stiftung organisiert wird und die Vergabe von Organen auch an Wartelisten vorbei geschieht, werde ich mir ganz bestimmt keinen Spenderausweis besorgen. Das jetzige System öffnet Korruption und Manipulation scheunengroße Tore. Ich möchte einfach keine Geschäftemacher (du rückst in der Warteschleife vor/kriegst ohne Wartezeit ein Organ, wenn du nur genug Geld ‚rüberreichst bzw. dein Arzt – für Geld – deine Werte „optimiert“…) unterstützen. Leider ist nach der letzten großen Affäre diesbezüglich (2012?, 2013?) nichts geändert worden.

    1. Wie könntest du das belegen, dass das System kaum keine kontrolliert sei? Hast du Erfahrungen? Die Fälle, die ich kenne, wurden mit Bedacht, und fast schon übervorsichtig gehandelt. Ganz ehrlich: Und wenn da 100 Menschen dran verdienen, Hauptsache ich habe nach meinem Tod jemandem geholfen, denn ansonsten verrotten die Organe! Und die ganzen Vorbehalte lösen sich ins Nichts auf, wenn man selbst, oder die Familie betroffen ist.
      Liebe Grüße, KK

  6. Lieber KK, ich habe schon lange einen Organspende-Ausweis und werde es mir auch nicht anders überlegen. Wie Du schon sagst: es kann jeden treffen. Ich habe meinen Willen zur Organspende auch in meiner Patientenverfügung spezifiziert, denn als Spender sollte man die sog. lebenserhaltenden Maßnahmen nicht grundlegend ablehnen. Das wisse manche Spender evtl gar nicht.
    Schönes Wochenende!
    Marita

    1. Liebe Marita,

      Deine Anmerkung hier bzgl. Patientenverfügung und lebenserhaltenden Maßnahmen halte ich für sehr wichtig.
      Ich z. B. habe aus bestimmten gesundheitlichen Gründen (ich hatte als junger Mensch unverschuldet einen sehr schweren Verkehrsunfall mit Folgeschäden erlitten) in meiner Patientenverfügung auf genau eben diese lebenserhaltenden Maßnahmen ausdrücklich verzichtet und daher auch in meinem Organspendeausweis das „Nein“ angekreuzt, um im Krankenhaus nicht „unnötig“ am Leben erhalten zu werden.

      Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin grundsätzlich FÜR eine Organspende, nur denke ich, es gibt auch Einzelfälle und Schicksale, bei denen es verständlich sein kann, wenn eine Organspende abgelehnt wird.

      Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

      Eva

  7. Ich habe bereits seit 2007 einen Organspendeausweis immer im Portemonnaie dabei. Es ist doch ein schöner Gedanke, wenn man jemandem nach dem Tod helfen kann. Ich habe ja dann doch nichts mehr davon.

  8. Interessantes und sehr kontroverses Thema. Ja es gibt leider noch immer Schauermärchen über die „Ausschlachtung“, den Organhandel, unterlassende Hilfeleistung.
    Vieles könnten wir vorher schon regeln und mit unseren Angehörigen reden, was im Fall mein Wunsch ist und dieses z.B. auf dem Ausweis notieren z.B alles außer meine Augen. Will ich an die Herz-Lungenmaschine, wie oft reanimiert, künstlich ernährt werden… Stellt euch vor ihr werdet unvorbereitet ins Krankenhaus gerufen und sollt dabei einen klaren Kopf behalten. Da hält man sich an jedem Strohhalm fest und findet sich schnell unter Druck gesetzt.
    Den Hirntod stellt eigentlich ein unabhäniger Arzt fest, dann erst werden die Organdaten an Eurotrans gemeldet und von dort verteilt. Kein Krankenhaus/Arzt darf bzw. behält das Organ für seine eigene Patienten ( Haut, Plazenta kann (geregelt) in der angeschlossenen Verbrennungsklink verbleiben).
    Wir reden hier von der Transplationen von Organen und nicht von sehr seltenen spektakulären Operationen von Köpfen oder Gesichter… oder so. Wäre auch eine (Lebens-) Hilfe.
    Es ist nicht akzeptabel an Daten zu manipulieren um eigene Patienten nach vorne zu mogeln, aber ich kann es auch verstehen bei dem täglichen Leid eigene Patienten sterben zu „sehen“.
    Ob das Match passt ist auch auf Listenplatz 1 nicht gegeben.
    In Spanien muss man ausdrücklich widersprechen, da gilt jeder als Organspender. Ist ein katholisches Land.
    Was ist mit der Körperspende für die lehrende Medizien? Wie soll ein angehender Arzt ohne praktische Erfahrung später an uns eine erfolgreiche Operation durchführen?
    Klärt es bitte vorher

  9. VIelen Dank für des Thema Organspende, ich selbst habe vor neun Jahren eine Spenderniere bekommnen und bin unendlich dankbar dafür. Auch ich arbeite seit fast 30 Jahren im Gesundheitswesen, allerdings haben die Ärzte die ich kenne alle einen Organspendeausweis! Ebenso ist es
    nicht richtig, das die Angehörigen emotional unter Druck gesetzt werden – ich habe noch keinen Angehörigen kennengelernt, der das so empfunden hat, im Gegenteil sie waren im nachhinein froh, sich für die Organspende entschieden zu haben! DIe Organvergabe wird durch Eurotransplant geregelt, mit sehr streng kontrollierten Vergabekriterien z.B. Kinder erhalten eine höhere Dringlichkeitsstufe, als ein älterer Mensch.

    Ich hoffe nur nicht, das die Mitmenschen die so gegen Organspende debattieren, selbst mal in der Situationen kommen ein Organ zu benötigen…..

  10. Ich denke, das die Organspende eine sehr persönliche Entscheidung ist, die wirklich dem Einzelnen überlassen werden sollte. Nicht den Angehörigen am Sterbebett. Zusammen mit einer gesetzlichen Pflicht zur dokumentierten Entscheidung Für oder Gegen die eigene Organspende sollte eine ausführliche Aufklärung über eine Organspende erfolgen. Aus Sicht des Gebenden, aber auch aus Sicht des Empfängers. Man könnte dies zB. mit dem ErsteHilfekurs für den Führerschein verbinden oder in der Schule zB. in Ethik gemeinsam mit Fragen zu Sterbehilfe, Patientenverfügung und moderner Reproduktionsmedizin.

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