US PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLEN: LERNT DARAUS, LEUTE! LERNT!

Dieses Schauspiel war schrecklich und unwürdig! Ich rede nicht von Kim Kardashians Raubüberfall, sondern von DEM politischen Ereignis des Jahres: Die Präsidentschaftwahlen in den USA. Nun ist es endlich, endlich geschafft, und die Welt muss sehen, wie man sich mit diesem Wahlergebnis arrangiert. Denn eins ist klar: Nichts wird mehr so sein, wie es einmal war…auch für uns in Europa nicht.

 

Er ist es!

Er ist es…

 

Wahlkampf pervers, Ergebnis egal!

Wir erleben zurzeit Einzigartiges! Ein pervertierter Wahlkampf in dem Land, welches von sich behauptet die größte Demokratie der Erde zu sein. Wir sind Zeitzeugen einer nie da gewesenen Schlammschlacht, die einzig der Vernichtung des politischen Gegners diente. Mit allen Mitteln. Wir sehen das stolze amerikanische Volk, wie es völlig verunsichert, unglaublich wütend und geradezu ängstlich in die ungewisse Zukunft schaut, und die übrige Welt gleich mit.

Noch gestern gab es die Wahl zwischen Pest und Elend, auch Hillary und Donald genannt. Heute haben wir den Salat, denn egal was gewählt wurde, noch nie in der Geschichte der USA war ein Präsident dermaßen unbeliebt, wenn nicht sogar verhasst.

Hass und Angst

USA buchstabiert sich derweil so: United States Of Angst. Das deutsche Wort darin betont die Wucht, mit der Angst ein großer Teil der amerikanischen Öffentlichkeit geworden ist. Angst vor Überfremdung, Angst vor dem Verlust der Arbeitsplätze, Angst vor Kriegen. Immer wieder diese typischen Verlustängste, die uns auch hier in Deutschland umtreiben.

Angst ist ein Nährboden für Hass, auch das erleben wir hier bei uns mittlerweile täglich. Und ein wundervoller Nährboden für rücksichtslose Führer, die die verunsicherten Völker aus ihrem Jammertal führen sollen. Die ersten Tyrannen sind in unseren Breiten bereits installiert (siehe Ungarn, Türkei, Russland…). Trump ist auch so einer, der für seinen Machterhalt über Leichen trumpeln wird, und seine Anhänger legen es ihm als Willensstärke mit Durchsetzungskraft aus.

Ist erst einmal Hass gesät, wird die Nation gespalten und wirkt destruktiv. Und so etwas schwächt unwahrscheinlich.

Was wir daraus lernen sollten

Eine Demokratie lebt durch Vielfalt, Zusammenarbeit, Kompromisse. Ich kann verstehen, wenn viele dies nicht einsehen, denn eine EINZIGE Universallösung wäre toll. Aber die gibt es nicht. Wir sind ja auch ALLE unterschiedlich, und möchten individuell wahrgenommen werden. Warum sollte ausgerechnet im politischen Miteinander eine einzig wahre Lösung parat stehen? Einen Mann wie Trump ein mächtiges Land wie die USA lenken zu lassen, ist als würde man Stevie Wonder ans Steuer eines riesigen Reisebusses setzen.

Ich kann nur ständig betonen: Wir sollten nicht überheblich in die USA schauen, und mit schüttelndem Kopf darüber lachen, wie „bekloppt wohl diese Amis“ sein müssen.

Auch hier in Europa sehe ich es kommen: Die Aggressivität von populistischen Parteien und Einzelpersonen, wenn es gegen Minderheiten und politisch Andersdenkende geht. Das Liebäugeln bestimmter Gruppen mit dem „starken Mann“ und die Verachtung gegen das „System“. All das ist bereits unter uns, und wird unter dem Begriff „Protestkreuz“ verharmlost und von den intellektuellen „Eliten“ belächelt, was ich persönlich besonders fatal finde.

Lassen wir uns nicht spalten. Lassen wir uns nicht zum Werkzeug machen, damit sich Einzelne ermächtigen und bereichern können. Wir sind immer noch das Volk, und hoffentlich ein schlaueres!

 

 

 

(Fotos: Konsumkaiser, Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51025646   Kein Sponsoring)

11 Kommentare

  1. Toll geschrieben! So schade und erschreckend wie die Wahl ausgegangen ist. :/ (Auch wenn ich Clinton auch nicht unbedingt für geeignet halte wäre sie wenigstens ein bisschen besser gewesen als Trump)
    Ich hoffe immer noch das wenigstens das jetzige Wahlergebnis eine Lehre für die europäische Politik. (und gerade auch die deutsche Politik..so weit sind wir nicht entfernt von „deutschen Protestwahlen“)

    LG

  2. Hallo Herr Kollege 😊

    auf den Punkt gebracht 🎯
    Ich hab Angst, wie Trump & Putin mit einander „cooperieren“ werden – sehr unsichere Zeiten!
    Möge die Übung „make America great again“ in den kommenden 4 Jahren vom Reality TV Star nicht im Desaster enden…

    GRUSS
    der hydro

  3. Sehr guter geschrieben Herr Konsumkaiser! Bin da ganz bei dir. Und bin völlig entsetzt über den Wahlausgang in den USA, wobei ich es ehrlich gesagt leider fast befürchtet hatte.

    LG
    Caro

  4. Lieber KK….einfach nur paralisierend alles…was will die Welt??Das 3.Reich haben wir hinter uns….das kenne ich nur durch Erzählungen und der Schule!Was passiert jetzt?….Angst kommt hoch…..und alles was für uns selbstverständlich ist wird in Frage gestellt..die nächste Mauer? Oh Gott…ein Schuler….und die Religion???Erschrecken!!!!Und die deutsche Regierung soll noch Glückwünsche schicken??

  5. Sehr gut geschrieben! Und dieses Ergebnis wird hier die Falschen beflügeln frei nach dem Motto: genau so machen wir oder ich es auch. Ich denke mit sehr gemischten Gefühlen an Herbst 2017…..

  6. ich sehe echt schwarz für die welt. wenn so ein typ präsident werden kann! der ist doch sowas wie ein dschungelkönig – und nun an der spitze der usa. das ist doch kein TV job!!! wir können nur froh sein, dass die partei der protestkreuze keinen reichen, charismatischen typen an der spitze hat. ich bin allerdings echt gespannt auf das treffen mit putin, den schätzen meiner meinung nach viele bei uns nicht ganz richtig ein, weil sie ihn nicht ernst nehmen.

  7. Ich bin auch sehr gespannt wie sich die Europäische Politikprominenz verhält. Man hat sich ja sehr verächtlich über Donald Trump geäußert,und lustig gemacht. Da war ja von „vollkommener Idiot“ bis „er bringt mich zum Würgen“ alles dabe. Mal sehen wie sie sich herausreden und heranschleimen.
    Mir ist jetzt schon schlecht.
    Mit Putin zu reden wird eher gut sein, wie Bärbel schon sagt, er wird unterschätzt, man sollte ihm auf Augenhöhe begegnen und es nützt nichts ihn überall auszuschließen, G8 usw.

  8. Das hast Du gut auf den Punkt gebracht ! Warum wählen arme Menschen in Amerika den Trump ? Das hat nichts mit Doofheit zu tun, die klammern sich an ein Stück Hoffnung. Ich erinnere mich noch gut an Reagan in den 80 igern, über den haben wir uns noch lustig gemacht, aber der Trump ist noch ein ganz anderes Kaliber.
    Ich habe Angst davor, das der Terror jetzt noch größere Kreise zieht.

    Liebe Grüße
    Andrea

  9. Die Wahl war Pausenclown oder Eiskönigin. Als klar wurde, dass diese beiden die Kandidaten sind, war ich mir schon recht sicher, dass Entertainment siegt. Dass das ganze jetzt große Umbrüche für die Weltpolitik bedeutet oder man gar Angst haben muss, glaube ich dagegen absolut nicht. Man mag sagen, dass der amerikanische Präsident der mächtigste Mann der Welt ist, in der Realität ist er jedoch, wie die meisten Regierungsführer, nur eine Marionette der Hintermänner. Und ich denke, da sitzen auch bei den Republikanern sicher ein paar fähige Leute.

  10. Angst war schon immer ein schlechter Berater. Ich hoffe, wir lernen draus. Aber ganz ehrlich: Ich mag es noch nicht so recht glauben. Die einen rufen nach dem starken Mann auch hier in Deutschland, die anderen interessiert das alles überhaupt nicht. Denkende UND interessierte Menschen werden immer weniger. Also tun wir einfach, was wir können, damit sich das im nächsten Jahr nicht hierzulande wiederholt.
    Liebe Grüße
    Fran

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