LIFESTYLE: STRATEGIEN GEGEN NEGATIVEN STRESS

Die Definition zu „negativem Stress“ ist schwer zu formulieren. Für jede/n von uns bedeutet negativer Stress etwas anderes. Meist sind es Situationen, in denen bei uns das Gefühl überhand nimmt, dass wir die Kontrolle über eben diese verlieren. Wie man diese Gefühle in den Griff bekommen kann, will ich heute hier kurz erläutern…

 

Auslöser und Schicksal

Auslöser für diesen Blogpost war ein schreckliches Erlebnis vor ein paar Wochen, als ein Mensch vor meinen Augen zusammengebrochen war und trotz Rettungsmaßnahmen noch vor Ort verstarb. Die Herzmassage haben wir zwar bis zum Eintreffen des Notarztes ausführen können, aber leider war alles Erfolglos.

Nach einem solchen Erlebnis fühlt man sich schrecklich hilflos. Man bekommt auch um sich selbst Angst. Niemals möchte man sich in solch einer Situation befinden. Doch ist das alles nicht steuerbar, und wir Menschen erklären uns diesen Zustand dann traditionell mit „Schicksal“.

Aber auch weniger dramatische Dinge können uns den Brustkorb einschnüren. Eine bevorstehende unangenehme Gerichtsverhandlung, Geldsorgen, Probleme in der Partnerschaft. Das Leben ist voll mit Situationen, die uns negativen Stress bescheren. Früher sagte man: „Das bringt dir noch ein Magengeschwür ein!“. Ich sage heute: „Das kann dich umbringen!“

In einer Zeit, in der wir Geist und Körper immer mehr (egal ob bewusst oder unbewusst) voneinander trennen, wird es immer wichtiger, Signale des Körpers zu erkennen, zu deuten und damit richtig umzugehen. Stress ist nicht per se schlecht. Dauerstress (und die damit verbundene seelische Last) schon.

 

Die Kämpfer und die Zarten

Interessant ist zu beobachten, wie unterschiedlich Menschen mit diesen Stresssituationen zurecht kommen. Grob kann man zwei Typen einteilen: 1. Die „Kämpfer“ gehen gegen ihre negativen Gefühle an und versuchen sich entweder abzulenken, zu verdrängen oder sie reden (verarbeiten) über ihre Gefühle mit vertrauten Personen. 2. Die „Zarten“, die sich alles sehr zu Herzen und persönlich nehmen, und dabei geradezu sichtbar an Lebensqualität einbüßen.

Der Umgang mit unangenehmen oder traumatischen Situationen kann also typbedingt großen Stress verursachen. Wie man damit umgeht, liegt in unserer Entscheidung. Offensichtlich die Arme hochreißen und ohnmächtig werden, wie dereinst die Österreichische Kaiserin, nun, das ist wohl nicht mehr so ganz praktikabel heutzutage. Das scheitert schon am fehlenden Riechsalz, welches heute kein Ritter…äh…Retter mehr in der Tasche (für den Fall der Fälle) parat hat.

 

Es ist ganz allein DEINE ENTSCHEIDUNG, wie du mit diesem negativen Stress umgehst!

Entweder du lässt dich kontrollieren, oder du übernimmst die Kontrolle (wieder). Eigentlich ganz einfach. Wenn das Leben nur nicht so schrecklich kompliziert wäre. Es gibt durchaus Situationen, in denen man seinen Tonus verlieren kann, und tatsächlich (wenn auch innerlich) in sich zusammenbricht.

Und es ist jetzt wirklich leichter gesagt, als getan: Wenn du einer solchen Situation gegenüberstehst, AKZEPTIERE sie!

Wir können das Zeitrad nicht um ein paar Stunden zurückdrehen, wir befinden uns in einer scheiß Situation, also „face it“, wie es so knackig auf Englisch heißt.

Das ist kein Zeichen von Schwäche, oder Gefühlskälte, sondern der erste Schritt, um sich aus einer scheinbar ausweglosen Lage wieder befreien zu können.

 

Das Stoppschild

Nochmals: Leichter gesagt, als getan. Trotzdem lasse weiterhin das Positive in deinen Gedanken zu. Es darf sich nicht alles um das Negative drehen in deinem Kopf. Die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Negativen braucht dringend irgendwann auch einen Schlussstrich. Und den muss man sich ganz bewusst und eiskalt setzen. Am besten visualisiert man dazu ein großes STOPPSCHILD. Stell es dir überdimensional groß vor dir vor. Und immer, wenn du bemerkst, dass die Gedanken zu sehr ins Negative driften, muss dieses Stoppschild vor deinem geistigen Auge auftauchen.

  • Angstbeladene und traumatische Situationen zehren an uns. Danach muss man sich tatsächlich geradezu regenerieren, also wiederherstellen, seelisch und körperlich. Ähnlich wie nach einem Marathonlauf.
  • Entspannungstechniken und bewusste Atmung sind dabei enorm hilfreich. Ich habe HIER bereits über Entspannung und Atmung geschrieben.
  • Aber auch Treffen mit positiv gestimmten Menschen tut uns wahnsinnig gut, verkriechen ist die schlechteste Lösung. Tageslicht ist ebenfalls unabdingbar, um seine innere Stärke wiederzubeleben.
  • Halte das Wesentliche im Auge. Auch wenn das Schlimmste eintritt, zB. den Partner zu verlieren, wird es immer noch Menschen geben, die dich lieben und brauchen. Der Verlust geliebter Menschen ist die schlimmste Form von negativem Stress und bedarf manchmal dann eben auch professioneller Hilfe. Man ist nicht verrückt oder dem Wahnsinn nahe, auch wenn man sich in der akuten Phase so fühlen mag. Aber mit psychologischer Hilfe findet man den Weg nach draußen manchmal einfach etwas schneller wieder.

 

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(Es handelt sich hier um Hinweise allgemeiner Art, und diese sind weder einem ärztlichen Rat noch einer Behandlung gleichzusetzen! Bei Unsicherheit zur eigenen Situation ist der Hausarzt immer die erste und beste Anlaufstelle. Dieser kann entscheiden, ob weitere Hilfe angebracht ist. Bei überbordendem Stress und Symptomen wie enge in der Brust, kalter Schweiß und Angstgefühl ist auf jeden Fall ein Arzt hinzuzuziehen. Langanhaltender Stress ist für Frauen und Männer mittlerweile einer der Hauptauslöser für ernstzunehmende Herzkrankheiten!)

 

(Foto: Konsumkaiser   Keinerlei Sponsoring!)

5 Kommentare

  1. Guten Morgähn,
    Ist in allem richtig was Du heute geschrieben hast. Ich musste bei meiner letzten Arbeitsstelle erfahren, was extremer Stress, Druck und emotionale Belastung u.a. körperlich anrichten kann. Bei mir begann das Herz unregelmäßig zu schlagen, zusätzlich bekam ich regelmäßig Migräne mit Aura-Sehen, konnte kaum schlafen. Die Stelle habe ich zwischenzeitlich gewechselt, es hat aber Monate gedauert, bis diese Symptome nachgelassen haben. Und ja, ich bin mir sicher, dass mich es auf kurz oder lang umgebracht hätte, in diesem Job zu bleiben. Das passiert mir nie wieder.
    Danke für Deinen Beitrag.
    Grüsse,
    Tatjana

  2. Deshalb mag ich Deinen Blog so sehr, nicht immer nur Bjuuuuuudi 😉 sondern auch mal die unangenehmen Themen
    angesprochen und angepackt. DANKE =)

  3. Ja da kann ich nur zustimmen, ich finde es super, dass auch mal andere, wichtige Themen des Lebens angesprochen werden. Vielen Dank für diesen Beitrag.

  4. Bei positivem Stress bin ich sehr belastbar, wenn mir etwas Freude macht oder ich auf etwas hin arbeite, halte ich Stress sehr gut aus; manchmal bin ich erst unter Druck so richtig effektiv.
    Bei negativem Stress reagiere ich in letzter Zeit oft mit Herzklopfen bzw. Herzrasen, sehr unangenehm. Manchmal reicht schon morgens ein falscher Gedanke, meist sind zwischenmenschliche “ Aufreger“ der Grund. Gerade durch die Kinder bin ich schon sehr fremdbestimmt und weil ich äußerlich versuche ruhig zu bleiben, merke ich dann innerlich den für mich schlechten Stress.
    Ich versuche mich gerade in letzter Zeit an Atemübungen, das hilft mir immer besser.
    Und ich versuche, mich auf mich zu besinnen und zu konzentrieren, denn ich gehe mir selber an solchen Tagen gerne verloren. Dann versuche ich wieder ruhig zu werden und nicht so auf Stressmomente anzuspringen.
    Und so Bilder wie mit dem Stoppschild sind sehr hilfreich für mich, da ich eher nüchtern und pragmatisch bin und mit den meisten “ vergeistigten“ Ansätzen nicht viel anfangen kann.
    Das mir vorzustellen, werde ich in nächster Zeit mal üben.

  5. Interessant, dass du das Thema gerade jetzt ansprichst. Ich habe ja vor zwei Jahren nochmal ein Studium begonnen, wollte mich selbst herausfordern und einfach mal die Komfortzone verlassen. Soll ja so gut sein für die Persönlichkeitsentwicklung. Vor einem Jahr merkte ich aber zusehends, dass ich permanent am Kämpfen war und trotzdem in diesem Fach einfach keinen Boden unter die Füße bekam. Das hat mich zuletzt auch so beeinflusst, dass ich kaum noch an was anderes denken konnte, unruhig war, schlecht geschlafen habe und sich eine generelle Unlust an allem entwickelt hat. Kurz gesagt, ich hab mich gefühlt wie der letzte Versager und konnte aber auch den inneren Kämpfer nicht abstellen, der es trotz aller Widrigkeiten schaffen wollte. Weil ich aber so auf Dauer nicht leben kann, habe ich vor zwei Wochen beschlossen, das Studienfach nochmal zu wechseln. Und seitdem das fix ist, geht es mir auch insgesamt schon wieder etwas besser. Ich hoffe, dass das Ausbleiben der ständigen Stresssituationen auch noch weitere Verbesserungen mit sich bringt.

    Also danke, dass du auch solche Themen hier aufnimmst. Es gibt sicher viele, die bewusst oder unbewusst auch mit andauerndem negativem Stress leben und denen öffnest du mit deinem heutigen Beitrag vielleicht auch die Augen.

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