SKINCARE-GASTBEITRAG (DINAH): Hautpflege 2.0 und ein neues Spielzeug

Ehe ich begonnen habe, mich intensiver mit Hautpflege zu beschäftigen, bestand meine Pflegeroutine aus Produkten, auf die ich mehr oder weniger zufällig gestoßen bin oder die mir jemand empfohlen hatte. Mit einigen war ich ganz zufrieden, mit anderen weniger, und mir wurde im Laufe der Zeit klar, dass „trockene Haut“ ein sehr variabler Begriff ist. Mühsam fand ich heraus, dass meine Haut sowohl fettarm als auch dehydriert ist. Seit ich meine Haut besser kenne und Cremes und Seren nach der koreanischen Methode layere, hat sich mein Hautzustand deutlich verbessert, aber die Suche nach den richtigen Produkten ist nach wie vor eine Herausforderung…

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Seit kurzem habe ich ein kleines Gerät, das mir dabei helfen soll, meine Pflegeroutine weiter zu optimieren. Es ist aus rosa Plastik, piept und leuchtet – auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Spielzeug aus dem Barbie-Koffer „Die kleine Hausärztin“. Aber das Gerät kann was! Es ist nämlich ein digitaler Skin Analyzer (SK – 5D), der die aktuellen Fett- und Wasseranteile in der obersten Hautschicht misst. Die Wahl fiel vor allem deshalb auf dieses chinesische Modell, weil es mit nicht mal 15 Dollar unschlagbar günstig ist; ich habe es über ebay in Hongkong bestellt. Man bekommt es auch bei Amazon, nur kostet es dann halt das Doppelte.

Man kann von so einem Billiggerät keine wissenschaftliche Exaktheit nach Laborstandards erwarten, aber nach ausgiebigen Tests kann ich sagen, dass es relativ zuverlässig misst und nicht etwa nur rein zufällig irgendwelche Zahlen ausspuckt. Messe ich mehrmals hintereinander an derselben Stelle, liegt die Abweichung bei maximal zwei Prozent; für meine Zwecke ist das exakt genug. Bisher musste ich mich beim Testen von Produkten allein auf mein subjektives Hautgefühl verlassen, jetzt kann ich zusätzlich den Skin Analyzer zu Rate ziehen. Gerade wenn man diverse Cremes und Seren verwendet, lässt sich nicht immer so genau feststellen, was ein einzelnes Produkt für die Haut tut. Außerdem kann ich so feststellen, wie hoch der sogenannte transepidermale Wasserverlust (TEWL) zum Beispiel im Laufe der Nacht ist, also wie viel Feuchtigkeit die Haut verliert.

Das Gerät misst offensichtlich nicht direkt auf der Hautoberfläche, sondern unmittelbar darunter, denn es spielt für die Ergebnisse keine Rolle, ob die Haut noch feucht ist vom Eincremen oder völlig trocken. Es arbeitet mit einem schwachen, nicht spürbaren Stromfeld und ermittelt so die Leitfähigkeit der Haut bzw. den Hautwiderstand. Je höher der Feuchtigkeitsgehalt in der Haut, desto schneller wird der Strom weitergeleitet. Im Prinzip funktioniert der Skin Analyzer also wie eine eine Körperfettwaage. Etwas unklar ist mir, wie der Ölanteil festgestellt wird; im Profibereich benutzt man dafür Licht und eine spezielle Folie (photometrische Methode), aber darüber verfügt das Billigmodell natürlich nicht. Bei dem „Öl“ handelt es sich demnach wohl nicht um Sebum, sondern um die Lipide, die Teil der Hautschutzbarriere sind. Für mich ein ganz wichtiges Thema.

In der Bedienungsanleitung steht nichts über die genaue Funktionsweise des Skin Analyzer, aber man findet darin Richtwerte für den Fett- und Wassergehalt. Normale Haut, die weder trocken noch ölig ist, sollte zwischen 35 und 50 Prozent Feuchtigkeit aufweisen und 23 bis 33 Prozent Fett. Mit Hilfe meines neuen Spielzeugs habe ich herausgefunden, dass mein Problem eindeutig die zu geringe Lipidproduktion ist. Mit den Wasserwerten kann ich dagegen zufrieden sein. Und auf dem Handrücken kann ich nun einzelne Produkte testen, um zu sehen, wie stark die Werte nach dem Auftragen ansteigen.

Ich trage das Gerät jetzt nicht ständig in der Handtasche mit mir herum , so weit geht die Begeisterung für das Upgrade meiner Hautpflege nun auch wieder nicht, aber ich möchte das rosa Teil schon nach zwei Wochen nicht mehr missen, denn es hilft mir wirklich, meine Pflege zu beurteilen. Vermutlich werde ich mich in ein paar Monaten fragen, wie ich jemals ohne Skin Analyzer leben konnte 🙂

(Fotos: Dinah(KK)  Das Produkt wurde selbst gekauft)

10 Kommentare

  1. oh, das wäre auch etwas für mich;-)
    wie werden die ergebnisse interpretiert? gibts eine vergleich-tabelle, oder anhand der anzeigefarbe grün/gelb/rot?
    würden dann evtl. auch gleichzeitig 2 verschiedene farben erscheinen?

  2. @Rena: Es gibt ein kleines Begleitheft mit Erklärungen auf Englisch, darin ist ein Schaubild mit den optimalen Feuchtigkeitswerten für das Gesicht und Hinweisen zu den Ölwerten. Die Displayfarbe ist grün oder rot und richtet sich offensichtlich allein nach dem Wasserwert. Sobald weniger als 30% angezeigt werden, ist das Display rot, ansonsten ist es grün. Auf niedrige Ölwerte, wie bei mir, reagiert es nicht, wenn der Wasseranteil ausreicht. Außerdem gibt es noch ein kleines Gesicht im Display (auf den Fotos schlecht zu sehen), das entweder lächelt oder grimmig guckt. Das tut es bei mir aber auch nur bei rot, also grimmig gucken. Es ist halt kein Laborgerät, aber ich komme gut damit klar.

  3. Hallo Dinah,

    lieben Dank für den Tipp. Das Spielzeug ist seit 3 Tagen bei mir eingezogen (über ebay zu 12,- Euro incl. Versand) und ich habe es heute das erste Mal in Betrieb genommen. Bei dem Preis kann man nichts falsch machen und ich muss sagen ich bin begeistert.

    Liebe Grüße und schönen Sonntag
    Anja

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