LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 21.08.2015

Das “Konsumkaiser-Trendbarometer”! Kennt Ihr auch noch diese “In- und Out- Listen” aus den 80ern? Daran angelehnt mache ich mir jeweils Freitags kurze und völlig subjektive Gedanken zu Ereignissen der letzen Woche, meist ganz unwichtige Dinge – immer mit einem Augenzwinkern.  Und JedeR kann gerne die Stich(el)punkte aufnehmen und selbst beantworten oder ergänzen. Los geht´s…

 

Darüber habe ich mich gefreut:

KK PP

Kennt ihr noch „Brieffreundschaften“? Ja? Vielleicht aus der Jugendzeit? (Ich schreibe extra schon nicht Steinzeit, auch wenn es einem so vorkommen mag!) Jedenfalls eine herrlich altmodische und spannende Sache. Man gibt sich ein bisschen mehr Mühe als bei schnöden Mails und wartet dann ein klein wenig gespannt, was denn da so als Antwort zurückkommt. Nun reicht es bei mir gerade nicht unbedingt zu Briefpapier und Spucke auf Briefmarke, aber eMails können auch Brieffreundschaften anstubsen.

So mir letztens geschehen, als aus einem eher geschäftlichen Kontakt ein reger Meinungsaustausch wurde. Wie lustig, dass man ja auch aus einer „Schreibe“ heraus ähnliche Wellenlängen erkennen kann. Und dann macht das alles auch irgendwie richtig Spaß, denn man lernt sich ein bisschen kennen und erfährt einige interessante Sachen, die sich in geschriebener Form vielleicht auch etwas einfacher sagen lassen. Zeitaufwendig ist das natürlich! Aber wie habe ich meinem „Brieffreund“ letztens schon geschrieben: Man vergeudet so viel Zeit mit belanglosen Dingen (und Menschen), da kann man in die netten Begebenheiten ruhig auch mal ein bisschen mehr investieren. Pflegt ihr auch noch Brieffreundschaften? Vielleicht sogar mit Papier, Stift und Briefmarke?

 

Darüber habe ich mich geärgert:

KK GS

Mal wieder dieses Internet! Mittlerweile greifen es ja auch die Mainstream-Medien auf und stehen ein bisschen ratlos da, als hätte es keiner kommen sehen: Die Generation -„Keine Ahnung, so irgendwie“ legt mittlerweile eine bedenkliche Verhaltensweise an den Tag, die ich nicht unkommentiert lassen möchte. „Geh sterben!“, oder „Bring dich um!“ liest man seit geraumer Zeit und immer öfter in sozialen Netzwerken in Hater-Kommentaren. Nun will ich mal nicht glauben, dass diese Nullen das wortwörtlich meinen, aber irgendwie wird mir dabei schwummrig! Hallo? Geht´s noch? Wie kann es sich „einbürgern“ Jemandem eher „Geh sterben!“ zu sagen als, du bist total dooof?

Die vielzitierte Verrohung im Internet mag das symbolisieren, aber mich macht etwas anderes richtiggehend wütend: Die Elterngeneration der heutigen Jugend (autsch, ich klinge wie mein Opa) hat ja wohl einmal komplett ein wichtiges Thema vergeigt, das Internet. Ich finde es unerträglich, dass vielen Eltern dieses Thema völlig entglitten ist, und sie es mittlerweile kommentarlos ihren halbwüchsigen Gehirnazubis überlassen, wie ein „normales“ Verhalten in diesem Netz auszusehen hat. Neue Medien, neue Sitten? (Wie lange sollen Internet und Co eigentlich noch als NEU bezeichnet werden??)

„Hater“ gab es schon immer, seit es Hecken und anonyme Briefchen gibt, hinter denen man sich verstecken kann. Mittlerweile wird die Qualität aber eine andere: Mal so gar nicht mehr anonym wird gemobbt, gelästert, ausgeteilt und das womöglich bis zur letzten Konsequenz. Labilen Personen wird das „Geh sterben!“ sicherlich zu schaffen machen!

Ich propagiere hier natürlich keine Vollzeitüberwachung der Eltern ihren Kindern gegenüber, aber ich setzte mein Kind zum Fahrenlernen auch nicht zum Berufsverkehr alleine ins Auto und wünsche „Gute Fahrt!“ – Und ich gebe natürlich auch zu, dass ich keine Kinder habe, und das alles so schön und einfach gesagt ist, ABER trotzdem will ich hier einmal den Denkanstoß liefern, dass da etwas ganz übel in Schieflage geraten ist. Es  handelt sich dabei ja nicht um eine Modeströmung, über die wir in fünf Jahren miteinander alle herzlich lachen.

Warum, verflixt nochmal, lassen wir uns von einem Haufen Heranwachsender, die mit sich und der Welt eh schon genug Anpassungsprobleme haben, das „Heft aus der Hand nehmen“? Faulheit? Keine Zeit? Nun, wir alle müssen die Suppe ausbaden – wenn wir mal das alte Eisen sind! Schöne Aussichten.

 

Fundstück der Woche:

Lerne Deutsch KK

Ja, man glaubt es kaum, aber Deutsch ist nach wie vor in den US Großstädten sehr beliebt. Man will es nicht unbedingt selbst erlernen (arghhh), aber man hört es scheinbar gerne. (Kann ich mir zwar überhaupt nicht vorstellen, aber nun gut, ich habe es selbst erlebt) Jetzt spreche ich zwar nicht akzentfrei ,aber passabel Englisch, ohne den typisch deutschen Zungenschlag (naja, es ist eher ein Schlagbaum im Mund, bei so manchen zumindest), und dann merkt man immer, dass einige doch „enttäuscht“ sind. „C´mon, say: Hochleistungsdruckspüler! Pleeease!“ (Whaaat? Badezimmerkeramik??)

Ähnlich verhält es sich bei der „Paarungssuche“. Da ist ein deutscher Akzent (unverständlicherweise) von enormem Vorteil. Getoppt wird das nur noch, wenn man vorgibt aus East-Berlin zu stammen und Jutta Müller persönlich zu kennen. Es ist wirklich so (naja, wenn man möchte): Zwei Sätze gesprochen und ab in die Kiste.

Dabei ist es so goldig zu sehen (und zu hören) welche deutschen Worte und Ausdrücke es ins Englische geschafft haben. Letztens kam mir noch „Schmutz“ unter. „There is Schmutz on your pants!“ Da stockt man schon, und überlegt erstmal…whaaat? Ich finde dieses unverkrampfte Aufgreifen und Weiterverarbeiten einer Sprache spannend und gut. Vielleicht haben unsere Nachfahren (die dann endlich in fliegenden Untertassen zur Arbeit flitzen) ja mal endlich eine Art Universalsprache, die alle verstehen und sprechen?

 

Mein Beauty-Gedanke der Woche: 

KK OS Mango

Ich mache ja kein Geheimnis draus: Ich mag es auch schon mal billig! Es gibt eine Drogerie Duschgel-Serie, die hat es mir angetan. Es geht um „Original Source“. Das Ergebnis unter der Dusche ist völlig zufriedenstellend, es trocknet nicht aus und auch die Haare kann ich im Notfall damit waschen, ohne gleich einen Ballen Knusperpuffreis auf dem Kopf zu haben!

Passend zum bald scheidenden Sommer, gibt es nun die Duftrichtung Mango. Und die ist nicht mehr so „knallig“ wie Zitrone oder kühlende Minze, aber trotzdem lecker, lecker, lecker! Ein bisschen wie Mango-Kaugummi, aber im angenehmen Sinne. Unbedingt empfehlenswert, wenn man es denn so richtig fruchtig mag – und bei deeem Preis!

Bei empfindlichen Hauttypen würde ich es nicht unbedingt empfehlen, erst recht nicht im Gesicht!

Im Drogeriemarkt erhältlich für unter 2,00 Euro.

KK OS Mango Inci

 

 

(Fotos: Konsumkaiser, Instagram   Keinerlei Sponsoring)

 

 

 

16 Kommentare

    1. Jaa, der jüdische Ursprung ist mir bekannt, da hat meine Oma mir auch immer ganz viele Worte beigebracht. Am nettesten finde ich immer noch „Schickse“ für ein „liederliches“ Mädchen, gibts heute auch noch total oft zu hören. Herrlich!
      Eigentlich ein seltsamer Wandel, aber ich glaube coolness ist ein Faktor, den man nicht aktiv beeinflussen kann. Die jüngeren Leute heute kennen das heutige Berlin und finden das supercool. Damit sind wir dann alle gleich ein bisschen cooler. 😉

      1. Tja, die Omas sind sprachlich doch sehr prägend. Noch heute klingt mir ihr „oy vey“ in den Ohren, wenn ich dreckig vom Spielen nach Hause kam, oder ihre latente Fütterung mit „kasha“, damit aus mir was wird!!!
        Am prägendsten war aber der immer wiederkehrende Ausspruch „Was a Mann schöner is, wie a Aff`´ is a Luxus ! ( ausTorberg, Tante Jolesch!)
        Du kannst dich also quasi als „Luxusmännchen“ betrachten! 😉

  1. 🙂 Ja, ich habe gerade heute einen Brief abgeschickt – Anrede und Unterschrift, wie auch den schönen, dicken Umschlag per Hand beschriftet, Sonderbriefmarke drauf und dann selber zur Traudl von der Post gebracht, die ebenfalls eigenhändig einen Stempel auf die Marke gegeben und ihn dann in einen großen Korb geworfen hat.
    Ich schreibe im Gegensatz zu früher, leider viel zu wenig Briefe, versende eher schöne oder lustige Karten.

    Das Duschgel hatte ich letzte Woche auch in der Hand und hab sogar an Dich gedacht („ach, das ist die Marke vom Konsumkaiser…“), war aber auf die Minzdusche fixiert und die gab’s nicht… 😦

    Schönes Wochenende! 🙂

      1. Grins, da siehst du mal, lieber Kaiser, wie du die Leute prägst. Ich muss auch immer an dich denken, wenn ich die Original Source Duschgele im Regal sehe, weil ich den Zufall damals so witzig fand, als du das Duschgel nur ein paar Tage später vorstelltest, nachdem ich es für mich als klasse Neuentdeckung gefunden hatte. Mein Minzduschgel klaut immer mein Freund und die Mangosorte wandert morgen in der Mittagspause ins Körbchen :-)!

  2. Das mit dem Mango Original Source hättest du jetzt nicht schreiben dürfen. Sag mir SOFORT den Laden, in dem du es bekommen hast. (Und ich hoffe inständig es war kein PR Sample und ich muss noch warten, bis ich es vor Ort kaufen kann.) Ich liiiieeeebe Mango. 😛

    Schönes Wochenende zusammen. 🙂

  3. Eigentlich schade, dass du da nicht so bedacht wirst. Wobei, merkst du eigentlich die letzten Tage vermehrte Klickzahlen durch diesen „super“ Bloggerwar? Die erwähnen dich ja alle wo es nur geht und immer als der Gute, der alles richtig macht. Sehe ich übrigens genauso, da du diesen Kram mit keinem Wort erwähnt hast. 😉 Lass die Damen das unter sich austragen. 😀

  4. Brieffreundschaften hatte ich „damals“ auch zuhauf. Wie toll war es, wenn unter den ganzen langweiligen Briefen für die Eltern was Buntes für mich dabei war. :-)Meistens hhaben wir uns ja noch die Mühe gemacht und was auf den Umschlag gemalt oder geklebt. Hach, war das schön….
    Und zu den Kindern: irgendwas läuft wirklich falsch. Mein Großer sagt mal wütend zu mir (nach 4 Wochen Kindergarten!): „ich mach dich tot!“
    Ich wär fast vom Glauben abgefallen! Da muss man sich echt die Zunge fusselig reden, damit die nur ansatzweise kapieren, was das bedeutet. Aber wenn das in anderen Familien normal ist und es dann immer wieder im Kindergarten fällt, ist es echt schwer zu vermitteln, dass man das so nicht sagt.
    Noch mein Kommentar zum englisch mit deutsch: hey, wenn die so englisch reden und wir deutsch mit englisch (ich sag nur forwarden und committen), vielleicht haben wir dann in 100 Jahren ne Einheitssprache?!? 😉

  5. Deine Trendbarometer sind mir immer wieder ein kleines Highlight der Woche 😀.
    Über die Verrohung der Sprache bin ich durchaus beunruhigt, auch wenn es sicher nicht wörtlich gemeint ist, stört mich die Brutalität der Aussage. Ein übles Zeichen für das „sich nichts dabei denken“, denn genau das ist der Hintergrund – diese Leute (und leider auch deren Eltern) denken nicht. Weder was sie damit ausdrücken noch wie es beim Anderen ankommt. Finde ich arm und bedauernswert. Zum Glück gibt es m. M. n. noch genügend Menschen, die diesem „Trend“ bewusst entgegentreten.

    Briefe habe ich früher viel und gern geschrieben, ich hatte viele Brieffreunde. Heute reicht es meistens gerade noch für Postkarten aus dem Urlaub. Dafür schreibe ich jetzt lange Kommentare unter mir liebgewordene Blogs, das ist doch auch was 😉

    Schönes Wochenende mit viel Sonne! April

  6. Wieder gerne gelesen 🙂

    Da ich schönes Briefpapier schätze und auch gerne selbstgestaltete Billets bzw. Karten gestalte (meistens viktorianischer Stil) werden diese auch mit schöner Füllfeder beschrieben.

    Die zunehmende Verrohung der Kinder/Jugendlichen ist erschütternd. Bereits 2 jährige sitzen vor dem Fernseher und sehen sich brutale Zeichentrickfilme an. Tolle Vorbildwirkung. Kinder sind ein Spiegelbild der Erwachsenenwelt. Mehr muß ich wohl nicht dazu sagen.

    Lieben Gruß aus Wien
    Regina

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