LIFESTYLE: „OHNE VISA BIS NACH PISA“ * 25 Jahre MAUERFALL

Der Drang nach Freiheit und Gerechtigkeit befähigt Menschen zu unglaublichen Dingen. Als vor 25 Jahren die Mauer endgültig fiel, musste so einiges verdaut werden. Auf beiden Seiten. Doch auch heute noch überkommt mich die Rührung, wenn ich von Leuten höre und sehe, die nach langer Zeit wieder ihre Familien in die Arme schliessen konnten. Die ihre Meinung frei heraus äussern konnten, ohne argwöhnisch den Gesprächspartner auf „Stasi-Anzeichen“ zu scannen. Und die nun von einem Staat befreit wurden, den ich ganz klipp und klar als Unrechtsstaat bezeichne…

Leute, lasst euch nicht nach all den Jahren milde stimmen, nur weil „ja nicht alles schlecht war“ damals. Damals sind Menschen in Gefängnissen verrottet, die ihre freie Meinung äusserten oder unangepasst waren. Es wurden Menschen kaltblütig erschossen, weil sie (den Tod in Kauf nehmend) über die Grenze in die vermeintliche Freiheit flüchten wollten. Und es wurde psychisch gefoltert. Leb mal in einem Land, in dem Du nicht einmal der Nachbarin, dem Hausarzt oder sogar der eigenen Schwiegermutter trauen konntest. Viele Menschen lebten zwei Leben: Eines im privaten Umfeld, mit West Fernsehen, West Paketen und einem unbändigen Freiheitsdrang. Das andere dann: Vermeintlich linientreu, arbeitsam und „…immer bereit“!

Humor macht viele grausame Dinge erträglicher. Und so war wohl auch der Humor mit eine treibende Kraft beim Aufstand der Menschen in der DDR. Wer noch nicht über Ungarn geflüchtet war, witzelte auf Transparenten und auf jeder freien Wand was das Zeug hielt.

Hier ein paar Beispiele:

„Lieber häufig übermüdet als ständig überwacht“

„Ohne Visa bis nach Pisa“

„Ich stehe hinter jeder Regierung, bei der man nicht sitzen muss, wenn man nicht hinter ihr steht“

„Oben Krenz, unten brennt’s“

„Keine Schnitzel für die Spitzel“

„Unsere Herzenssache ist, dass sich Egon Krenz verpisst“

„Vorschlag für den ersten Mai: Die Führung zieht am Volk vorbei“

 

„In der DDR ist alles grau, nur die Flüsse sind bunt.“

„Veronika, der Krenz ist da“

„Ein bisschen Demokratie ist wie ein bisschen schwanger“

„Glasnost statt Süßmost“

„Warum wir so müde waren? Weil es 40 Jahre bergauf ging.“

„Ich gehe kaputt, gehst du mit?“

Nie wieder war Deutschland so selbstbewusst wie in diesen verrückten Wochen und Monaten der „Wende“. Und wenn auch heute noch bei manchen eine Mauer imKopf steht, muss man doch eingestehen, dass nun mal alles nicht so einfach ist. Trotzdem: Heute ist nicht alles schlecht!

 

KK Mauer1(

 

Zitate: Deutschlandradio, Foto: nbc news)

3 Kommentare

  1. danke, dass du heute einen kleinen artikel zum mauerfall bringst. die anderen blogs sind da ja nicht so und bleiben bei ihren standardthemen. ich finds toll, dass du auch mal deine meinung hier sagst. dein blog ist überhaupt nicht oberflächlich, so wie manch andere!! du machst dir gedanken und ich finds gut! danke!

  2. Puh…..mir schwirrt sowie so schon der Kopf noch vom Film vom zdf ,

    ja, es war nicht alles schlecht, und es war nicht alles gut..

    und es ist nicht alles schlecht und es ist nicht alles gut……….

    man muss es nur sehen

    und dann was tun….

    ich sehe es an meinem Mann, der tut ….und es ist ein schwerer Gang , aber es wird
    Sue

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