LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 17.10.2014

Das “Konsumkaiser-Trendbarometer”! Kennt Ihr auch noch diese lustigen “in- und out- Listen” aus den 80ern? Daran angelehnt mache ich mir jeweils Freitags kurze und völlig subjektive Gedanken zu Dingen und Ereignissen der letzen Woche, die eigentlich völlig unwichtig sind ( zumindest für den Weltfrieden und die Umwelt ;-) )  Und JedeR kann gerne die Stich(el)punkte aufnehmen und selbst beantworten. Los gehts…

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Ärgerlich:

kk shopping1

 

Ich wundere mich über nix mehr! Da geht man ein wenig zum Shopping, weil man ein paar neue Sportklamotten einkaufen möchte, hat auch schon so eine recht klare Vorstellung welche Teile es sein sollen, und dann…? Dann gibt es wieder einmal so gut wie nichts in den Regalen und auf den Ständern, nur die pure Langeweile. Die Sporthäuser (wie z.B. Karstadt Sports oder Sportscheck) bekleckern sich nicht mit Ruhm, wenn es um ihre Einkäufer geht. Die gehen nämlich ausschliesslich auf „Nummer Sicher“ und ordern grundsätzlich nur noch graue, dunkelblaue und schwarze Baumwollplörren, die ich vor 20 Jahren bereits in der Nike- oder Adidas Ecke gefunden habe. Garniert mit ein paar untragbaren Farbtupfern und atmungsaktiven Geweben, gerne aber auch nur als Kompressionswäsche für unten drunter. Oben dominiert dunkel und Kastenschnitt, „friß oder stirb, Du nörgeliger Kunde!“ Nach 2 Stunden habe ich wirklich aber auch gar nichts Interessantes gefunden, die Standardklamotten links liegen gelassen, 5 Euro fürs Parkhaus geblecht und frustriert die Einkaufsmeilen Richtung Heim verlassen. Danach habe ich den Computer angeworfen, innerhalb von 30 Minuten die spannendsten Sportklamtotten gefunden (ich empfehle gerade Reebok, die haben echt schöne, farbenfrohe und relativ günstige Fitnessklamotten), 300,00 Euro ausgegeben, 75,00 Euro gespart, weil man bei Reebok als Sportprofi grundsätzlich 25% Rabatt bekommt, und laut der Bestellmail wird mein Päckchen auch jetzt gleich (also Freitag Vormittag) geliefert. Der Umtausch ist übrigens kostenlos und funktioniert rasend schnell. Liebe Innenstadt, mit deinen biederen und dumpfen „Karstadt-Sports“ und „Sportschecks“, Du siehst mich so schnell nicht wieder, besonders beim nun bevorstehenden Weihnachts-Rush. Es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehe, dass Du am Tropf hängst und kurz vorm Exitus stehst, aber bedank Dich bei den Einkäufern der jeweiligen Geschäfte, die dem informierten Käufer keine wirkliche Auswahl mehr bieten, sondern alles dafür tun, damit der blöde Kunde auch schnell wieder verschwindet: Ich sage nur überheizte Geschäfte (im Sommer auch gerne mal überklimatisiert), genervtes und reizbares Verkaufspersonal, unmögliche und manchmal unaufgeräumte Warenpräsentation, Umkleiden die IMMER NOCH das Lichtdesign einer Leichenhalle haben, inklusive Spiegel, die Dellen und Wülste zeigen, dass man sich wünscht, es käme sogleich ein furchtbares Erdbeeben samt Stromausfall, um den Blick von diesem optischen Desaster lösen zu können. Es gibt auch rühmliche Ausnahmen (L. Beck, Breuninger!), es bleiben aber leider nur Rosinchen in einem riesigen Korb voller fauler Trauben.

 

Erfreulich:

KK capri1

Wenn Ihr das hier lest, bin ich wohl gerade auf dem (langen) Weg auf die schöne Insel Capri. Ist gerade nicht die totale Hauptsaison, ich weiß, aber es ist auch wieder halb-beruflich. Deshalb, und weil die Insel wirklich IMMER eine Reise wert ist, nehme ich auch niedrigere Temperaturen (naja, 21-25 Grad sind schon ok, hehe) und unbeständiges Wetter gerne in Kauf, es muss ja nicht immer die sengende Sonne sein. Und italienisches Lebensgefühl kann ich 365 Tage im Jahr genießen, das liegt mir einfach. Endlich wieder gescheites Olivenöl, richtige Pasta, frischer Knoblauch, der niemals stinkt, sondern eher fruchtig-aromatisch ist. Weiß man natürlich nicht, wenn man nur den pulverisierten aus dem Glas kennt! 🙂 Und dann noch durch diese herrlichen Gassen bummeln, mit den exklusivsten Geschäften, die meist völlig unaufgeregt eine kleine Ladenfront haben, im inneren aber ausgewählt feine Produkte anbieten. Alles duftet fein und animiert zum verweilen, egal ob beim Capri-eigenen Parfumeur oder in einer der vielen kleinen Tavernen, wo man doch tatsächlich noch einen guten, alten, schwarzen Espresso bekommt. Ohne Kuhmilchflecken oder Aroma-Shot-Blabla. Simpel und einfach, aber auf höchstem Niveau. Hab ich schon gesagt, dass ich Capri einfach toll finde? Der Betrieb auf dem Konsumkaiser Blog geht natürlich weiter, auch wenn ich in letzter Zeit leider wenig Zeit zum Kommentieren hatte, so haben sich hier doch viele kompetente Leser/innen eingefunden, die tolle Ratschläge geben und mich perfekt „vertreten“. Danke auch mal dafür! So, genug geschwatzt, ich muss noch die 2 Überseekoffer und die Hutschachteln in den Wagen packen…  😉

 

Der Beauty-Gedanke der Woche, inkl. Lieblingsprodukt:

ORLANE-Masque-anti-fatigue-absolu

Irgendwie macht es keinen Spaß in bestimmten Läden oder Onlineshops „exotische“ Pflegeprodukte zu kaufen. Exotisch bedeutet nämlich auch: Das Zeugs kaufen nicht all zu viele Kunden und die Produkte stehen schon eine ganze Weile im Regal. Was das bedeuten kann, habe ich letztens erfahren müssen, als ich mir mal wieder etwas von Orlane bestellt habe. Orlane ist eine nette französische Firma, die spannende und teilweise recht teure Produkte vertreibt, die ich aber noch aus den 90er Jahren in bester Erinnerung habe. Allen voran die „Anti-Fatigue“ Serie. Leider bekommt man Orlane Produkte hier bei uns fast ausschließlich bei Douglas. Der Onlineshop hat eine gute Auswahl und die Anti Fatigue Maske lag auch prompt in meinem Warenkorb. Bestellt und 1 Tag später schon in den Händen gehalten. Leider war die „Pampe“ völlig umgeschlagen und duftete arg zersetzt. Ärgerlich, aber kann ja mal passieren. Umgetauscht, neu geliefert. Und? Ebenfalls nicht zu gebrauchen, der sonst so feine Duft der Orlane Produkte war hier beißend und chemisch. Eben umgeschlagen, verdorben, von Bakterien zersetzt. Und das ist halt das Problem, man möchte gerne auch mal andere Marken kaufen, die nicht so sehr Mainstream sind. Aber gerade kleinere Shops lagern solche Produkte jahrelang. Manchmal bekommt man sogar noch die dicke Staubschicht mitgeliefert, die sich im Laufe der Zeit auf der Verpackung gebildet hat (ist mir tatsächlich schon passiert, allerdings nicht bei Douglas!!) Das Problem gibt es auch bei besonders teuren Pflegeprodukten. Die werden nun mal nicht täglich verkauft, ganz klar. Aber wenn ich mehrere hundert Euro für solch ein Produkt ausgebe, hätte sich schon gerne die Gewissheit, dass es sich um ein frisches Exemplar handelt. Ansonsten muss man halt mal ein wenig offensiver mit den Preisen umgehen und einen „Sale“ für solche Produkte veranstalten, damit die nicht auch noch in 5 Jahren auf ihrem Platz liegen. Aber da sind die Luxusfirmen und auch die großen Verkaufshäuser ja sehr vorsichtig, lieber das teure Image aufrecht erhalten, als marktgerecht abzuverkaufen. Nichtsdestotrotz mag ich die Orlane „Masque Anti-Fatigue Absolu“ sehr gerne. Zusätzlich, als letzter Schritt nach der Tagespflege, gibt sie der haut ein tolles Strahlen und eine rosige gesichtsfarbe. Auch wenn es einmal stressig zugeht, die Maske funktioniert immer, ganz ähnlich dem Beauty Flash von Clarins, nur ohne den leicht strammen Film auf der Haut. Und der dezente, wirklich leichte, Duft erinnert mich an lustige Shopping-Orgien in meinem damaligen „Stamm-Douglas“ in den 90ern.  75 ml kosten ca. € 59,95 (bei Douglas)

 

Der Fashion-Gedanke der Woche:

Aigner

Die Firma Aigner feiert ihren 50. Geburtstag. Huch, die gibts noch? Ja klar weiß ich, dass es die noch gibt, aber kauft das noch jemand? Aigner ist in meinen Augen so vertrocknet und langweilig wie ein Witzebuch von Fips Asmussen. Etienne Aigner (gebürtig in  – damals noch – Südslowakei/Ungarn) schrieb von München aus Stylegeschichte mit Lederwaren, die immer ein bisschen biederer waren als die Objekte seiner Mitstreiter, z.B. MCM. Während die Designs der anderen Lederwarenjongleure aber immer „verzweifelter“ wurden, blieb Aigner eine sichere Bank. Understatement war meist wichtiger als Plastiktaschen mit mega Logo. Insofern nehme ich die leichte Biederkeit des Labels auch nicht übel, wenigstens gibt es Aigner noch, während andere Hersteller längst in tiefste Vergessenheit geraten sind. Und ich gestehe, auch ich hatte vor 20 Jahren einmal ein Portemonnaie mit dem Hufeisen vorne drauf. Also: „Herzlichen Glückwunsch!“

 

(Der Artikel ist nicht gesponsert. Fotos: Konsumkaiser, Orlane, Etienne Aigner)

 

 

 

7 Kommentare

  1. Ja so ist das wohl, da möchte man sein Geld gerne unter´s Volk bringen . Aber keiner lässt einen. Und seid dem sämtliche Läden sich alle mit dem gleichen Kram eindecken. Ist das …jetzt fahr ich in die (Groß-) Stadt auch passee . Online geht es schneller und viel gemütlicher am PC. Nebenher noch einen Kaffee geschlürft und fertig 😉
    Einzig und allein die 2-3 kleinen Mini-Läden , wo die Chef´s noch selbst im Laden stehen und man einen Kaffee zwischen dem Anprobieren bekommt , hat man noch Lust am Ort zu Shoppen ansonsten , lieber nicht :))
    Und die Aigner Damen, sehe ich täglich *gg

    LG heidi

  2. Du glücklicher Capri – Fahrer! Hoffentlich reicht der Inhalt der die Schrankkoffer und Hutschachteln für das angemessene Outfit, ansonsten kannst du dort ja Nachschub einkaufen 😀
    Von Aigner habe ich mir gleich „nach der Wende“ einen knöchellangen, weiten Mantel aus wundervollem rehbraunen Stoff gekauft, das war für mich eine mordsteure Investition und ich war sehr stolz auf ihn! War der schön! Ich habe ihn immer noch und die Qualität ist so gut, dass ich ihn immer noch tragen könnte – nur der Schnitt geht z. Z. gar nicht. Ich warte also auf die Wiederkehr der Oversized – Mäntel… Wenn eine Firma die Moden so lange übersteht, kann sie von mir aus ruhig ein wenig „bieder“ im Sinne von nicht auf jeden Modezug aufspringen sein. Das eine bedingt das andere, denke ich.
    Schönes Wochenende!

    PS: Der Mangel von schicken Sportklamotten liefert mir eine der Ausreden, lieber keinen zu machen 🙂 (Ich weiß, ich sollte… )

  3. Ich muß hier doch mal eine Lanze für Aigner brechen:
    Die Taschen sind für mein Empfinden sehr chic geworden (nein, kein weinrot!!!) und in Dubai habe ich einen wirklich tollen Gürtel mit verschachtelten Logo-As gekauft – den habe ich zugegebenerweise aber in hiesigen Stores noch nie gesehen.
    Mir ist die Marke sehr sympathisch weil bodenständig, recht zeitlos im Design und wertig, aber ich ticke modisch auch eher etwas konservativer.
    Besonders gern mag ich aber MCM, die sich in den vergangen Jahren ebenfalls durchaus „gemausert“ haben, weiterhin klassisch aber deutlich frischer daherkommen und eben nicht dieser (dauernd gefakte) Mainstream sind. Und noch vergleichsweise bezahlbar sind!

  4. Mh also ich war vor kurzem hier in einem Intersport Laden und dort gibt es bunte Sportklamotten und ich habe auch Reebok Sachen gesehen. Gibt es Intersport bei dir?
    Was ich allerdings seit ich selber nebenbei im Einzelhandel arbeite von einer anderen Seite betrachte ist , dein Satz über die Laune der Verkäufer.
    HInter den Kulissen sieht es meistens nach sehr viel Arbeit aus die man meistens mit wenig Personal umsetzen muss , nebenbei wird noch der Kunde betreuut und es muss alles tip top aussehen auch wenn viel los ist, da ja jeder Zeit ein Mystery Kunde um die Ecke kommen kann.
    Trotzdem sollte man freundlich bleiben, jedoch sollte manchmal auch hinter die Kulissen geguckt werden. DIenstleistung ist Dienstleistung aber manchmal auch mit Abzügen.

    Aigner kenne ich überhaupt nicht ich assoziere damit irgendwie alte Herren Mode? Da kann man sich wohl täuschen.

    Lg

  5. Ich kaufe meine Sportklamotten gerne im TK maxx, die haben zumindest für Frauen schönne bunte Sachen (bei den Jungs guck ich halt selten), und preiswert ist es auch. Ansonsten soll in Esssen auch der Decatlon-Laden große Auswahl bieten.
    @April: mit Deinem Mantel bist Du diese Saison voll im Trend. Hab ich in diversen Modemagazinen gesehen.

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