BEAUTY: FRAGEN ÜBER FRAGEN * FAQ IN SACHEN SCHÖNHEIT

„Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt bleibt dumm…!“ In meiner neuen Kategorie geben Experten Antworten auf interessante Beauty-Fragen. Stellt doch auch mal eine Frage, vielleicht findet die „kollektive Intelligenz“ hier überraschende Antworten. Und da der gute Konsumkaiser nun mal bei weitem nicht allwissend ist, sind gescheite Antworten und Kommentare immer sehr, sehr gern gesehen!

 

Warum haben seit einiger Zeit bestimmte Haarfärbemittel eine altersbezogene Kennzeichnung?

Birgit Huber, Bereichsleiterin Schönheitspflege IKW:
„Seit dem 1. November 2011 müssen die Hersteller bestimmte Haarfärbemittel mit dem Hinweis versehen, dass das Produkt nicht für Personen unter 16 Jahren bestimmt ist. Es handelt sich dabei um Haarfärbemittel, die einen oder mehrere Inhaltsstoffe enthalten, für die vom Gesetzgeber dieser Hinweis festgelegt wurde. Produkte, die vor diesem Stichtag auf den Markt gebracht wurden, durften noch ein Jahr, d. h. bis zum 1. November 2012, verkauft werden. Wenn man heute, aber auch in den kommenden Monaten im Einzelhandel oder beim Friseur Produkte mit und ohne Hinweis findet, erklärt sich das mit der vom Gesetzgeber eingeräumten Umstellungsphase von den bisherigen auf die neuen Hinweise. Ein generelles Färbeverbot für Personen unter 16 Jahren stellt dies aber nicht dar. Auch begründet die Kennzeichnung mit einem solchen Hinweis für den Einzelhandel keine Beschränkung bei der Abgabe dieser Produkte.
Der Gesetzgeber hat bewusst einen altersbezogenen Hinweis für das Färben der Haare eingeführt. Mit diesem will er eine verantwortungsvolle Entscheidung hinsichtlich der Typveränderung, der Häufigkeit und Auswirkung einer Farbbehandlung sicherstellen.“
Sabine Kästner, Beauty- und Naturkosmetikexpertin bei lavera:                                                                                                                                                                                                                                                 „Seit dem 1. September 2011 wird mit der Verordnung empfohlen, Oxidationshaarfärbemittel aber auch andere Haarfarben bei Jugendlichen unter 16 Jahren nicht mehr vorzunehmen. Diese Produkte tragen den Zusatz „nicht geeignet unter 16 Jahren“. Begründet wird die Verordnung mit der Entdeckung, dass z. B. Paraphentylen-diamin (PPD) bei jungen Menschen zu lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen führen kann.“

Ich finde: Ein wenig fragwürdig. Was denkt der Gesetzgeber, müsste als nächstes reglementiert werden? Sind wir so unmündig, dass wir ständig und überall ein führendes Händchen brauchen? Mehr Informationen umfassend bereitzustellen hilft manchmal schon viel mehr!

 

Warum werden Kunststoff-Partikel in Peelings künftig ersetzt?

Markus Baumgärtner, Diplom-Chemiker und Geschäftsführer bei sensena Naturkosmetik:
„Die winzigen synthetischen Kügelchen kommen, nachdem sie im Abfluss verschwinden, in die Kläranlagen. Sie sind inert, reagieren also weder mit Luft oder Wasser und zersetzen sich damit im Klärschlamm nicht. Von der Kläranlage gelangen sie in die Flüsse und weiter in die Meere, ins Trinkwasser oder auf die Felder. Man hat bereits nachgewiesen, dass sich kleine Kunststoff-Partikel in der Milch der Kühe anreichern. Das Mikroplastik ist also in unserer Nahrungskette angekommen.
Die Behörden machen derzeit eine Bestandsaufnahme, um festzustellen, in wel-chen Kosmetika Mikroplastik steckt und wie viel die Hersteller davon erzeugen. Während dieses Screenings sind die Betriebe bereits angehalten, nach Ersatzstof-fen zu suchen.
Dabei ist es wichtig, alternative Stoffe zu finden, die nicht gleich ein neues Prob-lem schaffen. Ein Beispiel ist Luffa, eine Pflanze, die als Schwamm gerne in der Naturkosmetik eingesetzt wird. Luffa wächst aber in der Natur in der riesigen Menge, die man bräuchte, nicht nach.
Ein idealer natürlicher Schleifkörper soll im Entsorgungskreislauf nicht stören, sich in den Kläranlagen also problemlos abbauen, über die Gewässer in den Na-turkreislauf zurückkommen und in der Natur genügend vorhanden sein.
Sinnvolle Ersatzstoffe sind Wachse und Fette, die jedoch hydriert und granuliert werden müssen, also einen gewissen Aufwand mit sich bringen. Ideal sind hinge-gen Salze, weil sie praktisch immer vorhanden sind. Auch Zucker eignet sich aufgrund seiner natürlichen Kristallstruktur sehr gut. Auch gemahlene Walnussschalen sind gut geeignet. Im Prinzip sind sie ein Abfallprodukt aus der Walnussproduktion und für die ökologische Bilanz damit sehr gut geeignet. Auch während des Jahres sind sie in großen Mengen gut abrufbar.
Es ist gut, dass das Thema auf die Agenda gekommen ist. Verbraucher und Handel sind sensibilisiert und können über ihr Konsumverhalten den Handel und die Hersteller beeinflussen.“

Ich finde: Mechanische Peelings sind eh nun wirklich nicht empfehlenswert! Lieber auf ein sanftes chemisches- oder Enzympeeling zurückgreifen!

 

Wann darf sich Kosmetik Mineralkosmetik nennen?

Michel Knittel, Berater und Fachjournalist im Bio-Kosmetikbereich:
„“Mineralkosmetik“ – macht dieser Ausdruck eigentlich Sinn? Für manche steht er für „Mineral Make-up“ – ein Make-up, das auf Mineralien basiert, die aus der Erde gewonnen und dann zerkleinert werden. Andere verstehen darunter Pflegeprodukte mit bestimmtem Mineraliengehalt. Das können entweder bestimmte Mineralien wie etwa Salze aus dem Toten Meer sein oder auch Halbedelsteine. Beim Make-up wird insbesondere das Argument betont, es sei „ganz natürlich“… Aber das kann nur auf lose Puder und nicht auf Cremepuder, flüssige Grundierungen, Lippenstifte usw. zutreffen. Was ist mit den anderen Inhaltsstoffen, also mit Konservierungsmitteln, Ölen und Wachsen (pflanzlich oder mineralisch, die mittels Erdölchemie gewonnen werden), Duftstoffen usw.?
Das Vorhandensein von Inhaltsstoffen oder Farbstoffen aus besonderen Mineralien ist für mich kein ausreichendes Argument. Man muss tiefer auf die Lehre der Zusammensetzung blicken. Wobei handelt es sich bei den anderen Komponenten? Man kann sich nicht eine effektive Gesichts- oder Anti-Aging-Pflege vorstellen, die einzig auf Mineralien oder feuchtigkeitsspendenden Spurenelementen basiert. Das Festlegen eines Mindestgehalts an Mineralien ist daher fragwürdig. Es müssen auch die anderen Inhaltsstoffe, einschließlich die zur Wiederherstellung oder zum Schutz des Hydrolipidfilms, berücksichtigt werden. Es ist die allgemeine Formulierung, die berücksichtigt werden muss.“

Ich finde: Alles PR, es muss ja stets ein neues „Label“ gefunden werden. Aber Mineralien klingt ja auch wieder so schön natürlich und verträglich, die nehmen wir ja schließlich sogar mit unserer Nahrung auf.

 

Warum wird Make-up fleckig?

Iris Martin, Make up-Artist bei ASTOR:
„Ein fleckiger Teint kann mehrere Ursachen haben. Wird die Haut vor dem Auftragen des Make-Ups nicht richtig vorbereitet, entsteht oft ein fleckiges Hautbild. Die richtige Pflege in Form einer auf den Hauttyp abgestimmten Creme ist das A und O. Richtig einmassiert spendet sie viel Feuchtigkeit und bietet so die perfekte Oberfläche für die nachfolgende Foundation. Auch auf die richtige Technik beim Auftragen und die Farbwahl kommt es an: Fleckig wird es, wenn man nur eine dickere, statt mehreren dünnen Schichten aufträgt oder wenn man zu einer zu dunklen Nuance greift. Für einen ebenmäßigen Teint eignen sich am besten Foundations mit integriertem Primer.“

Ariane Grandel, Schulungsleiterin bei DR. GRANDEL Kosmetik:
„Dafür kann es viele Gründe geben; natürlich kann, aber muss es nicht unbedingt am Make-up an sich liegen. Das Make-up sollte zum Hauttyp passen: Bei eher fettiger Haut sollte das eine Foundation mit hohem Puderanteil und mattierendem Finish sein. Trockene Haut freut sich über ein leichtes, Feuchtigkeit spendendes Make-up. Bei unruhiger oder nicht mehr ganz glatter Haut kommt eher eine cremige Formulierung mit lichtreflektierenden Pigmenten in Frage. Und wenn’s ganz schnell und unkompliziert gehen muss, sind mineralische Puderfoundations das Mittel der Wahl.
Unverzichtbar für ein perfektes, lang haltendes Make-up ist jedoch eine gepflegte Haut – zu erreichen mit regelm. Peelings und hauttypgerechter Pflege. Auf ebenmäßiger Haut kann Make-up viel gleichmäßiger aufgetragen werden (am besten mit einem Make-up-Pinsel oder Schwämmchen einarbeiten) und hält auch deutlich länger. Am Schluss das Make-up abzupudern erhöht die Haltbarkeit ebenfalls.“

Ich finde: Ein typischer Fall von „Try And Error“. Ratschläge in Make-up Dingen sind nur begrenzt umzusetzen. Da muss leider immer der Einzelfall selbst entscheiden. Manchmal sind die abwegigsten Lösungen für die eigene Haut die erfolgreichsten!

 

Wird fortgesetzt!

(Grafik: Konsumkaiser. Quelle/Text: beautypress.de/Konsumkaiser)

3 Kommentare

  1. Lieber Kaiser, deine Anmerkung von Try and Error finde ich ausgezeichnet und gelungen!!
    All diese Ratschläge sind gut und schön aber nicht immer umzusetzen.
    Ich habe etliche große Boxscars von zwei schweren zystischen Akneschüben und kein Makeup wird bei mir je schön aussehen da sie alle nach 1-2 Stunden in die Narben absinken und diese eher betonen..
    Da hilft kein Filler und kein garnichts..

  2. Lustig!

    Schon bei der Frage nach Mikroplastik dachte ich, was für ein Schwachsinn, mechanisches Peeling sollte eh kein Mensch benutzen. Aber wer sich nicht bekehren lässt aus welchen Gründen auch immer, sollte wenigstens zu NK greifen…

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