BEAUTY: SONNENSCHUTZ? DA WAR DOCH WAS… * EINE KLEINE AUFFRISCHUNG

Konsumkaiser
Konsumkaiser

In der Vergangenheit gab es immer mal wieder unsichere Verbraucher, die mit den Buchstabenkombis „SPF“ und „LSF“ nicht so viel anfangen konnten, und diese auch untereinander gerne mal verwechselten. Ihr merkt, es geht heute um Sonnenschutz. Die wichtigsten Infos möchte ich zum bevorstehenden Frühling nochmal ins Gedächtnis zurückrufen.

„Sonnencreme ist die beste Anti-Aging-Creme der Welt!“ Dies ist ein Satz, den man in den letzten Jahren öfter zu hören bekommen hat, gerade von Beautyexperten und Beautybloggern. Ich bin da etwas zwiegespalten, denn einerseits leuchtet es mir schon ein, dass die Haut durch die UV Strahlung (und hier besonders durch UV-A) unnötig belastet wird und tatsächlich schneller Alterungsanzeichen zeigt (Danke, ihr lieben braunen Flecken auf meiner Stirn! Grrr!). Auf der anderen Seite haben die UV Strahlen auch lebenswichtigen Einfluss auf unseren Organismus, und man kann sich ihnen nicht vollständig verwehren. Neueste Studien bescheinigen uns Europäern einen gehörigen Vitamin-D Mangel, und der kann auch gefährlich werden (Immunsystem, Knochen, Psyche).

Somit geht es nur noch um das „wie“, kontrolliertes Bräunen also. Menge und Dosis für eine gefahrlose Vitamin-D Synthese können selbst die besten Forscher noch nicht verbindlich berechnen. Da sind viele Faktoren ausschlaggebend. Was aber bleibt sind die altbekannten Faktoren, die wir eigentlich schon immer meiden sollten: Die Mittagssonne, exzessives Sonnenbaden (mehrere Stunden lang) und keinen Sonnenschutz zu verwenden. Gerade das Gesicht ist das ganze Jahr (ja, auch im Winter gibt es UV Strahlung!) der Strahlung ausgesetzt, das hört sich vernachlässigenswert an, summiert sich aber im Laufe des Lebens ungemein.

Was passiert da eigentlich?

Neben den Genen, spielen die beeinflussbaren Faktoren mit die größte Rolle bei der Hautalterung: Trotz großer individueller Schwankungen wird in Studien meist das 25. Lebensjahr als Beginn der Hautalterung angesehen. Es kommt zur Bildung von Fältchen und Linien und zum Verlust von Elastizität und Spannkraft.  Dies ist auch auf die Lebensweise zurückzuführen: Faktoren wie Temperaturen, Stress und Ernährung, sowie Alkohol und Nikotin können die natürliche Alterung der Haut beschleunigen.

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„UV Licht lässt freie Radikale (bindungssuchende Moleküle) und Singulett-Sauerstoff (aktivierten Sauerstoff) entstehen. Da vor allem die UV-A Strahlung tief in die Haut eindringt, erzeugt sie in der Lederhaut Singulett-Sauerstoff. Dieser bewirkt die Produktion von Enzymen, die die kollagenen Fasern schädigen und damit die Elastizität der Haut reduzieren. In der Oberhaut bewirken UV-A und UV-B Strahlen Hautzellschäden, die Hautkrebs bedingen können. Zeitaltern der Haut kommt jedoch durch eine Erschöpfung der Zellteilungsprozesse und eine Minderversorgung der Zellen zustande. Die Haut bekommt tiefe Falten, ihre trockene Oberfläche neigt zu Einrissen und Pseudonarben, die Oberhaut wird dünner, wodurch die Blutgefäße noch deutlicher hervortreten. Die Trockenheit der alternden Haut ist auf eine verminderte Aktivität der Talgdrüsen zurückzuführen: Es wird weniger Fett produziert, die Haut ist nicht mehr so regenerationsfähig. Nachlassende Muskelspannkraft verstärkt dann diese Effekte im Laufe der Zeit noch.“ (Quelle: Wikipedia)

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Was tun?

Im Endeffekt muss man sich Zeit seines Lebens vor der Strahlung mehr oder minder Schützen. Hellhäutige Menschen meist deutlich mehr als dunkelhäutige, und ein textiler Lichtschutz (inklusive Hut und Brille) ist den Sonnenschutzpräparaten erst einmal vorzuziehen.

UV-A Strahlung: Verursacht die rasche Bräunung der Haut, die aber auch schneller wieder verblasst (Sonnenbankeffekt). Sie ist auch verantwortlich für die Hautalterung!

UV-B Strahlung: Sie ist energiereicher und verursacht Sonnenbrand und kann Hautkrebs auslösen. (Übrigens hat sich die Zahl der Hautkrebsfälle in Deutschland in den letzten 10 Jahren VERDOPPELT!)

Ein wirksamer Sonnenschutz schützt gegen beide UV-Sorten. Ein Schutz gegen den sichtbaren Anteil des Sonnenlichts, vor allem gegen den energiereichen blau-violetten Bereich um 400 nm ist bei bestimmten genetischen Erkrankungen notwendig.

Der Lichtschutzfaktor richtet sich nach Hauttyp, Aufenthaltsort und -dauer in der Sonne. Der Lichtschutzfaktor gibt den Zeitraum an, wie viel länger der Aufenthalt in der Sonne mit Sonnenschutz möglich ist, als mit ungeschützter Haut. Dieser wird für UVB-Strahlen, nicht UVA gemessen.

Und da gibt es seit Jahren immer wieder Unsicherheiten!

Gerade internationale Marken verwenden oftmals unterschiedliche Ausdrücke für ihren Lichtschutz. Sun Protection Factor (SPF) und Lichtschutzfaktor (LSF) wurden in der Vergangenheit in unterschiedlichen Einheiten wiedergegeben. So wurde der LSF entsprechend doppelt so hoch angegeben, wenn er als SPF in den USA deklariert wurde. Die Ursache dieser ungleichen Beschreibung war eine unterschiedliche Testmethode.
Seit 2007 wird in Europa und in den USA eine ähnliche Testmethode für die Höhe des UV-Schutzes angewandt, in Europa ist dies die Global Harmonization Method/International. Dadurch sind auch die Werte einheitlich angegeben. Man kann also allen aufgedruckten Lichtschutzwerten gleich vertrauen.

Bei Sonnenschutzmitteln in Europa werden seit 2006 Kriterien zur Mindestwirksamkeit gegenüber UV-B- und UV-A-Strahlung angewendet. Ein Sonnenschutzmittel mit einem SPF von 30 soll demzufolge einen UV-A-Schutzfaktor (UV-A-PF) von mindestens 10 aufweisen.

In einigen Ländern werden bereits UV-A Normen angewandt, unter Anderem jedoch nicht in den USA, Kanada, Mexiko, einigen südamerikanischen und europäischen Ländern. Wenn Du sicher sein willst, ob ein Sonnenschutzprodukt gleichzeitig vor UV-A Strahlung schützt, achte darauf, ob die aktiven Inhaltsstoffe Zinkoxid, Titaniumdioxid, Avobenzon (auch bekannt als Methoxydibenzoylmethan), Mexoryl SX (ecamsule) oder Tinosorb enthalten sind.

Die ersten beiden Stoffe sind mineralische Filter, die aber auch die Haut mit einem leichten Schleier überziehen, den man (je nach Größe der Partikel) sehen kann. Zu kleine Partikel stehen im Verdacht zu tief in den Körper eindringen zu können. (Dazu gibt es aber noch KEINE allgemeingültigen und belastbaren Aussagen).

Die anderen Stoffe sind chemische Lichtschutzfilter, die lange erforscht sind, als sehr verträglich gelten, aber dennoch in Studien hormonähnliche Wirkungen im Organismus aufwiesen. (Auch hier gibt es unterschiedliche Meinungen, absolute Aussagen sind NICHT zu finden dazu). Allerdings gibt es die chemischen Filter bereits so lange, sie sind wirklich gut erforscht, und die meisten Menschen vertragen sie problemlos. (Was man von den oftmals ebenfalls enthaltenen Emulgatoren und Konservierungsstoffen nicht sagen kann! „Mallorca-Akne“). Lediglich der UV-Filter 4-Methylbenzylidene Camphor sollte vermieden werden, da der Verdacht einer Schädlichkeit nicht widerlegt werden konnte!

Sonnenschutzmittel werden nach Vorgaben der EU-Kommission nur noch mit den Lichtschutzfaktoren 6, 10, 15, 20, 25, 30, 50 und 50+ angeboten. Produkte mit Lichtschutzfaktoren unter 6 sind nicht mehr den Sonnenschutzmitteln zugeordnet, da wegen der niedrigen Schutzwirkung die überwiegende Zweckbestimmung der Produkte (Sonnenschutz) nicht erfüllt wird. Die früher verwendete Produktbezeichnung „Sunblocker“ wird ebenfalls nicht mehr verwendet, da der Verbraucher fälschlicherweise einen vollständigen Schutz vermuten könnte.

Interessant zu wissen:

SPF 25 ist in Australien/Neuseeland und Kanada der gesetzliche Mindestfaktor für Sonnenschutzmittel. Die Angabe der Schutzfaktoren auf den Packungen ist auf die vorgegebenen Werte begrenzt.

Ab 2013 werden Schutzbezeichnungen durch die P+ bis P+++++ ergänzt. Dabei wird die Wasserfestigkeit nach einem einheitlichen Protokoll durch unabhängige Institute geprüft. Diese Norm wird in den USA ab 2013 eingeführt und durch weltweit vertriebene Produkte auch bald in Europa sichtbar. Geplant ist der langfristige Verzicht auf Schutzfaktorbezeichnungen, da dieser den Konsumenten irreführt.

SPF50+ wird fälschlicherweise als „Sonnenblocker“ verstanden. Ein SPF 50 bietet allerdings nur 98 % und SPF15 auch 94 % Schutz von UV-A und UV-B Strahlen. Eine weitverbreitete Wahrnehmung ist jedoch, dass SPF50 nahezu vollständig schützt, was nicht korrekt ist. Darum empfiehlt die Europäische Kommission für Gesundheit SPF15-SPF25 wiederholt und insbesondere in genügender Menge aufzutragen.

Genügende Menge bedeutet z. B. für das Gesicht: 1 Teelöffel voll Creme! Nach Schwimmen, Sport, Dusche: Immer neu auftragen! Dadurch verlängert sich der Lichtschutz aber NICHT!

Ich persönlich vertraue den Schutzprodukten der L´Oreal-Gruppe, Clinique und Paula´s Choice. Viele Hersteller (auch einige bekannte Apothekenmarken) beinhalten leider oftmals Industriealkohol. Das kann ich in einem Sonnenschutzprodukt nicht akzeptieren.

(Der Artikel ist nicht gesponsert!)

(Quellen und Infos: Paula´s Choice, Wikipedia,  Deutschen Gesellschaft für Dermatologie, Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention )


6 Gedanken zu “BEAUTY: SONNENSCHUTZ? DA WAR DOCH WAS… * EINE KLEINE AUFFRISCHUNG

  1. Vielen Dank für die ausführliche Zusammenfassung und Auffrischung! Freue mich schon auf spezielle Reviews!

  2. Ich creme mich jeden Tag mit LSF 30 ein. Ich bin ca. 2 Stunden pro Tag mit meinen zwei Hunden draußen. Ich bin ca. 4x im Jahr im Ausland mit sehr viel Sonne, dort habe ich LSF 50. Die letzte Untersuchung beim Arzt ergab, dass ich einen Vitamin D Mangel habe. Jetzt soll ich alle 14 Tage ein hoch konzentriertes Vitamin D Präparat nehmen, welches wohl ein Depot bilden soll.
    Jetzt bin ich ziemlich verwirrt ;-).

    1. Hallo Daggro! Besonders bei 4 x im Jahr Aufenthalt in sonnigen Gefilden sollte dein Vitamin D Haushalt eigentlich keinen großen Probleme machen. Allerdings liegt es dann vielleicht doch an dem Sonnenschutz. Und nur das Gesicht bescheinen lassen reicht auch nicht, da muss schon mehr nackte Haut geigt werden 😉 Für 10 Minuten 25% der Körperoberfläche in der Mittagssonne bescheinen lassen wird von experten gefordert für eine ausreichende Vit D Synthese. das ist aber schon eine ganze Menge, die man erstmal erreichen muss.
      Das hochdosierte Vitamin D Präparat wird wohl ein Depot Vitamn sein, welches nur alle 14 tage verabreicht wird. Gut für den Patienten, man muss nicht ständig Tabletten schlcken. ist aber eigentlich auch nicht schlimm. Ich komme mit Vitamin D Tabs auch sehr gut zurecht, und mein Spiegel ist (vor 2 Wochen kontrolliert) sehr gut. Und das ohne Sonne hier (alles grau, seit wochen) und Sonnenbank!
      Hochdosiert sollte man Vitamn D allerdings nur vom Arzt beaufsichtigt einnehmen! Ich selbst nehme täglich 1000I,E,, das ist relativ niedrig, aber die stete Einnahme bringts dann.

  3. Stimmt, ist ein Depot Vitamin. Trotzdem sollte ich wohl ab und an mal ohne massiven Sonnenschutz 20 Minuten in die Sonne gehen. Danke für deinen sehr informativen Blog.

    1. Ich habe Ärzte darüber streiten sehen! Aber mach das unbedingt. An dem Tag ohne Sonnenschutz nach der Besonnenung aber nicht mehr MIT Sonnenschutz in die Sonne legen. Nach den ca. 10 Minuten ohne ist die Haut mit Strahlung „versorgt“ und muss sich um Reparatur kümmern.
      Ganz viel Erfolg wünsche ich Dir! KK

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