FEEL-GOOD: RICHTIG ATMEN – BESSER LEBEN! * DIE KUNST DES ATMENS

Foto: Konsumkaiser
Foto: Konsumkaiser

Wir alle tun es: Atmen! Wir atmen ein und wieder aus, kaum jemand macht sich darüber Gedanken. Und doch ist die richtige Atmung ein Schlüssel zu mehr Wohlbefinden und Gesundheit. Eine „falsche“ Atmung kann sogar krank machen. Ein paar Tipps dazu möchte ich Euch heute mit auf den Weg geben!

Wikipedia sieht die Atmung so:  „Atmung: Alle damit verbundenen Vorgänge. Der Luftsauerstoff diffundiert durch die innere Lungenoberfläche, mithilfe des Blutes zu den Geweben und Zellen des Körpers. Kohlenstoffdioxid wird aus den Zellen und Geweben über das Blut zur Lunge geleitet und schließlich ausgeatmet.“

Das haben wir so in der Schule gelernt, und das wars dann meist. Jeder, der schon einmal eine Yoga Klasse besucht hat, weiß über die Atmung bereits ein bedeutendes Stück mehr. Aber meist immer noch nicht genug. Wir atmen alle im Allgemeinen zu flach, zu gepresst und viel zu wenig wieder aus! Dies führt zu Verspannungen, Beklemmungen, bis hin zu Herzrhythmusstörungen.

Wie wichtig eine gute Atemtechnik ist, merkt man, wenn man mal „aus der Puste“ ist, oder einen öffentlichen Auftritt (z.B. eine Rede) absolvieren muss. Ich stehe oft auf Bühnen, an ein Mikrofon angeschlossen, und bewege mich dabei. Hier ist es geradezu eine Kunst richtig zu atmen und dabei deutlich und ohne hörbare Atemgeräusche zu sprechen. Muss man dann womöglich noch singen und tanzen gleichzeitig ( wie z.B. Musicaldarsteller ), sollte man sich einmal vor Augen führen, welche Meisterleistung da gerade geboten wird.

Eine bewusste und richtige Atmung zu erlernen ähnelt einer Therapie, deshalb wird der Vorgang des geführten und bewussten Atmens auch Atemtherapie/Atemschulung genannt.

Vorraussetzung:                                                                                                                               Für eine bewusste Atemschulung unbedingt Zeit und Ruhe mitbringen. Störende Faktoren abschalten. Mach es Dir kuschlig und leg Dich entspannt hin. Es soll warm sein und angenehm beleuchtet. Eine gerade, gestreckte Haltung, gerne auch flach liegend. Kinn weg vom Brustbein! Das erleichtert die Atmung schon mal ungemein.

Wo werden Atemtherapie/Atemschulung eingesetzt?
*als körperlich-seelischen Ausgleich
*bei seelischen und körperlichen Verkrampfungen
*Disharmonien
*Beschwerden der Atemorgane
*Beschwerden des Herz- und Kreislaufsystems
*Beschwerden des Magen-Darm-Traktes
*Sprachstörungen

Warum haben wir die richtige Atmung verlernt?
*Durch Zwänge des modernen Lebens:
Im Kindesalter z.B. durch Bewegungsmangel, Unterdrückung der Spontaneität
Im Erwachsenenalter z.B. durch Leistungsdruck, Reizüberflutung, Dauerstress
*durch eine krankmachende Umwelt z.B. Lärm, Luftverschmutzung
*aber auch durch Geringschätzung der Luft.

Welche Atemtypen unterscheidet man?
Brustatmung – Atmung mit den Zwischenrippenmuskeln.
Bauchatmung – Atmung mehr mit dem Zwerchfell.

Was ist die Voraussetzung für eine tiefe, ruhige Atmung?
Die Bauchatmung. Hier werden 2/3 der Lunge belüftet.
Sie findet Einsatz bei der Entspannung. In einer liegenden Position kann man einmal eine flache Hand auf den Bauch legen. Beim Einatmen sollte man deutlich sehen und spüren, wie die Hand vom Bauch angehoben wird. Beim Ausatmen „versinkt“ die Hand wieder. Das Einatmen geschieht durch die Nase, das Ausatmen durch den Mund.

Warum ist die Ausatmung wichtiger, als die Einatmung?
Eine gesunde Atmung beginnt mit der Ausatmung. Sie reinigt von verbrauchter Luft und schafft Platz in den Lungenbläschen für sauerstoffreiche Luft. Achte einmal darauf, dass das Ausatmen 1/3 länger dauern kann als das Einatmen. Immer mal wieder daran erinnern und ausüben! Bewusstes Ausatmen kann man auch betonen, indem man beim Ausatmen die Lippen spitzt (als wolle man eine Kerze ausblasen) und langsam und dosiert die Luft aus den Lungen entlässt! Eine wundervoll entspannende Übung! Man kann auch einen leisen, sanften Ton dabei summen, damit verdeutlicht man sich die Atmung nochmals stärker. In östlichen Kulturkreises wird der Fokus auf die Ausatmung, das Loslassen gelegt und das macht vor allem in unserer heutigen Zeit mehr Sinn. Erst wenn ich vollständig Kohlendioxid und Altes ausatme, kann ich vollständig wieder einatmen und mit weniger Atemzügen den Sauerstoff aufnehmen, den ich brauche.

Wie entspanne ich mich beim Atmen?                                                       In der liegenden Position wird der Atem kontrolliert und besänftigt. Ist dies kein Problem mehr (muss man also nicht mehr ständig über den richtigen Rhythmus nachdenken) kann man dazu übergehen, bei jedem Ausatmen eine Körperregion bewusst „loszulassen“. Das bedeutet z.B. zu spüren, wie der Po beim Ausatmen weicher wird und tiefer in den Boden sinkt, wie die Schultern tiefer zu Boden gehen und der Schultergürtel seine Spannung aufgibt, usw.

Das zu erlernen und umzusetzen geht nicht in 5 Minuten und auch nicht von heute auf morgen! Die flache und „schlechte“ Atemtechnik haben wir uns schliesslich auch jahrzehntelang  antrainiert. Ich kann hier im Blog natürlich keinen wirklich erschöpfenden Überblick über die Atmung und Atemtherapie/Schulung geben. Deshalb empfehle ich allen Interessierten mal ein paar Bücher dazu zu googeln ( Schau mal HIER! ), oder eine gute Yoga-Schule zu besuchen. Man muss nicht immer alle Yoga-Übungen toll finden und sie auch ausüben, man wird zu nichts gezwungen und die körperlichen Voraussetzungen setzen manchmal auch Limits, aber die bewusste Atmung wird hier in Kombination mit Bewegung erlernt. Und das kann ich wirklich empfehlen, egal in welchem Alter!

Die Auswirkungen dieser kleinen „Lebensänderung“ können enorm sein. Ich habe es erlebt!


4 Gedanken zu “FEEL-GOOD: RICHTIG ATMEN – BESSER LEBEN! * DIE KUNST DES ATMENS

  1. oh ja, als ärztin kann ich dir da voll und ganz recht geben! eine atemschule tut uns allen gut. man muss sich ständig daran erinnern. und stress verstärkt leider die ungute atemtechnik. ich finde auch, daß es sich lohnt dieses thema für sich selbst zu vertiefen. es kann nur gut tun! ausserdem hat man für brenzlige situationen immer ein mittel zur hand, um sich selbst wieder zu beruhigen. schönes wiochenende! suse

  2. Danke für Deine wertvollen Hinweise! Als ich im Sommer eine Woche lang Sprechtraining hatte (und nun bei Reden und Lesungen NICHT mehr ausser Atem komme), nahm das Thema Atmung eine zentrale Rolle ein. In meinem schnöden Alltag rutschte es aber wieder auf die hinteren Positionen meiner Prioritätenliste. Nun ist es wieder TOP und ich freue mich wirklich sehr über Dein Posting! Das hilft uns allen! LG Bärbel

  3. Vielen Dank an Euch für die Bestätigung. Es ist wirklich eine kleine Nummer, aber es bewirkt so viel (und so schnell!). Auch beim Sitzen am Computer, wie jetzt gerade, denke ich daran aufrechter zu sitzen, nicht das Kinn so sehr einzuziehen und öfter mal tief Luft zu holen und rauszulassen!! 🙂
    Schönes Wochenende für Euch! KK

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