LIFESTYLE: TRENDBAROMETER * 21.10.2022

Das KK-Trendbarometer schaut auf die Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Ein bunter Mix, unterhaltsam, lustig, manchmal auch nachdenklich…

 

Es sind schon komische Zeiten…

Es wird immer schwieriger, sich nicht von den sich häufenden Horrormeldungen aus aller Welt verrückt machen zu lassen. Das Sicherheitsgefühl leidet ja derzeit eh ungemein, und der Ausblick auf die Zukunft ist auch unsicherer den je.

Und dann geht man in irgendeinen Supermarkt, und da sieht es aus, wie ausgeraubt. Überall fehlen Waren, viele Regale bleiben leer. Man glaubt es kaum, aber wir haben irgendwie angeblich auch einen „Krieg“ am Hals, und ich könnte eigentlich die Augen so weit verdrehen, dass sie mir fast schon aus dem Gesicht springen müssten: Eine Art „Handelskrieg“ der großen Supermarktkonzerne mit den mächtigen Lebensmittelkonzernen tobt, und ich finde das heftig. Unpassender gehts jetzt auch kaum noch, oder?

Da tobt knapp neben uns ein echter Krieg mit Toten, Verletzten und viel Leid, und hier bekriegen sich Handel und Hersteller (die Medien nennen es auch noch „Krieg“) und versuchen ihre Interessen durchzusetzen. Hach je, kann man nicht einfach mal für eine gewisse Zeit die Füße still halten?

Wunschdenken, die Wirtschaft will fliegen, nicht unabsehbar lange Warterunden einlegen. Muss wohl so sein, aber moralisch wird es in meinen Augen echt immer unerträglicher.

Und wo wir gerade bei Wirtschaft, Moral auf unterstem Niveau und unerträglichen Dingen sind: Die FDP hat Greta Thunberg de facto instrumentalisiert, indem sie ihr unterstellen eine mögliche FDP-Wählerin zu sein. („Greta Thunberg würde wohl FDP wählen“ – Daniel Föst, FDP)

Thunberg hatte sich dafür ausgesprochen, aufgrund der derzeit unübersichtlichen und unsicheren Situation, die vorhandenen AKW noch eine zeitlang weiter zu nutzen. Das hört die FDP, beginnt das Sabbern, und sogleich kommen diese Dinge, wie „FDP Wählerin“, oder gar „Zuspruch von Greta für die FDP-Position die AKW länger laufen zu lassen“.

Schmierig. Nicht, dass man es nicht erwartet hätte von denen, aber diesmal doch besonders schmierig.

Ich sag doch, es sind wirklich komische Zeiten.

 

 

 

Papa Fussbroich

Nee, Reality-TV hat bei mir in diesem Jahr keine Chance. Wenn ich eine Portion Reality möchte, schaue ich mir eine Folge „Die Fussbroichs“ an. Das ist in meinen Augen ein wirklich wertvolles Zeitdokument. Eine Zeit, die ich als Kind miterlebt habe, und an die ich mich gerne erinnere.

All die Menschen, die dort gezeigt wurden, hingen einem irgendwann ein klein wenig am Herzen, denn man fühlte mit ihnen. Auch wenn wir heute durch Interviews wissen, dass bei den Fussbroichs nicht immer alles völlig ungescripted war, so hatte die Sendung nach heutigen Maßstäben trotzdem eine Authentizität, von der heutige Formate und Social-Media-Persönlichkeiten nur träumen können.

Nun ist Fred Fussbroich im Alter von 81 Jahren gestorben, und die Nachricht hat mich auch nach all den vielen Jahren ein bisschen traurig gemacht. Älterwerden bedeutet nämlich auch, dass man Teile seines Lebens verliert. Immer mehr und mehr, egal ob sehr enge oder weit entfernte Teile, große oder klitzekleine Teile – sie verschwinden einfach.

Dem nun untröstlich hinterher zu trauern ist aber auch keine Lösung. Immer weiter neue Erinnerungen schaffen, neue Teile des Lebens entdecken, und die alten „verlorenen“ in guter Erinnerung behalten. Tschüss Fred Fussbroich, mach et jut!

 

 

 

„Schicken Sie mir doch mal ein paar Pröbchen!“

Hm, irgendwie lustig, wie oft ich im Monat angeschrieben werde, und dabei um Produktproben gebettelt wird.

Immer wieder landen in meinem KK-Postfach Mails mit der Bitte nach Proben oder Pröbchen. Gerne auch von aufstrebenden „Jung-Influencern“, die sich anbieten eine gaaanz crazy Rezension zu schreiben, wenn ich ein paar Goodies rüberwachsen lasse.

Zu schön auch die Dame aus Düsseldorf in dieser Woche, die „ein großer Fan unserer Produkte ist“, und die deshalb „gerne durch Produktproben die Produkte kennenlernen möchte“. Hm, irgendwie nicht stimmig, oder?

Mal ganz davon abgesehen, dass ich schließlich keine Produkte herstelle oder vertreibe. Was geht nur in den Leuten vor? Lesen die eigentlich auch mal nach, an wen sie ihre Mails schicken, oder geht das gleich per Massenverteilfunktion raus?

Also: Im Konsum Kaiser gibts keine kostenlosen Produktproben. Schönen Tag noch. 😉

 

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(Grafik: KK. Keinerlei Sponsoring)


8 Gedanken zu “LIFESTYLE: TRENDBAROMETER * 21.10.2022

  1. Guten Morgen, ich bin so gut wie immer ein stiller Leser, was ich aber los werden möchte, ist ein riesen Dank an dich Kaiser! Ich verfolge dich und deinen Blog schon seit vielen vielen Jahren. Ich habe dich gelesen in meiner Pubertät, in der du meine Haut und mich mit vielen guten Produkt Empfehlungen durch gebracht hast, dafür danke ich dir von ganzen Herzen. Heute begleitest du mich immer noch ich vertraue auf all deine Produkt Empfehlungen. Ich glaube du könntest mir Luft in einem creme Topf verkaufen ich würde es kaufen so sehr vertraue ich auf deine Meinung. Ich möchte einfach nur damit sagen das ich unfassbar dankbar bin für deine ehrlichen Reviews und das es deinen Blog nach so vielen Jahren immer noch gibt. ❤❤❤

  2. „ Älterwerden bedeutet nämlich auch, dass man Teile seines Lebens verliert.“

    Nicht nur durch den Tod oder Krankeit von Lebensbegleitern, auch die Erinnerung selbst wird löchriger. Das merke ich auch an mir. Dass ältere Menschen oft Dinge erzählen, die sie schon oft erzählt haben, sehe ich heute eher als Zeichen, sich selbst daran erinnern zu wollen und es nicht in der Menge Vergangenheit verschwinden zu lassen. Ich höre mir das deswegen auch das x-te mal an, als wäre es das erste Mal. Ich denke, man erhält damit jemandem kleine Glanzstücke der Vergangenheit, auch Peinlichkeiten, die immer entspannter erzählt werden und ich selbst bin dankbar, wenn nicht kommt „das hast du schon mal erzählt“.

    1. Iridia du weise Frau! Deine Worte haben mich äußerst gerührt. Ich finde auch, es ist nicht nur die Nächstenliebe die mich nicht sagen lässt „Die Geschichte kenne ich schon, seufz…“, sondern auch die Gewissheit, dass man Erinnerungen teilen möchte, wann immer sie auftauchen. Dem Gegenüber macht man damit eine Freude und das ist es, was wir alle brauchen.
      Deine Cappuccetto 🌹

  3. Anfragen nach Proben bei KK – das ist wieder ein Beweis der sich immer stärker verbreitenden Verdummung. Diese Schmarotzer sind zu faul, hier richtig mitzulesen, wissen gar nicht um was es geht.
    Einstein hat es auf den Punkt gebracht: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher“.

  4. Wahrscheinlich fragen die nach Pröbchen, weil es „Konsum“ Kaiser heißt. Die denken, das ist ein Laden, in dem es was zu kaufen und abzugreifen gibt. Die Menschen sind ja dumm.

  5. Es sind wahrlich komische Zeiten. Alles dreht sich nur noch um Ukraine, Krieg, Gas, Strom, Verteuerung von Allem… Ich bin richtig platt von der momentanen Nachrichtenwelt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich die Medien (ich nehme keine Sendeanstalt oder keinen Verlag aus) fast überschlagen mit den neuesten, schlimmen News. Ich fühle mich davon regelrecht aufgeputscht . Merke so langsam, wie mich diese „Nachrichten“ immer unruhiger und unsicherer machen. Was soll das denn?
    Ich wünsche mir und uns allen, dass uns von den zuständigen Stellen Zuversicht vermittelt wird und nicht permanente Alarmbereitschaft, die nur krank macht.

    Ja, „Die Fussbroichs“ hab ich auch so unglaublich gern gesehen. Das Format des Filmens ohne jeglichen Kommentar hatte mich zuerst irritiert, aber ich gewöhnte mich schnell daran.
    Es war so ungeschönt und sehr authentisch.
    Ich bin schon ein bissl traurig, nun zu hören, dass Fred Fussbroich verstorben ist. Ich fand ihn und seine Familie unglaublich sympathisch und liebenswert. Ich hoffe, seiner Annemie geht es gut

    1. Ja, es nervt mich, dass man sich immer öfter zügeln muss, wenn es um Nachrichtenkonsum geht. Aber dem Seelenkostüm tut das Dauerfeuer der Brandherde dieser Welt nicht gut. Niemand hat was davon, dass wir zwar emphatisch „mitleiden“, aber dabei selbst Probleme bekommen. Trotzdem will man ja gut informiert sein, um sich auch ein einigermaßen korrektes Weltbild machen zu können. Die Zeiten sind wirklich schwieriger als schwierig, und dennoch geht es uns hier ja noch gut.
      Danke für deine total nachvollziehbare Beschreibung deiner Gefühlslage.
      Liebe Grüße
      KK

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