LIFESTYLE: FILMTIPP „ICH BIN DEIN MENSCH“ * WO DIE LIEBE HINFÄLLT

Wo die Liebe so hinfällt…da wundert man sich doch manchmal. Aber sich in einen Roboter verlieben? Das ist wohl illusorisch, oder? Vielleicht aber auch nicht. Mit dieser Idee spielt der Spielfilm „Ich bin dein Mensch“ von Maria Schrader, den man noch in diesem Monat kostenlos in der ARD-Mediathek anschauen kann.

 

 

Normalerweise bin ich kein großer Fan von deutschen Film- und Serienproduktionen. Doch seit dem Serien-Überraschungshit „Unorthodox“ von Regisseurin Maria Schrader mache ich auch gerne Ausnahmen.

Irgendwie war mir dann aber im vergangenen Jahr (2021) der Film „Ich bin dein Mensch“ von Frau Schrader völlig durchgegangen. Erst gestern kam ich durch Zufall auf die Beschreibung des Plots, und ich wurde schlagartig neugierig.

 

 

Es geht um eine relativ einfache Geschichte: Eine Frau und ein Mann…der allerdings keiner ist. Hm, also doch nicht ganz so einfach.

„Ich bin dein Mensch“ basiert auf einer Kurzgeschichte von Emma Braslavsky, die Frau Schrader (zusammen mit ihrem Schreib- und Lebensgefährten Jan Schomburg) ausgeschmückt hat:

Alma ist Archäologin und irgendwie in einer Art „Übergangszeit“ gefangen. Nicht mehr ganz jung, aber auch nicht alt, getrennt, zufrieden mit der Karriere, die allerdings eine unschöne Überraschung parat hält. Alma hat es sich mit sich selbst kommod gemacht, ist aber dabei auch ein wenig über die Maße zynisch (geworden?).

Wir erfahren, dass Alma zu einer Reihe ausgewählter Expertinnen und Experten gehört, die einen neuartigen Humanoiden, einen „Liebes-Roboter“, bei dessen Programmierung und Gestaltung sämtliche Vorlieben und Bedürfnisse von Alma berücksichtigt wurden, technisch und ethisch testen soll.

Da sträuben sich bei uns allen sicher bereits jetzt die Nackenhaare, doch wenn wir „Tom“ kennenlernen, dauert es nicht lange, bis wir die ersten Anzeichen von Sympathie für ihn an uns entdecken. Im Gegensatz zu Alma, die die (einen Mensch und Menschlichkeit spielende) Maschine vehement ablehnt, ja sogar übergriffig wird.

Hier wird die Situation für uns Zuschauer zu einem äusserst interessanten Gedankenspiel, denn wir verspüren Mitgefühl für ein künstliches Wesen, das aufgrund seiner Programmierung agiert, und eigentlich keinerlei Gefühlsregung besitzen sollte. Man merkt: Ein äusserst polarisierendes Thema, das auch uns in naher Zukunft in ähnlicher Weise tangieren könnte.

Gespielt wird das alles wirklich eindrucksvoll und behutsam, die Akteure hätten nicht besser ausgesucht werden können.

Ich persönlich finde die Entwicklung der Geschichte einfach klasse und hätte weitere Sunden um Stunden zuschauen können, denn ganz ohne Druck spinnt sich die Geschichte um Alma und Tom, dem „Liebes-Roboter“, so ganz, als wäre es die natürlichste Sache der Welt.

Und dann ist es ja auch so. Irgendwie. Wo die Liebe eben (vielleicht?) hinfällt. Schließ die Augen und warte auf den Kuss…

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Empfehlung von mir. Man kann den Spielfilm über die ARD-Mediathek kostenlos anschauen:

 

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(Fotos: Majestic Films.  Keinerlei Sponsoring)


13 Gedanken zu “LIFESTYLE: FILMTIPP „ICH BIN DEIN MENSCH“ * WO DIE LIEBE HINFÄLLT

  1. Hört sich interessant an, kommt mir irgendwie bekannt vor…vielleicht hab ich den Trailer gesehen und dann den Film verpasst 🤔
    Aber kann ich ja nachholen- danke für den Tip

    PS: hab gestern Dexter New Blood auf Sky fertig geschaut- hab mich als Dexterfan lang gegen eine Fortführung gesträubt, ist aber echt gut geworden👍

    LG Christine

    1. New Dexter wollte ich auch anfangen, aber irgendwie bin ich mit dem ersten teil nicht warm geworden, habe es dann vergessen. Vielleicht sollte ich ihm doch eine zweite Chance geben. 😉
      Liebe Grüße
      KK

  2. Guten Morgen,

    mir ging es wie dir, ich hätte ewig weiterschauen können!
    Maren Eggert liebe ich, seitdem sie die OnOff-Liebe Frieda Jung von Borowski war, diese spröde Art ist umwerfend. Und „Unorthodox“ fand ich auch großartig!

  3. … und auch eine Empfehlung von mir!

    Vielschichtig – der Film regt an, in viele verschiedene Richtungen Fragen (nicht die Antworten) zu stellen: inwieweit ist eine Beziehung zu einem Roboter vergleichbar zu einer Beziehung mit einem Menschen, mit dem man zusammen ist, um nicht alleine zu sein.
    Inwieweit kann man sich daran gewöhnen und inwieweit wird dies das richtige sein?
    Kann ein Roboter noch mehr die eigenen Bedürfnisse erfüllen, weil er passender gemacht werden kann?
    Kann man die übliche Reibung zwischen Persönlichkeiten simulieren? Will man überhaupt Reibung?
    Ist eine Beziehung zu einem Roboter eine Beziehung? Ist sie eine Beziehung zu einem selbst?
    Wird man empathisch gegenüber einem Roboter?
    Sind Menschen nicht auch ‚Roboter‘, v.a. für diejenigen, die sich nicht wirklich auf ein Gegenüber einlassen, die Mitmenschen ohnehin für ihre Zwecke nutzen? Ist es da nicht besser, für diejenigen Roboter zu haben, weil man das einem Menschen nicht antun sollte? Kann dies Unmenschlichkeit von ‚benutzenden‘ Menschen fördern?
    Ist es nicht besser, mit einem Roboter eine Beziehung zu gestalten als mit einem Menschen, der einen verletzt?
    Kann ein Roboter in einer Beziehung zu freundlich und zu perfekt sein?
    Kann das mehr Spass machen als eine Beziehung zu manchen Menschen?
    Wenn einem in der Beziehung zu einem Menschen das geistige Kreative fehlt, einem deswegen eine gewisse transzendente Leere widerfährt und man daher froh um seine Bibliothek ist, und einem ganz ähnliches in der Beziehung zu einem Roboter widerfährt, worin liegt dann der qualitative Unterschied dieser Beziehungsformen?
    Wenn es einem wieso auch immer nicht gelingt, den passenden Menschen im Leben zu finden, tut es dann nicht auch ein Roboter?
    Die größte Frage aber: wieso ist das ein männlicher Roboter?
    Im wahren Leben gibt es doch vor allem Puppen mit weiblichen Attributen, viele davon wirklich gut gearbeitet und mittlerweile recht lebensnah und wirklich teuer. Weil man davon ausgeht, daß Frauen keine Puppen wollen?
    Ist das wirklich so?
    Ist das nicht die übliche Unterstellung, daß Frauen die ‚besseren‘, ‚wahrhaftigeren‘ Menschen sind oder einfach die Annahme, dass sich Frauen noch mehr schämen, sich eine solche Puppe zu kaufen, oder die Annahme, dass Frauen keine zehn- bis zwanzigtausend Euro dafür haben, weil sie im Allgemeinen nicht so viel verdienen? Ist das die vor allem technische Problematik, gewisse Mechaniken des männlichen Körpers (ähem) lebensnah auszuarbeiten? Ist diese Technik nicht wirklich sehr teuer herzustellen und Frauen sind nicht bereit oder fähig dafür so viel auszugeben? Wollen Frauen keine Roboter? Wieso beschweren sich dann viele so über ‚die‘ Männer?
    Wenn einem ein Roboter zeitweise nicht mehr gefällt, ist er dann beleidigt, wenn man ihn nach einem halben Jahr wieder aus seiner Kiste herausholt? Hat man dann selbst ein schlechtes Gewissen?

    Die Fragen sind sogar spannender als die Antworten…

  4. Danke für den Tipp – ich schaue grade 30 min und bin wirklich ganz „verzaubert“ – wenn das zu dem Film überhaupt eine passende Regung ist 😀

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