LIFESTYLE: NETFLIX, SKY & CO. * MEINE KLEINE SREIEN-ÜBERSICHT (AUCH MIT „AND JUST LIKE THAT…“)

Nach einem langen, auch körperlich anstrengenden Arbeitstag (bei mir gilt die 7-Tage-Woche) kann ich bei einer vermeintlich seichten Serie wunderbar abschalten. Ich bin ein typischer Serienliebhaber, wenn sie denn gut gemacht sind. Daher heute ein paar Serien-Tipps der üblichen Streaminganbieter, positiv und negativ.

Achtung Spoileralarm

 

SKY TICKET:

Natürlich kann ich keine aktuellen Serien-Tipps schreiben, ohne noch einmal auf das Finale von „And just like that…“ (Fortsetzung von „Sex and the City“) zu kommen. Und ehrlich gesagt sollte ich darüber auch besser nicht schreiben, denn sonst wird es noch bitterböse, aber was solls. Die Verantwortlichen nehmen ja ganz offensichtlich auch keine Rücksicht auf die Fans, denn nach Folge 10 fühle ich mich, als hätte mir Carrie mit einem Manolo-Stiletto auf den Kopf geschlagen.

Böse bin ich nämlich auf die Schreiberlinge dieses Serienabklatschs, der zum Schluß noch einmal so richtig schön mit dem Holzhammer haut, was „Sex and the City“ einmal so einzigartig gemacht hatte: Grandiose Lebensfreude. „A Scene of Destruction“ wäre der bessere Serientitel gewesen.

Na gut, einigen wir uns auf enttäuschend, also das krasse Gegenteil zu begeisternd.

Ein geradezu seltsame gewordenes Ritual für die letzten zehn Donnerstage: Ich schalte meinen Rechner an und klicke auf die neueste Folge des SATC-Ablegers. Doch anstatt mich zu freuen, und hinterher erquickt den Rechner wieder zu schließen, sitze ich etwas steif vor dem Monitor und schaue auf die verkrampfte Ansammlung von Diversitätsproblemen, und wie die Serienfiguren gleich mal noch verkrampfter damit umgehen.

Ja, wir wissen es längst, „And just like that…“ holt jetzt alles an P.C. nach, was damals „vergessen“ wurde. Aber immer mit diesem (meist) unlustig erhobenen Zeigefinger, unterstrichen, und mit Textmarker neonfarben markiert. Too much – wie Carries Vorliebe für Handschuhe, die nach pinkfarbenen Spülhandschuhen aussehen, die Palmolive-Tilly (Gott hab sie selig) arbeitslos machen.

Zu nah an der Realität, diagnostiziere ich hier, und das macht bei solchen Serien einfach keinen Spaß. Oder wer möchte von Harry Potter hören, dass er Hämorrhoiden hat, und ihm der passende Hexhex-Spruch dagegen gerade nicht einfällt, weil sein Vita-Buerlecithin ausgegangen ist, und nun seine Kraft spürbar leidet, er das Zeug aber eh nie mehr bekommt, weil die magische und omnisexuelle ApothekerIn das alkoholische Stärkungsmittel mit einem Bann belegt hat?

Und wenn es selbst dem Autorenteam dann doch etwas zu divers wird, verlagern wir das Themengebiet auf den „Holocaust-Schwindel“ und frühstücken dieses (nun wirklich) wichtige Thema mit einem Handstreich knapp ab. Puh, schwierig diese Gewichtung zu ertragen.

Samantha taucht dann auch nicht in der letzten Folge noch einmal auf (nur als schmallippige Textmessage), auch wenn man die Hoffnung nie so ganz aufgegeben hatte. Dafür gibt es dann auch nicht das (vom Showrunner) versprochene Geraderücken der Figur „Steve“, Miranda Hobbs (bald Ex-) Mann. Der wird weiterhin als schwerhöriger Trottel skizziert (das hat er nicht verdient), wie überhaupt die meisten Figuren nur aufzutauchen scheinen, um den Diversitätsreigen am Laufen zu halten, und dann schnell irgendwie farb- und nutzlos für die Serie zu werden.

Natürlich finden sich auch in der letzten Folge noch ein paar Schumzelmomente. Charlotte und ihre üblichen Nervenzusammenbrüche, und der tolle Umgang mit ihren Kindern, das hat was. Und wenn dann Miranda zum Schluss wieder ihre roten Haare zurück hat, fühlt sich das gleich alles irgendwie besser an.

Sorry, ist das schlimm, dass ich das so empfinde? Hm. Ihre persönliche Weiterentwicklung lässt mich aber unentschlossen zurück: Sie gibt (erst mal) ihr weiterführendes Studium für eine (ungewisse?) Liebe auf. Hat sie einen Seelentausch mit Carrie vollführt?

Als dann aber Carrie im Prachtoutfit von Valentino die Asche von Mr. Big in Paris von der Brücke streut, kriecht das Bedrückende wieder vollends zurück in die Serie und zeigt nochmals eindringlich die Melancholie, die die Serie die ganze Zeit über fest in ihrer Hand hat.

Das ist kein „Abschluss, und nun machen wir alles bewusster, vielleicht besser“, sondern ein „wir sind alt und haben nicht mehr lang“ – beklemmend und deprimierend. Warum hat es in der Paris-Szene eigentlich nicht geregnet? Ich hatte schon drauf gewartet.

War sonst noch was? Carrie küsst wieder Männer (nein, kein Aiden-Come-back). Gleich zwei. Belanglos.

So belanglos, dass es hoffentlich keine weitere Staffel mehr geben wird. Dass ich das mal sage…

 

 

NETFLIX:

The Woman in the House across the Street from the Girl in the Window ist eine recht seltsame Serie, denn der Plot ist bekannt: Eine seelisch traumatisierte und alleinstehende Frau beobachtet scheinbar einen Mord im gegenüberliegenden Haus.

Aus diesem hitchcockigen Thema eine Serie zu basteln, kam mir erst einmal komisch vor. Sie hat aber ihre Momente, und man möchte schon nach kurzer Eingewöhnungszeit wissen, wie es weiter geht. Und es geht weiter, rasant, manchmal etwas blödsinnig, aber immer spannend und mit irrsinnigen Wendungen.

Die Auflösung ist dann…ähem…überraschend.

Wie die letzte Folge zeigt, wird es wohl eine weitere Staffel geben, mit einem weiteren Mordfall. Na denn, ich mag Kristen Bell sehr gerne sehen.

 

 

 

SKY TICKET:

Fantasy Island habe ich als Kind der 80er geliebt. Eine seichte Familienserie, die stets ein gutes Ende nahm und den Feel-Good-Faktor niemals aus den Augen verlor.

Auf der tropischen Insel Fantasy Island im Jahr 2021 können Urlauber ebenfalls ihre lang gehegten Wunschträume ausleben. Die mysteriöse Inselbesitzerin Elena Roarke und ihre Assistentin sorgen dafür, dass auf dem paradiesischen Eiland jeder Wunsch wahr wird. Ob das immer alles im Sinne der Wünschenden ist, stellt sich erst hinterher raus.

Jedenfalls bekommt man wahre Hochglanzbilder, schöne Menschen, eine noch schönere Natur und eine Portion Mystery zu sehen, und das entspannt ungemein. Da schaut man gerne mal über die teilweise flachen Geschichten hinweg.

Die Hauptdarstellerin Roselyn Sanchez mag ich besonders, da würde ich mich auch auf eine weitere Staffel freuen.

 

 

NETFLIX:

Nicht meine Liga ist keine Serie, sondern eine italienische Filmproduktion mit derzeit zwei Teilen. Während Teil zwei irgendwie belanglos erscheint, und man auf einen dritten Teil wartet, weil der zweite Teil viel zu viele Fragen offen gelassen hat, bringt der erste Teil einfach nur bezaubernde Freude.

Marta (Ludovica Francesconi) leidet seit ihrer Geburt an einer irgendwann womöglich tödlichen Krankheit. Trotzdem ist sie ein unglaublich positiver, lebenslustiger und auch sehr extrovertierter Mensch. Und sie hat sich in den Kopf gesetzt, dass sie ihre große Liebe findet, bevor ihre Krankheit zu schlimm wird und zu sehr einschränkt!

Zusammen mit ihren Freunden sieht man hier die Lebenslust, die „And just like that…“ so sehr fehlt. Dazu italienisches Temperament und wunderschön farblich komponierte Bilder. Klar, auch ein wenig herzergreifend-schmalzig, aber für einen Sonntagnachmittag mit Kälte und Regen genau richtig!

 

 

 

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(Fotos: HBOMAX; Netflix, Sky.  Keinerlei Sponsoring)


23 Gedanken zu “LIFESTYLE: NETFLIX, SKY & CO. * MEINE KLEINE SREIEN-ÜBERSICHT (AUCH MIT „AND JUST LIKE THAT…“)

  1. Guten Morgen
    Ich schaue gerade auf Netflix die Serie Dunkle Leidenschaft, finde ich sehr gut 👍
    Liebe Grüße 🖖
    Simone

  2. Guten Morgen,
    mir gefiel „After Life“ auf Netflix richtig gut. Die Charaktere der Serie sind einfach unglaublich. Eine wirklich gut gemachte Serie, die ich zu 100 % empfehlen kann. 2 Staffeln und auch ein guter Abschluss. Ist also nicht auf Biegen und Brechen auf Fortsetzungen ausgelegt. Ich konnte Tränen lachen und an anderer Stelle war ich zu selbigen gerührt. 👍🏻💚👍🏻

  3. Ich habe Shtisel auf Netflix geliebt, Nie hätte ich gedacht, dass eine Serie auf Hebräisch mit deutschen Untertiteln, die von orthodoxen Juden handelt, mich so fesseln würde 👍🏻 Letztlich zeigt sie, dass die Probleme überall fast die gleichen sind, unabhängig von der Religion. Sie hat nicht umsonst weltweit eine große Fangemeinde …..

  4. After Life auf Netflix hat mir total gut gefallen :). Man muss sich ein bißchen an den englischen Humor gewöhnen- aber dann ist es wirklich was fürs Herz. Ich habe Just like That auch durchgeschaut….. die letzten 5 Minuten der Staffel waren eigentlich das Beste.. leider hörte es dann auf. Ich denke die Autoren haben total egoistisch ignoriert was die alten Fans wirklich wollen… leider ist Sex and the City als ernsthafte Serie irgendwie nicht so gut. Ich finde es hatte den gleichen Vibe als wenn man eine extrem reiche Schulfreundin in einem Private Members Club trifft und sie einem unglaublich anstrengend von ihrem sozialen Jahr in Indien erzählt während sie ein Glas Wasser für 20 Euro trinkt…. Naja hab mich irgendwie trotzdem gefreut die Mädels wiederzusehen. 🙂 schönen Sonntag

    1. 😂 Super beschrieben!

      Hänge allerdings immer noch bei Folge 5 und habe so gar keine Lust, das bis zum Ende zu schauen. Das, was ich hier gelesen habe, langt mir eigentlich auch schon. Es scheint echt nicht besser zu werden.😑

  5. Einer meiner TOP Serien war The Handmaid’s Tale – Der Report der Magd auf amazon prime.
    (letzte Staffel allerdings z.Zt. nur auf Tv Now zu sehen)
    Die Handlung spielt in einer Zukunft in den USA, wo Frauen weitesgehen alle Recht entzogen werden.
    Viele von Ihnen werden als Dienstmägde versklavt und missbraucht und für die reichen Ehepaare zur Leihmutterschaft gezwungen.
    Eine sehr packende und zugleich erscheckende Serie auf Kinoniveau inszeniert.

  6. Wir schauen gerade „Die Brücke“ auf Netflix, „Thin Ice“ steht ganz oben auf der Merkliste. Auslöser war der Kastanienmann. Ich habe damit meine Liebe zu skandinavischen Krimis entdeckt.
    Nebenbei warte ich dann mal auf die nächste Staffel von „Emily in Paris“… ♥︎

  7. Hallo KK, Fantasy Island ist für mich auch eine absolute Wohlfühl-Serie. Über die „einfachen“ Geschichten mit Happy End müssen wir nicht diskutieren. Es tut einfach gut die Seele bei dieser Serie baumeln zu lassen, sich auf den Sommer zu freuen und sich das triste, regnerische, dunkle Wetter der letzten Wochen sonnig zu träumen.

  8. Hallo zusammen,
    Ich gucke derzeit die 4.& 5. Staffel „This ist us“. auf Amazon Prime. Eine Familiensaga über drei Generationen. Toll!

  9. Zur Unterhaltung und Entspannung: only murder in the building- Disney+sehr fein, easygoing nett

    Stehe ja sehr auf verstört zurücklassende, Psycho, irritierende, nachdenken lassende Filme/Serien:
    Modern love, nine Perfect strangers, Solos, Dates, soulmates, alle Amazon

  10. Auf Netflix gibts diese Serie schon länger: Peaky Blinders – ist an mir komplett vorbei gegangen bzw habe ich übersehen. Requisite; Kostümausstattung; Schauspieler und schauspielerische Leistung vom Feinsten. Hier handelt es um den Aufstieg einer Strassengang ab dem ersten Weltkrieg in England. Großartig. Ich warte sehnsüchtig auf die finale Staffel der BBC Serie.

  11. Meine Empfehlung: „Harrow“ auf Amazon Prime! Eine australische Serie über einen Gerichtsmediziner, der selbst einiges zu verbergen hat… Super spannend!

    Hier auch noch eine Stimme für „Only Murders in the Building“ auf Disney+

  12. So, jetzt habe ich „And just like that“ noch schnell durchgeknüppelt, weil mir bewusst wurde, dass mein Sky-Ticket Ende Februar ausläuft und ich habe das ja nur wegen Carrie & Co gebucht.^^

    Ja nun. Was soll ich sagen? Ich stimme dir sowas von zu, KK. Es ist, von einigen Schmunzelmomenten abgesehen, einfach nicht mehr meins. Stattdessen hatte ich andauernd einen Kloß im Hals, weil einem ständig in Erinnerung gerufen wird, dass unsere Lieblingsmenschen von einer Sekunde auf die nächste verschwinden können. Ich hatte am Ende eigentlich nur noch das Bedürfnis, die zu drücken, die mir wichtig sind. Ist ja auch eine Message, allerdings wollte ich doch einfach nur nett unterhalten werden und nicht ständig darauf hingewiesen werden, dass gleich alles vorbei sein kann. Die Kostümierungen von Carrie haben mich auch nicht vom Hocker gehauen, das hatte zu viel Bemühtes und nichts mehr von der spielerischen Leichtigkeit, mit der sie früher die schrägsten Kreationen tragen konnte. Tja… bezeichnend, irgendwie. Einmal anschauen langt mir da völlig.

  13. Mit „The Woman in the House across the Street from the Girl in the Window “ konnte ich so gar nichts anfangen. Ich wusste nicht wohin die „Reise“ gehen soll. Soll das nun lustig, spannend oder thrillig sein?? Es war nichts davon. Aber langweilig war es tatsächlich. Ich war zum Ende hin sogar richtig genervt. Eine weitere Staffel tue ich mir ganz bestimmt nicht an.

    „After Life“ hat mir sehr, sehr gut gefallen. Der schwarze, bissige und bisweilen derbe Humor, aber auch die teils traurigen Szenen haben mich die Folgen schnell nacheinander suchten lassen. Insgesamt hat mich die Serie sehr berührt und ließ mich zum Schluss aber etwas ratlos zurück.

  14. After life hat mir auch sehr gut gefallen, auch wenn ich erstmal reinfinden musste. Auch Outlander war mega spannend und freue mich schon auf die 6 Staffel.

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