LIFESTYLE: TRENDBAROMETER 04.06.2021

Das Trendbarometer gleitet geschmeidig in den Sommer, und es geht weiterhin um Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Nichts folgt einem festen Schema, Hauptsache ein bunter Mix, unterhaltsam, lustig, manchmal nachdenklich…

 

Angriff der Killerspinne…Teil 2

Erinnert ihr euch noch an meine kleine Spinnengeschichte letztens? Die krabbeligen Vielbeiner haben mich seit diesem Zeitpunkt verschont…ähh…sorry, sind ja nette kleine Lebewesen…also: mit ihrer offensichtlichen Anwesenheit verschont.

Allerdings ist meine Haltung gegenüber Insekten grundsätzlich anders als noch vor 20 oder 30 Jahren. Da war ich der Erste, der nach Fassung ringend auf dem Stuhl stand, wenn ein Spinnlein quer durchs Zimmer wackelte.

Heute halte ich die Tiere für wichtig, sie sind ein Teil der Nahrungskette. Ohne all die vielen Insekten gäbe es den herrlichen Gesang der putzigen Vögel im Garten nicht. Nur ein Beispiel, warum man weiter denken sollte, als bis zur nächsten Fliegenklatsche.

Doch letztens im Auto seilte sich ein kleiner Web-Experte an einem hauchdünnen Faden genau vor meiner Nase ab und nahm auf dem Lenkrad Platz. Gut, ich stand im Stau, das Lenkrad musste nicht groß gedreht werden, und meine Aufmerksamkeit konnte ich bei dem lahmen Stop-and-Go durchaus der vorwitzigen Spinne widmen.

Was tue ich denn nun mit dir, meine Kleine? Wieder raus aus dem Fenster bugsieren? Das konnte ich ihr nicht antun, denn es regnete in Strömen. Und während ich noch weiter überlegte, war sie auch schon aus meinem Blickfeld verschwunden. Ein wenig unruhig schaute ich um mich, konnte sie aber nicht mehr finden.

Nun gut, ich kann mich jetzt auch nicht um jedes Kleinstlebewesen kümmern, das mir über den Weg läuft. Das ging mir durch den Kopf, als ich aus dem Wagen stieg, den Weg zum Haus entlang lief und einem Nachbarn begegnete. Der grüßte freundlich und schaute mir etwas genauer auf die Schulter: „Du hast da eine Spinne sitzen.“

Ich bedankte mich und ging lachend weiter. Die Kleine wollte wohl mit rein. Hatte sie bereits von mir gehört? Dem geläuterten Spinnenfreund, der mittlerweile selbst über das zotteligste Achtbein nur Gutes zu sagen vermag?

Na gut, soweit reicht die Freundschaft aber nicht. Mögen Piraten einen Papagei mit Holzbein auf der Schulter sitzen haben, ich kann aber wirklich keine Spinne neben meinem Ohr gebrauchen. An der nächsten geschützten Häuserwand ließ ich Madame Flinkesbeinchen auf meine Hand krabbeln (wie zutraulich ist die denn bitte?) und setzte sie dann behutsam auf dem trockenen Boden ab.

Sie krabbelte etwas, dann sah es so aus, als wolle sie ein paar Schritte auf mich zumachen, doch sie blieb stehen. Schauten die vielen Spinnenaugen hinter mir her als ich davonging?

 

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Neues vom Eulengehege

Mindestens einmal in der Woche schaue ich bei meinen neuen Freundinnen und Freunden im Eulengehege des Gruga-Parks in Essen vorbei. Neben den mächtigen Waldeulen leben dort auch ein paar Käuzchen. Das sind diese kleinen Eulchen, die man manchmal in der Nacht rufen hört.

In Horrorfilmen kündigen sie grundsätzlich wahlweise Vampir- oder Zombiangriffe an, im wahren Leben dürften sich bei dem Ruf nur kleine Mäuse am Waldboden angesprochen fühlen.

Jedenfalls sind diese kleinen Käuze äusserst scheu, lieben auch nicht so gerne das Tageslicht, sodass man sie als typischer Parkbesucher tagsüber kaum zu Gesicht bekommt.

Doch als ich letztens am Gehege vorbeilief, war irgendetwas anders. Beim genaueren Hinschauen, sah ich den kleinen Bewohner aus seinem Holzverschlag gucken, der ihn tagsüber vor all den neugierigen Menschennasen schützt.

So ein seltenes Schauspiel! Und grimmig schaute die kleine Eule aus der Wäsche, eujeujeu. Ganz vorsichtig habe ich meine Handykamera eingeschaltet und ein paar Fotos geschossen. Schaut selbst, da guckt einer ganz schön grumpy!

 

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Verschwendung

Durch das hohe Versandaufkommen während der Pandemie, haben viele Onlinehändler Probleme genügend Packmittel zu beschaffen. Um es anders auszudrücken: Pakete sind knapp, wie so manch andere Dinge derzeit. Versuch mal momentan weiße Wandfarbe zu besorgen!

Aber seltsam ist es dann schon, wenn man gerade Anfang der Woche ein Paket einer Versandapotheke bekommt, die scheinbar in riesigen Kartons schwimmt.

Die ultra-kleine Packung einer Augencreme (15 ml) lag in einem stabilen Paket, in das wohl auch ein Auto-Kindersitz…plus Kind…plus Oma…reingepasst hätte. Leicht übertrieben.

Ich habe mich über diese Verschwendung bereits mehrfach aufgeregt, aber ich bin ja auch Teil des Problems. Also gut, ab sofort wird nichts mehr impulsiv bestellt! Es wird gesammelt, Sammelbestellungen sind ein einigermaßen guter Weg, um etwas bewusster mit diesem Thema umzugehen.

Dann höre ich mich noch bei den nächsten Nachbarn um, vielleicht brauchen die auch was? Schon macht so ein Paket etwas mehr Sinn, wenngleich das immer noch nicht perfekt ist.

 

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Corona ist vorbei…

Auch wenn es derzeit so scheint: Nein, die Pandemie ist nicht vorbei. Das musste ich in der vergangenen Woche wieder hautnah miterleben. Eine sehr nette und liebe Nachbarin ist vor ein paar Tagen an Corona verstorben. Sie hat es leider nicht geschafft, die lebensrettende Impfung zu bekommen, war meines Wissens stets vorsichtig, sie hat einen schwerbehinderten Sohn, der nun ganz allein ist.

Mich macht es traurig zu sehen, wenn gerade alle „die neuen Freiheiten“ feiern, und immer noch Menschen sterben. Nun aber noch alleingelassener als früher. Fast schon nach dem Motto: Wer jetzt noch daran stirbt, ist selber schuld.

Derweil fühle ich mich während der Tagesnachrichten an die alten sozialistischen Regimes erinnert (Entschuldigung für den Vergleich an alle, die in einem solchen Regime leben mussten), die sich auch ständig ohne irgendwelche Grundlagen selbst lobten und beweihräucherten.

Wenn das jetzt die derzeitige Bundesregierung auffällig oft tut, dann wird mir regelmäßig ganz anders. Himmel, alle lästern über den omnipräsenten Herrn Lauterbach. Sollen lieber mal Spahn, Altmaier und Scholz ihre Worte öfter auf die Goldwaage legen. Diese übertrieben selbstbewusste Glorifizierung der „Leistungen“ der Bundesregierung während der Pandemie ist für mich mittlerweile unerträglich geworden.

Nein, es läuft nicht gut. Pleiten, Pech und Pannen ist noch milde ausgedrückt, denn es geht schließlich um Leben und Existenzen.

Ich bin heute traurig, ich kann nichts ändern.

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser  Keinerlei Sponsoring)

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12 Gedanken zu “LIFESTYLE: TRENDBAROMETER 04.06.2021

  1. Guten Morgen,
    die Spinnengeschichte finde ich richtig süss, konnte mir den Blick der Kleinen mit der sie dich beim Abschied mit großen Augen ein wenig wehmütig angesehen hat, gut vorstellen.

    Traurig macht mich die Sache mit der verstorbenen Nachbarin, deren Sohn jetzt alleine ist. Wenn ich das Geschreie nach Party aufgrund der neugewonnenen Freiheit höre, werde ich wütend. Eben weil es immer noch Infektionen und Todesfälle gibt.

    Ich bin immer noch extrem vorsichtig, auch weil ich eine schwere Erkrankung habe, eine Coronainfektion würde ich nicht überleben.

    Viele Grüße an KK und die Community
    von Fräulein Bratbecker

  2. Guten Morgen in die Runde,
    bei uns sieht es auf dem Marktplatz (Außengastronomie) fast aus wie in der Toscana vor Corona… Mir alles viel zu heftig. Ich hatte einige Corona-Fälle in der Nachbarschaft und zwei im Freundes- Und Bekanntenkreis (und das waren meist“junge“ Betroffene um die 40).

    Ich muss hier ein kleines Video mit euch teilen, vielleicht bekommt der liebe KK dann auch wieder bessere Laune. ❤

    Liebe Grüße

    1. Danke für das Teilen des Videos, auch wenn ich natürlich ein bisschen geweint habe.
      Ein schönes Wochenende!

  3. Irgendwo müßte ich noch ein Paket und besonders weiches Polstermaterial haben – das könnte ich Dir, nach Wunsch, gerne mit ein paar Spinnchen befüllen und zusenden, bevor die bösen Spatzen sie fressen. Gerne auch als Sammelbestellung für die Nachbarn. Wir haben hier reichlich davon. Sag mir einfach welche Größe 🕷 Du magst, ansonsten gibts querbeet 😉 Auf Ameisen gibts nur noch bis Montag 40 % Rabatt und ab zwei Spinnen lege ich drei Ameisen dazu, einfach so!!

    Geht man nun geimpft in der Welt herum, könnte man wirklich glauben, die Pandemie sei vorbei. Hier ist es auch bumsvoll, alle Cafés umlagert usw., aber die Geschäfte vergleichsweise leer und auch mit weniger Sortiment. Ich gebe zu, auch wir waren diese Woche zum ersten Mal nach über 15 Monaten auswärts essen und bei einem Außenevent, vor dem ich etwas Befürchtungen hatte, die aber unbegründet waren – Wind und Riesenabstand zwischen allen Unbekannten, und den Tenor ließen wir leeseitig fünfzehn Meter weiter weg singen 😉. Man muss sich wirklich erst wieder umgewöhnen und es fühlt einerseits verdammt verwerflich und falsch an und andererseits verdammt gut. Individuell ist die Pause ganz wohltuend; der ganze Haushalt lebte wie unter einem Stein. Denn um uns toste die Seuche, einige Todesopfer gab es schon, die wir kannten. 😳 Bald muss ich mal reisen, aber aus Gründen, nicht Vergnügen 🤢.

    Sich verschanzen muss man ja wieder, wenn die dritte, die Boosterimpfung verkackbockt werden wird und die x-te Welle naht.

    Ein bisschen reichlich ignorant finde ich wie Du auch, dass in ganz Europa quasi nordkoreanische Freudenchöre rosarot intonieren, wie gelungen alles sei.
    Das ist ja nun nicht. Echten Grund zum Schimpfen über die glorreiche Vergangenheit – Masken, Tests, Impfdosenmenge – gibt es ja. Die Scariants sind nicht ganz von der Hand zu weisen, weswegen eine rasche Durchimpfung sinnvoll wäre, aber was nicht da ist, kann nicht verimpft werden. Darwin hatte schon einen Punkt, wenn er von survival of the fittest sprach – wer derzeit nicht „fit“ ist, hat politisch hausgemacht ganz gemeinerweise wenig Chance auf eine Impfung (der Umkehrschluss gilt da ausdrücklich nicht), weswegen ich niedrigschwellige Impfaktionen in sog. Problemvierteln – welch ein Ausdruck – eher für eine gute Idee halte, aber je, da kam ja wohl nur AZ zum Zug, oder? Kurios, wenn AZ nur über 60 verimpft werden sollte.
    Was ich aber auch hörte bei Vorbeilaufen an einer Weinstube: Madame Raucherlunge, Mademoiselle Säuferleber und Monsieur Schnapsleiche unterhielten sich lautstark darüber, dass die Impfung gegen das Grippchen viel zu gefährlich wäre, wegen der Langzeitfolgen 🙈. Manche 🕷 echt.

    Bleibt gesund! 🍀

  4. Lieber Konsumkaiser, Du hast doch letzte Woche von der Netflixserie mit Michael Douglas berichtet: The Kominsky Method. Daanke! Ich liebe die Serie und Michael gleich mit. Einfach toll. Ich habe schon alle drei Staffeln geschaut und bin traurig, dass es nun vorbei ist. Aber es war ein wunderschönes Ende.
    Danke für den grandiosen Tipp!
    Else

  5. Lieber KK,
    es tut mir sehr leid mit Deiner Nachbarin. Eine Sauerei das sie nicht geimpft wurde wo sie auch noch einen behinderten Sohn hat. Der ist wahrscheinlich auch noch nicht dran gewesen. Hoffentlich kümmert sich wer aus der Verwandschaft. Wenn der Steuerzahler Pech hat muss er nun in`s Heim, wo Gott sei Dank Pflegemangel ist, er sich infiziert und auf den Steuerzahler exorbitante Heimkosten zukommen. Da hat man ja super drüber nachgedacht und viel gespart. Ich übergeb mich gleich. Zur Berechnung von exorbitanten Pflegekosten kann ich auf Wunsch auch gerne berichten. Im übrigen verweigert 1/3 des Pflegepersonals die Impfung. In manchen Berufen müsste sie verpflichtend sein, oder die könnten zu VW an`s Band, was auch viel besser bezahlt wird. Aber noch 1/3 zu verlieren geht ja auch nicht, so ein Mist aber auch. Nach Umfragen will aber auch so 1/3 des Personals noch in diesem Jahr den Beruf wechseln. Alles supi! Wie war das noch mal vor über 50 Jahren ??? Da hatten wir Krankenschwestermangel und hatten uns welche aus Korea geholt. Nur blöd das die heute nicht mehr wollen. Aus Korea in`s Neandertal. Ich darf das jetzt nicht mehr vertiefen. Am Sonntag gibt es Deine Quarktaschen. Die Eulen sind echt süß, die weiße von neulich schielt so niedlich und sieht so aus als ob sie grinst.
    Ich wünsche Dir das Deine Stimmung zum Wochenende wieder besser wird.
    Alles Gute in die Runde!

  6. dieser spruch mit den „neuen freiheiten“ regt mich immer ordentlich auf. ich brauche keine neuen freiheiten – ich will nur meine alten zurück 😑

  7. Deine Spinnengeschichte ist ja mega süß =)
    Ich habe zum Glück auch keine Phobie, sonst wäre es komisch geworden, als sich mal eine kleine Spinne direkt vor meinen Augen abgeseilt hat, als ich meinen Motorrad Helm aufgesetzt hatte ^^
    Eine Freundin ist aber das genaue Gegenteil und hatte im Auto mal eine entdeckt, auch noch auf der Autobahn, die halbe Vollbremsung auf den Standstreifen ging zum Glück gut, auch wenn das natürlich trozdem mega gefährlich ist….

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