LIFESTYLE: DIESE TRISTESSE NACH WEIHNACHTEN

Kaum ist Weihnachten vorbei, könnte man glatt in ein düsteres Loch fallen. Alles wirkt irgendwie trostlos, grau, und der Frühling ist noch in weiter Ferne. Glaubt man dem deutschen Fernsehen, sollte uns nun Trash-TV aus dieser Misere helfen, was ich in diesem Jahr doch arg bezweifle…

All die Heimeligkeit, die zu Weihnachten überall verströmt wird, ist im Januar verschwunden. Mit ihr, die herzerwärmenden Lieder, das warme Gefühl im Bauch, die freudige Erwartung, die vielen kleinen Feiern mit Familie, Freunden und Bekannten. Kaum noch kleine warme Lichterlein, die die Dunkelheit ein wenig erhellen, Weihnachtsbäume liegen bereits auf dem Müll, und insgesamt bereitet sich alles irgendwie auf den Frühling vor.

Leider dauert das noch so unglaublich lange. Mittlerweile kann ich die Leute verstehen, die sich in dieser Zeit wenigstens noch auf Karneval freuen – wenigstens ein Ziel in greifbarer Nähe.

Ansonsten ist der Alltag wieder überall hereingebrochen, die Arbeit läuft, und sollte es gute Vorsätze zum neuen Jahr gegeben haben, so sind diese bereits meist wieder Makulatur.

In irgendeiner Ecke habe ich gestern noch einen Schokoladenweihnachtsmann gefunden. Aufheben (fürs nächste Jahr) kann man sowas ja nicht, also habe ich mich geopfert und ihn entsorgt. Also unter Kaubewegungen in meinen Magen verfrachtet, einen fast 100g Kerl, dementsprechend schlecht war hinterher mein Gewissen. Wer zur Hölle erzählt eigentlich immer, Schokolade mache gute Laune? Pah!

Dafür habe ich die nicht angebrochene Flasche Sekt, die eigentlich für ein überschaubares „Silvesterbesäufnis“ gedacht war, keines Blickes gewürdigt und einfach auf dem Küchenschrank stehen lassen. Vielleicht kommt demnächst lieber Besuch vorbei, dann muss sie dran glauben. Aufheben lohnt sich auch hier nicht, denn entgegen der landläufigen Meinung, eine echt olle Pulle Blubberwasser werde mit den Jahren immer besser, kann man bei unserem üblichen „Konsumsekt“ nicht wirklich auf Qualitätssteigerung durch Abwarten hoffen.

Was uns angeblich jetzt die dringend notwendige Stimmungsaufhellung bringen soll, ist Trash-TV, in Form von „Der Bachelor“, „DSDS“, „Germany´s Next Topmodel“, oder „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“. Man glaubt es kaum, aber all diese Hohlbirnenversiegelungsschmonzetten (ja, inklusive auch einer Folge des Traumschiffs) belästigen altmodische Vergnügungssuchende, die es immer noch wagen sollten, mal diese Fernsehsender derzeit wieder einzuschalten, die man doch eigentlich kaum noch braucht.

In den letzten Jahren war GNTM immer ein prima Lästeropfer für den Blog, um launige Glossen zu schreiben. Oder das Dschungelcamp eine Steilvorlage für fiese Kommentare zum Seelenstriptease einiger Menschen, die man vorher gar nicht kannte. Hier und da eine Portion Schadenfreude, gepaart mit Kopfschütteln und ratlosem Schulterzucken, tut doch mal ganz gut. Und zumindest bei IBES ist man in bester Gesellschaft, auch wenn das die meisten Leute ja niemals öffentlich bestätigen, und lieber krankhaft übersteigerten Pornokonsum zugeben würden.

Irgendwie kommt bei mir in diesem Jahr aber nicht die nötige Ausgelassenheit zustande. Ein Dschungelcamp, während viele Millionen Tiere in Australien gerade elendig verbrannt sind, Menschen ihre Heime und teilweise auch ihr Leben verloren haben, und ein Ende ist noch nicht in Sicht? Tumbe Bachelor-Liebchen, die ein Mc Fit Pinselaffenmännchen umbalzen, während ein selbsternanntes US Genie mit Orangitis, versucht Kriege anzetteln, um dadurch seine Wiederwahl zu sichern? Und dazwischen noch die Belanglosigkeiten von meist deutlich zu dünnen Mädchen, die sowas ähnliches wie Model werden wollen, garniert mit der bohrend-eintönigen Stimme von Heidi Klum?

Trash-Kultur ist ein Zeichen der Zeiten des Wohlstands und der Sorglosigkeit. Trash konsumiert man wie den Silvestersekt: Aus Übermut – gern auch mal ein Glas zu viel, den Kater am nächsten Tag plant man bereits ein, das Sodbrennen ebenfalls.  The Show must go on? Ich weiß nicht, ich bin sonst gern für ein wenig offensiv-niveaulose Zerstreuung zu haben, aber in diesem Jahr wirkt das alles auf mich belanglos und affig.

Aber was bedeutet schon „Zerstreuung“? Manchmal muss es im Leben (und draussen) eben auch mal grau und hässlich sein. Nur durch das Auf und Ab der Gefühle erleben wir das Schöne so intensiv. Ein Gleichklang wäre geradezu deprimierend.

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(Fotos: Pixabay   Keinerlei Sponsoring)


41 Gedanken zu “LIFESTYLE: DIESE TRISTESSE NACH WEIHNACHTEN

  1. Spricht mir aus der Seele. Ich finde momentan auch alles sehr grau. Und Heidi Klum etc ist unerträglich . Ich lese lieber!

  2. Guten Morgen, genau ein trister Alltag! Tv ist schon lange sehr eintönig, dennoch sieht man sich etwas an, auch um die Zeit zu überbrücken. Ich kann auch nicht ständig mit dem Partner kommunizieren oder basteln oder oder. Aber ja, ich mag die Zeit nach den Feiertagen auch nicht. Eher die Tage davor. Die Vorfreude auf die freie Zeit. Und dann am letzten Tag, es ist aber langweilig zu Hause.

  3. Ich habe noch nie Dschungelcamp, die Top-Model-Sendung oder Bachelor u. ä. gesehen. Ich wünschte, ich hätte von diesen Sendungen nie etwas gehört, aber man kann dem leider gar nicht entkommen. Irgendwo taucht da doch immer mal wieder was auf, sogar auf seriösen Seiten – wie hier :)!

  4. Versuchte Ablenkung fällt auch schwer bei den Bildern und im Wissen, dass in Australien gerade ein ganzes Ökosystem mit entsetzlichem Leid verloren geht, und die Zahl der getöteten Tiere sich in den nächsten Wochen mangels Lebensraum (Wasser, Futter) noch vervielfachen wird. Mich verfolgt das bis in meine Träume …

    Trotzdem muss man versuchen, wenigstens in seiner näheren Umgebung Gutes zu tun und auch zu sehen. Was aber nicht heißt, dass man Trash-TV lustig finden muss ;-)(.

  5. Ich kann dem Fernsehprogramm auch nichts abgewinnen! In dieser grauen Zeit lese ich noch mehr als gewöhnlich und ignoriere so die unschöne Jahreszeit. Außerdem sage ich mir immer wieder das ja bald März ist und dann alles wieder grün wird😊
    Liebe Grüße, Claudia

  6. Ich bin auch Team Lesefreude :-). Im Fernsehen schaue ich mir außer Sport nur noch selten einen ausgewählten Film an. Wenn, dann suche ich mir eher was auf Prime raus. Aber ich liebe die langen dunklen Abende, die ich mit guten Büchern verbringe. Da habe ich auch nicht das Gefühl, draußen etwas zu verpassen.
    ich bin auch nicht der Typ, der mit dem Wetter/der Jahreszeit hadert und es schon kaum erwarten kann, dass endlich Frühling/Sommer/Weihnachten/was auch immer ist. Warum soll ich etwas herbei sehnen? Ich lebe heute und nicht morgen. Für mich ist es immer am schönsten, wie es gerade ist und ich genieße die Schönheit jeder einzelnen Jahreszeit. Das geht am Land natürlich leichter als in einer Großstadt 😉

  7. Lieber Konsumkaiser,

    als das neue Jahr gleich mit dem Brand im Krefelder Zoo, dem Verkehrsunfall in Südtirol, den vielen Flugzeugabstürzen, dem USA-Iran-Konflikt, die weiterhin andauernden Buschbrände in Australien und nachfolgend täglich (!) mit anderen Schreckensmeldungen angefangen hat, dachte ich auch nur: Na super, wenn es schon so anfängt, jetzt fehlt nur noch… Aber dann dachte ich: Gerade deswegen ist es doch eigentlich so wichtig, sich jeden Tag an wenigstens einer Kleinigkeit zu erfreuen, man weiß ja schließlich nie, was morgen kommt. Das Leben kann so schnell vorbei sein, daß man manchmal auch einfach einmal innehalten und darüber nachdenken sollte, was einem in seinem Leben wirklich wichtig ist! Und dann fällt mir immer ein Satz, den mein Prof. im Studium einmal „rausgehauen“ hat ein, nämlich, daß „Glück“ etwas Tempöräres und Vergängliches und nichts Konstantes ist – ein „Dauer-Orgasmus“ sei ja schließlich auch nichts Schönes mehr, sondern irgendwann einfach nur noch schmerzhaft 😉…

    Schlechte Zeiten kommen, schlechte Zeiten gehen aber auch wieder und wie Du in Deinem Beitrag selbst so schön geschrieben hast: „Nur durch das Auf und Ab der Gefühle erleben wir das Schöne so intensiv. Ein Gleichklang wäre geradezu deprimierend.“
    Und was das momentane graue Wetter betrifft: Der (heiße) Sommer wird wahrscheinlich schneller kommen als uns lieb sein wird 🌞🥵, also genießen wir lieber das Hier und Jetzt!

    Viele liebe Grüße,
    Eva

  8. Lieber Konsumkaiser,
    als gläubige Christin darf ich vielleicht einmal darauf hinweisen, dass die Weihnachtszeit aus kirchlicher Sicht tatsächlich bis zum 2. Februar andauert. Wie der Pastor im Epiphanias-Gottesdienst („Heilige Drei Könige“) so schön sagte: „Wir können noch den ganzen Monat ,Oh du Fröhliche‘ singen!“ 😉 Auch wenn man nicht gläubige ist, kann man versuchen, seinen Jahresanfang so zu gestalten, dass etwas von der fröhlichen, heimeligen Vorweihnachtsstimmung erhalten bleibt. Mein Partner und ich haben uns bewusst vorgenommen, so oft es geht, raus zu gehen: spazieren im Park, Lagerfeuer am Rhein, am Wochenende längere Wandertouren. Allein der Tageslichtboost heitert die Stimmung merklich auf (wir sind übrigens beide winterdepressionsgefährdet und zwar wirklich diagnostiziert, wir merken dieses Jahr einen deutlichen Unterschied zu den vorherigen Wintern). Fernsehen haben wir gar nicht, wir lesen zur Zeit gerne unsere zahlreichen Bücher, die wir zu Weihnachten geschenkt bekommen haben oder schauen bewusst (!) Filme auf Netflix und Prime, die schon ewig auf unserer Watchlist standen. Und die vielen niederschmetternden Nachrichten der letzten Wochen verarbeiten wir, indem wir uns wirklich bewusst mit diesen auseinandersetzen – Hintergrundreportagen lesen, gemeinsam drüber diskutieren… Das macht sie nicht besser, aber es lässt einen anderen Umgang damit zu, als wenn man sich von ihnen nur berieseln lässt und sie bei jedem Öffnen der NewsApp auf einen einstürmen.
    Ich wünsche Dir und allen anderen hier einen bewussten und gelungenen Jahresanfangsmonat!

    1. Genau, unser 🎄-Baum bleibt auch geschmückt bis Maria Lichtmess. Was ja kein Problem ist, bei seinen tollen künstlichen Nadeln 😉. So nach und nach kommt aber der zusätzliche Weihnachtsschmuck in den Keller – Girlanden, Kugeln, der Adventskranz etc. Die Lichterkettchen bleiben aber und landen in spiegelnden Schalen und die Kerzen in den Laternen strahlen weiterhin.
      Die Weihnachtsmänner verschwinden einer nach dem anderen…😜 komisch, weiß gar nicht wohin… also, gesehen habe ich nix! Ehrlich! Ganz ganz ehrlich! 😇

  9. Ich kann dieser Trash-Kultur nichts abgewinnen. Und ehe ich mich mit irgendwelchen Selbstdarstellern beschäftige, die nichts zu sagen haben, was mich interessiert (was nicht heißt, dass sie für andere nicht total interessant u. faszinierend sein können) zähle ich lieber Schäfchenwolken oder träume vor mich hin. Oder greife zu meiner stimmungsaufhellenden Hausapotheke, die mit entsprechenden DVDs u.Büchern bestückt ist… und mit Vitamin D und Soulfood. 😉

    Meinen Fernsehboykott (Prime od. DVDs halt ausgenommen) werde ich ab heute für die Handball EM brechen. Aber sonst ist das schon erschreckend… sooooo viele Fernsehsender und gefühlt nur Füllstoff. Was waren das noch für Zeiten, als z.B. die ZDF-Weihnachtsserien liefen und ich mich von einer Folge zur nächsten gehibbelt habe… *hugh…Oma hat gesprochen* 😉

    1. Hallo Anna, etliche der ZDF-Weihnachtsserien, gibts bei Prime, nur so als Info 😉 Nicht alles findet man jetzt noch so gut wie damals, aber ich habe genüßlich in Nostalgie geschwelgt beim Schauen. Bin gerade bei JANNA, und die finde ich immernoch richtig knuffig und liebenswert.

      Ansonsten gehöre ich auch zu denen, die diesen Teil des Jahres nicht wirklich so mögen, nachdem überall die Weichnachtsdeko verschwunden ist, wirkt es halt plötzlich doppelt so dunkel wie vorher. Mein Baum wird heute abgeschmückt, aber die Sternenlichterkette an Fenster bleibt noch, denn durch sie sieht die Dunkelheit etwas weniger dunkel aus. 🙂

      1. @Ronjana: Das ist gut zu wissen! Habe ich noch gar nicht entdeckt. Das Prime-Angebot überfordert mich ein wenig.^^ Aber wenn ich mal wieder in Nostalgie schwelgen möchte, dann werde ich direkt mal nach den alten Serien schauen. Danke für den Tipp! 😉

  10. Ui… Ich oute mich mal vorsichtig… Ich bin ein IBES-Fan. Ich weiß nicht, woran das liegt, aber ich versuche mal eine Erklärung. In unserer Arbeits- und Familien- und Alltagswelt, die zeitlich derart vollgepackt und leistungsverdichtet ist, dass sie einem oft die Luft zum Atmen nimmt, man beruflich manches Mal haarscharf auf Burnout-Niveau unterwegs ist wenn man sich nicht streng selbst diszipliniert, gleichzeitig in zumindest meiner Branche Arbeitsplätze knallhart abgebaut werden, was man mittragen und organisieren muss, obgleich genauso knallhart digital durch- und umqualifiziert wird, die Veränderung in Lichtgeschwindigkeit läuft und man sich anpassen muss (und will – nicht falsch verstehen): da fehlt mir abends oft Kraft, den Kopf nochmals zu öffnen und weitere dicke Problemfelder durchzuanalysieren. Ich schaue mir jeden Tag die Tagesschau an und das reicht mir dann als tägliches News-Update. Hintergrundberichte, Dokumentationen, Analysen oder gute, wertvolle Filme, die zum Nachdenken anregen: all das liebe ich eigentlich. Allein im Daily Business Alltag schaffe ich es abends nicht und es entspannt mich auch nicht, sondern ich freue (!) mich wirklich schon seit Wochen auf den IBES-Start, weil es ein so schön trashig-no-brain Format mit liebgewonnenen Kommentaren der beiden Moderatoren ist. Ich gebe das auch bei uns in der Kantine zu, dass ich das gerne schaue, bin damit aber die einzige; der Rest der Kollegen „hat mal so durchgezappt“ und kann deshalb mit den erzählten Inhalten oder Sprüchen auch was anfangen :-), da hast du schon recht. Ein Haken für mich: die Übertragung läuft immer so spät, dass ich regelmäßig einschlafe…Unabhängig davon schmerzen mich die australischen Brände auch sehr, ich trenne aber diese Themen für mich bzw finde, dass sie unabhängig voneinander betrachtet werden sollten.

    LG Käthi

  11. Januar ist in der Tat der Monat dem ich am wenigsten abgewinnen kann. Vor einigen Jahren angefangen, flüchte ich für einige Tage Richtung warm, Sonne und Strand. Dieses Jahr hat intensiv angefangen und jeden Tag wird es getoppt, ich bin wirklich reif für die Insel.

  12. Tja, mein Mann und ich zippen auch fleissig durch die Programme und alles langweilt uns. Was Du aufzählst ist Volksverblödung. Ich liebe die alten Monumentalfilme wie Cleopatra ( das mache ich in meinem nächsten Leben beruflich), Ben Hur, Lawrenz von Arabien, so was könnte ich ständig schauen. Sonst bin ich aber ganz bei Käthi, bin einfach abends platt. Da ich den ganzen Tag am PC sitze, machen abends meine Augen nicht mehr mit und ich kann kaum noch was lesen. Habe früher Bücher zentnerweise konsumiert, nun bin ich schon auf beiden Augen operiert und das geht nicht mehr. Weihnachten kamen die alten Folgen von der „Schwarzwaldklinik“, einfach zu schön, wie einfach damals doch das Leben war. Wir haben uns todgelacht, wer alles miteinander ein Verhältnis hatte oder gedacht hat, der andere hätte eins. Das war doch mal wieder sehr lustig. Versuche auch ganz bewusst Dinge zum freuen rauszusuchen. Jedes Jahr wünsche ich mir zum Geburtstag im Januar einen Zoobesuch. Das ist zwar kalt, aber garantiert nicht überfüllt. Man kann über die Tiere lachen, was für den guten Zweck spenden, einkehren und glücklich nach Hause fahren. Im Winter arbeite ich immer besonders viel und auch gerne, ist ja sowieso dunkel. Dann kann ich im Sommer auch früher gehen und im Chiemsee schwimmen, der ist ab Mittags lauwarm und glasklar. Vielleicht auch mal ein Kino oder Theaterbesuch, mit dem Regionalzug in die nächsten Städte fahren und schwupps ist es schon März. Und falls noch Langeweile entsteht, räume ich die Kosmetiksammlung auf, verkaufe was auf E-Bay und freue mich schon wieder, wenn endlich ein Karton weniger im Schrank steht. Einen ganzen Karton habe ich meiner koreanischen Freundin zu Weihnachten geschickt, die freut sich wie blöd und ich freue mich wenn sie sich freut. Man muss sich ganz bewusst auch über Keinigkeiten freuen können, ich weiss, ist leichter gesagt als getan, funktioniert auch ohne Konsum. Die Freude am Konsum ist immer nur sehr kurz. Herr Hirschhausen gibt immer gute Tipps, man müsste so werden wie er. In der Angelegenheit ist er mein Vorbild.
    Ich wünsche Euch allen das Ihr gut durch die graue Zeit kommt und wir freuen uns gemeinsam
    über das nächste Thema hier.
    Danke Herr Kaiser!

  13. Lieber KK,

    danke für diesen Beitrag, der mir wieder einmal vollkommen aus der Seele spricht.

    Eine gute Freundin, die in Südafrika lebt und noch ein paar Jährchen älter ist als ich, meinte neulich, die Zeit der „Kaffeehaustrivialitäten“ sei für sie vorbei… 😉
    Ich kann sie gut verstehen, ich empfinde meine Zeit inzwischen auch als quality time (auch wenn das schrecklich arrogant klingt).

    Ich möchte noch etwas mit Euch hier teilen, was mich gerade ganz stark bewegt, auch wenn es „bittersweet“ ist.
    Meine Tochter hat inzwischen mehr als 12 Jahre Irrungen/Wirrungen/ Rückschläge in unserem Gesundheitssystem hinter sich. Sehr viele, völlig unterschiedliche Symptome und Beschwerden, scheinbar nicht zusammenpassend, wurden immer wieder in den psychosomatischen Bereich verwiesen. Vor zwei Jahren dann die Herzklappen-OP, zwei reparaturbedürftige Herzklappen bei einer 33jährigen Frau. D a m i t wurde sie ernstgenommen – aber keiner forschte nach den Ursachen, mit der Reparatur schien alles erledigt. Aber Beschwerden blieben, neue, schlimmere kamen nach der OP dazu, die nichts mit dem Herzen zu tun hatten.
    Schon länger ist sie berufsunfähig, war auch kürzlich in einer Rehamaßnahme. Sie hatte viel Zeit, selbst zu recherchieren und blieb zum Glück hartnäckig, auch bei den Ärzten.
    Es gibt eine seltene Erkrankung namens Ehlers-Danlos-Syndrom, die sich in vielfältigsten Bereichen äußern kann und in unterschiedlichen Formen existiert. Im angloamerikanischen Raum ist man sehr viel weiter in der Erforschung dieser nicht heilbaren Krankheit, die unter anderem auch zu Herzklappenproblemen oder Rupturen von Gefäßen führen kann.
    Deutschlandweit wurde jetzt an der Uniklinik Köln die erste Spezialsprechstunde dafür eingerichtet und dort hatte sie gestern einen Termin, zu dem ich sie begleitete.
    Ein Ärzteteam untersuchte sie und nun – nach 12 Jahren, hat sie endlich eine Diagnose! Eine, die sie sich quasi selbst schon gestellt hatte und die ihr niemand geglaubt hatte. Alle Puzzleteilchen fielen plötzlich zusammen.
    Und ich spürte, wie mehr als 12 Jahre unendlicher Anspannung von uns abfielen…
    Bittersweet deswegen, weil die Erkrankung nicht heilbar ist, da sie auf bestimmten Genabweichungen beruht, die im weitesten Sinne das Bindegewebe betreffen. Deswegen müssen weitere Abklärungen und insbesondere kardiologische Kontrolluntersuchungen engmaschig erfolgen, denn die Klappendefekte könnten erneut auftreten und auch ihre körperliche Beweglichkeit sich weiter verschlechtern mit fortschreitendem Alter.
    Wie es beruflich weitergeht mit ihr, ist noch völlig offen…

    Sorry, dass ich Euch damit zugetextet habe – gehört eigentlich nicht hierher…
    Für mich zeigt das Ganze aber auch, woran es in unserem Gesundheitssystem mangelt – an Denken über Schubladen hinaus, am Willen, nach Ursachen zu forschen…
    Das Symbol der internationalen Ehlers-Danlos-Society ist ein Zebra.
    Kein Zebra ist dem anderen gleich, alle unterscheiden sich in der Musterung ihres Fells.
    „Wenn Sie Hufgetrappel hören, denken Sie an Pferde. Nicht an Zebras“. So werden Ärzte gemeinhin geschult – also suchen sie nach häufigen, bekannten Krankheiten. Nicht nach seltenen.

    Ich bin sehr stolz auf meine wunderbare Tochter, deren Hartnäckigkeit allein es zu verdanken ist, dass sie nun endlich die richtige Diagnose hat.

    1. Liebe Claudia Regina,

      ich bin mir ganz sicher, daß Du mit Deiner Geschichte niemanden hier „zugetextet“ hast!
      Es tut mir sehr leid für Deine Tochter, wie auch für Dich und Deine Familie, daß es so lange gedauert hat, bis ihr endlich die richtige Diagnose für ihre Erkrankung bekommen habt. Ich hoffe für Sie, daß sie – auch wenn es sich bei ihrer Erkrankung um eine genetische Erkrankung handelt – nun endlich die nötige Behandlung erfahren und womöglich auch in Kontakt mit anderen Betroffenen kommen wird, mit denen sie sich austauschen kann. Schon der Austausch über die eigene Erkrankung mit anderen Betroffenen kann ihr die Angst davor etwas nehmen und ihr dabei helfen, besser mit ihrer Krankheit und den Schwierigkeiten, die diese im alltäglichen Leben mit sich bringen kann, zurecht zu kommen.

      Ich wünsche Deiner Tochter und eurer Familie für die Zukunft ganz viel Kraft und alles nur erdenklich Gute,

      Eva

      1. Liebe Eva,

        von Herzen Dank für Deine lieben Worte, die mich sehr berührt haben.
        Ich habe sie in all den Jahren nach Kräften unterstützt, verteidigt auch gegen verletzende Ansichten meiner eigenen Eltern und zum Glück konnten mein Exmann und ich uns anlässlich ihrer Herz-OP problemlos auf unsere Elternrolle konzentrieren.
        Sie hat seit dem Zeitpunkt, an dem der erste Verdacht bei ihr keimte, dass sie an dieser Erkrankung leiden könnte, Kontakt zu Betroffenen gesucht, es gibt auch eine Facebook-Gruppe, in der sie Mitglied ist. Dort unterstützt und ermutigt man sich gegenseitig und Du hast vollkommen Recht, das ist ganz, ganz wichtig.
        Sie wird ihren Weg weiterhin so mutig gehen und ihre Eltern und ihren Bruder dabei immer an ihrer Seite haben.

        1. Liebe Claudia Regina,

          eure Tochter kann sich wirklich glücklich schätzen und stolz darauf sein, eine so tolle Familie wie die eure zu haben, die ihr mit so viel Unterstützung und Liebe auf ihrem langen Leidensweg immer schützend zur Seite gestanden und sie damit sicherlich auch ermuntert hat, weiter zu machen und nicht aufzugeben! Ich bin mir ganz sicher, daß sie auch daraus ganz viel Kraft geschöpft hat und auch weiterhin Kraft schöpfen kann.

          Was auch immer die Zukunft für euch und eure Tochter an Herausforderungen noch bereithalten mag, laßt euch niemals von anderen Menschen – auch und erst recht nicht von der eigenen Familie – verunsichern oder entmutigen, denn ihr habt bis hierher alles richtig gemacht und ihr werdet intuitiv auch weiter den für EUCH richtigen Weg gehen, da bin ich mir ganz sicher!!

          Ich wünsche euch alles, alles Gute und ganz liebe Grüße,

          Eva

          1. Liebe Eva,

            und jetzt hab ich Tränen in den Augen, wenn ich Deine lieben Worte lese!

            Ich glaube, nichts ist stärker als die Liebe zum eigenen Kind und wir beide sind uns ganz besonders nah, weil wir uns auch in Vielem auch sehr ähnlich sind…

            Dieser Zusammenhalt gibt uns Kraft und bei Widerstand, selbst wenn er aus der eigenen Familie kommt, wird man als Mutter zur Löwin 😊!

            Ganz liebe Grüße!

            1. Liebe Claudia Regina, das ist doch wichtig, dass man sich austauschen kann. Zum Glück gibt es jetzt eine Diagnose, die zwar nicht rosig ist, aber einem bestimmten Punkt ist Klarheit das wichtigste, weil sich dann Prioritäten vernünftig setzen und gegebenenfalls Spezialisten finden lassen.
              Mir scheint das völlig unverständlich, wie sich manche Leute angesichts von Odysseen anderer in der Medizin verhalten, und es gibt leider so einige, die aus Dummheit oder Bosheit (zumeist ist es das erstere) das pure Gegenteil einer Entlastung darstellen, es einem sogar noch viel schwerer machen – die ziehen die Kraft, die es ohnehin nicht in Überfülle gibt in solchen Zeiten, noch mehr ab. Solche Leute benötigen keine echte Information. Wie Du vielleicht mitbekommen hast, bin auch ich Angehörige eines Schwerkranken – von „in einem Monat ist unsere Welt eine andere“ bis „da wird jemand 90 Jahre werden“ ist alles drin, und das wird so bleiben, garniert mit einigen unter Umständen heiklen Operationen.
              Mit Energieräubern unterhalte ich mich nur noch über Nichtigkeiten, da fällt kein Fünkchen der Wahrheit mehr über den Zustand oder über Ängste: es nutzt ja nichts.
              Der Blick aber geht doch besser auf diejenigen, die unterstützen, das habe ich gelernt, und man darf sich glücklich wundern, wie viele das sind. Es sind wirklich viele.
              Ich würde dazu raten, auch Dir Hilfe und Unterstützung zu suchen – ich bin mir sicher, Du wirst sie bekommen -, damit Du nicht zusammenklappst, denn Deine Tochter wird Dich immer wieder mal sehr brauchen. Und dann ist es wichtig, zielgerichtet und leistungsfähig zu sein.

              1. Liebe Hasi0815,

                danke!
                Du hast sehr Recht darin, wie man mit Energieräubern umgeht und ich habe in den letzten Jahren durch eigene Erfahrungen viel dazugelernt.
                Ich handhabe es inzwischen ähnlich wie Du, bin da durchaus auch rigoroser geworden. Zum Glück habe ich einige Menschen um mich herum, die mir Kraftquellen und Unterstützung sind, wobei ich mich selbst allerdings ziemlich schwer damit tue, um Hilfe zu bitten.
                Aber ohne ein gewisses Netzwerk kommt man nicht aus und mir ist bewusst, dass meine Tochter auch weiterhin nicht nur auf eine liebe-, sondern auch kraftvolle Unterstützung durch ihre Mutter angewiesen sein wird. Und kein Mensch weiß, ob diese Herzklappen-OP die letzte gewesen sein wird, wenn die bei ihr zusätzlich vermutete Variante der Krankheit erneut das Gewebe dort angreift.
                Und so versuche ich, auch viel für mein eigenes Wohlbefinden zu sorgen.
                Ob ich mir noch einmal therapeutische Hilfe suche, weiß ich noch nicht, mein momentan eingeschlagener Weg ist zunächst einmal zielführend für mich.
                Ich lebe bewusst in der Gegenwart und freue mich über jeden guten Tag für sie und für mich.
                Und für sie ist es gut, endlich eine Diagnose zu haben, aus der sich nach Abklärung noch offener Fragen dann auch konkrete Therapieschritte ableiten lassen. Da ist sie jetzt sehr aktiv und leiert Vieles an, worin ihr Vater und ich sie unterstützen, ebenso wie ihr Freund.

                Ich wünsche Dir und Deinem Angehörigen alles Gute und auch weiterhin viel Kraft – man merkt aus jedem Deiner Worte, wie stark Du bist 🤗.

                1. Nun, was bleibt einem auch anderes übrig – Heulen und In-den-Teppich-Beißen hilft ja nicht.
                  Ob ein professioneller Therapeut hilft? Kommt doch sehr darauf an, wie sehr man den Eindruck hat, sich im Kreis zu drehen. Mir hilft da immer ein Gespräch mit ein, zwei Freunden. Dann weiß ich wieder, dass es nichts nutzt, wenn ich mich verrückt mache.

                2. liebe Claudia Regina – als ich von Krankheit meiner Mama erfahren habe, auch unheilbar, hat mir geholfen sich in einer Selbsthilfegruppe von Angehörigen sich auszutauschen. Evtl. auch eine Idee, ich gehe nicht jede Woche hin. So wie ich brauche und kann. Solche Gruppen gibt es in jeder Stadt, die Krankheit ist dabei weniger relevant, die Belastung ist über die jeweilige Krankheit hinaus immer vergleichbar. Alles Gute!

                  1. Liebe ombia,

                    danke, das ist eine gute Idee!
                    Ich merke auch, wie mir seit Mittwoch, als die Diagnose verifiziert wurde, mit immer größerer Wucht bewusst wird, was das bedeutet und wie sich die Krankheit perspektivisch noch auswirken kann.
                    Und obwohl meine Tochter und ich uns mit dem Verdacht darauf explizit auseinandergesetzt und alles mögliche dazu gelesen haben, ist es doch noch etwas anderes, wenn es plötzlich zur Gewissheit wird.
                    Die anfängliche „Erleichterung“, nicht selbst weiter nach Ursachen suchen zu müssen, sich nicht ständig gegen Skeptiker zur Wehr setzen zu müssen, ist bei uns beiden einem Gefühl der Schwere gewichen, das erst mal durchschritten werden will.

                    Liebe Grüße!

            2. Liebe Claudia Regina,

              ich danke Dir auch für Deine lieben Worte 😌!

              Ich glaube, Deine Tochter ist jetzt erst einmal auf einem guten Pfad und schon diese Gewissheit alleine gibt euch denke ich gewiss auch psychisch wieder ein wenig mehr Kraft, um mit dieser Situation irgendwie zurecht zu kommen.

              Nach dem, wie ich Dich hier ein wenig kennenlernen durfte, schätze ich Dich als eine doch recht starke Persönlichkeit mit einer grundlegend positiven Einstellung zum Leben ein. Du bist, wie Du Dich auch selbst beschrieben hast, wirklich eine „Löwenmutter“, die für ihr Kind kämpft!
              Ich bin seit eines Schulwegunfalls vor 25 Jahren schwerbehindert, meine Eltern haben sich ein Jahr nach meinem Unfall getrennt und ich bin nach der endgültigen Scheidung dann bei meiner Mutter geblieben. Ich glaube, Du bist wie sie – sie hat damals alles für mich getan, damit ich wieder auf die Beine komme und hat mich bis heute nie aufgegeben, wofür ich ihr ewig dankbar sein und es ihr nie vergessen werde!

              Ich habe, nach den wenigen Worten, die wir hier bislang miteinander wechseln konnten, auch den Eindruck, daß Du und Dein Ex-Mann, wie auch euer Sohn trotz der Erkrankung Deiner Tochter sehr stark geblieben seid und euch auch von Rückschlägen nicht unterkriegen läßt. Dennoch möchte ich Dir hier – wenn auch nur als kleine „Unterstützung“ – gerne zwei Internetseiten ans Herz legen, auf denen nicht nur den Kindern, die an EDS erkrankt sind, sondern insbesondere auch den Eltern und Angehörigen chronisch kranker Kinder Hilfen bei der Bewältigung dieser Erkrankung angeboten werden:

              https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/behinderung/wegweiser-behinderung/

              https://www.bundesverband-eds.de/

              Falls euch doch einmal alles über den Kopf zu wachsen scheint und/oder ihr nicht mehr weiter wißt, scheut euch bitte nicht, mit den o. g. Institutionen in Kontakt zu treten und nach Hilfen zu fragen! In manchen Städten gibt es auch explizit für die Eltern und Angehörigen chronisch kranker Kinder Selbsthilfegruppen, die man besuchen und wo man Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig ein wenig stützen kann. Schon alleine die Gewissheit darüber, daß man nicht alleine in dieser Situation ist, kann einem wieder Mut machen, nicht aufzugeben und dabei helfen, wieder ein wenig Kraft zu tanken.

              Ich wünsche Dir und eurer Tochter alles nur erdenklich Gute und ganz liebe Grüße,

              Eva

              1. Liebe Eva,

                vielen Dank für Deine stärkenden Worte und für die Links!
                Den ersten kannte ich noch gar nicht – viele wertvolle Informationen verstecken sich dahinter!
                Ich habe das auch an meine Tochter weitergeleitet.

                Alles Liebe für Dich und herzliche Grüße!

    2. Liebe Claudia Regina, hab vielen Dank für das Teilen deiner Geschichte. Das hat mich sehr berührt. Du hast niemanden zugetextet, sondern uns daran erinnert, was wirklich wichtig ist im Leben.
      Ganz liebe Grüße!
      KK

    3. Liebe Claudia Regina,
      ich habe deinen Beitrag eben erst gelesen und er hat mich sehr berührt. Ich hoffe, dass deine Tochter mit dem fachkundigen Ärzteteam ein – soweit es geht – beschwerdefreies Leben führen kann.
      Liebe Grüße

      1. Ganz lieben Dank!

        Sie ist jetzt zumindest angebunden an diese Spezialambulanz, die auch sukzessive erweitert werden soll um Neurologen, Kardiologen und Psychosomatik – denn all diese Bereiche betrifft das Krankheitsbild.

        Es war ein eminent wichtiger Schritt, der nun gemacht werden konnte – aber bei mir sackt jetzt nach der ersten „Freude“ über die endliche Gewissheit der Diagnose das Bewusstsein, wie ernst es ist/ werden könnte…
        Aber wir werden gemeinsam den Weg weitergehen – und haben jetzt durch die Diagnose die besten Argumente für Unterstützung.
        Dennoch ist die Krankheit so wenig bekannt und anerkannt, dass derzeit zwei Petitionen an den Deutschen Bundestag laufen, die sich für mehr Forschungsmittel und bessere Unterstützung durch Krankenkassen und niedergelassene Ärzte (auch in Bezug auf Weiterbildungsmaßnahmen) einsetzen.

        1. Liebe Claudia Regina,

          die Geschichte Deiner Tochter berührt mich auch deshalb, weil ich ja beruflich am „anderen Ende des Tischs“ sitze. Bei seltenen Erkrankungen steht nicht selten eine oft jahrelange Leidensgeschichte dahinter und viele frustrane Versuche, die Symptome irgendwie zuzuordnen. Oft oft, wenn man dann keine Erklärung hat, kommt am Ende halt „ist psychisch“. Als ob „ist psychisch“ heißen würde, dann hat man nichts. Bei Deiner Tochter konnte nun nach langer Suche eine körperliche Erkrankung diagnostiziert werden und ich kenne – es klingt merkwürdig – auch die anfänglich verbundene Erleichterung, die damit verbunden ist. Endlich hat alles, was ich erleide, einen Namen und kann eingeordnet werden. Das kann jemand Außenstehendes ja oft nicht nachvollziehen, aber wie die anderen hier auch schon geschrieben haben: der Erleichterung folgt dann oft die Belastung, die Auseinandersetzung damit, die damit verbundenen Ängste und Sorgen. Um so wichtiger, dass Ihr gut angebunden seit und in kompetenten Händen!
          Ich wünsche Euch eine achtsame und unterstützende Wegbegleitung und Menschen mit genügend Sensibilität in diesem medizinischen System, die Euch auf Augenhöhe begegnen und die Ihr als Partner in den kommenden Herausforderungen erlebt.

          Viele Grüße
          Roland

          1. Lieber Roland,

            danke für Deinen so einfühlsamen Kommentar und die guten Wünsche!

            Meine Tochter und ich sind beides Menschen, denen es hilft, wenn sie genaue Informationen darüber haben, was ihnen fehlt, um besser damit umgehen zu können.
            Insofern hat uns beiden die Recherche geholfen und da sich zum Glück in letzter Zeit auf dem Gebiet EDS auch etwas tut in Deutschland, aber auch international, halten wir uns gegenseitig auf dem Laufenden.
            Um die Problematik der vielfältigen Begleiterkrankungen, die auch bei ihr auftreten, zu veranschaulichen, habe ich aus zwei medizinischen Fachartikeln Schaubilder entlehnt und auf sie adaptiert. Die kann sie dann zur Veranschaulichung für die Ärzte an ihrem Wohnort mitnehmen, die mit Sicherheit erstaunt sein werden, dass so viele unterschiedliche Symptome mit
            e i n e r Krankheit zusammenhängen.
            Mir hilft es bei der Bewältigung, wenn ich etwas tun kann – und ihr auch.
            Daneben ist aber auch Folgendes wichtig, was ich soeben in einem Buch gelesen habe:“The most selfless thing you can do is fill up your own inner well.”
            Und genau das werde ich tun…

            Liebe Grüße,
            Claudia Regina

  14. Die kuschlige Weihnachtsbeleuchtung bleibt noch bis die graue Zeit vorbei ist. Zusammen mit ein paar Leckereien und ganz vielen Agatha Christie Filmen – s/w natürlich – bau ich mir meine eigene, kleine Welt. 😉

    1. Das hast du wunderbar gesagt, Jana. „Bau ich mir meine eigene Welt“.., so mache ich das hier auch und meine „Agatha Christie“ ist Agatha Raisin in Wort u. Bild. 🥰

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