LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 23.08.2019

Das Trendbarometer befindet sich nun voll im Sommerhalbjahr, und es geht immer noch um Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Aber nichts folgt einem festen Schema, es kommt wie es kommt. Hauptsache ein bunter Mix, unterhaltsam, lustig, manchmal nachdenklich, oder auch böse… 

 

Massage

Man wird es mir nicht glauben, aber ich war bislang noch nie bei einer professionellen Massage. Eigentlich komme ich mit vielen guten Dehnübungen und im Zweifelsfall mit einer schön harten Faszienrolle ganz gut zurecht. Aber irgendwann habe ich dann letztens doch mal ein paar Termine bei der Sportmassage gebucht.

Hach je, wenn ich doch nur geahnt hätte, wie kompliziert das wird.

Schon allein die Auswahl der verschiedensten Massagetechniken ist eine Wissenschaft für sich. Also, ich wollte auf jeden Fall nichts mit ätherischen Ölen, keine Klang- und Gongschalen dabei, und bitte nicht mit den Füßen auf mir herumtrampeln. Einfach nur 30 Minuten Teig kneten, und das nicht zu schlapp.

Zum größten Problem wurden dann allerdings meine Gedanken während der Prozedur. Wie verhält man sich denn nun während so einer Massage? Sollte man wohlig seufzen, oder andere Geräusche des Wohlgefallens machen? Oder denkt der Masseur, er hätte einen Perversling unter seinen Händen?

Bin ich lieber still, sage gar nichts, schnurre nicht, und mache einen auf Fisch? Denkt er dann nicht sogleich, ich mag seine Arbeit nicht, bin vielleicht gelangweilt, oder ein verstockter Querulant, der mit nix zufrieden ist?

Und warum habe ich ausgerechnet heute so einen großen Pickel auf dem Rücken? Verflucht! Hoffentlich weicht er dem Hindernis geschickt mit den harten Händen aus. Nicht auszudenken, wenn das Biest auch noch platzt…

Wie geht nochmal „im Boden versinken“?

Und wie ich so denke und denke, überlege ich ernsthaft, wann denn die 30 Minuten vorbei sind, damit ich mich endlich entspannen kann. Hmmm, irgendwie Sinn verfehlt, oder?

 

 

Dermalogica und der fragwürdige Datenschutz

Der Herbst naht und die Kosmetikfirmen hauen ihre neuen Produkte raus. So auch Teuermarke Dermalogica, die ein pflanzlich und naturnah angehauchtes Liftingserum auf den Markt gebracht hat. Toll, denn es arbeitet „in Übereinstimmung mit der Biologie der Haut“ und „nutzt Grundlagen der Biomimetic Forschung“.

Ja hui, klingt doch gleich nach glatter Haut im Einklang mit der Natur. Da schreit doch fast jeder chinesische Faltenhund „Das will ich“, und ich schaue genauer hin. Spoiler Alert: Dass da eine Wagenladung Duftstoffe (inkl. extra deklarationspflichtiger Duftstoffe) drin sind, braucht einen bei Dermalogica eigentlich kaum wundern.

Warum ich aber eigentlich aufhorchte, war ein interaktives System, das Dermalogica per App dazu anbietet: Ein Fotodiagnosetool, mit dem man sein Gesicht fotografiert, und welches dann per KI persönliche Gesichtsmassagetipps…äh…Akupressur-Anleitungen anbietet. Dazu werden die Fotos verarbeitet, allerdings nicht auf dem Handy, sondern die werden zu einem Demalogica-Server geschickt.

Ja, und wie ist das mit dem Datenschutz, wenn ich der Firma munter meine Bildchen mit all den Makeln, die sonst keiner sehen soll, zuschicke? Nun, da ist man totaaal sicher. So hört es sich zumindest an: „Die Daten werden von Dermalogica LLC Gesammelt und sind erforderlich damit die App funktioniert. Deine Daten werden von anderen Nutzern nicht eingesehen.“

Äh ja, schön, dass meine Falten also nicht anderen Nutzern zur Schau gestellt werden, aber was ist mit dem Rest der Welt? Dieses kleine Datenschutzfeigenblatt ist so dünn, das fliegt schon beim geringsten Hauch davon. Ausgerechnet heute, in der Zeit steigender Datenschutzbedürfnisse, wird nicht erwähnt, dass auch ansonsten kein Schindluder mit den Infos aus den Fotos getrieben wird? Kein Wort? Weglassen ist doch arg verdächtig!

Ich ahne, dass man bei Dermalogica wohl nicht am Kaffeetisch sitzen wird und sich über die schrumpelige Nase von Tina Müller kaputtlacht, aber sonst so…?

Spionieren uns nun also auch schon die Pflegeprodukte aus…im weitesten Sinne.

 

 

 

Neue Beautymarken braucht das Land?

Über das Branchenportal „Beautypress“ habe ich von einer neuen deutschen Kosmetikfirma gelesen, die mit der Aussage „…nur mit High-Tech Wirkstoffen auf höchstem Niveau…dreimal so hochdosiert…“ mein Interesse schlagartig weckte. Beautymates nennt sich das Mix&Match Konzept, und mit bislang neun Produkten, die man kombiniert oder einzeln anwenden kann, möchte man wohl den Kosmetikmarkt erobern.

Und dabei setzt man ganz auf Social Media, also die gute alte Empfehlung von Freunden und natürlich Influencern. Ein riesengroßer Bereich gehört allerdings dem Vertrieb per Netzwerk-Marketing. Wer also zuerst ein paar Produkte einkauft, erhält dadurch Codes mit denen er selbst „Verkäufer“ werden kann, und natürlich eine Provision bei jedem Verkauf einstreicht. Das dann an Freunde und Bekannte, ganz einfach über Social Media. Bis zu 30% Provision sind drin.

Also kann man sich schon denken, was da demnächst auf Instagram los sein wird: Schockverliebte Massen, die uns die Marke Beautymates ans Herz legen werden. Un Be Dingt!

Wer dazu neue Verkäufer anwirbt, kann seine Provisionsmöglichkeiten sogar noch erhöhen.

Der Vertrieb über (scheinbar) authentische Kunden ist nicht neu, aber es bleibt der unangenehme Beigeschmack, und ein schmaler Grat zur Täuschung. In Italien gab es bei ähnlichen Geschäftsmodellen bereits empfindliche Geldstrafen.

Hinter Beautymates steckt Unternehmer Patrick-André Wilhelm, der bereits zwei Unternehmen (MyParfum, Movinary) mehr oder weniger gegen die Wand gefahren hat. 40% der Anteile gehören dann noch Asam Beauty, deren Beteiligungen ja auch immer üppiger werden. Nun ja.

Mein Interesse ist nun schlagartig verschwunden.

 

 

Gard Haargel für den schmierigen Börsenmakler von Welt?

Neulich im Drogeriemarkt. Da stöbere ich durchs Haarpflegeregal, da fällt mir das 2599ste Haargel auf. Neu vom Gard Haarstudio (äh, gibts das eigentlich noch?). Und was kann das? Nun es ist extra für Businessfrisuren! Ah ja.

Muss da nur ich sogleich an schmierige Börsenmakler denken, die wohl wegen ihrer windigen Geschäfte eine Extraportion Kontrolle in der Tolle brauchen?

(Sorry für das gemeine Vorurteil gegenüber Börsenmaklern)

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser, Pixabay, Wiki Commons     Keinerlei Sponsoring!)

18 Kommentare

  1. Also Gard Produkt wird dann wohl in der Bankenmetropole ein Verkaufsschlager.😁

    Massage liebe ich abgöttisch und könnte locker mein ganzes Gehalt in die guten Hände abgeben. Wenn man sein Studio gefunden hst – Fachpersonal, sauber, Termine auch am WE – bleibe ich jahrelang treu. Allerdings bringen mir erst 60 oder noch besser 90 Minuten erst was – alles andere ist nur warm up und schneller vorbei als die angefangen hat.
    Wenn ich alle 3 Wochen hingehe bin ich nicht zu gebrauchen. Ja, ich stöhne gelegentlich da auf mir herumtrapeln zeitweise höllisch weh tut. Dafür bin ich am Tag danach wie neugeboren 😍.

  2. Ich mag Massagen auch sehr gerne. Am liebsten Cranio-Sakral, da haut es mir buchstäblich das Gehirn aus dem Schädel. Ich vibriere dann am ganzen Körper noch tagelang.

    Haargel ist lustigerweise grade ein Thema, das mich beschäftigt. ICh suche nämlich ein Haargel ohne Duftstoffe und das ist im konventionellen Bereich scheinbar gar nicht möglich. Das verstehe ich einfach nicht. Die ganzen Duftstoffe empfinde ich mittlerweile als ziemliche Seuche. Immerhin hab ich ein Rasiergel gefunden, das 100% duftstofffrei ist. Beim Haargel teste ich jetzt mal die Cremekampagne aus, obwohl mein letzter Ausflug in die duftstofffreie NK ziemlich nach hinten los gegangen ist (die Pflanzenextrakte, Rosenwasser etc. mag meine Haut scheinbar auch überhaupt nicht – alles brannte :-/)

    LG und Dir ein schönes Wochenende!

  3. Nicht ganz duftfrei, aber zumindest nur mit dezentem Geruch nach Gesichtscreme, der obendrein rasch verschwindet, ist American Crew Forming Creme. Mittlerer Halt, mittlerer Glanz.

    Ich mag auch deren Molding Clay sehr – ein besonders festes Wachs, von dem man nahezu „nichts“ braucht, mit starkem Halt und mittlerem Glanz – dessen Geruch nach Minze, der mich nicht stört, verflüchtigt sich ebenfalls.

    Mit beiden Produkten werden die Haare nicht hart – das mag ich überhaupt nicht – sondern bleiben immer wieder neu- oder nachformbar.

    Zum Thema Massage kann ich nur raten, woanders einen zweiten Versuch zu starten!

    Nach meiner allerersten „Behandlung“ bei einer Masseuse, die aussah, wie man früher gerne die grobschlächtigen KGB-Mitarbeiterinnen darstellte, habe ich mich gefühlt (und teilweise auch so ausgesehen), als ob ich in eine Schlägerei geraten wäre ;-)(.

    (K)ein Wunder, dass bis zu meinem nächsten Versuch fast zwanzig Jahre vergingen? Der verlief dann allerdings zum Glück anders und war wunderbar :-).

  4. Ich lasse mich überhaupt nicht gern massieren weil ich es nicht mag wenn fremde Menschen mich anfassen.
    Eine Hot Stone Massage empfand ich mal als angenehm, da fühlt man nur die Steine und nicht die fremden Finger.
    Wahrscheinlich würde ich auf der Massagebank den Fisch machen und hoffen das der oder die Massierende selber auch nicht redet, ich könnte mich dann nicht entspannen.

    Ja bitte, ein Haargel ohne Duft. Das muss doch möglich sein. Auch Haarspray riecht meist fürchterlich.
    Ich war vor Jahren zu einer Hochzeit geladen und wollte meine damals längeren Haare ein bisschen aufstecken lassen. Zu den gefühlt 40.000 Haarnadeln brauchte der Friseur eine riesen Menge furchtbar riechendes Haarspray. Mir wurde übel davon.
    Zuhause habe ich alles gelöst und meine Haare zweimal gewaschen. Was haben die geklebt.

    Allen ein schönes Wochenende 🙂
    Grüße
    Nicola

  5. Ich lieber auch Öl-Massage, wenn warmes Öl auf Deine Stirn läuft, das ist Entspannung und Glück pur.

    Männer die von mir zwei Thai Mädels gleichzeitig für 90 Minuten geschenkt bekommen haben werden es mir vermutlich lebenslänglich danken, die Augen werden gaaanz verträumt wenn sie davon erzählen. Mein Freund hat mich danach vergöttert ha,ha,ha.

    WEnn sich bei mir Kopfschmerzen ankündigen, gehe ich 15 Minuten zur Nackenmassage und bin danach wie neugeboren. Ohne Schmerzmittel.

    Haarstyling muss ich passen, hatte noch nie im Leben ein Produkt der Kategorie bessesen. Höchstens leave in Pflegeprodukte. Nicht mal eine runde Haarbürste besitze ich, was jedes Mal meine Mädels in die Schockstarre versetzt, wenn die sich bei mir abends fertig machen wollen.

  6. Lieber KK! Es ist der Hammer, welch spannende Themen du immer zusammensuchst. Auch wenn es mich mal nicht direkt tangiert, bin ich doch oft interessiert, und es gibt immer neuen Input.
    Schade finde ich, dass viele Leserinne sowas scheinbar nicht interessiert. Wenn ich sehe, dass Berichte über Schminke oder Fußcremes mehr Kommentare erzeugen als dieses üble Spiel von Beautymates und diese Asams, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Eigentlich verdient Deutschland seine billigen Influencer! Die meisten Leute bemerken ja nicht einmal den Unterschied. Schade!!!!

    1. Ich finde, dass man das so pauschal nicht einfach sagen kann.
      Ich kommentiere vieles auch nicht. Das heißt aber nicht, dass ich es nicht lese und ich mir keine Gedanken darüber mache bzw. eine Meinung dazu habe.

      1. Das sehe wie wie Diana……..oft nehme ich KKs Denkanstöße mit in den Alltag, aber habe nicht die Zeit und Möglichkeit meine Eindrücke hier niederzuschreiben. Dazu kommt, dass es mich auch viel Mühe kostet alles in die Tasten zu tippen.
        Ich lese sehr gerne hier, da es für mich immer reale Leben widerspiegelt.

  7. Lieber KK, konntest du denn die Massage kein bisschen geniessen?
    Ich finde, gute, professionelle, (medizinische) Massagen sind was Herrliches!

    Der Punkt ist, der/die Masseur/in muss wirklich gut ausgebildet sein und am besten ist es, man geht über längere Zeit regelmässig zur gleichen Person.
    So kann man sich, trotz Schmerzen bei der Massage, welche bei verspannten Muskeln normal sind, gut entspannen und es ensteht ein Vertrauensverhältnis.
    Und, die massierende Person sollte einem sympathisch sein, finde ich.
    Ein guter Masseur fragt im voraus auch nach Beschwerden und ob eher sanft oder kräftig massiert werden soll, was man von der Massage erwartet usw.
    Ich weiss ja nicht, ob das bei dir alles der Fall war, falls nicht würde sich ein weiterer Versuch in einer anderen Praxis vielleicht lohnen.

    Eine gute, professionelle Massage soll und darf etwas kosten und es lohnt sich, andere nach ihren Erfahrungen zu fragen und die für sich passende Praxis gut auszuwählen.

    1. Doch, doch, alle Parameter waren gut. Meine Branche ist ja ähnlich gestrickt. Vertrauen und Sympathie stehen ganz oben, neben guter Ausbildung und handwerklichen Fähigkeiten. Trotzdem macht man sich ja so seine Gedanken. Ich konnte auch alles genießen, trotzdem habe ich es überspitzt aufgeschrieben, damit es ja auch einen gewissen Unterhaltungswert bekommt. 😉
      Liebe Grüße!
      KK

  8. Ich hatte mal eine Massage. Allerdings hatte ich dort eine Erektion. Soll aber normal sein, sagte mir der hübsche Masseur. Das war wirklich peinlich. 😂

    1. Habe auch gehört, dass es normal sein soll, aber das wäre mir ultra peinlich gewesen.
      Schlimmer ist es aber bei Patienten bei der Einleitung und nach der Narkose, die reden manchmal auch viel erotisches Zeugs. Gut nur, dass man davon hinterher meist nichts weiß.
      Umpf!
      Viele Grüße!
      KK

  9. Bei dem Vertriebskonzept von den Beautymates ringeln sich meine Zehennägel auf. Da könnten die Produkte noch so gut sein, das geht mir grundsätzlich gegen den Strich.
    Mir geht’s bei den Massagen wie Ombia. Ich liebe es, von kundigen Händen behandelt zu werden und könnte das täglich und stundenlang haben. Lediglich der noch ausstehende Lottogewinn hält mich davon ab 😉
    Allerdings mag ich keine Streicheleinheit als Massage, aber die Meisten können den Druck kundenspezifisch anpassen.

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