LIFESTYLE: VON DUNKLEN GEHEIMNISSEN UND EINER ANGEBERIN BEI GNTM – UND SIE IST NOCH NICHT EINMAL MODEL

Ich gestehe: Ich habe ein dunkles Geheimnis: Scheinbar ist donnerstags zu viel Zeit im Hause KK übrig, denn wie kann es anders sein, dass ich in der letzten Woche schon wieder einen längeren Blick auf die trashige Fernsehsendung „Germany´s Next Topmodel“ geworfen habe? Trotzdem war es unterhaltsam, denn eine arg investigative Dame vom Promifachmagazin „Bunte.de“ versuchte die angehenden Models gehörig unter Druck zu setzen. Dabei setzte SIE sich allerdings gehörig ins Fettnäpfchen…

Das Amen in der Kirche

GNTM folgt den immer gleichen Gesetzmäßigkeiten, die seit gefühlten 2000 Jahren bestehen, und die auch nicht gebrochen werden dürfen. So sind „Umstyling“ und „Nacktshooting“ so sicher wie das Amen in der Kirche. Und auch der Besuch einer „grundgemeinen Journalistin“ kommt in jedem Jahr nicht völlig unerwartet.

Sinn und Zweck: Die Meedchen sollen hautnah spüren, dass man in der Öffentlichkeit besser jedes Wort auf die Goldwaage legt! Denn wie alle guten JournalistInnen wissen (die von Bild, Bunte und Konsorten hinaus in die Welt geschickt werden), dreht man den Menschen besser das Wort im Munde gleich zweimal herum, um einen sicheren Arbeitsplatz behalten zu dürfen, in dem Journalistenehre noch etwas gilt…

Jedenfalls modeln Heidis Mädels so vor sich hin, eigentlich alles wie immer. Knatsch mit dem Fotografen, Knatsch untereinander, Job-Knatsch um den Gewinn, das diesjährige „Venusgirl“ zu werden. Nein, nicht die Erotikmesse, der Damenrasierer, also bitte!

Auftritt: Cruella De Vil

Stimmung kommt erst auf, als die erschreckend unfrische Frau Julia Bauer die Szene betritt. Sie ist die Chefredakteurin von Stocksteif.de Bunte.de, und ich musste kurz zucken, als ich bei meiner Recherche erfahren durfte, dass die Dame doch tatsächlich erst blutjunge 31 Jahre alt ist. Hui, vielleicht nicht so viel auf die eigenen Advertorials hören und lieber mal bei guten Beautybloggern lesen, dann gibt es womöglich doch nochmal Glow und frische Ausstrahlung. So wirkte das gesamte Segment „Bunte investigativ“ doch arg wie Bandscheibenvorvall mit Kukident im Mädcheninternat von Lausanne.

Der Job des scharfen Journalistenhundes (man könnte auch Bitch sagen) ist es, wie in jedem Jahr, die Modelazubis in die Bredouille zu bringen, sie zu beschämen, ihnen Geständnisse zu entlocken und diese dann hundertfach aufgebauscht als News zu verkaufen. So auch diesmal.

BSauer wie der Joghurt

Unglaublich unsympathisch (sowas kann man nicht spielen!) zickt sich Frau Bauer, die Hollywoodkuschelbär Ryan Gosling so richtig geil findet, von Mädel zu Mädel. Bei ein paar der arglosen Geschöpfe beißt sie sich dann fest:  Besonders K-Laudia und Sally müssen dran glauben.

Da konfrontiert Frau Bauer, die eine „Leidenschaft für Menschen“ hat, die Mädchen mit „dunklen Geheimnissen“ aus ihrer Vergangenheit, und macht nebenbei einen total super Job, die Sympathiewerte der Klatschpresse noch tiefer in den Keller zu jagen! Well done!

Sie erschrickt geradezu vor den (mehr oder minder) Nacktfotos der beiden Grazien, und man glaubt es ihr, denn Nacktheit kommt bei Frau Bauer sicherlich gleich nach einem Job in der Politikredaktion der FAZ. „So unsympathisch!“ wiederholt sie gleich nochmal verbal meinen persönlichen Eindruck.

Klaudia mit A schreckt das nicht ab. Sie zeigt ja nicht alles und würde schließlich niemals einen Porno drehen, denn ihre „Mumu hält sie nicht in irgendwelche Kameras“. Zack! Diese geradlinige Aussage hält Frau Bauer aber auch für grauenhaftes Wording und rollt mit den Augen. Man möchte Frau Bauer in diesem Moment etwas schadenfroh eine neue Frühstückstasse mit der Aufschrift „MUMU“ schenken.

Besser läuft es bei Sally auch nicht: Die nimmt der Journalistin gleich den Wind aus den Segeln und beichtet ungefragt ihre oben-ohne Fotos, die sie gutgläubig einem Freund schickte, der sie dann in diesem Internet verbreitete. Sie möchte ein warnendes Vorbild sein, denn „das Internet vergisst nie“  Cudos! Straight für eine 17-Jährige, auch wenn sie sichtlich leidet.

Tja, und was macht die Wortjongleurin Bauer prompt daraus? Schlagzeile Bunte: „In ihrer Vergangenheit gibt es ein dunkles Geheimnis“  Superdumm, wenn die 17-jährige Modelauzubildende schneller als eine professionelle Texteuse ist und ihr die sadistische Freude am Bohren vermiest, aber man kann ja die Schlagzeilen fein in die eigene Richtung drehen, wie man sieht. Ein Musterbeispiel, warum dumme Menschen das Wort Lügenpresse erfunden haben: Sie verwechseln Leute wie Frau Bauer mit Journalisten.

Mädchen: top – Journalistin: flop

Ich ertappe mich gerade noch dabei, die Dramendichterin Bauer, die mit dem namensgleichen Joghurt den sauren Beigeschmack gemein hat, nach Nordkorea zu wünschen, als im Finale der Topmodelshow Heidi und ihre Jurykollegen der etwas mitgenommenen Sally zu ihrer klaren Haltung in Sachen Bunte-Schlagzeile gratulieren. Sie habe das tapfer gemeistert und man könne von ihr lernen.

Hoffentlich hat das nicht Frau Bauer am heimischen Bildschirm gesehen. Die textet sonst gleich wieder los: „Keine Gnade für Sally – Lockeres Mädchen bleibt man ein Leben lang!“  Und dabei muss ich ein wenig lachen, denn wenn man sich überlegt, dass die Mädchen durch ihre GNTM-Publicity Followerzahlen und (tägliche!) Klicks in den relevanten Social Media Kanälen generieren, von denen Bunte.de nur träumen kann, dann sollte man vorsichtig sein, wem man da per Headline die unsympathischen Krätze an den Hals wünscht, auch wenn die ganze Nummer nur gescripted war. Mit einem unsympathischen Image spielt man besser nicht, es könnte daneben gehen. Mission accomplished!

Übrigens hat man jetzt auf YouTube gleich auch schon einen #ganzschönunsympathisch #fraubauer #buntevergisstnichts am Arsch…

 

 

 

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(Foto: Konsumkaiser  Keinerlei Sponsoring. Sämtliche Informationen über Frau Bauer entstammen dem Burda Autorenprofil)

24 Kommentare

  1. Bunte.de finde ich eine der frauenverachtendsten Websites in Deutschland. Dass da so wenig Gegenwind kommt, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben.

  2. Guten Morgen,
    erkenne keinen großen Unterschied zwischen Julia Bauer und den meisten „Moderatorinnen“ im TV wie zb. Frauke Ludewig, die lediglich 2 vorgeschriebene Sätze zwischen Filmchen vorlesen.

    1. Der Unterschied ist, dass die Moderatorinnen etwas vom Telepromter ablesen, dass meist die Redaktion ausgedacht hat. Frau Bauer und ihre KollegInnen „erdichten“ ihre News selbst. Und gibt es nix zu berichten, dann werden sie ganz besonders kreativ, was zahlreiche Gegendarstellungen in der Geschichte der bunten Blätter belegen.
      Viele Grüße, KK

  3. Ich bewundere Deine Ausdauer was das Interesse an der Sendung angeht ;-)

    Ich habe vor Wochen mal kurz reingeschaut und fand es nur dämlich !
    Ganz schlimm fand ich den „Star-Designer“ Michael M.
    Puuuh…

    Aber wie alles im Leben ist es auch hier halt Geschmackssache.

  4. Ich bin leider auch wieder total drin! Vor ein paar Wochen kurz reingezappt und jetzt fange ich an mich auf Donnerstag zu freuen! 😆 Frau Bauer war echt extrem unsympathisch, aber wen ich absolut nicht ausstehen kann ist dieser Michael! Wenn der den Mund aufmacht krieg ich echt Herpes! Wie schafft es so ein nöliger Typ ins Fernsehen oder überhaupt irgendwohin im Leben?

  5. Jaaaa ne Mumu Tasse!, Mei wär des lustig, wenn sie ins Büro kommt und da steht auf ihrem Schreibtisch eine! 😆😆😆😆😆😆

  6. super geschrieben. Aber bunte ist toll, ich vertreibe dort gerne meine Zeit. Ich lese auch die Magazine gerne.
    Und die Videos sind immer unterhaltsam.

      1. Viele denken, dass bunte.de und Bunte dasselbe sind. Die Zeitschriften nehmen sich nicht annähernd das raus, was die online-Blätter machen.
        Gala.de ist inzwischen auch so. Mir scheint, die Zeitschriften werden besser, die Online-Ausgaben schlechter, nahe am Rufmord, auf jeden Fall voll dabei in der Aburteilung von Frauen.

  7. Donnerstag abend gibt es meist auf 3sat Scobel. Werbefreie Gespräche mit Tiefgang. Vorher noch 45 Minuten Doku zum Gesprächsthema. Um mal eine Alternative anzubieten.😋

    Diese Frau Bauer…… Ich wäre auch frustriert, wenn ich aus purer Geldnot als Chefredakteurin eines Klatschblattes arbeiten müsste, das schon vor 50 Jahren als uncool galt. Lieber KK, der Vergleich Frau de Vil…..Das ist zwar ein widerlicher Charakter, sieht aber sehr viel besser aus als Frau Bauer. Zumindest in dem 101 Dalmatiner, das ich als Kind las. Punkto Bösartigkeit ist Frau Bauer ein kleines Licht neben ihr. 😎

    Liebe Grüße
    Argana

  8. Hm, ich habe mir noch nie, nicht mal für 10 Minuten diese oder ähnliche Sendungen angeschaut. Nach diesem Text bleibt es dabei! ;-)
    Eigentlich habe ich letztes mal vor 4 Monaten Fern geschaut und das nur weil ich krank im Bett lag. Filme dagegen schaue mich fast täglich an, sind auch besser für den Kopf :-)

    1. Zumindest bieten diese Sendungen genug Stoff für launige Glossen.
      Zu Herrn Scobel fallen mir nur Witze zu seiner ehemals aristokratischen Frisur ein. ;-)
      Aber er ist super und dem Humor auch nicht abgeneigt, seine Ex war schließlich Frau Fröhlich! ;-)
      Liebe Grüße, KK

  9. 31 Jahre ist sie erst alt? You made my day! 😄 Dann kann ich ja wirklich noch sagen, dass ich aussehe wie Mitte 20! 😄

  10. Davon abgesehen, dass ich diese Frau Bauer extrem grässlich fand, hab ich nicht so richtig verstanden, wo jetzt da so Schlimmes bzw. Interessantes zu finden sein soll.
    Unterhält sie sich mit freundlichen, ruhigen Menschen, langweilen sie sie ( muss ein Model in jedem Interview eine Stimmungskanone sein? Es wird doch kein Komiker gesucht) und was war mit dieser Sally?
    Ein „ oben ohne Foto“ im Netz? Hmm, ist das jetzt so schrecklich, weil sie erst 17 ist?
    Sooo aussergewöhnlich ist das ja nun auch nicht. Selbst Frau Klum macht das doch dauernd.

  11. Du kennst ihn eindeutig besser als ich 😃 Gib zu, in den Werbepausen zappst du heimlch zu Scobel.😋 Frau Fröhlich ist seine Ex? Da braucht es zum Humor eine gehörige Portion Schmerzfreiheit😎 Ach, es ist immer so lehrreich hier, danke KK! 😘

    1. Ach der Scobel und die Fröhlich waren ein schönes Paar. Und Frau fröhlich ist mMn etwas verkannt. So robuste Frauen mit Humor (und gesunder Selbsteinschätzung) haben bei mir immer ein Stein im Brett. :-)
      Und natürlich schaue ich oft Scobel, allerdings meist aus der Mediathek. Ich muss auch in der geistigen Verfassung dafür sein. Donnerstags reicht es tatsächlich nur noch für die Topmodels, da bin ich plattikowski!
      Die Diskussionen im Studio finde ich immer motivierend, weil da nicht die immer üblichen verdächtigen herumsitzen, und die typischen Betroffenheitsthemen ausgeklammert werden. Etwas mehr Wissenschaft in Diskussionen tut gut.
      Liebe Grüße, KK

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