LIFESTYLE: (KEIN) KINOTIPP * BULLYPARADE – DER FILM

Da sitzt man seit 20 Minuten im Kino und fragt sich, wieviele Stunden wohl schon vergangen sein mögen. Kein gutes Zeichen? Stimmt! So geschehen gestern beim neuen Kinofilm von Bully Herbig. Selbst Popcorn, Nachos und eiskalte Cola-Light konnten nicht von der Tatsache ablenken, dass man manchmal die Vergangenheit in Ruhe ruhen lassen sollte. Aufgewärmt schmeckt halt nicht immer gut…

 

Da hockt man im Kino und fühlt sich, als säße man bei der Premiere von „Otto, der Film“ – Teil 241. Alles schon gesehen und gehört, in den ersten 10 Minuten auch ein nettes Wiedersehensgefühl gehabt, und dann? Dann fragt man sich nur noch, wann es endlich vorbei ist, und ob die Türen auch schnell genug aufgehen, sodass man wenigstens schnell wieder raus kommt. Schade eigentlich, oder?

Michael Bully Herbig und seine Compagnons Christian Tramitz und Rick Kavanian haben sich filmtechnisch wieder zusammengetan. Unsichtbare Stimmen müssen den drei Comedyhaudegen den Befehl gegeben haben, noch mal die alten Kostüme überzuwerfen, die alten Grimassen zu ziehen, und die Komikernummern nachzuspielen, mit denen sie vor gefühlten 100 Jahren riesigen Erfolg hatten: Die „Bullyparade“ (1998 bis 2002) und den daraus hergeleiteten Kinofilmen „Schuh des Manitu“ (2001), „(T)Raumschiff Surprise“ (2004) und „Lissi und der wilde Kaiser“ (2007) waren allesamt gute Unterhaltung. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Was auch heute noch stimmt: Handwerklich ist das alles ganz prima. Schönes Timing, gutes Schauspiel, tolle Kostüme und Setdesigns. Das hat was gekostet und jemand hat sich viel Mühe gegeben. Gratulation. Reicht nur leider nicht.

Diesmal kommt Herbig mit einer unmotivierten Rentnersketchnummer, und spult all die bekannten Charaktere ab, die als kleine Häppchen dereinst nett und lustig waren. Heute wirken sie nach kurzer Zeit nur noch nervig. Ganz besonders den bajuwarischen Winnetou kann ich nicht mehr sehen…äh…hören. Herbigs und Tramitzens süddeutsches Gebrabbel wird dermaßen nervig, dass ich mich in ein Sprachinstitut im schönen Bautzen wünsche. Oder in ein schwäbisches Häuslebauerparadies.

Alles wirkt wie eine große Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für abgehalfterte Comdeydarsteller, inklusive dem unvermeidlichen Sky Dumont. Klamauk? Macht doch nix! Aber Langeweile? Und Herbig könnte man fast schon unterstellen, einfach nur nochmals Kohle machen zu wollen, eh er seine frisch verstorbenen Sketchnummern beerdigt. Wer hat noch einst gesagt, dass man aufhören solle, wenn es am schönsten ist? Aufgewärmt schmeckt Eintopf nochmal so gut, „Bullyparade – der Film“ leider nur noch abgestanden…aber geil tanzen können sie alle. 😉

 

 

 

.

 

 

 

(Foto: Warner Bros./HerbXFilm/AmazonPrime   Keinerlei Sponsoring)

 

6 Kommentare

  1. Wie hieß es in „Der Schuh des Manitu“ doch gleich? „Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden“? DAS war ein Spruch, der es mir angetan hat, der Rest geriet recht schnell in Vergessenheit. 😉

  2. Jooo. Ganz so hart wie Du hab ichs in meinem Sonntagspost nicht formuliert. Aber ich war auch enttäuscht. Mir hat ein roter Faden gefehlt, der die Episoden verbunden hätte und ein tatsächliches Ende. Ist zwar vermutlich nicht möglich, aber so wars mir einfach zusammenhanglos.
    Das „weiche“ an Bullys Bayrisch ist übrigens kein Stilmittel. Manche Menschen mit dieser Orientierung sprechen hier in der Tat genau so. Und Bayrisch klingt halt einfach so. Aber ich kann Dich verstehen, andere Dialekte kann ich auch oft nicht gut vertragen. Deshalb bleib ich auch gern daheim, wo die Leute so reden, wie auch mir der Schnabel gewachsen ist.
    LG Sunny

    1. Hehehe. War ja auch nicht insgesamt gegen Bayrisch gemünzt. Nur in der Konzentration hat es mich schnell genervt. Ansonsten gehört Bayrisch eher noch zu meinen Lieblingsdialekten, zusammen mit Berlinerisch. Unser Kohlenpottplatt hier macht mich auch ganz irre. Ist nicht so mein Ding.
      Liebe Grüße in den Süden, KK

  3. Ja, das dachte ich mir schon.
    Aber damals war’s so lustig! Auf jeder Party haben wir uns nur in bayrischem Schwulenslang unterhalten und auch alle die man nicht kannte sind gleich voll drauf eingestiegen! Die Preissen sind halt dann oft schon früher Heim – kann man verstehen 😉

  4. Lieber KK, danke für die Information, dann erspare ich mir den Film, hatte es „befürchtet“, liebe Grüße Gabriele

Kommentare gern gesehen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s