LIFESTYLE: WEM GEHÖRT EIGENTLICH…LOUIS VUITTON?

Eine neue kleine Serie auf KK. Es geht um Luxus und die Leute, die dahinter stecken, aber die meist niemand kennt. Heute kümmern wir uns einmal um die Firma, die als die wertvollste Luxusmarke gilt. Es ist ein altes Traditionshaus, es existieren unzählige Fälschungen, und LV gehört zum Statussymbol der Rapszene. All das macht Louis Vuitton, der ehemaligen Koffermarke, nichts aus. Sie ist weiterhin das lukrative Zugpferd im Luxuszirkus…

 

 

Ach, der gute Herr Vuitton hätte sich Anfang des 19. Jahrhunderts sicher nicht träumen lassen, dass seine 1854 gegründete kleine Koffermanufaktur einmal die begehrtesten Produkte der Welt herstellen würde. Die erstmalig flachen und damit stapelbaren Koffer waren ein durchschlagender Erfolg – bis dahin verreisten die Leute mit unhandlichen Truhen, die nicht stapelbar waren und viel Platz einnahmen.
Darüber hinaus war das von Louis Vuitton entwickelte Canvas aus beschichtetem, wasserabweisenden Leinen, mit denen er seine Koffer bespannte, so robust und strapazierfähig, dass es die unbequemen Reisen per Schiff, Dampfbahn und Pferdekutsche unbeschadet überstand.

1888 entwarf Vuitton den heute noch beliebten „Louis Vuitton Damier Canvas“ mit dem klassischen Schachbrettmuster. Louis Vuitton hatte bereits damals schon Produktfälscher am Hals, die seine Designs klauten und beschriftete seine Waren mit einem Logo „Marque L. Vuitton déposée„.

Nach dem Tod von Louis Vuitton 1892, entwickelte sein Sohn Georges Vuitton 1896 das ikonische „Louis Vuitton Monogram Canvas“ mit den ineinander greifenden Initialen LV und den Ornamenten, die heute zu den berühmtesten Marken-Logos der Welt gehören.

1913 eröffnete Louis Vuitton das größte Geschäft für Reisegepäck der Welt auf den Champs Elysées in Paris. Kurz darauf entstanden Louis Vuitton Shops in New York, London, Bombay, Washington, Alexandria und Buenos Aires.

 

1987 erfolgte zum Schutz vor einer feindlichen Übernahme die Fusion der Louis Vuitton S.A. mit dem französischen Spirituosenhersteller Moët Hennessy, der seinerseits 1971 aus einem Zusammenschluss zwischen dem ChampagnerherstellerMoët & Chandon und dem Weinbrandhersteller Hennessy entstanden war. Es entstand LVMH Moët Hennessy • Louis Vuitton S.A. Gegen die feindliche Übernahme, die letztendlich der französische Unternehmer Bernard Arnault erfolgreich durchführte, welcher 1989 Vorstandsvorsitzender von LVMH wurde, konnte sich allerdings auch das fusionierte Unternehmen nicht wehren.

Bernard Arnault (*1949) ist bis heute Chef von LVMH Er ist der reichste Franzose und gehört zu den 13 reichsten Menschen weltweit. Sein Vermögen wird auf ca. 37 Milliarden Euro geschätzt. Ausser bei LVMH ist er bei Christian Dior aktiv, ihm gehören ca. 70% der Anteile. Aus Angst vor einer möglichen „Reichensteuer“ in Frankreich, hat er vorsorglich die belgische Staatsangehörigkeit beantragt. Arnault gehört auch zu den unbeliebtesten Franzosen und gilt als eiskalter und berechnender Geschäftsmann. Ihn wird´s jucken…

Bernard Arnault (C: wikimedia commons)

 

Das Haus Louis Vuitton wird seit 2012 geführt von Michael Burke. Chefdesigner ist seit 2013 Nicolas Ghesquière, der Marc Jacobs ablöste. Kim Jones ist für die Herrenkollektionen verantwortlich.

Zu LVMH gehört seit 2016 übrigens auch der deutsche Kofferhersteller Rimowa! Prima, dann hat man ja jetzt ein kleines LV Feeling, wenn man mit seinem Rimowa Koffer am Flughafen steht. 😉

 

Es wird geschätzt, dass die Marke Louis Vuitton ca. 25 % vom Gesamtumsatz der LVMH-Gruppe (alle Geschäftseinheiten: 23,66 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2011) generiert und dabei 60 bis 70 % vom Konzerngewinn (2011: 5,26 Mrd. Euro) erwirtschaftet.

Mitte 2012 lag der geschätzte Unternehmenswert der LVMH-Gruppe samt deren Hauptmarke Louis Vuitton bei 66,38 Mrd. Euro.

 

Mein Wunschtraum ist seit längerer Zeit der schlichte und klassische Herrenrucksack „Josh“ aus Damier Graphit Canvas, für den ich aber noch ein wenig sparen muss. Aber dazu sind Luxuslabels ja da, sie wecken Begehrlichkeiten und lassen uns träumen.

 

Zu LVMH gehören heute noch zahlreiche weitere Luxusfirmen, was eigentlich sehr spannend ist, denn solch eine gebündelte Macht fasziniert ungeheuerlich!

Luis Vuitton, Moët et Chandon, Hennessy, Givenchy, Céline, Kenzo, Loewe, Fendi, Mark Jacobs, Bulgari, Thomas Pink, Berluti, Emilio Pucci, StefanoBi, Rimowa. Neben den Taschen- und Modelabels gehören auch hochwertige Weine und Spirituosen, Uhren und Schmuck sowie Parfums und Kosmetika zur großen ­LVMH-Familie. So finden sich weltbekannte Namen wie Dom ­Pérignon, Veuve Clicquot, Krug, ­Mercier, Bvlgari Parfums, Bulgari Uhren, Dior ­Watches, Tag Heuer, ­Zenith, Hublot, Christian Dior Parfum und Kosmetik, ­Guerlain, benefit oder Kenzo Parfums unter den Marken, die von LVMH vertrieben werden. Auch die Parfümeriekette „Sephora“ gehört zur Familie.

Das umsatz- und gewinnträchtigste Feld ist das Lizenzgeschäft mit Düften und Kosmetika, Lederwaren, Brillengestellen, Uhren und Schmuck, da sich die eigentliche Mode nur wenige wohlhabende Kunden leisten können. Wichtige Wachstumsmärkte für Luxuswaren sind Russland, China, Indien, Japan und Korea.

LV wird nur sehr eingeschränkt über stark überwachte Vertriebswege verkauft. Bei Rabatten, Outlets, Angeboten usw. handelt es sich eigentlich IMMER um Fälschungen oder Gebrauchtware. LV aus Antalya ist sehr beliebt, lässt sich aber meist leicht als Fälschung identifizieren, was für die/den TrägerIn äusserst peinlich sein dürfte!

Mittlerweile gibt es fast perfekte Kopien aus Fernost, die sogar mit Staubbeutel, Zertifikaten und Rechnung geliefert werden (sehr oft bei Privatverkäufen auf eBay zu finden). Diese sind aber auch entsprechend  teuer, sodass man da eindeutig in das Original investieren sollte, denn der Preisverfall ist bei den klassischen Produktlinien recht gering.

Man kann so gut wie nie ein echtes LV „Schnäppchen“ schießen, das schließt der Konzern aus – natürlich um den Marktwert zu halten. Zunehmende Bedeutung bekam LV vor geraumer Zeit in der US Rapperszene, was nicht unbedingt verkaufsfördernd ist.

 

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser, Wikimedia Commons   Keinerlei Sponsoring  Quellen: Wikipedia, Wirtschaftswoche, Manager Magazin, „Wem gehört die Welt?: Die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus“ von Hans-Jürgen Jakobs)

 

10 Kommentare

  1. Ach das ist spannend. Ich liebe solche Infos zu Luxusunternehmen. Hattest du nicht auch mal sowas zu MCM gemacht. Die sollen ja wieder groß angesagt sein?
    Schönen Sonnentag heute!
    Ricarda

    1. Ja, im Freitags Trendbarometer, vor 4 Wochen. Aber ich werde den Artikel nochmals unter dieser Rubrik veröffentlichen, dann ist alles schön beisammen.
      Liebe Grüße, KK

    1. Hmm, wahrscheinlich gäb´s dann andere Sorgen. Geld allein macht auch nicht vollständig glücklich. (Sage ich mir immer selbst, um nicht zu sehr zu sabbern, wenn ich die Summen höre, die die auf dem Konto haben, lach)
      Viele Grüße, KK

  2. Dann wurde das Schachbrettmuster vor den klassischen Initialien erfunden? Das ist echt spannend.
    Ach, ich bin auch ein Fan von Louis Vuitton, genauso wie von Burberry. Mit den beiden hat vor vielen Jahren bei mir alles angefangen, wir wohnten noch in Hamburg und ich kann mich noch an die minikleinen Boutiquen der beiden erinnern; lange bevor das alles so groß wurde.
    Seither begleiten mich stets LV Geldbörsen/ Schlüsselmäppchen, Tücher und Taschen. Wobei ich in letzter Zeit auch eher im Online- Shop stöbere; in den Läden in Frankfurt, Stuttgart und München herrscht ja meist Massenbetrieb, da habe ich dann gar keine Lust mehr.
    Sparen will ich schon lange auf eine klassische Alma- aber meist kommt etwas anderes dazwischen😁.

    1. Interessant, dass du das auch so siehst. Ich wundere mich immer WIE voll so ein Luxusladen sein kann. Die Preise sind ja nun wirklich keine Schnäppchen. Ich bestelle mittlerweile auch lieber online.
      LV reizte mich lange Zeit nicht, leider bin ich jetzt wohl infiziert. Der Rucksack und Sneakers müssen noch demnächst sein, aber ich fürchte es kommt mir auch immer etwas dazwischen. 😉
      Liebe Grüße, KK

  3. Die Entstehungsgeschichten solcher Unternehmen finde ich immer sehr spannend und bedauere, wenn die feindliche Ubernahme nicht verhindert werden kann. Durch diesen Bernard Arnault ist mir die Marke allerdings noch unsympathischer als vorher. Auf dem Foto erinnernt er mich irgendwie an Mr. Burns von den Simpsons. Gut, dass ich keine Affinität zu solchen Luxus-Marken habe. Ich möchte nur ungern den Reichtum solcher Konzernbosse mit dem Kauf dieser Konsumgüter unterstützen. Mist, da fällt mir ein, ich habe noch ein Parfum von Guerlain zu Hause….

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