LIFESTYLE: WEM GEHÖRT EIGENTLICH…CHANEL?

Eine neue kleine Serie auf KK. Es geht um Luxus und die Leute, die dahinter stecken, aber die meist niemand kennt. Heute kümmern wir uns einmal um die Firma, die sozusagen der Inbegriff für Luxus in der Modewelt ist: CHANEL  – Gehört die eigentlich Karl Lagerfeld? Oder gar Choupette? Hier erfährst du mehr…

Es ist ja altbekannt, dass Coco Chanel Anfang des 20. Jahrhunderts ihre kleine (aber feine) Hutfirma eröffnete und diese dann schnell wuchs. Mit Finanzspritzen ihrer Geliebten (Etienne Balsan, Arthur Capel) wuchs die Zahl der Boutiquen, und die gelernte Näherin eröffnete alsbald auch Modeboutiquen (die erste in Deauville) für legere Damenmode.

Im Jahr 1916 präsentierte sie erstmals eine komplette Couture-Kollektion, und Chanel wurde sogar in der amerikanischen Vogue vorgestellt. 1918 eröffnete Coco Chanel in der Pariser Rue Cambon 31 einen Haute Couture Salon, in der Nr. 31 befinden sich bis heute unter anderem das Haupt-Atelier von Chanel und ein Flagshipstore.

Im zweiten Weltkrieg zog sich Coco von der Couture zurück und verkaufte fast ausschließlich Parfüm und pflegende Produkte. Ihr größter Geldgeber und Kompagnon war Parfumeur Pierre Wertheimer. Mit ihm einigte sich Coco Chanel 1947 auf eine weitere geschäftliche Zusammenarbeit, wobei Wertheimer sich die Rechte an allen Produkten der Marke Chanel sicherte und Coco Chanel eine Einmalzahlung von umgerechnet 350.000 Dollar sowie eine fortwährende Umsatzbeteiligung von 2 % (entsprach bis zu einer Million Dollar pro Jahr) bewilligte.

1954 übernahm Wertheimer auch den 20-%-Anteil von Théophil Bader (ein langjähriger Geldgeber, Eigentümer der „Galeries Lafayette“) sowie die Modesparte des Unternehmens. Seither ist das gesamte Unternehmen Chanel in der Hand der Familie Wertheimer.

Die Haute Couture – damals dominiert von Konkurrenten wie zB. Dior  – wurde unter der Regie der 70-jährigen Coco Chanel im Hause Chanel wiederbelebt. 1954 präsentierte Coco Chanel in der Rue Cambon ihre erste Modenschau nach dem Krieg. Die Kollektionen waren nach anfänglichen Schwierigkeiten und Verrissen äußerst erfolgreich und beflügelten im Nebeneffekt den Umsatz des Parfümgeschäfts und die Verkäufe in den USA.

Coco Chanel war bis zu ihrem Ableben 1971 für die Kreationen des Hauses Chanel verantwortlich, das Geschäft lag aber zunächst in den Händen von Pierre Wertheimers Sohn Jacques, der allerdings erfolglos blieb. 1974 übernahmen Pierres Söhne Alain und sein Bruder Gerard die Leitung des Konzerns. Bis heute sind die beiden Männer die alleinigen Eigentümer von Chanel.

Der 61-jährige Gérard ist in Genf ansässig. Er ist Vorsitzender der Uhrensparte. Der 64-jährige Alain lebt in New York und ist Vorsitzender von Chanel.

Die Kosmetik- und Duftsparte ist weiterhin der erfolgreichste und gewinnbringendste Firmenzweig. Unter Karl Lagerfeld (1983 von den Wertheimers zu Chanel geholt) blühte Chanel auf und wurde bis heute auch wieder bei jungen Frauen zum Inbegriff von zeitloser Eleganz und High Fashion.

Laut dem Bloomberg Billionaires Index kommt jeder der beiden Brüder auf ein Nettovermögen von 9,6 Milliarden Dollar. Sie veröffentlichen ihre Zahlen nicht und sie reden auch nicht darüber, Diskretion ist in der Welt des Luxus normal. Nach Berechnungen von Bloomberg auf Basis der Zahlen der fünf börsennotierten Luxusanbieter L’Oréal, Estée Lauder, Prada, LVMH Louis Vuitton Moet Hennessy und Kering kommt Chanel auf einen Nettoumsatz von ca. 20 Milliarden Dollar jährlich. Chanel liegt dabei inoffiziell an der Spitze der (Luxus-)Branche.

 

 

.

 

 

 

 

(Fotos: Konsumkaiser, Getty Images   Keinerlei Sponsoring)

11 Kommentare

  1. Ich gehöre zu den Menschen, die Chanel Pflege und auch dekorative Kosmetik lieben. Nein, nicht die High-end-Produkte, denn da hört es auch bei mir auf. Zum einen sieht es im Bad toll aus *grins* und zum anderen gibt es für mich Produkte, die wirklich überzeugen. Oh ja! Dazu gehört auch mein „heiliger Gral“, zu dem ich mich mal geäußert habe, denn wenn ich von etwas sehr überzeugt bin, immer wieder auf etwas Bestimmtes zurück greife und es einfach glücklich macht – dann ist MEIN Favorite.
    Die Produkte sind vielleicht über bewertet, und wohl auch zu teuer, aber das tolle Gefühl schmiert mit und ja, es macht mich glücklich. Was mich, nicht nur bei Chanel, nervt, ist, dass die Produkte zu schnell wieder geändert werden oder gleich komplett entschwinden. Das la nuit, le weekend von Chanel, das ist mochte, ist nach wenigen Jahren futsch vom Markt. Schade. Alternativen suchen ist oft nervig, und wenn frau was Neues gefunden hat, dann ist es bald auch wieder in der Versenkung entschwunden. War doch früher nicht so? Husthust, ich gehöre offenbar schon zum alten Eisen grins.
    LG und bald wird’s wärmer! Endlich 🙂
    Tina aka Simia

  2. Das ist eine interessante neue Reihe. Ich muss zugeben, ich habe mir bisher eher keine Gedanken gemacht, wem Chanel gehört. Umso interessanter fand ich jetzt deinen Bericht und bin erstaunt, dass so eine internationale Marke wirklich nur in den Händen zweier Männer verbleiben konnte. Vor allem wo andere eben einen Börsengang benötigten oder von einem Investor an den nächsten weitergerreicht werden/wurden.

  3. Danke, das war ja interessant. Freu mich schon auf die weiteren Firmen. Chanel ist für mich was zum Lieb haben. Simia hat recht, die Kosmetik sieht toll im Bad aus. Habe da immer noch eine leere Puderdose als Deko-Objekt liegen, ahhhh

  4. Danke für den sehr lesenswerten und schön geschriebenen Text. Habe mir gleich Fotos von Coco Chanel angeschaut. Ich hatte sie nie auf dem Schirm und wusste überhaupt nichts über sie. Von den Brüdern Wertheimer habe ich überhaupt noch nie was gehört. Bin gespannt, wer als nächstes kommt.

  5. Gefällt mir sehr gut, die neue Reihe; sehr interessant.
    Ich bringe Chanel auch immer nur mit Karl Lagerfeld und Coco Chanel in Verbindung, was geschichtlich dahintersteckt, hatte ich überhaupt keine Ahnung. Ich finde immer toll, wie lange diese Marken schon bestehen und welche Menschen auf sie Einfluss hatten.
    Von Chanel habe ich früher viel an Kosmetik besessen, heute hauptsächlich Foundations, die sind einfach genial.
    Leider besitze ich keine Taschen und keine Mode und auch keine Ballerinas- da bleibe ich immer bei Tods oder Ferragamo hängen, auch, weil es die leichter und einfacher zu bestellen gibt.
    Aber davon- auch von einem klassischen Jäckchen😊- träume ich schon länger…

  6. Dankeschön, sehr interessant 🙂 ich liebe vor allem die klassischen Handtaschen ❤ Einfach Luxus pur und zeitlos elegant

  7. CHANEL *träum* von der Pflege hast Du mich erfolgreich „geheilt“, bei der Deko bin ich noch immer dabei, aber vor allem bei Taschen, Schuhen, Uhren, Ketten, Tüchern, Broschen und dem ein oder anderen Klamöttchen. Für mich High-End neben Hermes. Liebe Grüße – Bärbel

Kommentare gern gesehen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s