HERR KK ERKLÄRT DIE WELT: 8 PUNKTE-PLAN – WIR BASTELN UNS EINE TRASH-TV SENDUNG

Egal ob TV oder Internet: Reality Formate boomen, und sind dabei so gehaltlos wie ein leeres Wasserglas. Doch wie funktionieren diese Bespaßungsprogramme für sauerstoffunterversorgte Schrumpfhirne? Ganz einfach meinem 8 Punkte-Plan folgen…

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„Big Brother“, „Adam sucht Eva“, „Der Bachelor“, „Die Bachelorette“, usw. Alles erfolgreiche TV Formate, die angeblich niemand schaut, die aber dennoch stattliche Zuschauerzahlen vorweisen können, wenn man sich die entsprechenden Auswertungen anschaut. Typisch McDonalds-/Bildzeitungseffekt: Keiner mag es offen zugeben, dass man die Augen nicht vom Grauen abwenden kann.

Ich habe mich schon mehrfach als Fan des RTL Dschungels geoutet, aber das war es dann auch schon. Mehr Trash geht bei mir einfach nicht! Mein Geist kippt dann in den anaeroben Bereich wie ein stehendes Gewässer im Hochsommer. Will ich nicht!

Wollen wir einmal schauen, warum diese TV Formate so beliebt sind, und doch so nervtötend sein können.

Wir basteln uns eine Reality-Trash-Show:

1. Überschätze nicht den Wortschatz der Zuschauer. Einige Frauen meinen zwar, dass viel Reden gleichbedeutend mit einem großen Wortschatz sei, aber das kann durchaus auch reines Wunschdenken sein. Schaut man sich erfolgreiche Trash-Formate an, so kommt man gut und gerne mit ca. 250 Worten aus!

Wichtig ist eine gut gemeinte Mischung aus vulgären Kampfausdrücken und ein paar zarten Gefühlsduseleien. Also unbedingt „Titten“ mit „Du berührst mich emotional…“ kombinieren. Bingo! Da fühlt man sich gleich ganz pseudointellektuell oben auf.

 

2.Wichtig ist auch die Location! Wer will schon halbbekannte Sternchen im Skianzug sehen? Nix da! Ab auf ne Insel, tropisch heiß, und Kleidungsentzug. Da sollen sich die zahlreichen SchhönheitsOPs doch gelohnt haben, oder? (Warum nur muss ich gerade den alten Jim Knopf Song „Eine Insel mit zwei Bergen“ summen?)

Soll es besonders billig werden, muss eben ins örtliche Schwimmbad ausgewichen werden. Ich warte immer noch auf die „Promi-Arschbombe zerreisst Badebuxe-Challange“.

Legendär dagegen: „Wild Girls – Auf High Heels durch Afrika“. Mit dabei: Sophia Wollersheim, Kader Loth und drei PRO7-Models: Fiona Sowieso, Sarah Dingensbumms und noch so eine. Herrliche Bilder, wenn die Mädels auf ihren Mörderlatschen durch den afrikanischen Sand stampfen und auf giftige Tiere treffen, also auf Kader Loth.

 

3.Der Begriff Promi ist dehnbar!  Warum denn Angela Merkel in die Wüste schicken, wenn es doch Micaela Schäfer gibt? In einer Welt, in der Mario Bart ein bekannter Komiker ist, oder Beakannte von Udo Walz bei „Promi-Shoppingqueen“ mitmachen, reichen auch 200 Instagram Follower für den C-Promi Status. Und die machen sich nun mal billiger schneller nackig! Das zählt!

 

4.Überforderung vermeiden! Unbedingt auf Fachausdrücke, zu viele Fremdwörter und komplizierte Spielregeln verzichten! Wer sich solche Showas ansieht will nicht nachdenken. Wer aber den ganzen Quark auf dem Bildschirm nicht mehr schnallt, der macht sich lieber noch ein Bierchen auf, oder nen Eierlikör. Mit dem verduselten Kopf kann man dann dem Geschehen auf dem Bildschirm nicht mehr folgen. Und das resultiert schlimmstenfalls in der Unfähigkeit die kostenpflichtige Televoting Rufnummer zu den Werbepausen anzurufen. Es muss ja auch Geld verdient werden: „Was haben unsere Promis im Kopf? a) Wurstwasser oder b) Gehirn? Rufen Sie jetzt an!“

 

5.Spiele installieren, die sehr WACKELIG sind! Also auf wackelndem Untergrund, oder sehr schlüpfrigem Boden. Dann wird jeder Sturz ein Fest. Unbedingt dafür sorgen, dass die Mädels mit den größten Brüsten dem meisten Mut ausgewählt werden. Dann nennen wir das noch „Challange“ und unterlegen den Kram mit dramatischer Musik. So wird die Zeitlupe von wogendem Fleisch in den Zonen primärer und sekundärer Geschlechtsmerkmale noch imposanter!

Bei besonders unbeliebten Zeitgenossen wählen wir das „Wir essen was auf den Tisch kommt“ Spiel. Spitze Schreie und Kotzen im Strahl sind garantiert, wenn wieder einmal frittierter Schweineanus aufgetischt wird. Njamm!

 

6.Über-Ironie! Die brauchen wir, damit wir uns über die dusseligen Pappnasen auf dem Bildschirm erhöhen können. Zumindest die Moderatoren und einige FAZ Leser dokumentieren so erfolgreich ihre innere Distanz zu diesem bunten Treiben. In einem erfolgreichen Trash Format wird an alle gedacht. An ALLE!

 

7.Sparen…weil die Gagen so hoch sind? Ach was! Die Kohle ist schon lange nicht mehr die Hauptwährung der C Prominenz! Der (angeblich) wachsende Bekanntheitsgrad ist es. Hmm, nun ja. Ob man unbedingt mehr Instagram Follower bekommt, wenn man als Dschungel Biest verschrien ist. Oder völlig unbeeindruckt Schweinesperma vor fünf Millionen Menschen getrunken hat? Die Promis glauben es, und somit bleibt mehr Geld für uns Produzenten. Yeah!

Die Promis bekommen jedenfalls kaum was zu essen und hausen in Baracken. Wenn einige von denen das als Fortschritt für sich empfinden, na prima! Ansonsten: Sparen wo es nur geht erhöht unseren Gewinn!

 

8.Sex! Muss sein, egal wie. Meist haben sich die Promis schon abgesprochen und veranstalten kleine Privatvorstellungen ihrer Kunst, die sie angeblich meist am Wiener Burgtheater gelernt haben wollen. Wahlweise auch am New Yorker „Lee Strasberg Institute“. Method Acting zahlt sich ja bei vorgetäuschten Wüstenorgasmen erst mal so richtig aus. Und wenn alles nichts hilft, dann geht immer noch stundenlanges Duschen mit viel, viel Schaum. Dazu werden selig die Brüste gerieben, begutachtet und auf anatomische Besonderheiten geprüft, natürlich von mehreren Händen gleichzeitig. Egal ob Mann oder Frau. Beides lässt die Zuschauerzahlen nach oben schnellen, warum eigentlich? Haben die alle kein Internet?

 

Vergiß mein KK Gewinnspiel nicht!

Konntest du meiner Bastelanleitung für ein erfolgreiches Trash-TV-Format folgen?

a) Ja

b) Usbekistan

 

(Die Gewinner werden irgendwann gezogen und nicht veröffentlicht, und auch ebensowenig angeschrieben. Danke!)

 

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(Fotos: Konsumkaiser, Instagram    Keinerlei Sponsoring)

 

7 Kommentare

  1. Super geschrieben! Punkte 1. u. 4 gelten für mich derzeit auch an einer Stelle im Schriftbereich (nee, nicht fürs Blog). Seither habe ich das Bedürfnis, mordsverschachtelte Satzkonstruktionen (mit Fremdwörtern!) zu basteln und es ist eine ständige Challenge zwischen mir und dem SEO-Plugin, ich möchte es kaputtschreiben. Aber ich ziehe immer den Kürzeren. 😎

    Sonst schau ich ja kein Thrash-TV. Dafür habe ich mir früher oft die Pilcher reingezogen…is auch nicht besser. 😂

  2. Lieber KK… du bist der Hit – und schaffst es immer wieder, mir ein Grinsen ins Gesicht zu zauberN – Dank dir dafür!!
    Außerdem ist Antwort C richtig! 😉
    Hab ne schöne Woche und wie immer die lieben Grüße aus Essen nach Essen

  3. Ha, gut getroffen! Genauso geht das. Mal sehen was passiert, wenn Fernsehen total out ist. Dann wir das Internet NOCH prolliger. Brrr….
    Schon heute kann man die meisten Internetmagazine nicht mehr ertragen. Voll mit Belanglosigkeiten.

  4. Ich warte schon auf das erste Realityformat bei Netflix. Wenn der TV-Kuchen nicht mehr fett genug ist, muss ja eine neue Einkommensquelle für Produzenten und „Promis“ gefunden werden, denn Deutschland wäre vermutlich ruckzuck pleite, würden die alle plötzlich Hartz 4 beanspruchen. Vielleicht solltest du schonmal an konkreten Konzepten arbeiten? Dann bekommst du auch ein Stück vom Kuchen ab. 😉

  5. hat nicht dieses stöckeln durch afrika wenigstens frau wurst hervorgebracht? wo ist die denn inzwischen? ich sehe sie nur noch bei monsieur gaultier, ist er ihr einzig übriggebliebener fan?

  6. Wenn ich das so lese, weiß ich, warum ich seit Jahren kein TV mehr habe. Völlig ab davon, dass ich gar nicht wüßte, wann ich gucken sollte.
    VG Sunny

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