LIFESTYLE: JUDE LAW IST „THE YOUNG POPE“ * EINE TEUFLISCHE TV-ÜBERRASCHUNG

Fernsehserien sind die neuen Kinoblockbuster. Immer mehr private Fernsehanbieter produzieren Serien, die eine wahnsinnig gute Qualität besitzen, und die mit einer Starbesetzung aufwarten können, von der so mancher Kinofilm nur träumt. Momentan stehe ich noch total unter dem Bann von „THE YOUNG POPE“, der totalen Serienüberraschung in diesem Jahr. Wer Donald Trump schon für wahnsinnig hält, wird mit Jude Law als Papst Pius XIII. seinen schlimmsten Albtraum erleben…

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Ein exzentrisches Arschloch, dieser Papst…

Der Papst ist Kettenraucher! Wow, dachte ich noch. Eine Mysteryserie, in der ein paar coole Socken etliche Tabus des christlichen Abendlandes brechen. Weit gefehlt! Was diese Miniserie wirklich ist, kann ich nach vier Folgen noch nicht absehen, aber ich weiß, dass ich mir alle vier bisher vorliegenden Folgen (von 10) in einem Rutsch ansehen musste. Ich war gefesselt und berührt von einem Thema, das eigentlich nicht meins ist!

Religion, und Kirche im Speziellen, taugen für mich als Diskussionsgrundlage für lange Nächte – mit viel Rotwein und heißen Köpfen. Nicht aber um geistig-spirituellen Frieden zu finden: Ich bin nicht religiös.

Doch in „The Young Pope“ geht es um andere Dinge. Grob gesagt, um den Wahnsinn eines Amerikaners, der zum jüngsten Oberhaupt in der Geschichte der katholischen Kirche wurde (keiner weiß, wie er die Mehrheit der Stimmen im Konklave erreichen konnte), und sich selbst als Gott-gleich empfindet. Wenn nicht sogar noch eine Stufe höher. Ob er das ist, wird sich noch herausstellen, bislang beschleicht den Zuschauer aber die Vermutung, einen Menschen zu beobachten, der viele Wesenszüge des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Trump trägt.

Ganz anders als gedacht…

Wer erwartet, es handele sich dabei um einen Reformisten, der den „Umgang“ mit Gott eher locker sieht, ist prompt auf seine eigene Erwartungshaltung hereingefallen: Dieser Papst scheint die Gläubigen ins Mittelalter zurückzuführen. Im Stechschritt! Dabei zuzusehen ist schauerlich und spannend zugleich: Das Grauen ist schrecklich unterhaltsam.

Das mag auch am grandiosen Jude Law liegen, der als Papst einfach „unfassbar attraktiv“ ist, seine Worte, nicht meine. Und an Diane Keaton, die als „Schwester Mary“ nicht von der Seite des Papstes weicht…warum auch immer.

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Serienschöpfer Paolo Sorrentino zeigt in seinem unvergleichlich-visuellen Stil opulente Bilder und traumhafte Sequenzen. Das wirkt irgendwie unheimlich, manchmal geradezu führungslos, aber es fasziniert ungemein. So sehr, dass ich zu dieser stylischen Serie schon bald Titelstorys in der Vogue und anderen hochglänzenden Lifestylemagazinen erwarte. Alles ist irgendwie rattenscharf und teuflisch heiß, auch ohne offensichtliche Sexszenen und zu viel nackter Haut. Das wäre auch zu vorhersehbar. Und das kann man dieser Serie wirklich nicht nachsagen: Vorhersehbar ist hier nichts. Deshalb freue ich mich schon wieder auf die nächste Folge! Wird die katholische Kirche zerstört? Treibt der Papst ein perfides Spiel, oder ist er Gott 2.0?

Die Bilder aus dem Vatikan sind dermaßen verstörend und doch nachvollziehbar. Die Sprache teilweise sehr getragen, doch hängt man an den Lippen von Pius XIII. Dieser Papst ist so teuflisch undurchschaubar, man bekommt geradezu Mitleid mit dem verkommenen Gefüge des Vatikans. Der echte Vatikan hingegen dürfte toben! Und das will schon was heißen…

 

Seit dem 21. auf Sky Deutschland/Österreich (1. Staffel/10 Folgen – 2. Staffel ist bestellt)

 

Dies ist keine Action Serie, auch kein Grusel- oder Mysteryabklatsch. Manchmal fragt man sich geradezu was das alles soll. Trotzdem empfehle ich diese Serie allen, die den Mainstream Einheitsbrei nicht mögen, und die auf eine Unterhaltungssendung der anderen Art gewartet haben.

 

 

 

(Fotos: Sky   Keinerlei Sponsoring)

 

 

7 Kommentare

  1. Mmhh, ich gestehe, dass ich nach 10 Minuten schon aufgegeben habe, weil ich irgendwie angenervt war. Nun sollte man vielleicht doch ein oder zwei ganze Folgen sehen, um sich ein Urteil zu bilden. (Bei SATC ging es mir ähnlich.) Werde am Wochenende nochmal reinschauen 😊

  2. Ich gestehe stehe auch nicht durchgehalten zu haben. Ich mag Serien nicht so gerne. Irgendwie entseht nach einer Weile so ein Zwang, denn wenn man einige verpasst kommt man immer schlecht wieder rein. Viel Spass in London.
    LG Petra

  3. Das klingt sehr, sehr verlockend, selbst wenn ich Serien zu schauen nicht gern beginne, weil ich dann so gebunden bin, wegen nix verpassen und so. Aber Mr. Law würde ich selbst beim Telefonbuch vorlesen mit Vergnügen zusehen. Also mal gucken, ob ich den Einstieg finde. LG!

  4. Immer diese Anfixerei, aber bei Serien bin ich sofort dabei. Außerdem bin ich gerade mit Bates Motel und Stranger Things durch, da muss was neues her. Und schöne Bilder und planlos wirkende Handlungen haben noch nie geschadet. Irgendwann fügt es sich dann meist doch zu einem klaren Bild zusammen.

  5. ich war auch kurz davor aufzugeben. der erste teil hatte mich nicht spontan gepackt. aber inzwischen bin ich sowas von angefixt!!! herrlich böse und jude. ach jude- was soll ich sagen…

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