SKINCARE: DER GUTE TON * DIE VERSCHIEDENEN TONARTEN

Ha! Nein, wir sind nicht in der Musikschule, und auch nicht beim Benimmkurs. Es geht um Tonerde, die momentan ja in aller Munde ist. Äh, oder eher auf allen Gesichtern prangt, und zwar zB. als Maske. Tonerden, oder auch Tonminerale, sind zurzeit in vielen Produkten enthalten – von Duschgel über Shampoo bis hin zu reinigenden Masken. Was in anderen Kulturkreisen bereits seit langer Zeit als bewährtes Kosmetik- und Pflegemittel eingesetzt wird, scheint nun auch in der westlichen Welt eine Renaissance zu erleben…

 

KK Biotherm Wonder Mud Selfie R

 

Wertvolle Stoffe aus den Urgesteinen
Bei Tonerden handelt es sich um Rohstoffe, die im Löss der letzten Eiszeit entstanden sind, und sich dann über Jahrtausende gebildet haben. Sie sind mit vielen wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen, wie Magnesium oder Eisen, angereichert. Darüber hinaus haben Tonerden eine starke Quell- und Aufsaugfähigkeit, wodurch sie Schadstoffe und überschüssiges Fett optimal binden können. So eignen sie sich als Bestandteil biologisch reinigender Kosmetika, insbesondere zur porentiefen Reinigung mit Gesichtsmasken oder Peelings.

Eine bunte Farbpalette
Bei Tonerden bestimmen die geologische Herkunft sowie die Konzentration an Magnesium- und Eisenoxiden den jeweiligen Farbton. Grundsätzlich sind alle Erden sehr hautverträglich, doch durch feine Unterschiede in Struktur und Zusammensetzung, eignen sie sich unterschiedlich gut für bestimmte Hauttypen.

Weiße Tonerde
Die weiße Tonerde, auch Kaolin genannt, ist die reinste Form von Tonerde, da sie keinerlei Eisen enthält. Der weißen Farbe verdankt sie außerdem den umgangssprachlichen Namen „Porzellanerde“. Sie eignet sich besonders für empfindliche Haut.

Grüne Tonerde
Grüne Tonerden sind sehr gut für fettige und unreine Haut in Form einer klärenden Maske geeignet. Eine bekannte Art ist die Montmorillonit-Tonerde, die bereits vor 65 Millionen Jahren entstand. Im Vergleich zu anderen Tonerden hat der Muskovit-Montmorillonit eine extrem große Oberfläche. So können die Teilchen auf der Hautoberfläche und die in der Erde enthaltenen Wirkstoffe optimal ausgetauscht werden. Einzigartig ist, dass im Montmorillonit sowohl positive, als auch negative Ionen enthalten sind, was eine Wechselwirkung und Bindung mit vielen anderen Ionen und Molekülen möglich macht und die reinigende Wirkweise in einer Maske erhöht.

Rote Tonerde 
Die kräftige rote Farbe ist dem hohen Anteil an Eisenoxiden zu verdanken. Somit eignet sich diese Erde besonders dazu, mit einem Peeling abgestorbene Hautzellen zu lösen und geplatzte Äderchen zu mildern.

Achtung, Verwechslungsgefahr!
Häufig werden die Begriffe „Heilerde“ und „Tonerde“ in einen Topf geworfen und gleichbedeutend verwendet, was so jedoch nicht ganz richtig ist. Als Heilerde dürfen in Deutschland nur solche Erden bezeichnet werden, die eine nachweisbare innere oder äußere Wirkung auf Beschwerden haben. Tonerden hingegen werden einzig äußerlich angewendet und dienen dabei kosmetischen Zwecken.

 

Multitalent Tonerde – ein wahrer Alleskönner!

Abgesehen von der Gesichtsreinigung kann Tonerde in vielen Bereichen der Körperpflege eingesetzt werden.

Zahnpflege: Statt herkömmlicher Zahnpasta, welche häufig mit vielen chemischen Stoffen hergestellt wird, eignet sich auch Wascherde zum Zähneputzen. Die Paste schäumt zwar nicht so sehr, wie man es gewohnt ist und auch der Geschmack ist absolut natürlich, der Reinigungseffekt bleibt jedoch gleich.

Duschen & Baden: Mischt man etwa Lava-Erden mit Wasser, wird die Konsistenz geleeartig und ist so optimal als Seife, Duschgel oder Badezusatz geeignet. Diese Erden sind besonders mineralstoffreich und haben einen sehr hohen Anteil an Silizium, Magnesium, Calcium und Eisen. Der Name hängt allerdings nicht mit dem Vulkangestein zusammen, sondern wird vom lateinischen Begriff „lavare“ (zu Deutsch: waschen) abgeleitet.

Deodorant: Besonders die weiße Tonerde ist dazu geeignet, Bestandteil von Deodorant zu sein. Einerseits können Gerüche so neutralisiert werden und anderseits kann übermäßiger Schweiß durch die hohe Bindungsfähigkeit aufgesogen werden.

Make-up: Da sich die Farbtöne der Erden mit der individuellen Zusammensetzung der Mineralien bestimmen lässt, kann daraus ein natürlicher Make-up-Ersatz oder ein abdeckendes Puder hergestellt werden.

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser, Wikimedia Commons     Keinerlei Sponsoring – Quelle Beautypress Deutschland)

11 Kommentare

  1. Hallo Herr Kaiser,
    ich mag diese Masken aus Dreck auch sehr gern, schwöre auf die Reinigungsmaske von Hauschka…jaja ich weiß schon, es ist Heil – und nicht Tonerde aber sie macht meine Haut schön 🙂
    Um die Wondermud von Biotherm schleiche ich seit Deinem begeisterten Bericht herum, noch hab ich einen riesigen Igel in der Tasche aber so langsam werde ich weich.
    Hab einen schönen Tag
    Nicola

  2. Shrek ist wieder da. 😛 Ich liebe ja meine weiße Tonerdemaske und irgendwie komme ich seit Jahren (okay… Jahrzehnten) immer wieder darauf zurück – nur den Hersteller habe ich gewechselt. Und Heilerde gibt’s momentan tatsächlich von innen. Ein vierwöchiger Test (nein, frag nicht) und ich bin nicht traurig, wenn das Zeug nichts bringt. Das schmeckt ja widerlich. Daneben war Gerstengras Haute cuisine! 😎

          1. Ich habe das auch schon probiert. Und es schmeckt wirklich, als würde man an die nächste Matschpfütze gehen, sie ein bisschen aufwühlen und ein Glas davon nehmen. Aber soll ja Giftstoffe binden und bei Sodbrennen helfen. Und letzteres kann ich auch bestätigen.

              1. Nee nee 😜
                … und das ist jetzt KEIN Aprilscherz:
                Sodbrennen/Reflux entsteht, weil ZU WENIG Salzsäure im Magen ist!!!
                Die einfachste Lösung:
                Apfelessig verdünnt mit Wasser vor der Mahlzeit trinken & es wird nicht mehr passieren!!!
                (((schwöre!)))

                Dr Eric Berg auf YouTube erklärt es Euch genau… Der Mann ist genial!!!

              2. Ähhh…ich setzte auf Protonenpumpenhemmer, da die Magenschleimhaut durch die Hemmung der Prostaglandine ungeschützter wird (NSAR Schmerzmittel). Da ist HCl nur nebensächlich. Insoweit muss radikaler vorgegangen werden. Bei food related heartburn ist das aber wahrscheinlich ok. Liebe Grüße, KK

              3. Okay, das mit den Giftstoffen habe ich, glaube ich, mit Aktivkohle durcheinander geworfen. Die soll ja bei Durchfall ganz gut sein. Fett kann die Heilerde auch binden und so wohl bei Diäten unterstützen. Das hast du ja auch zu den Tonerden geschrieben, gut vorstellbar, dass das im Magen-Darm-Trakt also auch funktioniert.

              4. Das mit der Aktivkohle stimmt. Das hat man früher so gelehrt. Lass mich ein bisschen klugscheisserisch sein 😉 Heute ist es so, dass man nichts im Darm binden will, also auch nicht an die Aktivkohle, sondern es soll besser raus aus dem Körper, der Durchfall ist in Maßen also gut für den Körper.
                Das mit dem Fett binden ist auch so eine Sache, die leider nicht so leicht funktioniert. Ausserdem muss man da sehr vorsichtig sein, weil man womöglich auf eine Vitaminunterversorgung zusteuert, weil man zu wenig Fett aufnimmt. Die fettlöslichen Vitamine brauchen das aber dringend, und nicht nur ein paar Tröpfchen. AUF der Haut kann aber überschüssiges Öl (Kombi aus Talg u.a.) gut aufgenommen werden, wenn man eine fettige Haut hat.
                Sorry, wenn ich so besserwisserisch rüberkomme, aber da du das gerade ansprichst, ist es eine gute Gelegenheit da nochmals intensiver drauf einzugehen.
                Liebe Grüße, KK

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