FASHION: HIGHFASHION AUF DER RESTERAMPE * GESTERN HUI…HEUTE PFUI?

Immer mehr ehemals große Modemarken werden an Investmentfirmen verkauft, deren einziges Glück es ist, das letzte Fünkchen Leben aus einer Marke zu quetschen. Solange mit der Kuh Geld machen, bis sie tot zusammenbricht. Und dann kann man die Reste auch noch meistbietend verscherbeln. So jetzt auch bei einer der wegweisendsten Modemarken der 90er Jahre: Donna Karan New York. Aber auch andere Firmen finden sich nun eher bei „Rudis Resterampe“ wieder als in der bonzigen Boutique…

DAS T-Shirt der 90er. DKNY: Fierce fashion for everyone

DAS T-Shirt der 90er. DKNY: Fierce fashion for everyone

MODE FÜR UNS ALLE!

Eigentlich hatte sich die Modeindustrie alles so schön vorgestellt: Dereinst in den späten 80er Jahren wurden die ersten Billiglinien der großen Modelabels lanciert. Wer jung war, und sich die teuren Originalkollektionen nicht leisten konnte, steuerte einfach auf die günstigere Zweitlinie zu, die meist das Label auch noch ein wenig größer präsentierte – Understatement? Wozu? Hat man später mehr Geld, ist der Kunde „angefixt“ und kauft eben ein paar Preisklassen höher.

Bei Gaultier gab es dann zB. alsbald „Junior Gaultier“, und bei Donna Karan New York wurde „DKNY“ zum totalen Kult. Armani verschleuderte Pullis als „Emporio“ und später „A/X Armani Exchange“. Und „Benetton“ hatte ja noch „Sisley“ (teuer) und „Fiorucci“ (billig).

Nun reden wir nicht per se von Schrott und Müll! Die Billiglinien waren qualitativ nicht mit den Hauptkollektionen zu vergleichen, aber immer noch „Premium“. Nur eben nicht „Luxus“.

 

SICH SELBST DAS GRAB ZU SCHAUFELN IST AUCH EINE LEISTUNG

Das ging eigentlich auch lange Zeit gut (relativ: für den Modemarkt!), bis sich herausstellte, dass die Billiglinien Käufer abschöpften, die dann (anders als gedacht) später eben NICHT zu Luxuskäufern wurden. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte schwanden Käufer und Ansehen vieler Marken.

So definiert man Calvin Klein heute fast nur noch über die Unterbuxenkollektion und Donna Karan, eine der besten Business-Schneiderinnen für Frauen, wird mit billigen T-Shirts und riesigen DKNY Logos in Verbindung gebracht. Tommy Hilfiger gilt als Brand, die selbst irgendwelche Rapper schon seit Jahrzehnten ausgemustert haben, und ist nun nur noch eine „gesetztere Herren Poloshirt-Marke“.

Die Luxuskollektionen sind (wenn es sie denn noch gibt) aber weiterhin vorzeigenswert und bieten Qualität mit erstklassigem Design. Nur die richtungsweisenden Trends darf man von großen Modelabels nicht mehr erwarten. Die kommen mittlerweile woanders her (siehe Influencer).

 

VERKAUFT UND VERRATEN

Die französische Aktiengesellschaft LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy) verkaufte nun gerade „Donna Karan International“ an die G-III Apparel Group. Donna Karan New York wurde bereits eingestellt und DKNY wird nun noch mehr nach billigem Plastik müffeln als schon zuvor. (DAS T-Shirt der 90er habe ich mir dann aber noch aufgehoben!)

Donna Karan selbst hat sich von der kreativen Modebühne mittlerweile verabschiedet und „will sich mehr ihrer Stiftung widmen“. Sozusagen Code für: „Leckt mich am Arsch, ich habe keinen Bock mehr!“

Schauen wir nun kurz auf das Firmenportfolio der G-III Apparel Group, so finden sich Namen wie eben Hilfiger, Guess, Ivanka Trump (!),  CK, DKNY und Karl Lagerfeld. Und das ist ebenfalls traurig, denn Lagerfeld überflutet ja momentan den Modemarkt mit großlabeligen Billigdesignerklamotten (billig in Relation zu seinen HighFashion Kollektionen), als wollte er seiner komischen Katze unbedingt ein Milliardenvermögen hinterlassen. Somit ebenfalls ein Abgesang auf einige großartige Kollektionen des grauen Herrn mit Stehkragen. Seine Arbeit für die großen Modehäuser wird von der Entwicklung aber wohl eher unberührt bleiben, zu groß und unbeugsam ist sein Einfluß in der Mode-Parallelwelt.

Eine casual Marke meiner Jugend, die italienisches Modebewusstsein und Labelhörigkeit signalisierte war in den 80er Jahren ja auch „Replay“. Und wo treffe ich die gerade wieder? Bei KIK!! OMG…

Ach, diese Produktzyklen. Es gibt sie ja doch. Alles nimmt einmal ein Ende.. alles hat seine Zeit. Mal sehen, ob und wann es Chanel erwischt? Und Bye-bye Donna! (Dein Kult-Shirt behalte ich in Ehren…)

KK Replay KIK

 

 

 

 

 

(Fotos: Konsumkaiser   Keinerlei Sponsoring)

Ein Kommentar

  1. Cool! Abwechslungsreich und interessant! Su solltest mehr über Mode schreiben, ich find das spannend.
    Lieber Gruß aus dem Allgäu, Sabine

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