GESUNDHEIT: TABUTHEMA? LACTULOSE – DENN VERSTOPFUNG HABEN DOCH ALLE MAL!

Ihr wisst ja, ich packe gerne auch einmal sogenannte Tabuthemen an, weil ich so etwas unsinnig finde. Alles was uns Menschen anbelangt sollte nicht tabu sein, man sollte über alles offen reden können. Sicherlich sind manche Dinge peinlich, aber wenn man weiß, dass auch der Nachbar, die beste Freundin und die Bundeskanzlerin schon mal damit zu kämpfen haben, wird so ein „unangenehmes“ Thema doch gleich viel weniger peinlich. Deshalb geht es heute um Verstopfung, und ein wirksames Mittel dagegen, welches kaum bekannt ist.

Manchmal ist es wie verhext: Da isst man schon ballaststoffreich, bewegt sich ausreichend und trinkt brav sein Flüssigkeitspensum. Trotzdem ist manchmal Flaute auf dem Klo. Gründe können veränderte Lebensumstände, psychische Belastungen, eine neue Umgebung oder auch zB Medikamente (Codein, Schmerzmittel!) sein. Sorgen muss man sich erst einmal nicht machen, denn es ist ein Irrglaube, man müsse sich täglich „entleeren“. 

Definition:

Normaler Stuhlgang: Von 3 x täglich bis 2-3 x pro Woche.

Verstopfung: Weniger als 1-2 Stuhlgänge pro Woche über längere Zeit bei hartem und festem Stuhl, gleichzeitig verbunden mit einem unangenehmen Völlegefühl und dem Bedürfnis zu „pressen“.

Mittlerweile weiß man ja, dass Abführmittel weniger schädlich sind, als man früher angenommen hatte, aber trotzdem, so ein Abführmittel reizt die Darmwände und beschleunigt die Darmbewegungen. Das kann auch zu Krämpfen und unangenehmen Durchfällen führen.

Ein sehr schonendes und günstiges Mittel ist Lactulose. Viele haben es bereits im Krankenhaus schon einmal bekommen, wo man es gerne einsetzt, denn es wirkt gut planbar und sanft. Man erzielt bei richtiger Dosierung einen weichen Stuhl, den man nicht pressen muss. Das ist auch bei kleinsten Verletzungen im Analbereich von Vorteil. (Diese können entstanden sein, wenn man zuvor den harten Stuhl nur unter Schmerzen herauspressen konnte.)

Was ist Lactulose und wie wirkt sie?

Der Wirkstoff Lactulose ist ein synthetisch hergesteller Zweifachzucker (Disaccharid). Da er nicht verdaut und in den Körper aufgenommen werden kann, führt die Anwendung generell nur sehr selten zu Nebenwirkungen.

Lactulose ist im Gegensatz zu Lactose unverdaulich und verbleibt damit im Darm. Das zieht Wasser in den Darm, wodurch der Darminhalt aufweicht. Im Dickdarm (Colon) kann das Abführmittel teilweise durch die dort befindlichen Bakterien abgebaut werden. Die entstehenden Abbauprodukte (Milchsäure, Essigsäure und anderen organischen Säuren) regen die Darmbewegung an und erleichtern dadurch den Stuhlgang.

Ein anderer, jedoch seltener genutzter Vorteil dieser beim Lactulose-Abbau anfallenden Säuren ist, dass sie im Darm eine saurere Umgebung schaffen. Das ist zB bei bestimmten Lebererkrankungen von Vorteil: Kann die Leber in ihrer Entgiftungsfunktion gestört, sammeln sich in höherer Konzentration Stoffwechselprodukte im Blut an wie etwa Ammoniak. Dieser wird durch das saure Millieu im Dickdarm gebunden und somit aus dem Blut entfernt.

Nach der Einnahme des Abführmittels werden nur etwa ein halbes bis zwei Prozent der gesamten Wirkstoffmenge durch den Darm ins Blut aufgenommen. Dieser Anteil wird unverändert über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Üblicherweise tritt der abführende Effekt, mit dem der Wirkstoff auch wieder den Körper verlässt, nach zwei bis zehn Stunden ein (Abhängig von der Dosis).

Einfach: Nimmt man mehr Lactulose ein, wird der „durchschlagende Erfolg“ recht schnell eintreten. (Bitte die Beipackzettel beachten!)

Gut: Lactulose kann man einmalig, kurzzeitig und auch längerfristig einnehmen.

 

Ein paar Nebenwirkungen gibt es möglicherweise:

Kein Medikament ohne Nebenwirkungen, ist ja klar. Doch hier ist es überschaubar und gut damit umzugehen. Es kann zu Blähungen, Übelkeit und Durchfällen kommen. Aber das ist dosisabhängig. Das bedeutet: Wer es gleich übertreiben muss, kann auch mit den Nebenwirkungen leben. Eine starke Überdosierung kann Flüssigkeit aus dem Körper schleusen und damit den Elektrolythaushalt durcheinander bringen. Deshalb die Dosierungen ungefähr einhalten und nicht mutwillig deutlich erhöhen!

Man sollte auch immer ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen! (Dazu und während des Tages, aber das ist eine GRUNDREGEL, egal ob man Verstopfung hat oder nicht!)

 

Bitte nicht anwenden bei:

  • Einige Medikamente können einen Kaliumverlust auslösen, so zum Beispiel Entwässerungsmittel, Cortison-Abkömmlinge und Amphotericin B (Mittel gegen Pilzinfektionen). Lactulose kann diese Nebenwirkung verstärken.
  • Bei Medikamenten mit verzögerter Wirkstofffreisetzung (sogenannte Retard-Arzneimittel) kann die Wirkung verkürzt werden, da Lactulose die Darmpassage beschleunigt.
  • Bei akut-entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen oder Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt sollte das Abführmittel nicht angewendet werden.
  • Die Anwendung bei kleinen Kindern sollte die Ausnahme sein und ärztlich überwacht werden.
  • Bei akutem Darmverschluss sind keinerlei Abführmittel einzunehmen!
Arzneimittel mit dem Wirkstoff Lactulose können sicher während der Schwangerschaft, der Stillzeit und bei älteren Patienten angewendet werden. 

Ich auch…

Ab und an habe auch ich mal mit Verstopfung zu kämpfen (Grundsätzlich im Urlaub!). Ich komme mit der Lactulose ganz hervorragend klar, verwende sie als perfekt portionierbaren Sirup, und ich kaufe meist die große Spenderflasche, die praktisch und sehr günstig ist:

Beispiel 1000ml Spenderflasche ca. 7,00 Euro  Frei Verkäuflich, apothekenpflichtig, die Kosten können uU von den Krankenkassen übernommen werden. (Damit kommt man mehrere Jahre aus, Haltbarkeit beachten!) Ich empfehle einen Preisvergleich bei medizinfuchs.de

 

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Es handelt sich bei diesem Beitrag um einfache, laienhafte Ratschläge, die keinesfalls den Besuch beim Arzt ersetzen können. Bei Fragen und Unklarheiten, bitte den Arzt des Vertrauens aufsuchen. Bei länger dauernden Verstopfungen oder Blut im Stuhl, bitte umgehend und dringend einen Arzt aufsuchen!

 

 

(Foto: Konsumkaiser   Keinerlei Sponsoring!)

10 Kommentare

  1. Ich hatte kürzlich einen Eingriff am Po und nahm in dieser Zeit zum ersten Mal Lactulose. Ich war auf so ziemlich alles gefasst und wurde angenehm überrascht : schmeckt nicht eklig und hat eine sanfte aber sichere Wirkung. Jetzt steht es für Notfälle auf meiner Liste.
    LG Jutta

  2. Man kann auch Magnesium überdosieren. Das wirkt auch abführend und hat den Vorteil, dass man gleichzeitig den Magnesiumwert auffüllt.
    Schon die normale Magnesiumdosis wirkt stuhlerweichend. Es kann also sein, dass schon die ganz normale Einnahme das Verstopfungsproblem löst. Falls dies nicht ausreicht, kann man die Magnesiumdosis einfach etwas erhöhen. Magnesiumcitrat ist Magnesiumoxid vorzuziehen. Magnesium ist auch super für die Knochen. Heute wird eher die Einnahme von Magnesium und Vitamin D für die Knochen empfohlen und nicht mehr die Einnahme von Kalzium.

    1. … stimmt nicht ganz:
      vereinfacht gesagt,
      Vitamin D3 mit Vitamin K2 plus Kalzium-CITRAT sowie Magnesium-citrat!
      Never ever Kalzium-carbonat (bildet Plaque in Arterien – man könnte vergleichsweise auch in einen Stein beißen! steigert Herzinfarkt-Risiko!).
      Vitamin K2 sorgt dafür, dass das Kalzium wirklich in Knochen, Zähnen, Nägel, Haut, Haare… eingelagert wird und sich nicht in Arterien ablagert!
      Citrate (s. Zitronensäure-Zyklus) sind klar vorzuziehen, da sie verstoffwechselbar sind.

      GRUß
      der hydro

      1. …stimmt auch nicht ganz…
        CaCO3 ist zwar chemisch gesehen Kalk, dieser hat jedoch nichts mit Arteriosklerose (im Volksmund ‚Arterienverkalkung‘) zu tun.
        Dafür aber umso mehr mit der Verkalkung diverser Haushaltsgeräte 😉
        Durch die Verwendung versch. Salze (-citrat, -maleat…) lässt sich jedoch die Bioverfügbarkeit eines Stoffes beeinflussen. :]

        Liebe Grüße

        1. … Wo habe ich von Arterien-Verkalkung geschrieben??? 😮
          Ich schrieb Plaque!
          Man weiß heute… und jeder Arzt wird das bestätigen!!!… das Frauen, die unter Osteoporose leiden, Kalzium-Carbonat supplementieren, ein eindeutig erhöhtes Herzinfarkt-Risiko haben!
          KEIN seriöser Arzt wird heute noch Kalzium-Carbonat verabreichen!
          Die Studien sprechen für sich!!!

          Aufgrund der höheren Bioverfügbarkeit von Calcium-Citrat sind Dosen von 300 mg/Tag vollkommen ausreichend!

  3. Danke für den Tipp. Bei mir ist im Urlaub eigentlich immer Schicht im Schacht. Was nach Tagen wirklich sehr unangenehm und schmerzhaft ist. Ich werde es probieren.

  4. Lieber KK! Ich finde es ganz toll, dass du eben auch solche Themen ansprichst, und nicht nur im Feelgood Sumpf dümpelst, wie deine „Kolleginnen“. Mehr davon!

    1. Ja das stimmt, Sabrina hat Recht.
      Ich muss noch unbedingt sagen….die Osterfischlein sind wunderhübsch😊,
      ganz kreativ….

  5. Danke für den Tipp. Habe normalerweise keine Probleme, aber wenn ich einen Ausflug plane mit einem Reiseziel von nur ein paar Kilometern ist Verstopfung angesagt 🙂 Zwetschken bzw. Zwetschkenröster hilft manchmal.

    Lieben Gruß aus Wien
    Regina

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