LIFESTYLE: SYLVESTER * VIEL PENG-PENG FÜR NIX?

Heute geht es um das unvermeidliche Sylvesterfeuerwerk. Zuerst möchte ich voranstellen, dass ich niemandem seinen Feuerwerksgenuss verderben möchte. Trotzdem mache ich mir gerade in diesem Jahr doch ernsthaftere Gedanken zum Thema. Ist dieses Geknalle eigentlich noch zeitgemäß…?

Ich bin voreingenommen, soviel gebe ich schon einmal zu. Bereits als Kind waren mir Feuerwerk und das dazugehörige Knallen unheimlich. Eigentlich hatte ich sogar richtiggehend Angst. Meine Eltern haben mir alles erklärt und mich damit beruhigen wollen, doch die lauten Tatsachen wirkten stärker als die lieben Worte. Lautes Geknalle geht mir noch heute auf den Keks.

Auch die Show am Himmel ist jetzt ganz nett, aber seien wir doch mal ehrlich: Für DAS viele Geld, welches da pulverisiert wird, ist der Effekt am dunklen Nachthimmel doch eigentlich ein abgestandener Furz! So ein Profi-Himmelsleuchten – wie zB. die Kölner Lichter – kann mich da schon mehr überzeugen, aber dann ist auch nicht halb Europa unter einer dicken Qualm- und Staubschicht begraben, wenn das letzte Lichtlein am Firmament verglimmt.

Ein paar Fakten:

„An keinem anderen Tag ist die Feinstaubbelastung so hoch wie zu Neujahr. Unsere etwa 10.000 Tonnen Feuerwerk belasten  die Atmosphäre mit unterschiedlichen Treibhausgasen, deren Klimawirkung rund 2.300 Tonnen Kohlendioxid entspricht. Das hat die Landwirtschaftliche Versicherungsanstalt Münster nach Angaben des Versicherungskonzerns Allianz ermittelt (Quelle: Proplanta). Dies entspräche 25 Gramm CO2 pro Kopf der Bevölkerung oder 550 Überseeflügen von München nach New York und wieder zurück.“

„Dazu kommen Faktoren wie die Geldverschwendung, Verletzungen, Müllberge und Sachbeschädigungen. Die deutschen Versicherungen zahlen laut Allianz jährlich rund 40 Millionen Euro für mehr als 22.000 Sachschäden, die in der Silvesternacht entstehen.“ (dpa)

„Nicht zuletzt setzen wir unsere Wild- und Haustiere durch Feuerwerkskörper extremem Stress sowie Ängsten aus, die bis hin zum Trauma reichen, und widersprechen damit jeglichem Tierschutz-Anspruch.“ Luis und ich werden in diesem Jahr auf einem alten Landgut Sylvester verbringen, dort ist das Land so platt und leer, da hat es sicher noch nie einen Böller gesehen!

Und schließlich leben viele traumatisierte Menschen unter uns, die den 2. Weltkrieg noch miterlebt haben und Flüchtlinge aus ehemaligen Kriegs- und Krisengebieten! Zum einen haben viele dieser Menschen den Bomben- und Schuss-Krach (unter Todesangst) am eigenen Leib erfahren, und auf der anderen Seite sind sie sicherlich dahingehend sensibilisiert, dass es vermehrt Anschläge auf Flüchtlingseinrichtungen bei uns gab. Deshalb ist auch das Geknalle von Feuerwerk in der Sylvesternacht in der Nähe von Asylantenunterkünften verboten. Ich bin ja mal gespannt, wie viele „Spezialisten“ sich NICHT daran halten werden…

Wie gesagt, ich will niemandem den Spaß verderben, aber Gedanken kann man sich doch mal machen.

 

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(Foto: Konsumkaiser  Quelle: Tanja Bempreiksz  Keinerlei Sponsoring!)

16 Kommentare

  1. Guten Morgen lieber Kaiser,

    mein Geld habe ich noch nie für Feuerwerkskörper ausgegeben!
    Meiner Meinung nach kann die Produktion sofort eingestellt werden.

    Viele Grüße
    Silvia

  2. So zu 100% absolut total Deiner Meinung!!! Unser Hund ist zwar relativ entspannt aber ich finde es schrecklich. In diesem Sinn ein frohes neues Jahr für Dich 😃🎉

  3. Da gebe ich dir völlig recht. Profi-Feuerwerke sind nett anzuschauen. Aber dieses Rumgeböller ist einfach nur dämlich. Von der Verletzungsgefahr bei gleichzeitigem Alkoholkonsum mal ganz abgesehen. LG Jutta

  4. Ich feiere seit 20 Jahren nicht mehr Silvester. Ich bleibe zuhause und versuche,meine verstörten Katzen so gut es geht zu beruhigen. Und wenn dann um eins der Lärm hier direkt aufhört, fängt garantiert zwei Strassen weiter irgendein Idiot wieder an. Es ist jedesmal eine sehr unangenehme Nacht. Ich wünsche ein gutes neues Jahr, Karin.

  5. Ich bekenne mich zur Knallerei. Seit ich es unlimitiert kaufen kann, tue ich es. Obwohl diese neumodischen 200 Schuß Batterien auch nichts mehr für meine Nerven sind! Aber gegen ein oder zwei Packungen Blitzknaller habe ich nix. Und seit Jahren schiesse ich für jeden Menschen in meinem Herzen eine Rakete mit guten Wünschen in den Himmel. In diesem Jahr werde ich es nicht tun. Nein, es ist nicht die späte Einsicht des Alters, es ist einfach verboten, privat zu knallen, wenn Reetdachhäuser in der Gegend herumstehen. Einkaufen war ich heute trotzdem: Knallbonbons, Wunderkerzen und Blei + Pfännchen. Luis und Dir kann ich Frankreich als Reiseziel empfehlen, da knallen auch nur die Korken! Liebe Grüße und auf Wiederlesen in 2016 – Bärbel ☼

  6. Moin 🙂
    Ich bin auch der Meinung dass die Kohle die da in den Himmel gepulvert wird lieber für sinnvollere Dinge ausgegeben werden sollte.
    Wir spenden jedes Jahr das was wir für Böller ausgeben würden.
    Aber…jeder wie er mag.
    Dir alles Liebe für 2016 🙂
    Claudia

  7. 2011/12 war ich Silvester in Paris, wo Feuerwerk gänzlich verboten ist. War anders aber nicht störend. Ich persönlich gebe mein Geld ohnehin lieber für anderes aus. Von mir aus könnte der Verkauf von dem Kram auch in Deutschland gerne mit sofortiger Wirkung ausgesetzt werden. Denn wie du schon schreibst mit Profifeuerwerk können die popeligen Raketen für den Privatnutzer sowieso nicht mithalten. Und diese Dinger, die einfach nur laut knallen, sind sowieso unnötig wie sonstwas.

  8. Feinstaub? Bei entsprechenden Wetterlagen ist die Luft nach der Feuerwerkerei kaum zu atmen. Ich schaue mir auch gern ein professionell gemachtes Feuerwerk an – im Fernsehen. Und zu Neujahr knallen bei uns nur die Champagnerkorken.

  9. Du sprichst mir aus der Seele! Mir hat dieses Feuerwerk- und Knallerspektakel noch nie gefallen.
    Ich wünsche allen hier einen guten Rutsch und den schönen, friedlichen Beginn eines hoffentlich guten Jahres.

  10. Du sprichst mir wieder aus der Seele. Oh wie schön, dass der herzkranke Luis nicht dieser Knallerei ausgesetzt wird die in manchen Gebieten schon am Nachmittag beginnt.
    Lieben Gruß aus Wien
    Regina

  11. Geld wird doch das ganze Jahr über verschwendet, denken wir mal an unsere Steuergelder und was der Bund der Steuerzahler immer jedes Jahr aufdeckt! Für mich gäbe es genug andere Dinge, die abgeschafft/verboten gehören. Es gibt viele Menschen, die traumatisiert sind, da habe ich mir auch schon oft meine Gedanken gemacht. Ich bin sehr tierlieb und die Tiere tuen mir auch leid. Aber das Feuerwerk an sich finde ich auch wieder schön….. Es ist ja nur einmal im Jahr. Wenn Nachbarn laut bis in die tiefste Nacht ihre verschiedenen Partys das ganze Jahr über feiern und man selber ist gerade nicht so gut drauf, kann man es ja auch nicht verbieten. Ich wünsche allen einen guten Rutsch, viel Glück, Gesundheit und Erfolg – mit oder ohne Knallerei…Liebe Grüße Kristina

  12. Ja zum Feuerwerk-Laut, sinnlos – aber zu schön, um es zu lassen!

    „Das Feuerwerk ist die perfekteste Form der Kunst!“ Der Philiosoph Theodor Adorno hat’s gesagt.

    Woher bloß kommt der Böller-Hass?

    Egal, welche Zeitung man in diesen Tagen aufschlägt, egal welche Nachrichtensendung gerade im TV läuft: Presse, Politiker, Gewerkschafter, Natur- und Umweltschützer. und der KK natürlich jetzt auch. – gefühlt Alle wettern gegen die bunte Knallerei.

    Beliebte Kurzsätze von Böller-Gegnern :
    Böllern ist sinnlos. Böllern ist laut. Böllern ist teuer. Böllern ist gefährlich. Böllern erschreckt die Tiere. Böllern verwirrt die Arbeitnehmer im Schichtdienst. Böllern ist umweltschädlich. und ganz neu, sehr beliebt und mit Moralkeule schwingend, Böllern traumatisiert Flüchtlinge…

    „Leben und leben lassen“
    Wer sein teures Geld gerne in Feuer und Rauch investiert, dem soll es vergönnt sein. Diese Menschen erfreuen sich eben gerne an dem kurzen, bunten, krachenden Wumms – das für den Moment betrachtet – doch wunderschön ist! Der Jahreswechsel-Moment, der jedem, auch wenn er es nicht zugeben mag, im Grund etwas bedeutet. Ein kurzer Moment der scheinbaren Gewissheit, dass ab morgen doch vielleicht sicherlich eventuell alles anders wird. Garniert mit einer neonpinken Silvesterrakete!

    Keine weiteren Verbote und Gewissensfragen.

    Und das soll gerne so bleiben. Warum mit dieser Tradition brechen? Wegen der Feinstaubbelastung? Wegen der vielen Verletzungen? Wegen der vielen Millionen die einfach so … verpulvert werden?

    Wenn wir dieses Fass aufmachen, dann sollten wir ab sofort alles hinterfragen, was uns tagtäglich begleitet. Brauche ich tatsächlich dieses neue Paar Schuhe und neue Klamotten und das neue Auto oder, um hier im Thema zu bleiben, das neue und xte Kosmetikprodukt ? – oder sollte ich das Geld besser spenden?

    Dann solltet ihr euch aber auch eurer Scheinheiligkeit stellen. Auch ein schöner Neujahrsvorsatz !

    1. Natürlich sollten wir ALLES hinterfragen! Tust du das etwa nicht? Feuerwerk ist nur ein kleines Spitzlein des Eisberges. Ich bin auch nicht für Verbote, keinesfalls, aber ich halte es mit dem Grundsatz „Die Freiheit des Einen endet bei der Freiheit des Anderen!“ Und hier finde ich ein „Weiterdenken“ mehr als angebracht. Nur weil etwas Tradition ist, ist es nicht gleich gut. Dann können wir auch munter weiter Kriege führen, die liegen auch in unser aller Tradition…
      Allerfröhlichste Grüße, KK

    2. Nichts gegen ein Feuerwerk um MITTERNACHT um das neue Jahr willkommen zu heißen. Allerdings sehr wohl was dagegen, dass die Knallerei schon einen Tag vorher beginnt und noch am Vormittag des Neujahrstag stattfindet. Neue Schuhe, Kosmetika, Klamotten bescheren mir keine Angstzustände bzw. Herzrasen.

      Wem bezeichnest du hier als scheinheilig? Doch wohl nicht den KK??

      Beste Grüße
      Regina

  13. Nein Regina, wir alle werden als scheinheilig bezeichnet und das finde ich die allergrößte Frechheit. Genau wie die Behauptung der Jahreswechsel würde jedem was bedeuten, auch wenn er bzw. sie es nicht zugibt. Mag ja vielen so gehen, aber ich mag keine Verallgemeinerungen bei solchen Themen. Ich kann auch sehr gut ohne diesen künstlich aufgeblasenen bedeutungsschwangeren Tag. Wenn ich etwas in meinem Leben ändern will oder einen Anlass zum Saufen brauche, dann geht das auch an jedem anderen Tag des Jahres.

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