BEAUTY: TEUFLISCH! TIERE UND KOSMETIK * IMMER NOCH EIN THEMA!

Gerade wenn man auf Beautyprodukte steht, kommt man unweigerlich auch zum Thema „Tierversuche“. Viele denken ja, das gibt es heutzutage nicht mehr (2013 wurden Tierversuche in der EU für Kosmetika verboten). Ach was, weit gefehlt! Eine kurze Übersicht möchte ich dazu in diesem Artikel bieten, damit vielleicht hier und da doch noch einmal eingehender über das Thema nachgedacht wird, wenn es um den Kauf von Pflegeprodukten geht.

Beim Kauf von so vielen Konsumgütern müssen wir uns ernsthafte Gedanken machen! Da gibt es die Schadstoffe, die Umweltbelastung und eben auch das Problem mit den Tierversuchen. An Medikamenten sind sie sogar noch akzeptiert, aber wegen irgendwelcher Beautyprodukte ein wehrloses Tier quälen? Da regt sich in den meisten von uns doch ein gewisser Groll.

Uns ist allen sicher noch das Bild vom lippenstiftverschmierten Kaninchen mit blutunterlaufenen Augen im Sinn, welches die intensiven Pigmente der dekorativen Kosmetik auf und in seine Schleimhäute geschmiert bekommt, damit die „Verträglichkeit“ getestet werden kann.

Jetzt steckt nicht in jeder/jedem von uns ein Revoluzzer, aber über manche Dinge sollte man einfach auch einmal kurz nachdenken. Und wenn man dann etwas ändern möchte, so ist die Kaufentscheidung an der Kasse (in der Menge gesehen) irgendwann einmal schon ein deutliches Zeichen für die Kosmetikkonzerne.

Mittlerweile ist es ja fast undurchschaubar geworden, welche Firma wirklich für tierversuchsfreie Produkte steht. Das kann man so einfach eigentlich kaum ausmachen, denn viele der Inhaltsstoffe werden ja losgelöst von der Kosmetikindustrie in Labors „bearbeitet“.

Ein wichtiger Anhaltspunkt ist für mich das China-Problem:

Ein Kosmetikprodukt, welches auch in CHINA verkauft werden möchte, MUSS an Tieren getestet worden sein, das Chinesische Gesetz schreibt das zwingend vor! Das bedeutet: Ein Produkt welches Du hier in der Parfumerie siehst, und welches ebenfalls in China erhältlich ist, ist NICHT TIERVERSUCHSFREI! (Seit Jahren wird angekündigt, dass sich dieser Zustand ändern soll! Aber wie auch die Menschnrechtssituation – es ändert sich momentan nichts!)

 

Du siehst, wie schwierig es ist dieses Problem überhaupt einzukreisen! Trotzdem kann man sich hierzulande auch über die EU aufregen: Seit März 2013 sind in der EU Tierversuche für Kosmetikprodukte verboten: Kosmetik und Stoffe, die ausschließlich für die Kosmetikproduktion verwendet werden, dürfen nicht an Tieren getestet werden. Die Hersteller dürfen keine Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben. Tun sie es doch, dürfen die entsprechenden Produkte nur außerhalb der EU verkauft werden.
Schön, aber es gibt zwei fiese Schwachstellen: 1. Alle Produkte, die schon vorher an Tieren getestet wurden, dürfen auch weiterhin verkauft werden. Es besteht keine Kennzeichnungspflicht!  2. Das Tierversuchsverbot gilt nur für Stoffe, die ausschließlich zur Kosmetikproduktion verwendet werden. Die meisten Bestandteile von Kosmetika werden auch in Wasch- oder Reinigungsmitteln eingesetzt. Diese dürfen weiterhin in Tierversuchen getestet werden!

 

Also ein beinahe aussichtsloses Unterfangen. Wer sich im täglichen Einkauf ein bisschen „sicherer“ fühlen möchte, kann auf die drei wichtigsten „Siegel“ hier bei uns auf den Produkten achten (absolute Sicherheit gibt es aber auch hier nicht, so ist z.B. der Mutterkonzern L´Oreal bei „The Bodyshop“ federführend, die mit dem CCIC Siegel werben!):

CCIC (Coalition for Consumer Information in Cosmetics)

CCIC_logo

 

Deutscher Tierschutzbund (zusammen mit) Internationaler Herstellerverband gegen Tierversuche (IHTK)

IHTK_logo

 

Vegan Society England

Vegansociety_logo

 

 

 

Traurig wird das Thema dann besonders, wenn man sich ansieht, dass es heute zahlreiche Alternativen gibt, die durchaus „Übertragbarkeit, Erkenntnisgewinn und Aussagekraft“ bieten, wie die Versuche an lebenden Tieren.

Ich kratze hier nur an der Oberfläche und ich achte bisher selbst kaum auf das Tierversuchsproblem, aber es wird immer wichtiger für mich, und ich denke, dass es langsam Zeit wird, dass man das Thema wieder öfter erwähnt. Falls Ihr gute Links oder eigene Infos dazu habt, schreibt unten im Kommentarbereich! Ansonsten gilt: Informiert Euch!!

HILFESTELLUNG

 

 

 

 

 

 

(Der Bericht ist nicht gesponsert. Info über die-reale-welt-stiftung. Foto: Vegane Bewegung / Logos: Rechte bei den Logoinhabern, CCIC, DTB, Vegan Society)

12 Kommentare

  1. Danke für diesen Artikel! Du erreichst damit Menschen, die das Thema sonst eventuell gar nicht beachten würden. Und nur aufgeklärte Konsumenten können durch ihre Kaufentscheidungen bzw gezieltes Nachfragen für Veränderung sorgen.

    Ich finde toll, dass Du nicht den bequemen Weg der Ignoranz gehst!

    Danke und einen schönen Tag,
    Freckles

  2. Ich finde es absolut schwierig , z.b bei clinique die sagen Sie machen keine. Einige sagen aber sie machen doch welche und dann gibt es noch die Tochterkonzerne.

    Ich weiß nur das essence , Catrice , die rossmann Eigenmarken und dm und die m.assam Produkte tv frei sind.

    Macht Paulas Choice welche ?

    1. „Paula’s Choice billigt nicht, dass für die Herstellung von Kosmetika Versuche jedweder Art an Tieren durchgeführt werden. In all den Jahren, in denen Paula über die Kosmetikindustrie geschrieben hat, sprach sie sich vehement gegen den unnötigen Einsatz von Tieren zu Testzwecken aus. Paula’s Choice Inc. hat seine Produkte niemals an Tieren getestet und wird das in Zukunft auch nicht tun. Wir bezahlen auch kein außenstehendes Unternehmen dafür, in unserem Auftrag Tierversuche durchzuführen. Wir engagieren uns für die Anwendung alternativer Prüfverfahren sowie das weltweite Verbot von Tierversuchen für die Kosmetikindustrie. Im April 2013 wurde Paula’s Choice offiziell die Mitgliedschaft im Leaping Bunny Program bescheinigt.

      Das Ergebnis sind Produkte, für deren Herstellung und Entwicklung zu 100% keinerlei Tierversuche durchgeführt wurden. Organisiert wird dieses Programm von einer Koalition verschiedener Tierschutzorganisationen, zu denen unter anderem auch die Humane Society der Vereinigten Staaten und die Nationale Gesellschaft gegen Vivisektion (National Anti-Vivisection Society) gehören.“

  3. Guten Morgen an Alle !!!

    Ein sehr interessantes und leider auch trauriges Thema, was „unser Konsumkaiser“ hier aufgreift.

    Ich finde es gut, das darübe auch einmal geschrieben wird und man es vielleicht erreichen kann, dass der eine oder andere mehr darüber nachdenkt.

    Hierzu eine Info von mir, die sich im wesentlichen mit der vom Konsumkaiser deckt.

    Leider bietet aber auch dieses Gesetz den Herstellern die typischen „Schlupflöcher“: Das Verkaufsverbot gilt lediglich für Produkte, die neu auf den Markt kommen, d.h. alle Produkte, die bereits vor dem 11. März 2013 an Tieren getestet wurden – und das entspricht der Mehrheit aller Artikel, die wir in den Regalen von Drogerien, Supermärkten und Kosmetik-Fachgeschäften finden – dürfen nach wie vor und ohne spezielle Kennzeichnung verkauft werden! Des Weiteren bezieht sich das Verbot von Tier-Experimenten nur auf Inhaltsstoffe, die eigens für Kosmetika entwickelt wurden – und das sind nur sehr wenige. Die meisten Duft- & Farbstoffe, ebenso Tenside, kommen beispielsweise auch in Waschmitteln oder Haushaltsreinigern vor. Diese Substanzen durchlaufen die für Chemikalien vorgeschriebenen Tests, welche auch toxikologische Untersuchungen und viele weitere Experimente an Tieren beinhalten, und werden anschließend auch in Kosmetika verwendet.

    Aus diesem Grund solltet ihr auch weiterhin nur Produkte von den auf

    http://www.kosmetik-ohne-tierversuche.de

    gelisteten Firmen erwerben; dann könnt ihr sicher sein, dass weder die Kosmetikartikel selbst, noch deren Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden!

  4. Vielen Dank für diesen Artikel und die Informationen. Passend dazu möchte ich erwähnen, dass jede Botox-Charge auf ihre Giftigkeit getestet wird. Die Testsubstanz wird Mäusen in die Bauchhöhle gespritzt, die dann einen bis zu viertägigen Todeskampf mit Krämpfen, Lähmungen, Atemnot erleiden müssen, bis sie schließlich an Atemstillstand sterben. Man schätzt dass es weltweit jährlich 600.000 Mäuse sind. Eine tierversuchsfreie Testmethode wurde bereits behördlich anerkannt, wird aber leider nicht von allen Herstellerfirmen eingesetzt. Wie das mit Hyaluronfillern ist entzieht sich meiner Kenntnis.
    Gruss,
    Heidi

  5. Erfreulicherweise hat die südkoreanische Regierung Anfang des Jahres ein Gesetz angekündigt, das Tierversuche mit Kosmetikprodukten verbietet, und südkoreanische Hersteller dominieren ja den asiatischen Markt. An der Situation in China wird das allerdings nichts ändern. Hersteller, die nach China liefern, testen nicht unbedingt selbst, aber die Produkte werden dann von Behörden in China an Tieren getestet.

  6. Hi, das ist ein Thema das jeden interessieren sollte. Auch ich bin nicht schuldfrei und benutze Kosmetik die nicht tierversuchsfrei ist. Ich werde Deinen Bericht gerne rebloggen. LG, Julielovesbeauty

  7. Ja man vergisst es leider viel zu schnell . Wird immer erst wieder wach gerüttelt , wenn ein Skandal passiert und es durch die Presse geistert . Ich bemühe mich wirklich sehr , auch solche Dinge vor dem Kauf mit ein zu beziehen . Manches mal vergesse ich es … aber die ersten Versuche mit selbst gerührter Creme laufen . Und ich hoffe sehr das es irgendwann ganz selbst verständlich ist , auf solche Versuche zu verzichten . Und wenn sie schon gemacht werden müssen . Dann bitte nicht unnütz und zum 100 mal der gleiche Versuche , um das gleiche Ergebnis zu erzielen .
    LG und eine schöne Woche wünsche ich Dir
    Heidi

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