BEAUTY: SONNENSCHUTZ UND NATURKOSMETIK * EIN TRAUERSPIEL

via Picturepool.co.uk (H. Miller)

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Da wir gerade bei den Sonnenpflegemitteln sind: Wie sieht es eigentlich mit Naturkosmetik und Sonnenschutzprodukten aus? Scheinbar schlecht, so meine Antwort. Was ich dazu gefunden habe, ist in meinen Augen ein Trauerspiel…

Laut einer EU-Empfehlung soll der UVA-Schutz eines Sonnenschutzmittels mindestens ein Drittel des UVB-Schutzes betragen. Scheinbar bringt diese neue Anforderung die Naturkosmetikhersteller in arge Nöte. Denn bei hohen Lichtschutzfaktoren ist es schwierig, allein mit mineralischen Filtern einen entsprechenden UVA-Schutz zu bewerkstelligen. Einige Herstellen wollten deshalb die Vermarktung der Sonnenschutzmittel komplett einstellen!! Dann also lieber die NK Anhänger verbrutzeln lassen, als das Teufelszeug „Chemie“ auch nur anzupacken?

Interessant dazu ist auch, dass seit geraumer Zeit über die mineralischen Lichtschutzfilter heftig diskutiert wird, weil sie als Nanopartikel eingesetzt werden. (Nanopartikel sind kleiner als 100 Nanometer, ein Nanometer entspricht einem milliardstel Meter.) Dies hat den Vorteil, dass die Lichtschutzfilter nicht wie eine weiße Schicht auf der Haut liegen, sondern leichter zu verteilen sind. Bislang haben sich die kleinen Filterteilchen zwar als unschädlich erwiesen, aber trotzdem fordert das Beratungskomitee der EU-Kommission eine Neubewertung von Titandioxid in Nanogröße. Es ist zwar nachgewiesen, dass die kleinen Teilchen nicht durch gesunde Haut dringen können. Doch was genau bei geschädigter Haut geschieht, wurde noch nicht wirklich erforscht. Die britische Zertifizierungsorganisation Soil Association etwa, die auch Naturkosmetik zertifiziert, hat den Einsatz von Nanopartikeln in von ihr zertifizierten Produkten verboten.

Viele Sonnenschutzmittel, die man der Naturkosmetik zuordnen kann, enthalten Alkohol. Auch wenn es manchmal kein vergällter Alkohol ist, sondern der teurere, trinkbare, so ist auch hier bei großen Mengen die Wirkung sehr, sehr ungünstig für empfindliche Personen. Doch darauf machen die „Stiftung Warentest“ oder „Ökotest“ so gut wie nie aufmerksam, warum eigentlich nicht?

In sehr vielen Schutzprodukten habe ich ätherische Öle gefunden. Unglaublich! Bei Produkten, die auf der Haut unter Sonneneinstrahlung getragen werden, ist das völlig kontraproduktiv! Braune Flecken sind da noch das kleinste Übel. Limonene, Linalool, Citronellol, Citral, Geraniol sind in ganz vielen Produkten als Duftstoffe mit dabei. Und auch hier schützt das Wörtchen BIO davor nicht gegen allergischen Reaktionen, die diese Stoffe sehr, sehr oft auslösen! Viele enthalten auch (Bio) Shea Butter. Na toll, da ist die schwitzende Speckschwarte unter der Creme schon vorprogrammiert. 

Die Produkte von „Eco Cosmetic“ fand ich eigentlich auf den ersten Blick sehr vielversprechend, weil Alkohol kaum verwendet wird. Allerdings sollte die Bezeichnung „Aromatherapeutische Naturkosmetik“ schon aus o.g. Gründen ein Warnsignal sein. Schade eigentlich, gefiel mir ganz gut: Schaut mal!

Versteht mich nicht falsch! Konventionelle Kosmetik hat ebenfalls genügend Kritikpunkte, die es zu beachten gilt, und rein chemische Filter bei empfindlichen Hauttypen können keine gute Idee sein. Aber bei „Naturkosmetik“ fühlen sich die Verbraucher/innen immer so wohl, aufgehoben und sicher. Und dass das bei einem so heiklen Thema wie Sonnenschutz nicht ganz so ist, das möchte ich gerne deutlich machen.

Wer jetzt sagt:“Ich vertrage aber alles problemlos und ich habe keinerlei Reaktionen“, dem sei gesagt, dass Reaktionen auf unverträgliche Stoffe manchmal stark zeitverzögert auftreten! Mitunter schiebt man eine Unverträglichkeit einer ganz anderen Creme oder Substanz in die Schuhe, zu der diese gar nichts kann. Unverträglichkeiten äussern sich auch gerne mal in „einfachen Pickeln“, es muss nicht gleich sofort ein juckendes Ekzem sein! Die Möglichkeiten sind da mannigfaltig und können von uns Laien manchmal kaum überblickt werden! Da ärgern mich dann eben diese Pauschalurteile wie Chemie=schlecht, Natur=ungefährlich!

Ich persönlich halte eine Mischung von mineralischen- und (sicheren) chemischen Sonnenschutzfiltern für sinnvoll. Ein guter Mix, der jede einzelne Substanz nur in geringeren Mengen verwendet und in der Kombination aber einen wirksamen Breitbandschutz liefert! So wenig Alkohol und Duft wie möglich, dann noch sparsam umgegangen mit Konservierern und Emulgatoren. Eine Handvoll AOX und schon wäre ich zufrieden, aber such das mal…!

(Der Artikel ist NICHT gesponsert!)

8 Kommentare

    1. Au ja, Kibio war echt gut, aber die haben total schnell aufgegeben. Sehr schade! Wo doch gerade Clarins auch immer ein bisschen übers Ziel hinausschiesst mit Duft und Co. Mal sehen, wann L ´Oreal mit einer „reinen Naturkosmetik“ im Drogeriebereich rauskommt, hahahaha. 😉
      Viele Grüße, liebe Irit! KK

  1. Ich habe auf der Vivaness Biosolis kennen gelernt, die decken mit Zinkodix dann wohl auch gut UVA ab (hier gibts die Inci Liste einer Creme zum Beispiel: http://www.ecco-verde.de/biosolis/gesichtscreme-lsf-30). Die Cremes weißeln schon ein bisschen, ja, aber nicht so stark wie die üblichen verdächtigen Lavera und Co., haben eine feine Konsistenz und keine ätherischen Öle, wenn ich das richtig auf die Schnelle sehe.

    Momentan habe ich das Gesichtsgel oder Fluid von Eco Cosmetics im Einsatz. Mir ist bewusst, dass der UVA Schutz nicht so hoch ist, wie er sein könnte, aber ich bin momentan sehr wenig draussen. Im Sommer für die Spielplatzsaison überlege ich mir was anderes bzw. decke mich mit Biosolis ein und schau wie ich den Weißanteil ausgleichen kann.

    Mir fehlt das richtige Verständnis für viele chemische Substanzen, man liest so oft, wirken hormonell, reizend, wat weiß ich. Ich schaffe es nicht so richtig mich einzulesen und gehe daher auf Nummer sicher.

    Codecheck (also Ökotest) sagt bei Alkohol übrigens immer: gehört nicht in Gesichtsprodukte…

    1. Ah, danke, das werde ich mir mal anschauen! Auf Aloe Basis, das ist ja toll!

      Bei Codecheck könnte aber Alkohol ruhig auch rot erscheinen in Pflegeprodukten, aber es wird ja immer mit grün signalisiert, dass es ok sei.
      Gerade der UV-A schutz ist fürs Gesicht ja so wichtig, weil die UV-A Strahlen ja die meiste Hautalterung verursachen. A=Aging
      B=Burn
      Aber für normale Aufenthalte unter freiem Himmel, mal eben zum Auto und so weiter sollte es wohl reichen.

      Aber man darf auch nicht vergessen: Fensterscheiben filtern kein UV-A!!
      Also eine lange Autofahrt könnte schon Probleme mit sich bringen.
      Brr..ist das alles kompliziert.
      Lieber Gruß! KK

      1. Das ist schon wahr, rot wäre geeignet, aber vermutlich ist der Algorithmus dahinter nicht in der Lage zu unterscheiden, ob es nun ein Gesichtsprodukt ist oder was auch immer (obwohl man das rein über Schlagworte problemlos machen könnte). Und an sich ist Alkohol nicht soooo schlecht, haha.
        Bin ein Büromensch und kümmerte mich bisher eh viel zu wenig um Sonnenschutz, erst mit den vielen Spielplatz-Aufenthalten im Sommer dämmerte es mir dann. Aber jetzt bin ich voll dabei – auch dank deinen Ermahnungen 😉

  2. Super Artikel, danke! =) Hat jmd. schon Erfahrungen mit dem Ultra light facial Moisturizer SPF 30 von Kimberly Sayer/Green gepople Oy!/Eco Cosmetics Sonnenfluid? =)

  3. Sie fegen da richtig über Bio-Sonnenschutz her. Kennen Sie Biosolis noch nicht? Schade, schnell googeln: Biosolis. Das reicht um ein umfassendes Bild von dieser 100% Bio-Zertifizierte Sonnenschutzprodukte zu bekommen.

    1. vielen dank für den interessanten tipp! der beitrag ist ja schon ein wenig älter, die sonnenschutzmittel im naturkosmetikbereich haben sich aber gerade in letzter zeit stark verbessert. und der spinattee-appeal ist mittlerweile auch gewichen. 😉 ich werde mir die productrange mal ansehen, auf den ersten blick aber, wie bei einigen anderen, schon mal ganz fein. viele grüße, kk

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