LIFESTYLE: 5 STRATEGIEN UM NERVOSITÄT UND AUFREGUNG IN DEN GRIFF ZU BEKOMMEN * KEEP COOL!

Keep Cool! (Calm-O-Matic)

Keep Cool! (Calm-O-Matic)

Letzte Woche hatte ich es: Mir war flau im Magen, meine Hände leicht schwitzig, fahrige und unkonzentrierte Gedanken flogen mir durch den Kopf. Bis ich „Stop“ gesagt habe! Ich lasse mich von nervlicher Anspannung doch nicht regieren, ich muß meine Nerven im Zaum halten! Geholfen haben mir ein paar einfache aber effektive Möglichkeiten, die man stets zur Hand hat. Moment, was war los? Ich hatte einen wichtigen Termin, auch noch mit einem sehr bekannten Menschen, der für seine cholerische Ader bekannt ist. Dann kämpft man sich an zig Vorzimmerdamen vorbei, hat den mürrischen Blick eines Bodyguards zu ertragen und dann soll man nicht aufgeregt sein? Doch! Nervosität und Aufregung sind völlig natürlich und gesund. Sie lassen uns auf „Hochtouren“ laufen und ermöglichen schnelle und präzise Reaktionen unseres Körpers. Allerdings leidet dabei manchmal das klare Denken. Wird dem Menschen das bewusst, wird er nur noch nervöser, ob der mangelnden Konzentrationsfähigkeit.

Bei manchen erhöht diese psychohormonelle Ausgangslage jedoch sogar die Denkleistung, und sie laufen zur Höchstform auf. Den meisten ist aber sicherlich die „Denkblockade“ bekannt. Dann hat die Aufregung das Regiment übernommen!

Ziel ist es, sich die Nervosität zum Freund zu machen! Man gewöhnt sich sehr schnell an aufregende Situationen und lernt somit besser damit umzugehen. Also ist es für hochsensible und schnell aufzuregende Menschen völlig falsch den „Stressoren“ aus dem Weg zu gehen, lieber solche Situationen suchen und sich selbst ein wenig beobachten. Gelassenheit kann man tatsächlich üben!

1) Zuallererst stelle ich mir vor, was denn schlimmstenfalls passieren kann. Das hat nichts damit zu tun, dass ich eine pessimistische Grundhaltung einnehme, sondern damit, dass ich auf möglichst viele Situationen bereits innerlich vorbereitet bin! Ich „falle nicht aus allen Wolken“ wenn mal etwas anders läuft als geplant und kann somit schneller und besser alternative Strategien finden.

2) Mal wieder die Atmung! Sie ist der Schlüssel zu so vielen Dingen! Stell Dich aufrecht hin, oder sitze auf der Stuhlkante mit zurückgezogenen Schultern. Atme regelmäßig durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus! Das in einem ruhigen und kontrollierten Tempo. Wenn es geht, lasse das Ausatmen etwas länger dauern als das Einatmen! Puste die Luft ganz leicht durch die geschürzten Lippen nach aussen und höre dabei dem Ausatmen zu. Versuche bei jedem Ausatmen die Schulterpartie ein wenig tiefer sinken zu lassen.

3) Womit wir beim optischen Eindruck wären: Angst und Nervosität lese ich bei meinem Gegenüber sehr oft an einem verspannten Schultergürtel ab! Ziehen die Schultern immer mehr in Richtung Ohren, so fühlt sich mein Gegenüber gestresst. Möchte man also nicht gleich als „nervliches Wrack“ auffallen, sollte man sich seiner Körperhaltung immer bewusst sein. Hat man die verkrampfte Schulterpartie erst einmal unter Kontrolle, hilft das auch zur inneren Entspanung. Bedenke jedoch: Ziel ist nicht die locker-flapsige Art, die schlimmstenfalls respektlos wirken kann! Die gesunde Nervosität verhilft zu mehr Tonus, mehr Spannung und zu einem agileren Auftreten. Nutze dieses Wissen!

4) Wenig essen, aber ordentlich trinken! Ist man aufgeregt, hat man eh kaum Hunger. Der Körper möchte sich in dieser Situation nicht mit der Verdauung beschäftigen, sondern braucht sein Aufmerksamkeit für „Flüchten oder Kämpfen“. Aber etwas zu trinken ist unbedingt notwendig. Mit einem trockenen Mund ein Vorstellungsgespräch zu führen ist schrecklich und muss doch nicht sein! Bitte bei Wasser oder (noch besser) Kräutertee bleiben. Unbedingt die Hände von Alkohol und Kaffee lassen, das wäre völlig kontraproduktiv. Zumal man hiervon oftmals einen geröteten Kopf bekommt, passt doch nicht wirklich gut, oder?

5) Kleine Helferlein (nein keine Psychopharmaka) sind durchaus legitim und können, vorsichtig angewandt, durchaus eine überschiessende Nervosität lindern. Jedoch: Alles was wirkt hat auch Nebenwirkungen! Substanzen, die beruhigen, machen aber meist auch müde und stumpf. Die agile Spannkraft, von der ich vorhin noch geredet habe, wäre dahin. Daher sollte man das Mittel mit Bedacht auswählen. Gut und durchaus wirksam sind pflanzliche Wirkstoffe, die die Aufmerksamkeit nicht beeinträchtigen. Die belächelten Baldriantropfen sind da ein Beispiel. Enthalten sind hier „Sesquiterpene„, die die Reizübertragung der Nervenzellen beeinflussen können. Johanniskraut ist eher nicht zu empfehlen, weil die angstlösende Wirkung erst nach einem längeren Zeitraum der Einnahme einsetzt. Hopfen, Lavendel, Melisse, Rose und Passionsblume sind ebenfalls pflanzliche Stoffe, die man auch sehr schön als Essenz anwenden kann. Wie ein Parfum auf die Handgelenke und die Schläfen gestrichen, wirken die ätherischen Öle gleichermaßen belebend und beruhigend! Daraus kann man auch ein kleines Ritual formen, welches eine gewisse Stabilität und Ruhe in unangenehmen Situationen vermittelt. Immer vor dem stressigen Termin die Blütenessenz auftragen, tief Einatmen und langsam Ausatmen. Einmal die Gedanken ordnen und den Körper straffen. Wenn man dann noch gut vorbereitet ist, ist die Aufregung womöglich wirklich zu unserem Freund geworden und lässt uns glänzend auftreten!

14 Kommentare

  1. Tolle Tipps lieber KK – auch wenn ich in meinem Alltag nichts mit bekannten, einschüchternden Persönlichkeiten am Hut habe, so kenne ich die Situation doch sehr gut. Da ich harmoniebedürftig bin, geht es mir in „Konfliktgesprächen“ immer so, wie Du beschreibst. Leider wird man dann ganz schnell nicht für voll genommen. Was wiederum zur Folge hat, dass ich mich dann erst recht aufrege…
    Aber ich arbeite dran 🙂
    Hab einen schönen Tag – lieber Gruß Conny

  2. Super kluge Tips lieber Kaiser!
    Meine Aufregung verfliegt immer sofort, wenn ich über die Schwelle bin. Vor der Tür habe ich mega Herzklopfen und eiskalte Hände, bin aber zum Glück äusserlich ruhig und nahezu unbewegt. Jahrelanges Training hilft und, was mir noch sehr hilft ist das SPRECHEN. Eine Woche Sprechtrainung und Du weißt, Du bist im Gespräch mindestens ebenso gut wie Dein Gegenüber – das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber es gibt Sicherheit. Ausser, wenn ich mit einem echten Berliner Oberbonzen zu reden habe, dann kommt hochdeutsch nicht so gut, da darf die Redeweise gern angepasst werden.
    LG
    Üffi

    1. Oh ja, Sprechtraining ist super!!
      Und da kommt auch wieder die Atmung ins Spiel. Richtig Sprechen bedeutet auch richtig dabei Luft holen. Wenn man das beherrscht, ist das schon die halbe Miete!
      Liebe Grüße nach Berlin! KK

  3. Super Tips ! Die Atmung ist wichtig !!! Was auch hilft, vor allem vor ganz großen Terminen (z.B. wenn man vor einer grösseren Gruppe öffentlich sprechen soll): während man wartet langsam herumlaufen und dabei ganz sacht die Hände bewegen, drehen, die Finger bewegen etc. Wenn man z.B. von einer Jury geprüft wird, hat mir eine Psychologin mal folgenden Tip gegeben: vorher schon mit beiden Füssen fest auf dem Boden sitzen, kurz die Augen schliessen und sich vorstellen, man sei mit einem Faden mit dem Mittelpunkt der Erde verbunden. Wenn man vor der Jury sitzt, beide Füsse auf den Boden und das Gefühl kurz abrufen. Das erdet. Ich muss vor solchen Terminen darauf achten, genug, aber nicht zu viel zu trinken, denn sonst ist ständig Pipialarm !

    1. Danke für den super Tipp!!
      Es ist wirklich so, man darf sich vor lauter Nervosität nicht „verlieren“. Sich „erden“ ist doch eine super Methode.
      Viele Grüße! KK

  4. Kannst du Gedanken lesen? Ich plante gerade einen hilfesuchenden Post, in dem ich um die besten „keep cool“-Tipps gebeten hätte, weil ich gelegentlich zu schlimmer Nervosität neige. Richtig schlimm. Blackout schlimm. In der kommenden Woche muss der Kopf aber absolut klar und kühl sein und ich kann es mir nicht leisten, wie ein von der Schlange hypnotisiertes Kaninchen beim Arzt zu sitzen. Das wird ein hartes Stück Arbeit. *seufz* Als ich telefonisch den Termin gemacht habe – also friedlich in meiner Wohnungs stand – und nach meiner Telefonnummer gefragt wurde, dachte ich nur ‚Telefon? Habe ich ein Telefon?‘ Der Fluchtreflex ist so stark, dass der Kopf nur noch leer ist. 😳

    Gut… die Atmung. Dann werde ich die Zeit schon mal nutzen, um mich beim Yoga noch intensiver auf die Atmung zu konzentrieren. Om. 🙂

    1. Ja, das ist aber auch ein wichtiges Thema. Viele Menschen geben es auch gar nicht erst zu, dass sie darunter leiden.
      Das Thema könnte man noch über mehrere Tage abhandeln. Im Blog ist ja eher „kurz und knackig“ gefragt. Ich hoffe aber, dass dir die bewusste Atmung schon ein wenig helfen kann!
      Lieber Gruß! KK

  5. @exberlinerin,
    ich habe eben deinen tipp gelesen und mich hier gleich mal voll geerdet. also ohne quark: augen zu, strippe runtergelassen und geerdet. etwas später das gefühl einfach abgerufen.
    das ist ja UNGLAUBLICH – hatte ich noch nie etwas von gehört und normal bin ich auch nicht voll geerdet, aber diese übung ist gold wert!
    danke und liebe grüße ins exil!

  6. Hi KK,
    auch ich habe eher selten mit prominenten Persönlichkeiten zu tun, hatte allerdings schon mit cholerischen Menschen zu tun… also ja, ich kann das verstehen. Was mir in solchen Situationen hilft, sind die „Rescue“-Bachblütentropfen. Manchmal helfen sie auch beim Einschlafen. Es mag reine EINBILDUNG sein, aber egal WARUM es bei mir funktioniert, es funktioniert 🙂

    Lg, Annemarie

    1. Liebe Annemarie! Das stimmt total! Völlig egal warum wenns wirkt ists auch gut!!
      Und somit hat man auch ein kleines Ritual geschaffen. Bachblüten vorher anwenden. Das ist positiv besetzt, man hat eine gute Erfahrung damit gemacht, warum sollte man das dann nicht wiederholen?
      Dumm sind nur die Leute, die darüber lachen, aber die eigentliche Strategie dahinter nicht verstehen.
      Liebe Grüße! KK

  7. Toller Post und tolle Tipps (@Exilberlinerin) !
    Es ist viel auch eine Frage der Übung, d.h. je öfter ich in nervös machende Situationen komme, oder mich freiwillig hinein begebe, desto besser kann ich sie bewältigen, wenn sie dann unverhofft kommen. Deshalb nutze ich bewusst Gelegenheiten zum „Üben“, in denen es nicht so drauf ankommt, bzw. ein wohlwollendes Gegenüber existiert. Z.b. bin ich diejenige, die gern mal freiwillig auf Familienfeiern einen Toast ausbringt, eine kleine Laudatio hält oder im vertrauten Berufskreis eine Präsentation macht. Dann sitzen die Grundzüge zumindest im „Ernstfall“ besser, weil ich mir sagen kann „du kannst das jetzt, denn du hast es schon mal gekonnt“ . Diese Selbstüberzeugung hilft mir in der Situation gut, meine Anspannung zu meistern. Und Atmen!

    1. Wirklich wahr, das ist ein toller Ansatz. Die Stress-Situation suchen und als Übung ansehen. Leider ist ja „den Weg des geringsten Widerstands zu gehen“ auch völlig natürlich und in uns verankert. Man muss sich wirklich aufraffen.
      Viele Grüße! KK

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