GLOSSE: ESC 2025 – DEUTSCHLAND MACHT MUSIK MIT POTTSCHNITT

An diesem Wochenende wurde der deutsche Beitrag zum Eurovision Song Contest 2025 gekürt, der in der Schweiz stattfindet. Mit viel Aufwand und einem untoten Stefan Raab steht nun fest: Deutschland sollte endgültig die Finger davon lassen. Es lohnt sich eh nicht mehr.

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Abor & Tynna
Foto: RTL+

 

Um sozusagen auf eine sichere Bank zu setzen, hat Deutschland in diesem Jahr wieder Stefan Raab rangelassen, um einen knalligen Siegertitel für den ESC 2025 zu finden, und damit wohl auch dem letzten Platz zu entrinnen.

Das laufende Ego mit dem 244 Zähne Gebiss konnte da natürlich nicht widerstehen, und so kam es, dass ich in diesem Jahr Raab zum ersten Mal seit langer Zeit wieder in der Öffentlichkeit sah…und ich war tief erschrocken. Der ist ein Tatter; selbst der bereits begrabene Dieter Thomas Heck würde frischer wirken, als dieses dauergrinsende Spitting Image des Mannes, der angeblich Stefan Raab sein soll.

Dass es da eine Verwechslung gegeben haben muss, wird spätestens dann klar, wenn man sich anschaut, was denn da nun irgendeine Jury unter Raabs Leitung und die Zuschauer der Veranstaltung ausgewählt haben: Wären´s wenigstens noch die Geschwister Pfister geworden, aber nein, das Geschwister Duo Abor & Tynna werden „Baller“ vortragen – ich verwende gerade vorsätzlich NICHT das Wort singen.

Nein, der Titel ist in keiner exotischen Fremdsprache verfasst, sondern sagt einfach nur in mallorcaesquem Ballermannsprech „Ich baller mir einen“…äh sorry, „Ich baller Löcher in die Nacht“ – sozusagen. Macht ungemein viel Sinn so tiefsinnig zu sinnieren, wenn der Rest von Europa diesen gigantischen Wortsinn eh nicht zu verstehen vermag.

Wir allerdings auch nicht, denn…

Und der Rest ist auch Kacke.

„Eine Tüte Stimme, bitte“, sagte der weibliche Teil des Duos in einem Späti, letztens im coolen Berlin. „Wir ham schon zu!“ war die Antwort und die Tür fiel ins Schloss.

„OK, dan nuschel ich eben und tu so als könne ich singen, will es aber nicht, weil isch..äh…ich zu cool dafür bin, ey.“

Und „Baller“ war geboren.

Und da es ja ESC ist, muss noch eine Bühnenshow her: Schnell zwei Tänzer in den Background gestellt, die 1998 mal einen Streetdance Wettbewerb mitgemacht haben, und als Krönung versucht die Interpretin ein Cello zu zerdeppern, was aber wohl ihren schlappen Ärmchen kaum gelingen mag. Muss man aber auch verstehen, denn sie hat ja an dieser Stelle bereits zwei Minuten kräftezehrendes Haar-in-den-Nacken-werfen hinter sich.

Auch wenn sie nett grinst, so fresh wie Lena dereinst wirkt sie bei Gott nicht, und auch wenn viele sagen, der Song sei „total modern“, so ist das so wie mit den Hipster Pony Frisuren, die coole junge Leute gerne tragisch zur Schau stellen (also Kochpott uffen Kopp und dann ringsrum abschnippeln). Nee, Kochpottschnitt macht nicht cool, sieht nur fies aus.

Der Song klingt also wie der olle Kochpottschnitt, Text ist unhörbar, da das Nuscheln stringent gut gemacht ist, Show ist peinlich bis Dorffest-Niveau, also eigentlich alles richtig gemacht, sollte man meinen. Nochmals: Es geht ja um den ESC, nicht um einen ernsthaften Sangesbardenwettbewerb.

Doch da der ESC ja mittlerweile eh nur noch eine Leistungsschau der Skurrilitäten ist, hätte man mit einem ernsthaft gut gemachten Titel vielleicht mal eine Chance gehabt – als Außenseiter sozusagen. Aber nein, so wird das nix, und ich, einstiger Fan des netten europäischen Bunten Abends, finde es fast nur noch Baller Baller…äh…balla balla.

1 -2-3 Tanzen!

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P.S. Wird es der letzte Platz, können wir uns prima rausreden: Das Duo kommt aus Österreich 😉

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13 Gedanken zu “GLOSSE: ESC 2025 – DEUTSCHLAND MACHT MUSIK MIT POTTSCHNITT

  1. Guten Morgen,

    Auf den Punkt gebracht 👍

    Wir haben früher lustige ESC Partys gemacht und niemals nicht eine davon verpasst.

    Mittlerweile ist es eine Lachnummer ( nicht nur der deutsche Beitrag).

    Viel “ Sex sells“ und gaaaanz wenig gute Musik.

    Deswegen schaue ich auch dieses Jahr nicht.

    VG

    Theresa

  2. Meine Nerven, die Frau könnte es doch vielleicht erst mal im Guten versuchen.

    Wir schauen den Mist nicht mehr und wenn ich schon Raab oder Gottschalk sehe oder höre, schalte ich blitzschnell um. Einfach peinlich. Die haben den letzten Schuss wohl nicht gehört.

    Ich versuch es mal mit arbeiten, allen einen guten Wochenstart!

    LG Christiane

  3. Moin,

    na, dann habe ich ja nichts verpasst. 😉

    Mein Mann behauptet ja, der Raab habe „damals das dt. Fernsehen revolutioniert“, aber ich kann ihn halt nicht ausstehen, außerdem war die über die 10 Jahre damals in UK, wo es RICHTIG gute TV Formate gab/gibt, also habe ich nicht das Gefühl, was verpasst zu haben! 😀

    Ich finde es auch schade, was aus dem ESC geworden ist, früher hat das so viel Spaß gemacht. Auf der anderen Seite – who cares? Wir haben ja durchaus andere Baustellen… leider…

    Trotzdem, habt ne schöne Woche, hier knallt zumindest die Sonne schon vom blauen Himmel, ist doch auch schon was…

    Liebe Grüße

    Melanie

  4. Raab hat während des laufenden Wettbewerbs die Regeln geändert. Der Jury gefiel Moss Kena, den Zuschauern Feuerschwanz. Dann schaltete sich Raab noch mal ein. Ein No Go.

  5. Lieber KK,

    leider muss ich dir bei jedem deiner Worte beipflichten. Die Vorstellung meiner Landsleute ist von Anfang bis Ende grauenhaft – akustisch wie auch optisch. Da hat sich der ebenfalls unsägliche aber, mir völlig unverständlich, doch scheinbar so beliebte und als musikalisch kompetent erachtete Herr Raab dem Zeitgeist bravourös genähert – es passt kein Blatt Papier dazwischen.

    Liebe Grüße und Dankeschön – ich wende mich mit Grauen ab und schweige besser…..

  6. Ich habe die Vorauswahl wie immer nicht angeschaut und habe das Lied auch erst danach gehört und dachte das sei ein schlechter Scherz.

    Was für ein Aufriss und das kommt dabei heraus? Echt schlimm, gefällt mir überhaupt nicht, ohne „Gesang“ vielleicht.


  7. …ales perfekt zusammengefasst – es ist einfach nur noch eine furchtbare Zombie-Nummer. Und Raab mag ja mal (hat hier jemand in den ommentaren geschrieben) das TV revolutioniert haben, aber das war in den 90ern! Und so gern ich auch denken würde, dass das „quasi wie gestern“ war – äh, nö, das is 3 Dekaden her – was is denn einfach mal mit Ruhestand, Memoiren, Golf und sooo? Aber DAS Problem haben ja viele Männer Ü60, die eigentlich den A… schon genur voll Kohle haben und die Allgemeinheit doch bitte einfach mal in Ruhr lassen könnten, seufz… Recht hast du, KK: bitte gar nicht mehr antreten, das wäre würdiger als DAS jetzt… Eine gute Woche euch allen,

    Dani aus Berlin

  8. Also nach einem Tag „sacken lassen“ finde ich den Song schon „catchy“. Der hat was, sie soll ja auch krank gewesen sein, am Tag der Finales. Hmm, weniger genuschelt, mehr Energie, kraftvoller in dan Balllllller Refrain, und die Halle könnte toben. Nur die kleinen Peinlichkeiten müssen noch optimiert werden, bitte kein Cello zertrümmern! Und Nena nuschelt genauso, und die finden alle toll, also was solls? 🙂

  9. Lieber KK, Danke! Hoffentlich hast du noch keine hundert Hasskommentare eingefahren, wegen der spitzzüngigen Vergleiche, sowas ist ja heutzutage kaum noch möglich. Ich liebe es!! Gestern und heute, das macht den Unterschied. Du kannst schreiben, und hast ne vorlaute Schreibe. Bitte lass dich davon nicht abbringen. Blogs sind heute nur voll mit Selbstbeweihräucherung, und die Leser singen nur noch im Chor wie toll das alles ist. Danke, das hier auch mal handfest was ausgesprochen wird und nicht alles im feel good Schmalz badet. Hach, ich lache jetzt noch wegen dem „Mann mit dem 244 Zähne Gebiss“ hihihihihi

  10. Ich habe diese Sendung noch nie gesehen und das Lied tut mehr als weh in den Ohren. Aus Österreich kommen die? Oh weh…..

  11. Kopf hoch und nicht so miesepetrig liebe Kolleg:innen. Schokobananen für alle und dann Ärmel hochkrempeln, wir haben viel vor uns in Europa. 🫶

    1. Zum Glück nicht, der Süden hat abwechselnd Sonnenschein und ein paar Tröpfchen. Aprilwetter bei 22 Grad. Leider zeigt sich hier, dass man überhaupt nicht auf den Klimawandel vorbereitet ist. Es wird öfter mal Starkregen geben können, und hier ist Kanalisation eher ein Fremdwort. Es gab ja früher so gut wie nie Regen, ausser in den Bergen.

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