LIFESTYLE? THE SHOW MUST GO ON – VON ESKAPISMUS UND ZUVERSICHT

Beauty, Kosmetik und kleinere „Aufreger der Woche“. Seichte Unterhaltung. Eine nette Ablenkung, eine Chance für die temporäre Flucht. Gerade wenn die Zeiten sich im so „sicher“ geglaubten Europa ändern. Geht das eigentlich noch?

 

Um mal persönlich eine Antwort auf die Frage im Teaser-Text zu geben: „Ja.“ Und: „Auch!“

Was wären wir ohne die Flucht vor dem Alltag? Eskapismus kann helfen, wenn man sich klar darüber ist, dass es ein Ausstieg auf Zeit ist, mehr nicht. Leider.

Als Akteur im Lifestylebereich, was Beautybloggerinnen und Blogger ja zweifelsohne sind, ist man sicherlich ohne große Einschnitte weiter in der Lage von den schönen Dingen des Lebens zu berichten. Die Leserschaft kann sich frei entscheiden: Passt das noch in mein derzeitiges Leben, meinen Gemütszustand, oder ist mir das doch zu banal? Schließlich reden wir hier nicht von einer ganzen Woche ausschweifendem Karnevalgefeiere im Dauerrausch.

Hat man aber neben den (vermeintlich) lapidaren Cremchen, Parfümchen und Pflegeroutinchen (ja, chen und lein machen alles klein) auch öfter mal seine Meinung zum (kleinen und großen) Weltgeschehen präsentiert, wird es schon schwieriger.

Wer meinen Blog kennt, wird wissen, dass ich immer eine Mischung bevorzuge. Die Gewichtung der Themen bestimmt die derzeitige Lage, und für mich persönlich kann ich damit leben.

Trotz des Schreibens über so ablenkende Dinge wie Tretinoin-Cremes, oder den neuesten Sommerduft, muss ich aber bekennen, dass meine Gedanken immer wieder abschweifen. Zu präsent sind die Entwicklungen in unserem Europa.

Ich spüre aber auch: Ich brauche diese Ablenkung, denn der mediale Dauer-News-Flash über die Situation zehrt an den Nerven. Nicht nur bei mir, auch bei sehr vielen anderen Menschen in meiner Umgebung. Selbst beruflich sind die Auswirkungen bereits (wieder mal, siehe Corona) zu spüren.

Nach zwei Jahren Corona nun die nächste Herausforderung. Wie ohnmächtig, wütend, traurig soll man sich da fühlen? Ablenkung ist legitim, unbedingt. Aber da wäre auch noch die Hoffnung, die wir ja alle bekanntlich niemals verlieren sollen.

Ein Satz klingt mir heute wieder in den Ohren, der vielleicht alt, abgedroschen oder pathetisch erscheinen mag, der aber doch so viel Zuversicht vermittelt. Er wird Martin Luther zugeschrieben:

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Nein, ich bin nicht religiös. Aber ich lasse mir gerne zeigen, wie man der aufkeimenden Mutlosigkeit entgegentreten kann. Aktiv werden gehört auch dazu. Wer es sich vorstellen kann, die Zeit, die Gesundheit und den Gemütszustand dazu mitbringt, sollte zu Demonstrationen gehen, Spenden sammeln, Geflüchteten zur Seite stehen. Und zwischendurch dann ein klein wenig Alltagsflucht.

Wie war das noch? Ich mag die Mischung. Mir hilft das.

 

 

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(Foto: Konsumkaiser)


9 Gedanken zu “LIFESTYLE? THE SHOW MUST GO ON – VON ESKAPISMUS UND ZUVERSICHT

  1. Absolut und vielen Dank für Deinen Blog – er schafft diese Abwechslung. Gestern Abend beispielsweise habe ich statt Nachrichten zu schauen 15 min Yoga gemacht und das ist leicht und entspannend und schön und das Unheil einfach mal kurz ignorierend. Gut, danach habe ich meinen Mann gefragt, was es Neues gibt 😄. Ohne einen gewissen Eskapismus geht es meiner Ansicht gerade nicht, und soweit muss Selbstfürsorge meiner Meinung nach gehen. Niemandem ist geholfen, wenn man erst in der Depression steckt, besonders dann nicht, wenn man für seine Nächsten präsent und verlässlich sein muss, kranke Angehörige, Kinder etc. Und ja, die schwerwiegende Entscheidung, ob Paula‘s Choice oder High Droxy hat eine ähnlich positive Wirkung! Danke und einen schönen Sonntag!
    Katrin

  2. Lieber KK,
    wie schön Du immer alles in Worte fassen kannst. Passt genau. Überleg Dir doch mal was für Verlage zu schreiben, Kolumnen etc. Dann verdienst Du mit Deinen Fähigkeiten noch Geld dazu und vielleicht kannst Du das noch weiter betreiben wenn Du mal in den Ruhestand gehst. Denn eins ist ja wohl klar, wir werden alle noch lange arbeiten müssen. Bis auf die Überversorgten natürlich.
    Eskapistische Grüße in die Runde!
    Christiane

  3. Ja! ‚Doom-scrolling‘ ist auch keine Lösung. Totale Flucht auch nicht. Gerade weil dieser Blog kein oberlächlicher Influencer Blog ist, lese ich ihn so gern. 🙂
    Im Englischen sagt man ‚pockets of joy‘ finden in solchen Situationen -mag ich sehr gern. Schönen Sonntag! Marie

  4. Um mich abzureagieren habe ich angefangen morgens zu laufen. Dann mache ich noch 16/8 Diät. Und abends rudere ich eine halbe Stunde. Einfach den Körper spüren und die Gedanken weglassen. Tut mir gut die Ablenkung bevor mich abends die Nachrichten wieder zu Tränen treiben.

  5. Du hast vollkommen Recht. Tun, was man tun kann (spenden, helfen …), sich informieren, aber nicht 24/7, und ansonsten sein Leben weiterleben und sich nicht von der Angst lähmen lassen. Das will Putin doch nur.
    Normalität hilft.

  6. Danke, lieber KK, für Deine Worte – wie u sagst, Informiertheit, Anteilnahme und Selbstfürsorge widersprechen einander nicht.

    Seit in der Pandemie nach ‚Freiheit‘ krakeelt wird und die Massnahmen zur Eindämmung derselben gelockert werden, kann ich mir schlichtweg keine Nachrichten mehr ansehen, weil ich diesen hanebüchenen Unsinn wider wissenschaftlich basierte Vernunft nicht mehr aushalte.
    Ich hoffe nur noch auf die Vernunft von einem max. Drittel der Menschen, weiterhin wenn es eng wird, Maske zu tragen.
    Auch draußen kann man sich anstecken: Einer älteren Nachbarin ist das scheinbar Unmögliche gelungen – ging nur zum Arzt – und das zu selten – außer Haus, hat sich alles liefern lassen, keine Verwandten mehr getroffen. Ein Gespräch mit ca. 2 m-Distanz auf dem Bürgersteig muss es gewesen sein.
    Auch im Sommer wird es nicht besser. Dieser wird dank der immunevasiven Variante – pardon my french: – noch beschissener als der letzte.
    Passt auf Euch auf – es mehren sich wiss. Erkenntnisse, dass auch Infektionen mit geringfügigen Symptomen ziemliche Schäden am Immunsystem hinterlassen können, die man erst einmal nicht direkt merkt. Was soll sein, wenn man sich mehrfach infiziert? Wer will das allen Ernstes ausprobieren? Was macht das mit Kinderkörpern? Man weiß nicht genau, was dieses vermaledeite Virus im Körper anzurichten vermag.

    Also bin ich geübt darin, Nachrichten aus TV und Radio dosiert zuzulassen, aber nicht diese Dauerbeschallung, die ohnehin nicht gesund ist.
    Manche sind nicht fundiert, manche interessengeleitet, manche basieren leider oft nur auf einseitigen Informationen, und jetzt umso mehr, da viele Sender ihre Berichterstatter aus Russland abziehen mussten.
    Hilfstransporte und Geldspenden – die bringen etwas. Also lieber etwas tun, als nur tränenerfüllt zu erleben.

    Hoffentlich endet der Krieg bald. ☮️ Das muss das Ziel sein. Ich hoffe es sehr für die Menschen dort. ❤️

    Ich hoffe sehr, dass man sich im Auswärtigen Amt auf die Diplomatie besinnt.
    Klartext in der Politik ist gut und schön. Aber. Internationale Politik ist noch ein anderes Kaliber.

    Scholz traue ich Diplomatie zu. Er kann so schön langweilig sein und ich kenne niemanden, der mit mehr Akkuratesse und Beharrlichkeit (scheinbar) nichts sagen kann, aber damit seine Ziele erreicht.

    Wenn man ein Ziel vor Augen hat, stellt sich doch in der Internationalen Politik die Frage, mit welchem Mittel man ans Ziel kommt – deswegen wird Politik auch gerne als ’schmutzig‘ bezeichnet.
    Leider geht es nicht anders, weil zu viele Player nicht ‚ehrlich‘ agieren. Ganz oft wird über Bande gespielt. Menschlich.

    Hoffentlich gewinnt die Diplomatie über den Krieg. ❤️ ☮️ 🤞

    Hier gab es Transporte von Kleidern und Dingen des täglichen Bedarfs. Und was macht Ihr so?

    So – und jetzt gibt es ein schönes Vollbad. 🛁

    Einen schönen Sonntag! Tut Euch etwas Gutes! Bleibt gesund!
    ❤️

  7. KK hat die richtigen Worte gefunden.
    Man muss seinen Tag weiterleben, Routinen beibehalten, Nachrichten dosieren und dabei nur seriöse Quellen nutzen.

    Zu Corona: ich habe immer noch Angst vor einer Coronainfektion und kann mich über die Lockerungsrufe und den ersehnten „Freedom-Day“ nur wundern. Die Inzidenzen sind nach wie vor sehr hoch, gestern sah man dann Bilder von Leuten in den Clubs (altdeutsch Disko), kein Abstand, keine Masken, Massen von Leuten. Vor einem Jahr wäre bei den hohen Inzidenzen kein Mensch mehr aus dem Haus gelassen worden. Wozu soll da über weitere Lockerungen gesprochen werden, hält sich doch eh niemand dran. Die Schwurbler haben auch schon ein anderesThema für das sie spazieren gehen.

    Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag.

  8. Liebe hasio, da bin ich ganz bei Ihnen.. Klartext ist gut, aber internationale Politik ist was anderes. Diplomatie ist der einzige Weg.. und bei Wahnsinn ist die Psychologie und nicht nur klartext gefragt…

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