LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER 05.06.2020 – DIE NOT-HAPPY EDITION

Das Trendbarometer gleitet in den Sommer, und es geht weiterhin um Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Aber nichts folgt einem festen Schema, es kommt wie es kommt. Heute durchweg eher nachdenklich.

 

 

Alles normal? Immer noch nicht…

Bilder brauche ich heute nicht, es wird textlastig, sehr subjektiv, nicht ganz so lustig. Ernst muss eben auch mal sein.

Sorry, wenn ich heute schon wieder einmal u.a. zum Thema Corona-Krise und deren Auswirkungen schwenke. „Ich kann es nicht mehr hören“ wird immer öfter gesagt, und DAS kann ICH nicht mehr hören. Never complain, never explain? Ach was, Friede, Freude, Eierkuchen gibts auf Instagram, noch kannst Du wechseln, liebe Leserin, lieber Leser!

 

In meinen Augen ist es unglaublich, wie ignorant derzeit manche Menschen sein können, nur weil sie nicht direkt betroffen sind. Sich ihr Leben nicht (oder kaum) verändert hat, und sie mittlerweile nur noch genervt sind, von all den Einschränkungen, von dieser „Stimmung“. Wie schrieb hier auf dem Blog eine Kommentatorin einmal so treffend: „Zwischen blinder Ignoranz und der Einsicht über die schlimme Tragweite dieser Pandemie, liegt genau ein Menschenleben.“

Auch ich bin genervt, aber eher andersrum, denn in meiner (eigentlich recht großen) Filterblase gibt es derzeit offenbar nur noch EIN Thema: Wohin kann ich in den Urlaub starten? Wie exotisch ist möglich? Wie weit weg ist möglich? Wie luxuriös ist möglich? Wie lange ist möglich?

Himmel, was habe ich schon zu hören bekommen. Es erscheint mir, als gäbe es eine regelrechte Panik, sich zu spät zum Urlaub entscheiden zu können, weil sonst alle Plätze weg, alle „guten“ Angebote ausgebucht sind, und alle anderen Menschen im Urlaub Spaß haben, nur die „Spätzünder“ nicht.

Die Frage, was passiert, wenn bei einem plötzlichen erneuten Ausbruch ein abrupter Heimflug vonnöten sein wird, stellt sich scheinbar niemand. Diesmal wird die Bundesregierung keine Scharen von Urlaubern nach Hause holen, diesmal sind alle mehr oder minder auf sich gestellt.

Mein Problem damit: Ich höre jetzt bereits die Meckerei: Urlaubsorte werden 2020 nicht so sein, wie wir sie von früher kennen! Italien, Spanien, Österreich, usw, all diese Länder hatten besonders schwere Zeiten. Dort gibt es noch stärkere Verluste, menschlich, wie auch wirtschaftlich. Wie sehen Urlaubsgebiete aus, wenn die Hälfte der Läden geschlossen sind? Restaurants nur wenige Plätze bereit halten? Clubs, Bars und Discotheken die Türen verrammeln? Sich die Leute (Einheimische wie Touris) argwöhnisch beäugen und auf jeden Hustenden mit einem Schwall aus der Sagrotanflasche reagieren?

Die Urlauber bringen zwar Geld, und das ist gut und lebenswichtig, aber dafür will der finanzkräftige Urlauber auch keine Realität sehen. „Man muss sich ja auch mal ablenken von diesen schlimmen Dingen.“ Muss man?

Was haben wir uns bereits über Geisterspiele in der Bundesliga erschrocken, nun erleben wir demnächst wohl Geisterurlaub. Viel Spaß.

 

Bei mir persönlich ist in diesem Jahr kein Urlaub drin. Weder bin ich dazu in der Stimmung, noch habe ich das Geld locker sitzen. Zu wenig Einnahmen, zu viele Ausgaben. Mich hat die Krise auch schwer getroffen. Nur langsam finden sich meine Kunden wieder zusammen, was auch realistisch, richtig und vernünftig in dieser noch so unsicheren und fragilen Lage ist, und nun müssen wieder Rücklagen gebildet werden, die in den Monaten der Krise dran glauben mussten.

Muntere Staatshilfen, die nur zweckgebunden sind, und die keinem Soloselbstständigen die Miete und das Brot bezahlen helfen, habe und wollte ich nicht beantragen. Andere werden aber dadurch derzeit immer öfter in Hartz4 geschickt, denn das ist die einzige Möglichkeit bei NULL Einnahmen. Leider wird darüber kaum geredet, denn die Scham ist groß. Und nur mal so für die, die nicht wissen, was das bedeutet: Das ist ein symbolischer Super GAU im Leben. Das bedeutet nicht, ab jetzt wird ausgeschlafen, der Staat zahlt schon.

Sollten bei mir dann doch ein paar Euro übrig bleiben, will ich auch nicht vergessen, dass es anderen Menschen und Tieren deutlich schlechter geht. All die Menschen, die während der „Kernkrise“ hart für uns gearbeitet haben, und denen auf irgendwelchen Balkons ach so toller Applaus beschert wurde, hören mittlerweile nichts mehr von Ehre und Anerkennung, besonders nicht monetärer Art.

Der Pflegenotstand besteht weiterhin (Verdi und die Böckler-Stiftung gehen von 80.000 bis 100.000 fehlenden Vollzeitstellen im Pflegebereich aus)! Und noch gibt es auf vielen Intensivstationen genug Menschen, die mit dem Tod ringen. Immer noch. ELF PROZENT aller mit dem Virus infizierten Menschen arbeiten in medizinischen Berufen!

Solidarität ist ein großes Wort, und zu Beginn der Krise kam es großzügig aus aller Munde, nun wird es nur noch stumm heruntergeschluckt, was übrigens zu erwarten war. Gibt es eigentlich einen Spendenfonds (o.ä.) für die sogenannten „Helden der Krise“, die nun mit einem veritablen Anerkennungs-Kater dastehen? Falls jemand dazu Infos hat, bitte an mich weiterleiten.

 

Black lives matter

Ähnlich sieht es mit der Solidarität für Menschen mit schwarzer Hautfarbe aus. Erschreckend, aber so unendlich logisch, das sind die Demonstrationen und Ausschreitungen weltweit, die u.a. der Tod von George Floyd ausgelöst hat. Ja, leider auch die Gewalt ist irgendwie logisch, wenngleich auch nicht schlau (siehe unten).

Klar, für mich zählt jedes Leben, egal welche Hautfarbe, Nationalität, Sexualität, Religion, was auch immer. Und auch Tierleben zählen, das wird oft immer so gönnerhaft (aber eben meist auch nur pro forma) nebenbei erwähnt. Für mich ist das so, ich bin so aufgewachsen. Aber EIN Haus brennt gerade besonders:

Es müssen sich gerade jetzt alle Augen auf die Schwarzen Menschen richten, die weltweit eine so lange Tradition der Unterdrückung und Gewalt auf ihren Rücken schultern, denn auch 2020 hast du als Schwarzer Mensch meist keine Chance auf eine faire Behandlung, um es mal milde zu formulieren.

Die USA unter Trump zeigen das derzeit umso deutlicher. Und wieder einmal sind alle entsetzt, alle wollen sich solidarisch zeigen. Auf Instagram und Co. veröffentlichen die fleissigen InfluencerInnen aus diesem Grunde geschwärzte Fotos. Man springt gerne auf diesen Zug auf, denn Haltung zeigen faken ist ziemlich angesagt, seitdem Social Media eigentlich hauptsächlich als Zeitvernichtungsmaschine bekannt ist.

Leider offenbaren sich hier gleich mehrere sehr große Probleme: Solange Trump (das andere große Problem) an der Macht ist, wird sich für Schwarze Menschen (zumindest in Amerika) nichts ändern, im Gegenteil. Der Tonfall Trumps lässt Böses ahnen, es wird immer dümmlicher, infantiler, gefährlicher. In meinen Augen steht das Land vor einer einschneidenden Zäsur, wenn sich nicht endlich die befreiende Kräfte finden, die diesem Spuk in ein paar Monaten ein Ende bereiten.

Und das ist so vertrackt, denn neben dieser Trump-Situation haben es die Schwarzen Menschen (wieder einmal) nicht leicht, für ihre Sache (wieder einmal) zu kämpfen, denn sie werden in eine Rolle gedrängt, in der sie gegen den Trump-Staat angehen, und das kommt bei vielen nicht gut an. Dabei sind sie die einzigen, die derzeit den Arsch in der Hose haben, sich gegen diesen unerträglichen strukturellen Rassismus und dazu den Selbstzerstörungsknopf auf zwei Beinen nachhaltig zu stemmen, auch wenn es „nur“ sozusagen nebenbei geschieht.

Trump, der Diktator, kann dadurch an Zustimmung innerhalb seiner Gemeinde gewinnen, und ausufernde Gewalt und Plünderungen spielen ihm in die Karten, aber all diejenigen, die sich mit den Demonstranten solidarisch erklären, die mit ihnen marschieren, auf die Knie gehen, sich weltweit friedlich zu ihnen bekennen, werden den Menschen of Color irgendwie helfen, und gleichzeitig vielleicht eine Wiederwahl Trumps verhindern können.

Ich hoffe, dass die Bilder aus den USA auch hier bei uns auf die Dringlichkeit hinweisen, Farbe zu bekennen. Jahaha, wir haben auch ein Rassismusproblem direkt vor unseren Haustüren. Die bei uns auch schon lange wieder aufkeimende Wut gegen alles, was dem kleinen Dumpfbackengehirn nicht gefällt, vermehrt sich rasend schnell, wenn es keinen Widerstand erfährt. Nur wer den Mund aufmacht, wird mithelfen zu zeigen, dass der Hass nicht in der Überzahl ist. Wir sind mehr, ist keine hohle Phrase, zumindest wenn wir uns auch alle so verhalten.

 

Ja, es klingt trübe…

Ist es aber nicht. Auch wenn ich hier ein paar wenige der vielen Probleme anspreche, die uns (vielleicht) derzeit bewegen, so ergebe ich mich nicht ins Gemeckere, sondern das versetzt mich in Aktivität. Nie hatte ich mehr Lust aufs Anpacken, die Situation zu verändern. Bei mir angefangen. Ich ziehe mich wieder raus aus dem Sumpf der verordneten Untätigkeit, ich arbeite mehr denn je. Ich nehme so viele Stunden an, wie es irgendwie geht, und ja, es geht voran.

Ich werbe in meiner Filterblase für die Sicht aus verschiedenen Perspektiven. Dabei werde ich manchmal angeschaut wie ein Missionar im Goldfischglas, aber das stört mich nicht. Hören die Menschen nur oft genug auch andere Meinungen, werden sie diese auch offener bewerten. Überzeugen wollte und will ich niemanden, sondern immer nur Anreiz zum Nachdenken geben. Und das funktioniert hier und da sehr gut.

Wer es bis hierhin geschafft hat mitzulesen, könnte jetzt möglicherweise mit dem so beliebten „Gutmenschen“ um die Ecke kommen – ja und? Seit wann ist eigentlich die Kombination aus gut und Mensch zum Schimpfwort geworden? Ist mir piepsegal, denn ich bin lieber ein Gutmensch, als ein Schlechtmensch, um mal bei diesen dümmlich-zurückgebliebenen Bezeichnungen zu bleiben.

Und wer sich auch noch immer unsicher fühlt, dieser scheinbaren „Normalität“ um uns herum auch noch nicht so recht trauen mag, sollte vielleicht auch einmal seine Gedanken regelmäßig niederschreiben. Es hilft ungemein. Dazu muss man nicht die ausgefeiltesten Formulierungen finden, einfach die Gedanken fließen lassen…in den Stift (oder in die Tastatur) hinein. Wer möchte, kann seine Gedanken dann für immer für sich behalten, sie vielleicht einer vertrauten Person zum Lesen geben, oder einen Blog starten. Man muss nicht die Augen verschließen, sich ablenken, weglaufen. Manchmal ist die Konfrontation durchaus hilfreich. Nur so als Anregung.

 

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Noch so nebenbei: Schaut doch mal wieder in die Tauschbörse hier auf der Seite. Da werden sogar manchmal Produkte verschenkt. Man muss nicht immer kaufen, kaufen, kaufen. Weitergeben statt wegwerfen, das macht auch Freude.

 

Schönes Wochenende!

.

 

 

(Keine Fotos, kein Sponsoring, kein Feel-Good Blog)


37 Gedanken zu “LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER 05.06.2020 – DIE NOT-HAPPY EDITION

  1. Guten Morgen, lieber KK, und vielen Dank für diesen wichtigen und sehr gut geschriebenen Artikel, der mir mit jeder Zeile aus der Seele spricht! Einen schönen Tag und liebe Grüße, Doro.

  2. Guten morgen lieber KK! Du hast mit allem einfach nur recht!!!! Ich fahre jeden Morgen Bus und Bahn und da kotzt es mich schon an, dass viele keine Masken tragen oder diese unter der Nase sitzen haben oder die Dinger hängen als Halstuch an ihnen rum!!! Über all die anderen Probleme kann ich manchmal so gar nicht nachdenken und über die Ignoranz der Menschen! Dann werde ich wahnsinnig! Schönes Wochenende!!!!

  3. Danke,
    die Ignoranz und Respektlosigkeit von einzelnen Menschen geht mir gehörig auf die Nerven.
    Allen ein wunderschönes Wochenende..Bleibt gesund.

  4. Den Nagel mal wieder auf den Kopf getroffen und 100% Zustimmung von mir!
    DANKE!!!
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

  5. Guten Morgen,ein ganz großes DANKE für diesen Text, der so viele meiner Gedanken ausspricht! Und so toll auf den Punkt gebracht!

  6. All lives matter…!!

    Fürchte Dich nicht immer so davor anzuecken, lieber KK. Haltung zeigen, Mund aufmachen, aussprechen, was niemand gern hört — das ist kein Gemecker oder Miese-Stimmung-Verbreiten. Entschuldige Dich nicht dafür, dass Deine Augen offen sind 🙂

    Was ich in den letzten Wochen sehr häufig gelesen habe: „Wir sind sooo froh, endlich mal wieder raus zu kommen.“ Das wirft die deutliche Frage auf: Was ist das für ein trister, furchtbarer, unerträglicher Lebensraum, in dem die meisten Deutschen da für den Großteil ihrer Tage quasi gefangen sind, dem sie so ausufernd und so oft wie möglich entfliehen müssen?!“
    Irgendwas stimmt doch mit dem Leben, das die meisten sich geschaffen haben, nicht, dass der Urlaub in ein völlig anderes Leben so überlebensnotwendig scheint…

    1. Was mir sowohl bei mir wie auch in meinem Kollegen- und Freundeskreis auffällt, ist eine ungeheure Müdigkeit – man kann sich so gar nicht recht aufraffen, das alles zu erledigen, was im ’normalen‘ Alltag liegen blieb, was man derzeit, mangels Alternativen zum Beispiel der Abendgestaltung, erledigen könnte, zum Beispiel, intensiv aufräumen und ausmisten, alte Projekte wieder aufgreifen, schon lange gekaufte Bücher lesen, renovieren, Garten neu anlegen, Sprachen vertiefen, Bilder malen, Dinge endlich reparieren.

      Ach ja, und um Sport drücke ich mich sehr erfolgreich (und ich war mal sehr sportlich…).

      Meine Liste sieht auf alle Fälle viele, viele Dinge vor, so dass ich mindestens noch ein Jahr vollauf beschäftigt bin (war früher die Hälfte meiner Zeit nicht zuhause…). Reisen und sonstige Ablenkung wäre bei der Erledigung nur hinderlich 😉!

    2. Hallo Thorlane!
      „All Lives Matter“ Ja, klar. Aber wir besitzen doch alle Gehirne, die groß genug sind, um all den brennenden Häusern einen eigenen Gedanken zu widmen, oder?
      Ich persönlich mag eigentlich diese Vermengung nicht, denn dadurch verwässert man sie auch insgesamt ungewollt.
      Die Ausgangslage ist oftmals so, dass wir empört sind, aber eigentlich gar nicht vollends nachempfinden können, was da abgeht und wie sich das genau anfühlt. Wie sagte Shary Reeves so schön: Sie wisse nicht was Schwangerschaft bedeutet, denn sie war es nie.

      Alle Ungerechtigkeiten (wenn ich das mal so milde formulieren darf) in einen Topf zu werfen, ist ein bisschen so, als hätte ich den Arm gebrochen, und nun sage ich dem behandelnden Arzt, dass die anderen Knochen aber auch wichtig sind. Alles zu seiner Zeit.
      Leider werden die brennenden Häuser immer mehr, und es ist nur legitim, wenn man sich mehr um Dinge kümmert, die einem näher sind. Das ist auch menschlich. Aber allen gerecht zu werden, das geht nicht.

      Daher finde ich in meinem Text auch nirgendwo eine Entschuldigung (ausser der rhetorischen zur Einleitung des Textes, die eher ironisch bis zynisch gemeint war). Es gibt Unterschiede in der Art und Weise, wie man etwas in den Raum wirft. Ich persönlich versuche immer mitschwingen zu lassen, dass es bei mir eine relativ große Toleranz zu anderen Meinungen gibt. Das ist einfach so, und das gehört zu mir, da brauche ich keine „Furcht vorm Anecken“ haben.
      Man kann ja auch seine Meinung als Provokation in den Raum stellen, und die Reaktionen abwarten, im Nachhinein dann noch moderierend kommentieren. Kann man machen, ich bin das aber nicht, passt einfach nicht zu mir.

      Deine Beobachtung zu den Leuten, die „so froh sind endlich wieder rauszukommen“, kann ich gut nachvollziehen, denn ich liebe mein Heim auch sehr. Ich bin gerne zuhause, ich bin auch gerne alleine, ich verstehe mich mit mir sehr gut.
      Aber es gibt eben auch genau den anderen Schlag Mensch, die, die eben nicht gern alleine sind, denen die Decke auf den Kopf fällt. Und bei denen wirken sich die Kontakbeschränkungen deutlich schlimmer aus als bei uns. Das geht hin zu psychischen Problemen, bis hin zur verstärkten Selbstmordneigung. Ich finde aber auch, dass gerade ein ausgefallener Urlaub für ein Jahr einmal verschmerzbar ist, und nicht unbedingt für suizidale Tendenzen sorgen sollte. Aber wer bin ich, darüber zu richten? Aber es seltsam finden, das geht immer, finde ich. 😉
      Liebe Grüße!
      KK

  7. Lieber KK,
    auch von mir 100% Zustimmung, aber Du solltest auch „Staatshilfe“ beantragen. Da muss sich keiner schämen, der sonst regelmäßig an die Arbeit geht und Steuern und Abgaben bezahlt.
    Du zahlst ja auch Steuern & hohe Krankenkasssenbeiträge und als Selbständiger jedes Jahr Deinen Steuerberater. Auch an die versteckten Steuern denkt ja keiner mehr, weil sie nicht offen ausgewiesen sind z.B. Salz.- ,Kaffee.- & Brantweinsteuer und die Hälfte der Tankrechnung besteht aus Steuern. Wenn man bedenkt das ein beachtlicher Teil der Bevölkerung überversorgt ist, auch nicht in`s Sozialsystem einzahlt und Abgeordnete 4.497€ steuerfreie Aufwandsentschädigung bekommen, ohne einen einzigen Beleg einzureichen zu müssen, dann nehme ich schon lange keine Rücksichten auf unser Staatswesen mehr. Dann wird überlegt ob es einmalig 1.500€ steuerfreien Coronabonus geben darf, wie ärmlich ist denn das degegen ? Bleib so wie Du bist !!
    Liebe Grüße vom stürmischen Chiemsee

    1. Ich würde mich auch nicht scheuen, ‚Staatshilfe‘ zu beantragen – wenn es irgend möglich ist, ohne einen unproportional großen organisatorischen und vielleicht zeitraubenden oder demütigenden Rattenschwanz nach sich zu ziehen. Denn:

      Man habe nur die Lufthansa im Blick: 9 Mia bekam sie, und was war sie zu der Zeit an der Börse wert? 3 -4 Mia.? Und für das geschätzt Dreifache bekam der deutsche Staat ’nach Verhandlungen‘ ca. 25 % Anteil. Wenn das mal kein Geschäft ist!

  8. Lieber KK
    kann Ihnen nur zustimmen, grosses Lob für Ihren Blog
    allen ein schönes Wochenende und passt auf euch auf

  9. Mir macht die Situation auch sehr schwer zu schaffen!

    Es ist mir unbegreiflich, warum sich so viele Menschen der Manipulation durch die Medien (inkl. ARD und ZDF!) nicht bewusst sind. Anfangs war die Angst- und Panikmache ja gewollt, flankiert durch Marketing Aktionen des BMG wie flattenthecurve und stayhome. Die Berichterstattung der MSM war und ist extrem einseitig, andere Meinungen und Einschätzungen werden kaum oder gar nicht veröffentlicht. Den Dashboard Zahlen standen keine Bezugsgrößen gegenüber, fast schon körperlich spürbar – irgendetwas stimmt nicht! Erwähnenswert ist auch die Zensur bei Facebook twitter und YouTube.
    Erinnert Ihr Euch noch an die ursprüngliche Argumentation, dass die Ausbreitung des Virus nur verlangsamt werden sollte? Wann gab es denn das vorhergesagte exponentielle Wachstum? Wo war die Welle? Warum gab es spätestens um Ostern nicht die Nachricht:
    Wir erklären die „epidemische Lage von nationaler Reichweite“ als beendet! Das deutsche Gesundheitssystem ist (noch!) super, hat ausreichend Kapazitäten und die Ausbreitung des Virus entspricht nicht dem vorerst angenommenen Modellverlauf. Punkt. Ende.

    Stattdessen gehen wir den eingeschlagene Weg weiter, obwohl die Zahlen des RKI längst das Ende der „Epidemie“ bestätigen. Jetzt müssten sich die Verantwortlichen Fehler eingestehen.
    Leider geht es aber munter weiter mit idiotischer Maskenpflicht und dem Herbeisehnen des heilbringenden Impfstoffs….. Übrigens ähnlich 2009 (Schweinegrippe). Damals hat ebenfalls ein Hr Drosten eine Katastrophe vorhergesagt.

    Kann man nicht von jedem mündigen Bürger erwarten, dass er sich eingehend aktiv informiert und sich kontrovers und kritisch mit dieser „Pandemie“ auseinandersetzt ?

    1. Also ich verstehe nicht, was am Verlauf der Zahlen so unlogisch sein soll. Schlimmeres wurde WEGEN der Maßnahmen verhindert, nicht trotz der Maßnahmen. Das ist eine Argumentation, die ich nicht nachvollziehen kann. Und was an der Maskenpflicht idiotisch sein soll, erschließt sich mir auch nicht. Andere Meinungen und Einschätzungen werden sehr wohl veröffentlicht (Kekulé und Streeck zum Beispiel), aber dass Verschwörungsfuzzis kein Raum in den öffentlich-rechtlichen Medien geboten wird, ist ja nun kein Wunder.

      Die Instagram-Storys von Daniel Bröckerhoff (ZDF) zum Thema Corona sind sehr gut recherchiert und aufschlussreich, falls jemand nachlesen möchte.

      (Ach ja, zum Thema Instagram: Da kommt es natürlich drauf an, wen man liest. Meine Instagram-Bubble ist eher nicht Friede-Freude-Eierkuchen, es gibt dort unzählige tolle und wertvolle Profile, denen es sich zu folgen lohnt. Die üblichen Influencer/innen kann man ja auch getrost ignorieren)

      1. kiddothekid, +1, danke!!!

        Man kann sich übrigens auch auf Twitter auf unterschiedlichen Niveaus hervorragend informieren, angefangen bei Marc Lipsitch, Helen Branswell/STAT, Eric Topol, BrinkmannLab, Karl Lauterbach, Isabella Eckerle, Emma Hodcroft/firefoxx66, Christian Althaus, Kai Kupferschmidt, Lars Fischer/Spektrum der Wissenschaft. Das eine sind Wissenschaftler, das andere sind Wissenschaftsjournalisten. Und man erhält jede Menge Zugang zu hervorragend recherchierten Artikeln und zu Studien.

    2. Hast du mal drüber nachgedacht, dass es eben so gut bei uns verlaufen ist weil so gehandelt wurde und es eben ganz anders ausgesehen hätte wenn diese Maßnahmen nicht gemacht worden wären?

      Wenn du meinst dass es jetzt vorbei ist damit – schön, dann weißt du mehr als alle Wissenschaftler oder oder und wenn du bei YouTube diese ganzen Exwissenschaftler damit meinst – ok, deine Meinung kannst du gerne haben – ich finde man sollte lieber erst mal das schlimmste annehmen bevor es dann eben so kommt wie in Italien, Frankreich oder Amerika..

      Leider kann man das nicht erwarten wie man das ja gesehen hat die letzten Wochen..

    3. Hallo Su,
      Kiddo und Sunny haben ja bereits geantwortet, und ich schließe mich den zwei Kommentatorinnen gerne an. Im Endeffekt haben wir die Wahrsagekugel in Form von zB. Italien (und all den Ländern, in denen die Situation deutlich dramatischer war) genau vor (eher neben) uns. Ein Blick, und wir wissen, wie es hätte aussehen können. es ist ja keine Annahme, die sich nicht bestätigt hat, sondern Fakt. Und wir hatten Glück, dass bei uns die Maßnahmen einigermaßen früh, gut und ausreichend umgesetzt wurden.
      Was noch blühen kann, steht in den Sternen, und die Folgeschäden der Infektion sind ja auch noch nicht abschliessend geklärt. Da könnte also noch etwas auf uns zukommen.

      Von mündigen Bürgern zu reden, denen man zutrauen sollte, selbst zu entscheiden, halte ich mittlerweile für Unsinn, die kann es nicht geben, denn diese Situation ist für uns alle neu. Selbst Wissenschaftler, die sich bestens mit Infektionen auskennen, können nicht wissen, wie sich diese neuartige Situation für die Menschen darbietet. Nur eine einheitliche Vorgehensweise kann schlußendlich helfen, möglichst wenige Menschen auf diesem Weg zu verlieren. Viele Staaten haben somit die humanere Version gewählt, was ich sehr begrüße. Andere wiederum nicht, was mich teilweise sehr erstaunt hat, und dazu menschlich enttäuscht.

      Was eventuelle Zensur auf den SM angeht, so sehe ich das als noch viel zu lasch an. Wenn ich meine Steuererklärung abgebe, dort schludrig arbeite, oder sogar lüge, werde ich auch bestraft, denn das ist eine Straftat. Hetze ich Teile eines ganzen Volkes auf, oder führe es in die Irre, durch Halbwahrheiten, nicht durch Fakten belegbare Behauptungen, oder gar Lügen, wird es „nur“ gelöscht.

      Im Endeffekt handelt es sich hier eigentlich nur um das ominöse „Präventions-Paradoxon“: Man tut frühzeitig alles, um katastrophale Zustände zu verhindern, und muss sich Wochen später Hysterie vorwerfen lassen, weil ja angeblich draußen von der Katastrophe nix zu sehen ist.

      Viele Grüße!
      KK

      1. Hallo KK und danke für die Einschätzung, hab die Antwort erst grad gesehen.
        Das Thema ist sehr komplex. Vielleicht erkläre ich es mal so: Menschen, die während der Corona Zeit ausschließlich die Mainstream Medien und den ÖRR als Informationsquelle genutzt haben wurden schlicht und einfach manipuliert: Angst, Panik „Killervirus“! Irgendwie auch verständlich. Das ist aber in etwa so, als ob du, als Experte von Kosmetikprodukten, die Creme kaufst, weil der Tiegel dir gefällt und das Marketing des Herstellers sehr ansprechend ist. Das Studieren der Inhaltsstoffe ist dann gar nicht relevant…….
        Leider muss man aktiv nach anderen Standpunkten suchen, um sich selbst ein differenziertes Bild machen zu können. Hier ein paar sehr gute Seiten, meiner Meinung nach: Prof. Wodarg (eigene Homepage, hat bereits den Pharma Skandal 2009 mit aufgedeckt), mwgfd.de !!, swprs.org (sehr gut chronologisch aufgebaut), Prof. Bhakdi, Dr. Schiffmann, Prof. Homburg. Den Podcast von Prof. Henrik Streeck (Daily Streeck)
        hab ich verfolgt und fand ich sehr informativ. Zumal er wenig aufgeregt und nüchtern seine Erkenntnisse präsentiert hat, ein feiner, bescheidener Mensch. Sein Ansatz: Gefährliches Virus, ja. Aber Influenza ist auch gefährlich, jedes Jahr von November bis März! Es ging ihm von Anfang an um die Verhältnismäßigkeit!. Als seine Heinsberg Studie fertig war hat man sich öffentlich über die Art und Weise echauffiert, wie sie präsentiert wurde. Auch inhaltlich gab es Kritik. Er hat sich schon damals gewundert, warum das RKI nicht gleich selbst Studien beauftragt hat. Zwischenzeitlich hat er sich zurückgezogen, weil ihm nicht klar war, in welche politische Gemengelage er sich begeben hatte. Dann ab und zu moderat
        zu Wort gemeldet und heute (oder gestern) hat er endlich mal öffentlich ganz direkt Kritik am Lockdown geäußert. Es ist doch so offensichtlich, dass diese kritischen Meinungen kaum in den Mainstream Medien zugelassen werden. Angesehene Professoren mit anderer Meinung werden diffamiert, als Spinner, Verschwörungstheoretiker, Hetzer, Corona Leugner hingestellt, möglichst noch mit rechtspolitischem Ansinnen. Das ist schlimm!
        Die Berichterstattung von den Hygiene Demos war auch bezeichnend. Wo friedlich 1000ende Leute, darunter viele Familien mit Kindern demonstrierten, wurde der eine grölende Reichsbürger mit Flagge im Fernsehen gezeigt.
        Auf YouTube gibt es übrigens auch sehr brauchbares Material: z.B. der Podcast des Wiener Psychiaters Raphael Bonelli, die Beiträge von Rubikon und Langemann Medien (Manipulation). Auch mit der WHO und deren geänderte Pandemie Richtlinien sollte man sich befassen!
        Es lohnt sich, sich ein wenig Zeit dafür zu nehmen. Denn die Aussage Merkels und Söders, dass sich alles erst wieder normalisiert, wenn der Impfstoff da ist, macht wirklich Angst!
        Fakt ist doch: Die Pandemie ist längst vorbei, es gibt kaum positiv Getestete, aber die Panik wird weitergeschürt……
        Und mir fällt auf, je weniger jemand rund ums Thema Corona informiert ist, um so erhobener ist der Zeigefinger gegenüber anderen. Auch die beleidigenden Worte finde ich sehr oft unangemessen. Diese moralische Überhöhung von einigen Mitmenschen erschreckt mich.
        Schließlich leben wir (noch) in einer Demokratie!
        Viele Grüße
        Su

      2. Hallo KK und danke für die Einschätzung, hab die Antwort erst grad gesehen.
        Das Thema ist sehr komplex. Vielleicht erkläre ich es mal so: Menschen, die während der Corona Zeit ausschließlich die Mainstream Medien und den ÖRR als Informationsquelle genutzt habenden wurden schlicht und einfach manipuliert: Angst, Panik „Killervirus“! Irgendwie auch verständlich. Das ist aber in etwa so, als ob du, als Experte von Kosmetikprodukten, die Creme kaufst, weil der Tiegel dir gefällt und das Marketing des Herstellers sehr ansprechend ist. Das Studieren der Inhaltsstoffe ist dann gar nicht relevant…….
        Leider muss man aktiv nach anderen Standpunkten suchen, um sich selbst ein differenziertes Bild machen zu können. Hier ein paar sehr gute Seiten, meiner Meinung nach: Prof. Wodarg (eigene Homepage, hat bereits den Pharma Skandal 2009 mit aufgedeckt), mwgfd.de !!, swprs.org (sehr gut chronologisch aufgebaut), Prof. Bhakdi, Dr. Schiffmann, Prof. Homburg. Den Podcast von Prof. Henrik Streeck (Daily Streeck)
        hab ich verfolgt und fand ich sehr informativ. Zumal er wenig aufgeregt und nüchtern seine Erkenntnisse präsentiert hat, ein feiner, bescheidener Mensch. Sein Ansatz: Gefährliches Virus, ja. Aber Influenza ist auch gefährlich, jedes Jahr von November bis März! Es ging ihm von Anfang an um die Verhältnismäßigkeit!. Als seine Heinsberg Studie fertig war hat man sich öffentlich über die Art und Weise echauffiert, wie sie präsentiert wurde. Auch inhaltlich gab es Kritik. Er hat sich schon damals gewundert, warum das RKI nicht gleich selbst Studien beauftragt hat. Zwischenzeitlich hat er sich zurückgezogen, weil ihm nicht klar war, in welche politische Gemengelage er sich begeben hatte. Dann ab und zu moderat
        zu Wort gemeldet und heute (oder gestern) hat er endlich mal öffentlich ganz direkt Kritik am Lockdown geäußert. Es ist doch so offensichtlich, dass diese kritischen Meinungen kaum in den Mainstream Medien zugelassen werden. Angesehene Professoren mit anderer Meinung werden diffamiert, als Spinner, Verschwörungstheoretiker, Hetzer, Corona Leugner hingestellt, möglichst noch mit rechtspolitischem Ansinnen. Das ist schlimm!
        Die Berichterstattung von den Hygiene Demos war auch bezeichnend. Wo friedlich 1000ende Leute, darunter viele Familien mit Kindern demonstrierten, wurde der eine grölende Reichsbürger mit Flagge im Fernsehen gezeigt.
        Auf YouTube gibt es übrigens auch sehr brauchbares Material: z.B. der Podcast des Wiener Psychiaters Raphael Bonelli, die Beiträge von Rubikon und Langemann Medien (Manipulation). Auch mit der WHO und deren geänderte Pandemie Richtlinien sollte man sich befassen!
        Es lohnt sich, sich ein wenig Zeit dafür zu nehmen. Denn die Aussage Merkels und Söders, dass sich alles erst wieder normalisiert, wenn der Impfstoff da ist, macht wirklich Angst!
        Fakt ist doch: Die Pandemie ist längst vorbei, es gibt kaum positiv Getestete, aber die Panik wird weitergeschürt……
        Und mir fällt auf, je weniger jemand rund ums Thema Corona informiert ist, um so erhobener ist der Zeigefinger gegenüber anderen. Auch die beleidigenden Worte finde ich sehr oft unangemessen. Diese moralische Überhöhung von einigen Mitmenschen erschreckt mich.
        Schließlich leben wir (noch) in einer Demokratie!
        Viele Grüße
        Su

  10. Sehr wahre und weise Worte lieber KK – gut, dass du das ansprichst. Ich muss gestehen, dass ich auch schon öfter gesagt habe, dass mir das langsam auf den Wecker geht aber ich halte mich soweit möglich an die Abstandsregeln, trage Mundschutz wenn verlangt usw.
    Ich hab auch kürzlich drüber nachgedacht ob es vielleicht einen Fond gibt für die ganzen Mitarbeiter im Pflegebereicht – dass wäre mal wirklich angebracht.
    Auf Urlaub im Ausland hab ich grad mal null Lust. Vielleicht in etlichen Wochen mal Deutschland etwas erkunden, oder wandernd in die Berge aber Flieger sieht mich heuer sicher keiner. Oder abgeteilte Strände oder so..

    Und beim Thema Amerika weiß ich gar nicht ob ich wütender oder trauriger bin. Einfach nur unmöglich was da passiert und vor allem diese Oberhaupt was mit seinem ganzen dümmlichen Gerede und Getue alles nur noch anheizt und der eindeutig offensiv rassistisch ist. Ich kann nur hoffen, dass die Mehrheit der Amerikaner nicht total verblödet ist (sorry aber anders kann ich das nicht glauben) und ihn wiederwählt.

    In diesem Sinne bleibt gesund und hoffnungsvoll
    LG Sunny

  11. Lieber KK, danke für die offenen Worte!

    Natürlich möchte man viel lieber auf Reisen gehen und sein altes Leben zurückhaben – aber es gibt doch auch eine gewisse Vernunft (falls es sie gibt 😉), und die sagt einem, dass es nicht entspannend wäre, über die vermutlich doch mögliche Kontaktübertragung und die Gesundheit und Sorgfalt des Küchenpersonals nachdenken zu müssen, um mal ein Beispiel zu nennen.
    Allein schon der Weg in den Urlaub, es betrifft aber auch das Arbeitengehen oder Ausflüge:
    Aerosole bleiben nach dem Betätigen der Toilettenspülung ungefähr drei Stunden in der Luft. Da kann man noch so sehr Handschuhe und Maske tragen; allein die abnehmende Menge der Viruslast könnte einen ‚retten‘.

    In der medialen Kakophonie werden – mit Absicht oder aus Unkenntnis – die Kategorien wild durcheinander geworfen, so dass das Problem Pandemie aufgrund der unübersichtlichen Lage nicht begreifbar wird.
    Ich möchte das gerne kurz ausführen:

    Ein Beispiel: Spanien berechnet seine Coronatotenzahlen jetzt wohl anders. Hier der Hinweis auf einen zuverlässigen Twitteraccount (bei Interesse an der Quelle bitte kopieren und die Leerstelle löschen https://twitter.
    com/jburnmurdoch/status/1268450746422493184), so dass es so gut wie keine offiziellen Coronatoten mehr gibt, so dass auch spanische Wissenschaftler fortan im Dunklen stochern müssen. Zuvor waren das noch um 280 Tote täglich.
    Für den Tourismus sind diese hohen Zahlen selbstverständlich Gift, und ich verstehe, dass man die Wirtschaft nicht ruinieren möchte. Ich hoffe nur, dass das Ganze irgendwie gut geht, fürchte aber, dass dies seinen bitteren Preis haben wird.

    Mit Blick auf die USA möchte ich ergänzen, dass es in einer Krise möglich ist, die eigene Position zu verbessern – und in Zeiten der Pandemie versucht China, die Weltordnung zu seinen Gunsten zu verändern und den Fuß noch weiter in die geöffnete Tür zu schieben. Sehr hilfreich wäre dafür ein amerikanischer Präsident, der in seinen Reaktionen einfach zu berechnen und auch zu beeinflussen ist. Trumps USA zieht sich aus vielen supranationalen Bereichen gerade jetzt zurück – und hinterlässt eine Lücke, wodurch das bisherige Gefüge (auch nicht aus Gold) instabil wird. Das ist nicht ungefährlich.
    Und jetzt ist der Präs auch noch mit Angelegenheiten im Inneren, die einem demokratischen Rechtsstaat vorsichtig gesagt nicht gut stehen, beschäftigt und versucht heftig, die nächste Wahl zu gewinnen. Es kamen ja bereits Töne aus China, die die Umstände mit HK verglichen, mit der Absicht, die USA mit Blick auf die Menschenrechte mundtot zu machen, um seine Kritiker zu desavouieren.

    Was wir jetzt leider beobachten dürfen, ist eine Strategie, die sich Fear, Uncertainty and Doubt nennt (kurz: FUD). Indem man (= Interessengruppen wie Staaten, Personen) Angst, Unsicherheit und Zweifel bestärkt oder streut, verwirrt man die Bevölkerung. Und hat damit das Heft des Handelns in der Hand.
    Die gottlob vorhandene Vielfalt der Medien, deren Mitarbeiter die Probleme angesichts der Komplexität auch nicht durchdringen (können), begünstigt die Verwirrung.

    Doch:
    Die einzige Gewissheit ist die Ungewissheit!

    Diese aber halten viele Menschen nicht aus und entscheiden sich lieber für ‚einfache‘ Lösungen (z. B. politisches Schwarz-weiß-Denken) und Sorglosigkeit (z. B. Reiseplanung). Alles Erwachsene. 🙄

    [Pardon 😏, war doch nicht so kurz).

  12. Danke mein lieber KK, dass Du heute auch Deine Tauschbörse erwähnt hast. Nun kamen gleich ein paar E-Mails rein und mit der ersten Schreiberin bin ich in Kontakt und sie freut sich auf den Eyeliner.

    Wenn mal wieder etwas „übrig“ ist, weiß ich ja, wo die interessierten Beauties zu finden sind 😊

    1. PS – ich habe allen auf die mails geantwortet, allerdings konnte mein system die outlook adresse von CHRISTINE nicht erreichen. deshalb auf diesem wege: der eyeliner war leider schon weg.

  13. Die Sache mit dem Urlaub missfällt mir auch sehr, gefühlt war das seit Beginn der Corona-Krise eh das größte Problem, während in Norditalien die Menschen wie die Fliegen starben und in Krankenhäusern verzweifelt um das Leben der Erkrankten gekämpft wurde. Nach dem die Lockerungen verkündet wurden, gab es bei Vielen kein halten mehr. Und die Frage nach bereisbaren Urlaubszielen wurde richtig akut. Die Menschen sind so undankbar und egoistisch, die Krise wurde in Deutschland wirklich gut gemeistert, und schon soll die Fahrt auf dem Vergnügungskarussell wieder los gehen. Es kann aber nicht so wie vorher sein, die Milliardenpakete müssen bezahlt werden, wer kurzarbeitet, hat weniger, vielleicht ist sogar der Arbeitsplatz gefährdet – da sollte man abwarten und sein Geld zusammenhalten, dankbar sein, wenn man nicht vom Virus getroffen wurde – und hoffen, dass nicht eine 2. Welle kommt.

    Zur USA kann ich nur sagen, nie hätte ich gedacht, dass dieses Land so ins Chaos regiert wird, wenn nur die Wähler die richtige Wahl treffen.

  14. Lieber KK,

    Deinen offenen Worten kann ich nur zustimmen. Ein ganz toller Beitrag.
    Am Nachmittag habe ich zufällig auf NTV Mr. Trumps Rede gehört. Was habe ich mir nur angetan. Er tut ja so als würde das Land ohne ihn nicht bestehen. Auch für mich ist er dumm und egoistisch, aber gefährlich. Er benimmt sich wie ein Männchen das sich im Winde dreht wie ein Fähnchen. Heute redet er so, morgen wieder anders. Schlimm. Es geht ihm doch nur noch um seine Wahl, nicht um die Menschen und nicht um den Frieden.

    Ja, das Thema Urlaub wird im Moment groß geschrieben, aber nein Danke, darauf kann ich gerne verzichten. Es ist noch alles zu unsicher, auch wenn die Zahlen der Infizierten fallen. Aber wie viele tragen den Virus in sich ohne irgenwelche Anzeichen zu haben. Ich schaue im Moment nach Göttingen oder nun auf den katholischen Priester aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Pandemie ist noch nicht vorbei.

    Urlaub gehört für mich zum Luxus den man sich gönnt und nicht zum Standard. Da frage ich mich manchmal, wenn das Geld doch so knapp ist, wie kann man dann in Urlaub fahren.

    Manchmal ist die Konfrontation durchaus hilfreich, damit hat Du Recht.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Iris

  15. Lieber KK,

    ich bin sehr froh, Deine Gedanken heute zu lesen, denn ich teile Deine Einschätzungen uneingeschränkt. Nur hat man zunehmend das Gefühl, man befinde sich auf einem Teil eines abgebrochenen Eisbergs, der sich immer weiter von seinem Ursprung entfernt und ins Meer hinaustreibt.
    Immer fassungsloser beobachte ich das, was rundherum abgeht – im wahrsten Sinne des Wortes.

    Wenn es eine Chance gab und gibt in dieser Pandemiekrise, dann die, zu erkennen, was wirklich zählt im Leben und rückblickend im Vergleich zwischen Stillstand und vorherigem Hamsterrad – einschließlich des Lärms, der unsere Orte und Städte erfüllte – zu erkennen, dass wir nicht alles brauchen, was uns die Konsumlobby Und Spaßgesellschaft vorgaukelt.
    Und die Prüfung war auch: Halte ich es mit mir allein und/oder den Menschen meines engsten Hausstandes aus? So einige haben diese Prüfung nicht bestanden, denn es gab wenig Außeninput, mit dem sie die dröhnende Stille in sich vertreiben konnten.
    Unter anderemauch deswegen liegen bei vielen die Nerven jetzt blank, nehmen Aggressionen und bewusste Verstöße gegen die Regeln zu.
    Ich brauche das alles nicht (mehr). Was ich jedoch brauche, ist das, was ich für mich „quality time nenne “ – die bewusste Wahrnehmung von Zeit, die inhaltlich mit Substantiellem gefüllt ist, sei es im intensiven Austausch mit lieben und inspirierenden Menschen oder im sich mit allen Sinnen umfangen lassen von der Natur.
    Unsere Zeit ist kostbar – das haben zum Glück so einige von uns jetzt gelernt.
    Und wir sind vielleicht weniger denn je bereit, sie mit Oberflächlichkeiten und Unnützem zu vergeuden, was uns innerlich nicht nährt.

  16. Lieber KK, dein Beitrag ist klasse heute, und die Kommentare zu lesen macht dazu nochmal so viel Spaß. Ich hege viele deiner Gedanken ebenfalls, und ich schreibe auch manchmal meine Gedanken auf, das hilft mir auch.
    Diese Zeiten sind nicht einfach, schade dass Leute dann doch immer nur nach einfachen Lösungen lechzen und alles andere dabei vergessen.
    Meine beste Freundin ist an Corona verstorben, ihr Mann hat schwere Nachwirkungen zu spüren, und die Tochter konnte zur Beerdigung nicht hier sein (kam nicht aus USA raus). Dazu hat mein Mann Kurzarbeit und wir können uns keinen Urlaub leisten, weil wir nun schon den Hauskredit kaum zahlen können. Das lässt sich alles nicht einfach so beiseite schieben, alles ist viel schlimmer als man denkt. Nur die in deren Umfeld nichts passiert ist merken das einfach nicht.
    Schönes Wochenende, Regine

  17. Der beste Satz zum Thema Corona für mich in den ganzen Kommentaren war: „gewiss ist nur die Ungewissheit“
    Niemand weiss, wie lange das Virus bereits unter uns ist, niemand weiss, wieviele bereits Antikörper in sich tragen, niemand weiss, ob sich das Virus verändert und ob eine Impfung dann überhaupt Sinn machen würde, niemand weiss wieviele Menschen überhaupt wirklich infiziert sind oder waren. Ich verstehe das kritische Hinterfragen vieler Menschen auch aufgrund der Art der Kommunikation mit uns. Man kann für jede Meinung zum Thema einen Experten finden, der die gewünschte scheinbar logisch belegt. Ich versuche auch nach wie vor optimistisch zu sein und habe mich persönlich arrangiert. Jedoch bin ich Single, habe noch keine Jobängste. Aber auch ich stelle an mir fest, dass ich manchmal wütend werde. Wenn man ehrlich ist, hätten wir schon immer mehr Leben retten können, aber es hat nicht interessiert. Wieviele alte Menschen können keinen würdigen Lebensabend verbringen, weil sie nur eine Nummer in einem Heim sind, wieviele Rentner müssen dazuverdienen, weil die Rente nicht reicht, wieso gibt es kein striktes Tempolimit auf Autobahnen um Unfälle zu reduzieren, warum werden Vorsorgeuntersuchungen nicht komplett bezahlt, wieviele Menschen in Dritte-Weltländern müssen unter unwürdigen Bedingungen arbeiten, nur damit wir billig und dadurch immer mehr kaufen und so weiter und so fort
    Auch verstehe ich den Unmut bei Menschen, bei denen es wirklich um was geht. Wohnt mal in einer Grossstadt mit Familie und bekommt plötzlich nur einen Teil des Gehaltes oder gar nichts. Jammern über nicht durchführbaren Urlaub ist für mich auch nicht nachvollziehbar. Jedoch sind meiner Meinung die Nebenwirkungen Coronas nicht weniger gefährlich als Corona selber. Eine marode Wirtschaft bedeutet im Gegenzug irgendwann auch weniger Geld für Gesundheit. Niemand weiss doch wie lange das ganze noch weitergeht. Auch bin ich mir nicht sicher, wie sich das social distancing, ständiges desinfizieren etc. langfristig auf die Menschen auswirkt, vor allem auch bei den Kiddies. Beispiel: Bekannte arbeiten im Verkauf, Kinder wollen nicht mehr mit ihren Kindern spielen, weil die Eltern in der Öffentlichkeit arbeiten und ja coronainfiziert sein könnten. Anderes Beispiel: Oma sieht ihr Enkelchen seit langer Zeit wieder. Kind will nicht mehr zur Oma hingehn, weil man Abstand halten muss. Der Oma bricht es fast das Herz, weil sie sich fragt, ob sie ihr Enkelkind wohl mal wieder drücken darf.
    Jetzt geht es uns in Deutschland aber im Vergleich noch gut. Ich habe Freunde auf Kuba oder Ecuador, dort gehts richtig um was. Auch weiss ich, wie das Leben in Armenvierteln in Brasilien oder Afrika aussieht. Kein Verdienst ist eine Katastrophe, krank zu werden ebenso. Wie die Welt das alles verkraften wird, ist für mich ein grosses Fragezeichen. Wie gesagt, ich versuche auch optimistisch zu sein, aber es fällt mir auch oft schwer und macht mich traurig. Ich hoffe, wir schaffen es ganz bald Genaues über das Virus selber wirklich zu wissen und können einen lebbaren Umgang ohne Hysterie, Panik und Angst
    aber auch ohne Rücksichtslosigkeit finden. Jede Art von Extrem ist meiner Meinung nach schlecht. LG

  18. Ich finde den Beitrag so treffend geschrieben, dass ich jetzt gleich mal den Blog abonnieren werde. Kosmetik interessiert mich sowieso, aber ich finde es sehr gut, dass es hier auch noch um andere – wichtige – Themen geht.

  19. Lieber KK, bin spät dran, aber ich will mich trotzdem noch bedanken für deinen Beitrag. Du schreibst mir, wie so oft, gefühlt direkt aus der Seele und findest die richtigen Worte, die mir langsam aber sicher wegbleiben.

    Ich habe keinen Nerv mehr für so viel Egoismus und auch Dummheit und es fällt mir zunehmend schwerer, nicht sofort die Beherrschung zu verlieren. Wer behauptet, die Pandemie ist zu Ende, der soll einfach mal nach Brasilien und Mexico schauen. Wir haben einfach Glück, dass Deutschland sehr schnell reagiert und richtige Entscheidungen getroffen hat. Umso schlimmer und trauriger, dass so viele jetzt so tun wollen, als sei gar nichts passiert. Reicht die Aufmerksamkeitsspanne nicht mehr aus oder ist man sich selbst doch am nähsten?

    Und als ob das nicht genug ist und wir mal einfach alle an einem Strang ziehen, kommen die Rassisten und Nationalisten um die Ecke. Sowieso rotes Tuch bei mir… aber wenn dann noch Leute ankommen mit „All lives matters“, möchte ich schreien. Als ob das jemand behauptet hat, dass das nicht der Fall wäre. Ich bin mittlerweile halb ohnmächtig vor Wut und einfach nur traurig, wie sich das alles entwickelt.

    Aber auch da hast du im Text und in den Kommentaren wieder die richtigen und diplomatischeren Worte getroffen, als es mir momentan möglich ist. Danke dafür!

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