Fashion Zeitstrahl: 1985 LES RITA MITSOUKO & J.P. GAULTIER *Marcia Baila*

Foto: RCA

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Dieser Post hat gleich einen doppelten Nutzen. Ich erinnere mich an 80er Jahre Klamotten von J.P. Gaultier und an einen meiner „All-time-Sommerhits“!

Könnt ihr euch noch erinnern? Les Rita Mitsouko mit „Marcia Baila“! Mein lieber Scholli, was haben wir dazu abgetanzt! Natürlich lange vor allen anderen, bevor die Gruppe dem Mainstream bekannt wurde. Das „Relax“ in Düsseldorf hat immer viele Französische Avantgardebands gespielt und immer extra die superlange Maxiversion aufgelegt! Über 9 Minuten auf der heißen Tanzfläche, nur zwei Standventilatoren und eine Crowd fast unisono „Maaaarcia Baila“ gröhlend, gewandet beinahe ausschließlich in Gaultier!

Auch heute sind Rita Mitsouko in Frankreich noch eine Berühmtheit, Catherine Ringer tritt noch gelegentlich auf. Frédéric Chichin verstarb 2007 leider an Kehlkopfkrebs.

Foto: RCA

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Das Video zu diesem Song wurde modisch ausgestattet von Herrn Gaultier und Herrn Mugler. Das muss kurz vor Muglers „Höllenkollektion“ gewesen sein, bei der alle Schnitte der Damenkostüme aussahen, als ab ein „bossy“ Teufel sie direkt aus der megascharfen…ähh…megaheissen Hölle geschickt hätte! Cool!

Einen supertollen Fehlkauf hatte ich damals auch zu verzeichnen. Einen Gaultier Pullover mit Reißverschlusskragen und kyrillischen Schriftzeichen an selbigen. Puh, das Teil war aus Neopren! Gute Idee!! Es war einfach untragbar, selbst im tiefsten Winter verlor man pro Minute 2 Liter Schweiss! Ich habe das Teil heute noch, nur um mich immer wieder an diesen Flop zu erinnern, wenn ich mal wieder einem Designer die Chance geben will, mich mit aussergewöhnlichen Stoffen zu überraschen! Ähh, nee, lieber nicht!

KK Gaultier Public 80s

Auf jeden Fall haben mich Gruppen wie „Les Rita Mitsouko“ und „ABC“ modisch sehr geprägt, denn Gaultier war damals noch Avantgarde! Man stelle sich das mal vor, heute Mr. Fashion-Mainstream persönlich, damals noch das Erkennungszeichen und die Eintrittskarte zum „Fashion-Pack“. Und auch heute noch finde ich schwarz, bzw. schwarz mit wenig weiß, streng und bedeutungsvoll. Und das wollen die Fashionistas doch alle sein, oder? „Braun“ und andere Verwandte werden NIEMALS wirklich das neue SCHWARZ!

KK Gaultier 80s 3duotone

KK Gaultier 80s 2duotonekk gaultier 80s

Kleidung: J.P.Gaultier Public  *   Fotos: Konsumkaiser 1985/86

Eine aufregende Zeit! Danke für den Soundtrack zu meinem Leben in 1985, liebe Les Rita Mitsoukos! Ich winke Euch zu, hier und im unendlichen „Wasauchimmer“!

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14 Kommentare

  1. Ich finde Eure Seite echt klasse! Jeden Tag gibt es etwas spannendes zu entdecken!! Und ich habe wirklich gerade ein kleines Tranchen verdrückt, als ich nach langer Zeit mal wieder Marcia bailar gehört habe!!! Hach, was ein geiler Song. Und tolle Fotos!! Passt alles zusammen.

    1. dankeschön!! bei mir lösen lieder auch emotionen aus. da gibts so einige songs…
      gut, dass wir in dieser vernetzten zeit leben, da kann man sich all die songs wieder beschaffen, die man fast schon vergessen hatte! lieber gruß!

  2. Kompliment! Spannender Blog, so viele verschiedene Themen. Das mag ich, weil ich immer zwischendurch mal reinschaue und immer gibt es etwas neues. Und wie alt warst Du denn da auf den Bildern? Und Du konntest Dir da schon Gaultier leisten? Boh…
    Viele Grüße aus dem Süden, Sabrina

  3. vielen dank! ich war damals so 17-18 jahre alt. und ich gebe es zu, zu der zeit war ich von beruf „sohn“. das hat sich dann aber gelegt, lach! lg, kk

  4. Hi KK,

    manche tragen solche Schwitzteile ja mit Absicht (beim Sport oder so) – um Wasser zu verlieren. Hab ich mal irgendwo gelesen. Vielleicht könntest Du es für solche Zwecke ja wieder neu einsetzen? Dann wäre es letztendlich doch kein Fehlkauf gewesen 😉

    Ich verstehe allerdings den Sinn solcher Klamotten, die vom Material her eher „Winter“, gleichzeitig aber ärmellos sind (oder kurze Arme haben) auch nicht wirklich. Z.B. dicke Wollmäntel ohne Arme etc. Selbst Ponchos – obwohl hübsch anzusehen – finde ich unpraktikabel. Im Sommer zu warm, im Winter zieht überall die Luft rein…

    Du warst von Beruf „reicher Sohn“? Oh, dann hättest Du damals – wären wir uns begegnet – auf mich (ärmliches Landei, das ich damals war) vermutlich herabgeschaut. Ich glaube, heute bist Du mir sympathischer.

    Lg, Annemarie

    1. hi annemarie!
      du hast recht! ich hätte mich damals wohl auch nicht gemocht, lach. das war aber die zeit, in den 80ern war alles nur auf konsum ausgerichtet. alles und alle waren schrecklich dekadent, und ich war zusammen mit meiner clique wohl das arroganteste bürschchen weit und breit. schrecklich! aber menschen ändern sich zum glück! ich habe die kurve noch gekriegt und es ist sogar noch was aus mir geworden. und in den gaultier pullover sollte man zur strafe herrn gaultier persönlich für einen tag stecken!
      wasser brauche ich zum glück keins verlieren, trainierte sportler schwitzen ja schnell und ausgiebig. da bin ich gut dabei! 😉
      lieber gruß!

      1. Hmm… weißt Du wie ich mir Dich jetzt vorstelle? Zumindest Dein jüngeres Ich? Wie einer der Protagonisten in einem Bret Easton Ellis-Roman (nein, nicht der Patrick, soweit geht meine Phantasie nun doch nicht). Ich denke eher an Bücher/Firlme wie „Less than zero“ oder „The Informers“ (kennst Du den Film?) Lg, Annemarie

  5. Ach was, wir haben doch alle ein paar Leichen im Keller, hihihi!!!
    Schöner Post, schönes Lied!

  6. @ annemarie: klar, kenn ich. aber sooo schlimm wars nun auch nicht. immerhin waren wir ja auch nur mehr oder weniger landeier aus essen, düsseldorf usw. das ist ja auch nicht die große weite welt. aber als jugendlicher denkt man ja so. was die coolness anbelangt, liegt dein vergleich sicher nicht schlecht, hahaha!
    und als ich dann wirklich eine zeit in new york verbracht habe, hat das ganz anders ausgesehen. über leichen wäre ich aber niemals gegangen, lach!!

  7. Das Lied kenn ich auch noch! Mein Gott, das habe ich ja total vergessen! Wie geil ist das denn??
    Ich hab für diese Jahr meinen Sommerhit gefunden!!! Und das Video ist soo froh!

  8. Hach, meine Jugend! Schön im Checker’s abgehangen und zu Les Rita Mitsouko und Propaganda ausgezinkt. Habe jetzt noch eine seltsame Jacke von JPG aus grünem Loden und schwarzem Nylon im Schrank. Die habe ich mit süßen 17 meinem Vater aus dem Portemonnaie geleiert. Dein Post hat gerade meine Zeitmaschine angeworfen.
    Danke dafür, Martin

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