Viel passiert in der letzten Woche, und ich schreibe darüber. Egal ob toll oder weniger toll, meine Gedanken, meine persönlichen Trends, teile ich mit Euch.
Die Überwinterer
Gran Canaria hat ein wunderbares Klima, wie ja überhaupt die Kanaren. Das zieht aber auch enorm viele Überwinterer aus aller Welt an, die sich nun hier tummeln. Also wirklich wortwörtlich, es ist voll geworden.
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Und jetzt muss ich mal gemein und ungerecht werden: Die gehen mir bereits ein wenig auf den Keks. 😉
Ich komme aus einer, und ich habe immer in einer Grossstadt gelebt, ich liebe Schnelligkeit und Effizienz.
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Da muss ich mich nun schon ganz schön beherrschen, wenn ich das Treiben auf den grösseren Einkaufsstrassen hier erlebe. Die meisten der Wintergäste sind Seniorinnen und Senioren, von betagt bis sehr betagt, und bei vielen frage ich mich, wie sie es überhaupt auf die Insel, inklusive 4,5 Stunden Flug geschafft haben.
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Möchte man momentan von A nach B, muss man eine halbe Stunde mehr einplanen, weil einfach alles so langsam geht.
Autofahren? Die schieben ihr Gefährt offenbar, besonders gerne um Kurven, und vergessen dadurch leicht überlastet aber ständig Blinker, Licht einschalten, oder Schulterblick (super bei Gebrechen in der HWS).
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Am Verkehr teilzunehmen (mit meiner Patinete) ist jetzt tatsächlich noch mal deutlich gefährlicher geworden, nicht nur die Verkehrsregeln-allergischen Spanier muss man im Auge behalten, sondern nun auch noch die fahrenden Klorollen auf der Hutablage.
Und auf dem Bürgersteig sind selbst Schnecken mit Holzbein schneller.
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Ja, gemein ist mein Jammern schon, aber es ist eben neu für mich im Tourismus zu arbeiten. Hier gehen die Uhren langsamer, zumindest vor den Kulissen. Da wo die Gäste sind, ist der Takt verlangsamt.- Hinter den Kulissen geht das Tempo jedoch weiter. Und so ist man schnell genervt, wenn man sich beeilen muss, man arbeitet, und der Rest lässt den lieben Gott einen guten Mann sein und wird zu einem Wellenbrecher im Zeitlupenmodus.
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Kling bekloppt, ist aber echt anstrengend. Ich hätte nicht gedacht, dass mich das so stresst.
Dabei hätte ich jetzt gerne ein wenig Weihnachtsstimmung genossen. Hier gibt es nämlich einen kleinen aber liebevoll zusammengestellten Weihnachtsmarkt, den ich überraschend toll finde. Plätzchen, Bratwurst, kleine bunte Weihnachtsdinge, wie schnell man doch die Sachen aus der Heimat vermisst.
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Kleb dir den Mund zu!
Nein, nicht weil zu viel gequasselt wird, sondern um ein besseres Hautbild zu bekommen, oder die Gehirnleistung zu verbessern.
Wie bitte?
Ja, so habe ich auch reagiert, als ich über den neuen Trend gelesen habe.
Himmel, es wird aber auch jeder Quatsch irgendwann einmal als „hot“ geadelt, man muss nur lang genug drauf warten. Oder es oft genug den gelangweilten Social Media Opfern vorbeten.
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Beauty-Influencer kleben sich den Mund mit einem Klebeband zu. Auch bekannte Persönlichkeiten wie Model Ashley Graham und Fußballer Erling Haaland bekennen sich öffentlich zum sogenannten Mouth-Taping. Der Hintergrund? Sie wollen beim Schlafen möglichst durch die Nase und nicht durch den Mund atmen.
Eigentlich komisch, denn normalerweise braucht man sich um diesen Umstand keine Sorgen machen. Wir schlafen unter normalen Umständen mit geschlossenem Mund, atmen durch die Nase, und nur bei verschiedenen Krankheiten kommt es zur Mundatmung, und die sollte man dann besser nicht eigenmächtig unterbinden! (Wenn zB. die Nasenatmung bei einem Schnupfen schlecht funktioniert)
Nun berichten die genannten Influencer aber auch noch über andere wundersame Dinge, wie zB. mehr Energie, glattere Haut, wacher aussehende Augen, und selbst eine verbesserte Hirnleistung soll festgestellt worden sein.
Spätestens hier zweifle ich doch stark an der Hirnleistung insgesamt, denn wie gesagt, man braucht den Mund im Normalfall erst gar nicht verkleistern, da er eh meist geschlossen bleibt.
Aber Hauptsache wir haben wieder einen angeblich neuen Beautyhack kreiert, sonst kann man sich ja auch nicht Content Creator nennen, nicht wahr?
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Himmel, ich ärgere mich schon wieder, dass ich wertvolle Lebenszeit darauf verwendet habe, nachzulesen, was dieser Trend nun ist, und was er können soll. Jedenfalls habe ich EUCH gewarnt, verwendet keine Zeit auf diesen nutzlosen Quatsch. Und falls Ihr doch mit offenem Mund schlaft, dann lasst da bitte medizinisches Fachpersonal drauf schauen!
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Hier in Spanien gibt es nun auch interessante Kosmetikprodukte von NIKE
Selbst ein Retinolserum und weitere Spezialisten sind im Portfolio, da staune ich nicht schlecht. Kommen Sportmarken mit Kosmetik, kann man ja meist nur schnöde Basics erwarten.
Leider habe ich die Produkte noch nicht im Laden gesehen, die Preise sind aber schon mal ordentlich, sie liegen im Bereich zwischen 15 und 50 Euro. Da überlege ich dann aber zweimal, ob ich nun so dringend ein weiteres Retinolserum von einem Sportartikler brauche, ob es da überhaupt einen „Vertrauensfransfer“ gibt, also ob sich das überhaupt lohnt?
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Interessant ist dann schon eher, eine eigene Kosmetiklinie, die man sich selbst zusammenstellen kann. Eigenes Label, eigener Name, eigenes Design, selbst zusammengestellte Rezepturen aus dem Baukasten. Man kann auch kleine Mengen bestellen.
Fand ich interessant, denn in letzter Zeit kommen ja immer mehr Bloggerinnen und Influencerinnen mit „eigenen“ Labels auf den Markt, die angeblich ihr ganzes Know How beinhalten.
Wieviel Eigenleistung da oftmals drinsteckt kann ich nicht beurteilen, aber ganz oft denke ich dann doch eher an Blender als an blendend aussehende Haut.
Skincare ist aber eben immer noch ein grosses Thema, und viele Leute lassen sich erst jetzt von dem „durchdachte Hautpflege Virus“ anstecken, der ja bereits seit ca. 15 Jahren in Europa Verbreitung findet. Perfekt, wenn man daraus Geld generieren möchte, sei es mit der „eigenen“ Hautpflegelinie, mit Kursen zur richtigen Hautpflege, oder „Beratungsleistungen“, wo ich mich immer frage, warum die Leute sich Hilfe bei angelesenen „Expertinnen“ und „Experten“ suchen und nicht gleich zum Hautarzt gehen.
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Und da liegt der Hund begraben, denn die vermeintlich „echten“ Expertinnen und Experten müssen gar keine Ahnung von guter Hautpflege haben. Ein Hautarzt kennt sich beispielsweise nicht allein deswegen im Dschungel der Skincareprodukte aus, nur weil er jahrelang Hautkrankheiten durchgenommen hat. Und eine Kosmetikerin ist auch nur so gut wie ihre Ausbildung, und wann diese stattgefunden hat. Ein Muss zu Fortbildungen, um das Wissen aktuell zu halten, gibt es nicht.
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Kein Wunder also, wenn man lieber zu niederschwelligeren Angeboten greift, auch wenn man da nicht weiss, was man bekommt. Ich persönlich würde so etwas NIEMALS anbieten, denn aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass man die Haut eines anderen Menschen nur schwer auf die schnelle einschätzen kann.
Zeit und Ausprobieren sind erforderlich, und eine Befähigung der Person eigenständig Kosmetikprodukte für sich selbst (!) sortieren zu können, und damit meine ich nicht zwischen „gut“ und „böse“ zu urteilen.
Im Sport läuft es ähnlich. Mittlerweile nennen sich Hinz und Kunz „Personal Trainer“. Leider wird daraus ein perfektes Geschäftsmodell, wenn man seine Kunden im Dunklen lässt, ihnen einfach nur immer weiter Übungen zum Fraß vorwirft, ohne dass Klienten eine Ahnung davon bekommen, was sie da eigentlich tun.
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Ich versuche da immer auch eine Lernkurve ins Training zu integrieren, sodass die Sportler auch selbstständig ihr Training planen können. Wer sich hier also willentlich unwissend halten lässt, ist es mitunter auch selbst schuld.
Wenn ich das aber so handhabe, dann sind da auch ein Studium, jahrelange Fortbildungen und eigene Langzeiterfahrungen als Leistungssportler dahinter. Daraus eine Befähigung als Hautexperte abzuleiten fände ich vermessen. Wird aber in ähnlicher Form nur zu gerne gemacht.
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Oft wird mir gesagt, dass ich mich aber mega mit Haut auskennen würde, was ich aber immer mit gemischten Gefühlen aufnehme, da ich das nicht so empfinde.
Ich kenne meine Haut, ich habe genug Zeit mit ihr verbracht, mittlerweile sind wir gute Freunde. Aber wenn es um andere Menschen geht, da hätte ich zu viel Respekt vor der Verantwortung. Aber so unterschiedlich sind die Menschen…
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Einen schönen 2. Advent!
Mundtaping hab ich vor einiger Zeit (1,2 Jahre?) auch mal gemacht, um nachts wieder durch die Nase zu atmen, was ich fast nie konnte. Mir ging es hauptsächlich um die Verbesserung der Atmung (in diesem Zusammenhang kam das auf). Ich habe es überraschenderweise nur 3 Nächte gemacht und kann seither auf Dauer mit geschlossenem Mind schlafen, hab auch nie mehr geschnarcht und auch Schupfen ist eine Frage von wenigen Stunden über den Tag. Nachts ist seitdem alles frei.
Kleines, einfaches Mittel, das mir viel gebracht hat. Am aufwenigsten war es, das spezielle Pflaster zu bekommen, mit dem das angenehm geht.
Ob Atmung wiederum Auswirkungen auf die Haut hat, weiß ich nicht. Ich kann mich momentan ohnehin nicht beklagen, seit ich das koreanische 8-Step-Programm mache. Es soll aber auch wichtig für die Kiefernlinie sein, besonders wenn sich das noch in der Entwicklung befindet. Mein Kiefer ist in der Tat auch unterentwickelt und ich spüre jetzt ein leichtes Ziehen in dem Bereich, auch wenn das mir jetzt nichts mehr bringt. Ich habe damals herumgefragt und festgestellt, dass mindestens die Hälfte meiner Kollegen, Familie und Bekannten zumindest oft mit offenem Mund schläft. Wenn das so ist, kann ich es sehr empfehlen, kleiner Aufwand, großer Effekt und es schläft sich überraschend gut damit, nur minimal ungewohnt. Falls die Haut und Augen noch was davon haben sollten, warum nicht. Ich würde auf diesen Punkt nicht viel setzen, aber vielleicht merken andere wirklich was, wenn sie darauf achten. Dass eine Verbesserung der Atmung andere Auswirkungen hat, könnte ich mir zumindest theoretisch vorstellen. Ich habe es halt noch nie sonst gelesen, bin zwar viel auf Instagram und TokTok folge aber niemandem, der das anspricht. Würde mich aber interessieren. Gibt es da mal einen Namen?
Ehrlich gesagt kann ich nicht verstehen, wie man sich bei einem solchen Problem (also das Schlafen mit offenem Mund muss ja einen Grund haben und ist nicht so angedacht) ein Pflaster auf den Mund klebt und nicht lieber zu einem Arzt oder Ärztin geht?
Namen kann ich leider nicht nennen, da ich das auch nur aus „2. Hand“ erfahren habe und nur äusserst selten auf diesen Medien lese. Aber einfach mal den Hashtag #mouthtaping eingeben, dann wird man sicherlich fündig. Ich werde es tunlichst nicht tun, sonst versaue ich mir den gesamten Algorithmus und bekomme nur noch sowas
Ich habe das Problem damals ohne Arzt gelöst und verstehe die Entrüstung darüber auch nicht wirklich, auch nicht in deiner Antwort. Danke für den Hashtag, ich werde mir das mal ansehen.
Entschuldigung bitte, aber von Entrüstung bin ich weit entfernt. 🧐
Aber da Du ja oft über Hintergründe nachdenkst, dachte ich, dir wäre klar, dass hinter dem offenen Mund beim Schlafen sehr ernsthafte körperliche Probleme stecken können, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen darf. Warnsignale können das sein, und die haben ihren Sinn.
Nein, ich hab das einfach für eine schlechte Angewohnheit gehalten. Ich hab ja keine Luftängste, wenn der Mund zu ist.
Ich hatte vor 3 Jahren Long Covid und hab Asthma zurück behalten und infolge viel über Atmung gelesen, in einem Buch wurde die Möglichkeit erwähnt, die Atmung zu trainieren und erstmal den Atemfluss so zu halten, wie er sein soll, nachts mit geschlossenem Mund atmen. Das mache ich seitdem. Bisher hab ich nie wieder daran gedacht.
Nein, nichts gefunden. Macht aber nichts, so wichtig ist das nicht. 🙂
Früher oder später wird es mir vermutlich auch mal selber begegnen.
Ihre Einlassung über die Überwinterer war höchst wohltuend zu lesen.
In dieser Zeit in der ständig nur Empathie eingefordert wird von uns.
Ich habe für mich entschieden :
Schimpfen und gar lautes Pöbeln im Auto ist für mich Detox der Nerven.
Und es ist wohltuend wenn es meinen Körper verlässt.
Es gibt Hotels nur für Erwachsene,oder ohne Hunde-wie wäre es mit einer Insel nur für Betagte?
Ich müsste mich dann dort auch langsam anmelden mit Ihrer Frau Mama😉
Guten Morgen,
„Schnecken mit Holzbein schneller“……. ich lach mich mal wieder schlapp!!!!!!!!!!!
„eigenen“ Labels auf den Markt, die angeblich ihr ganzes Know How beinhalten“ Welches denn bitte??? Hanni uns Nanni haben ja noch nicht mal ne Drogistenausbildung, geschweige denn eine Ausbildung zum Kosmetikchemiker. Chemie studiert?? Dermatologie?? Ich rege mich ja schon lange darüber auf. Jede QVC Moderatorin, Influencer, C-Promis die keiner kennt, Journalisten und nun auch Torhüter machen in Kosmetik. Am besten noch eine Biografie dazu. Was sagt meine Mutter immer „Dummheit war schon immer teuer“, bitte unbedingt kaufen.
Sporttrainer: wir hatten eine excellente Springreiterin im Verein, die sehr viel gewonnen hat. War natürlich im Vostand und hat Reitunterricht gegeben. Die hat sogar gesagt das sie die Reitschüler immer nur bis zum Mittelmaß trainiert und große Hoffnungen schürt. Nur so bleibt immer die Hoffnung und die Schüler tragen bis zur Verblödung, jede Woche, ihr Geld da hin. Hat nur mit dem eigenen Profit zu tun. Auf meine Anfrage hin, wie lange sie denn noch trainieren müssten, bis zum kleinen Wettbewerb, haben sie mich mit großen Augen angesehen. Bei manchen fiel dann aber der Groschen. Ein guter Trainer bringt einen in einigen Monaten, oder einem Jahr schon sehr weit. Da startet man erst gar nicht in den niedrigen Klassen. Da geht es gleich bei M los. „Dummheit war schon immer teuer“.
Allen einen schönen 2.Advent!
Sorry, verdattelt….. L-Niveau natürlich. M ist schon ne Hausnummer.
LG
Mir scheint ein ganz heißer Trend derzeit sind die ganzen Achtsamkeitstrainer, Wegbegleiter, Livecoaches usw. Also da bin ich doch eher bei Birgitt und pöbel lieber alleine für mich im Auto was rum 😄Nervendetox für umsonst. Manche Coachausbildung liest sich da schon arg abenteuerlich.
Sehr gut, weg mit den Alten, die uns dynamische, stets perfekt gecremte Mittfünfziger bei der zügigen Ausübung unserer ach so wichtigen Tätigkeiten behindern!
Ironie aus – ich weiß gar nicht was ich schäbiger finde: den Beitrag oder die schleimige Zustimmung einiger Leserinnen.
Ich bin bestürzt, wie wenig manche Leute zwischen den Zeilen lesen können, was zugegebenermaßen im Internet auch schwierig ist. Aber einen tatsächlich pöbelnden Kommentar hierzu wortwörtlich abzulassen, ist wirklich unangenehm.
Ich habe das geschrieben, sehr wohl wissend, dass das polarisiert, aber dass gleich so schnell die übliche Empörung samt over the top Ausdrücke kommen? Erstaunlich.
Ich hab mich auch über den Beitrag beömmelt, ich geb‘s zu. Manchmal denke ich dann, das ich viel geduldiger mit den älteren Herrschaften sein sollte und ich ja auch mal alt werde. Aber man kann auch mal die Kirche im Dorf lassen und die Ironie dahinter erkennen. Mein Gott, wir haben doch alle schon über Ostfriesen, Blondinen ( ich bin eine) und Co gelacht und sind doch deshalb nicht von Grund auf schlechte Menschen. Oder? Und im Übrigen regt es mich auch tierisch auf, wenn Opa mit Hut linksabbiegend mir die Vorfahrt nimmt. Und das Schlimme daran, er bemerkt es nicht mal… Naja, lassen wir das.
Ich hab jedenfalls herzhaft gelacht, das Leben und die Welt sind im Moment ja auch kaum zu ertragen.
Ich dachte heute Morgen auch, hups, da hat er sich bestimmt viel Hass eingehandelt. Aber es geht ja. Alles ok, da bin ich froh. Ich denke, die meisten Leser kennen dich und wissen, wie das einzuschätzen ist. 😉
Ich bin übrigens auch Rentnerin und habe auch einen hals, wenn die Spazierstockfraktion vor mir her schneckt…
Susanne G.
Wo kommt der ganze „Hass“ her??? Die Leute haben wohl sonst nix zu tun. Spass und Ironie versteht eh keiner mehr. Traurig, traurig.
LG