LIFESTYLE: TRENDBAROMETER * 17.11.2023 – FRISCH AUS GRAN CANARIA

Viel passiert in der letzten Woche, und ich schreibe darüber. Egal ob toll oder weniger toll, meine Gedanken, meine persönlichen Trends, teile ich mit Euch.

 

Hallo liebe Leute,

heute hat es mich mal wieder erwischt. Ja, ich habe das Gefühl ich bin hier in den südlichen Gefilden ein wenig öfter krank als in Deutschland, aber das war auch irgendwie klar. Die berufliche Belastung ist nicht von schlechten Eltern, und das Klima begünstigt so unangenehme Dinge wie „Einmal bitte die große Magen-Darm-Schleuder, bitte“ ganz vorzüglich.

Und so war es dann Mittwochabend, noch auf der Arbeit so weit. Ich spürte schon eine leichte Übelkeit aufkommen. Das Training, das ich nach Arbeitsschluss gegen 22.30 noch absolvieren wollte, wollte auch so gar nicht funktionieren, sodass ich nach ein Minuten abbrechen musste.

Als ich dann später für den Nachhauseweg auf meiner Patinete stand, war es mir dann klar: Der Fahrtwind verursachte übelsten Schüttelfrost, meine Stirn glühte, und ich konnte kaum die Augen offen halten.

Zuhause ging es dann auch gleich richtig los, die Einzelheiten erspare ich euch ab hier. 😉

Nur so viel: 39,5 Fieber hatte ich echt schon lange nicht mehr. Ich habe es noch etwas wirken lassen, aber als der Schüttelfrost dann doch zu krampfig wurde, habe ich es etwas auf 38,5 gesenkt. Damit konnte ich dann auch hervorragend schlafen, trotz 25 Grad im Schlafzimmer lag ich unter einer dicken Kuscheldecke vergraben.

Verrückte Träume hat man ja in solchen Situationen, und so war ich nächsten Tag noch völlig benebelt.

Schnell auf der Arbeit Bescheid sagen, zum Glück funktionierte eine Vertretung, sonst wäre alles buchstäblich in die Hose gegangen.

Und dann wollte ich schleunigst zum Arzt.

Hier läuft das so: Man ist krank, akut, also muss man ins Gesundheitszentrum seiner Gemeinde. Das für mich zuständige Centro de Salud liegt von mir aus nur ca. einen Kilometer entfernt, aber trau dich mal aus dem Haus, wenn du alle 20 Minuten zum Klo musst, weil irgendwo wieder und wieder was raus will!

Den Gedanken habe ich aufgegeben, bin wieder ins Bett mit einer 1,5 Literflasche Elekrolytgetränk, das ich für solche Fälle immer im Haus habe, und ergab mich wieder dem heilsamen Schlaf. Den notwendigen Krankenschein würde ich am nächsten Tag holen.

Das Fieber war dann am kommenden Tag auch auf erhöhte Temperatur gesunken, und der Allgemeinzustand war ebenfalls schon wieder akzeptabel. Also auf ins Gesundheitszentrum. Aufgrund der Sprachbarriere ist das natürlich nicht so einfach, Englisch können viele Einheimische hier nicht, und mein Spanisch ist natürlich in medizinischen Fachbegriffen auch nicht gerade top. Zumindest habe ich mir alles  bei DeepL zusammengesucht, und dann raus in die feindliche Welt.

Der helle Sonnenschein, die 30 Grad (wir haben derzeit wieder Calima) und eine Luftfeuchtigkeit von nur ca. 20 % haben mich ordentlich geschafft, aber es ging. Glück gehabt, einen Tag zuvor wäre ich wohl aus den Latschen gekippt.

Und jetzt kommt das Wunder. Nein keine Spontanheilung, sondern die Prozedur im Gesundheitszentrum. Man meldet sich mit seiner Krankenkarte an, nimmt Platz, und nach, oh Wunder Nummer eins, wird man nach drei Minuten aufgerufen zu einer Triage.

Ein netter Pfleger kümmerte sich, nahm die Werte von Fieber, Blutdruck, Blutzucker und Allgemeinbefinden auf, versuchte sich sogar auf ein paar Brocken Englisch, als mein Spanisch ins Stolpern geriet, und dann wurde ich von ihm in den nächsten Behandlungsbereich geschickt.

Ich suchte schon die Stuhlreihen des Wartebereichs, aber nein, eine liebenswürdige Krankenschwester führte mich in mit Tüchern abgeteiltes Zimmer in dem Liegen standen, wo ich mich dann hinlegen durfte.

Ich wollte gerade denken, dass ich jetzt bloß nicht einschlafen dürfe, da kam auch schon die nächste Schwester, Wunder Nummer zwei, und legte mir eine Flüssigkeit und Elektrolyte auffüllende Infusion an die Vene an. Dazu wurde gleich noch ein EKG geschrieben und nach 15 Minuten war der Tropf leer.

Ihr merkt schon, das flutschte nur so, und nein, ich bin nicht privat versichert, sondern nehme mit der üblichen spanischen Krankenversicherung vorlieb, die auf den ersten Blick erschreckend viele Lücken aufweist.

Da ich aber nun mal im akuten Krankheitsfall in der Urgencia vorstellig wurde, also in der Notaufnahme, konnte ich sehen, wie gut organisiert auch so eine kleine Nummer wie ich durchgeschleust werden kann. Und es war nicht wenig los. Ich denke mal, dass es einfach mehr Personal gibt, ebi uns in Deutschland liegt die Last auf zu wenig Schultern, hier verteil es sich offenbar, und jeder kann die Arbeit tun, die zu tun ist, und muss nicht noch hundert weitere Löcher stopfen.

Nach Tropf und EKG kam das Gespräch mit dem Arzt, das war dann weniger erfreulich. Keinerlei Englisch, nur Spanisch, so schnell, es hätte auch Mandarin oder Klingonisch sein können. verschrieben wurde ein Anti-Durchfallmittel, Elektrolyte, Paracetamol und ein Aufbaupräparat für die Darmflora. Ganz normal.

Nur die Krankschreibung wollte er nicht für den vorherigen Tag rausrücken. Wie ich denn mit dem rasenden Roland in der Unterbuxe zum Centro de salud hätte kommen sollen, fragte ich unbeholfen auf Spanisch, aber da ging er gar nicht drauf ein, legte nur die Papiere hin und entschwand. Hach, fast schon ein heimisches Gefühl. Patienten können aber auch nerven… *Ironie aus*

Nun gut, das muss ich jetzt wohl mit meinem Arbeitgeber klären, aber anders ging es nicht. Und mittlerweile fühle ich mich am Donnerstagabend auch wieder deutlich besser. So eine Art Montezumas Rache kann einen aber auch umhauen! Innerhalb einer Stunde ist das „Gewitter“ aufgezogen, es hat gewütet, und ist dann sanft entfleucht. Hmm, genau sowas hatte ich auch bei meinem ersten Besuch auf Gran Canaria vor einigen Jahrzehnten. Da bin ich wohl doch empfänglich für, na toll.

Also: Das Gesundheitssystem hat hier viel Kritik verdient, aber dort, wo die Menschen sich einbringen, ist es vorbildhaft, eben auch, weil offenbar nicht das Personal zu Tode gespart wird. Im Akutfall fühlt man sich aber umsorgt und gut aufgehoben. Und wo bekommt man als Kassenpatient in Deutschland bei einer fiebrigen Durchfallerkrankung gleich eine Infusion und ein EKG?

 

Seht es mir nach, dass das heute mein einziges Thema bleibt, da ich noch eine Runde unter der kuschligen Decke schlafen möchte, bis das leichte Schaudern wieder nachlässt, und ich bei 25 Grad im Schlafzimmer an Decken nicht mehr denken kann. 😉

Bis Sonntag! ♥

 

.

.

.(Grafik: KK, keinerlei Sponsoring)


17 Gedanken zu “LIFESTYLE: TRENDBAROMETER * 17.11.2023 – FRISCH AUS GRAN CANARIA

  1. Ohje, das klingt böse. Mich hat es vor ca. 10 Jahren zum letzten Mal so erwischt, aber knapp eine Woche lang. Als ich nach mehreren Tagen immer noch kaum etwas bei mir behalten konnte, bin ich ins Krankenhaus. Eine Infusion und Schmerzmittel können echt Wunder wirken. Gute Besserung!

  2. Lieber KK,

    ich wünsche Dir und all den anderen Kranken gute Besserung und eine schnelle Heilung. Hier in Süddeutschland ist gefühlt jeder Dritte aktuell krank. Kopf hoch, es kommen auch wieder bessere Tage.

    LG von Herr TO.

  3. Lieber KK, auch von mir gute Besserung. Das schlimmste was es gibt für mich ist Magen Darm. Hab ich Gott sei dank so gut wie nie. Ich habe auch ein Lazarett zu Hause, von eitriger Angina, bis Bindehautentzündung und Magen-Darm-Virus liegen meine Kids auch flach. Auch wenn das böse klingt, ich bin froh, dass ich gesund bin, sonst wäre hier der Weltuntergang

    Alles liebe

    Natascha

  4. Lieber KK,
    auch von mir „Gute Besserung“ . So ein Virus kann einen ganz schön flach legen.
    Hoffentlich bist du bald wieder fit.
    Ganz liebe Grüße
    Cornelia

  5. Lieber KK, auch von mir Gute Besserung.
    Hoffentlich zieht Dein Arbeitgeber Dir dafür keinen Urlaubstag ab.
    Liebe Grüße

  6. Lieber KK,
    von mir auch alles Gute! Schlaf Dich gut aus. Ich hatte am Montag einen Schwächeanfall mit Zittern, schwitzen und Schüttelfrost. Dienstag war ich noch erschöpft und am Mittwoch ging es wieder.
    „Löcher stopfen“ kommt mir bekannt vor. Viel schlafen und trinken kann schon helfen.
    Viele liebe Grüße nach CC und gute Besserung.
    Christiane

  7. Lieber KK,

    da waren wir die letzten Tage wohl Leidensgenossen, fast schon lustig. Ich muss mir das Ding auf der Rückreise vom Urlaub eingefangen haben und habe die letzten zwei Tage ebenfalls sehr „Badezimmer-affin“ verbracht, aber glücklicherweise nur erhöhte Temperatur und kein wirkliches Fieber. Seit gestern Mittag ist es besser und heute ist es wohl wieder ganz OK, aber ich fühle mich noch ein bisschen schwach und zittrig. Auf der anderen Seite kann ein wenig Entschlackung vor den Feiertagen ja auch nicht schaden, man muss die positive Seite sehen.

    In dem Sinne, viele liebe Genesungswünsche und Grüße
    Melanie

  8. Lieber KK,

    Gute Besserung 💪.
    Dieses Jahr die eine Woche auf Mallorca im September bei mir ab Beginn Erkältung. Bei Abreise wieder fast abgeklungen…Ich kann ein wenig nachfühlen, wie es sich bei warmen Temperaturen anfühlt, krank zu sein.
    Schön, dass man sich so gut um dich gekümmert hat👍

    Alles Gute und werd schnell wieder gesund

    LG Christine

  9. Die spanische Seguridad Social hat schon so ihre Lücken, aber Ärzte und Pflegepersonal sind top. Hier ist der Beruf der Krankenschwester mir einem 5 jährigen Studium verbunden.
    Mein Mann war Anfang des Monats 5 Tage im Krankenhaus, es hat alles absolut reibungslos geklappt und das Personal war total nett und immer aufmerksam.
    Aber es gibt auch leider lange Wartezeiten für die Eingriffe.

  10. Au weh, gute Besserung, aber doch gut, dass Dir rasch geholfen werden konnte.

    Im Umfeld ist auch mal wieder alles krank (mein ‚Dank‘ geht an die dauerkranken Kollegen, und das im Jahresendspurt): Bindehautentzündung, Zerschlagenheit, Fieber bis Brech-D…fall, und manchmal alles zusammen.
    So ein Virus ist echt Mist.

  11. Lieber KK,

    Ich komme erst jetzt zum Lesen und Schreiben – auch von mir viele gute Genesungswümsche resp. ich hoffe, Dir geht es zum jetzigen Zeitpunkt wieder gut.

    Ein interessanter Einblick, vielen Dank für das Berichten und den dennoch heiteren Schreibstil („es hätte auch Klingonisch sein können“…).

    Wenn ich nachfragen darf – der Arzt hat Dir keine Krankschreibung für den Vortag ausstellen wollen. Nun könnte man meinen, diesen einen Tag wird man regeln. Was wäre, wenn Du mehrere Tage nicht in der Lage gewesen wärst, den Gang dorthin auf Dich zu nehmen? Was macht man dann?

    Auf dass der nächste Besuch dorthin lange auf sich warten lasse. Viele Grüsse,
    Steffi

  12. Alle Achtung, da hast Du aber ein gut funktionierendes Immunsystem. Andere Menschen quälen sich bedeutend länger mit den Folgen einer Virusinfektion herum.

    1. Naja, etwas durch den Wind bin ich noch immer, und es hat radikal Muskelmasse gekostet, der Fieberkampf, das kann ich sogar sehen. Aber auf der Arbeit kann ich nicht weiter fehlen, also muss es gehen. 😉

      1. Oh ja. so ein lange andauernder Schüttelfrost kann zu Muskelschädigungen führen. Die Abfallprodukte beinträchtigen u.a. die Nierenfunktion. Also viel trinken hilft. Gut, dass Du Dir gleich ne Pulle ans Bett gestellt hast.

  13. @all Vielen lieben Dank für die Genesungswünsche! Soweit bin ich wieder auf dem Damm, und jetzt wird die Darmflora wieder aufgebaut. Das scheint gut zu funktionieren. Ansonsten hatte ich gehört, dass momentan ganze Flieger voll mit Touristen, die Magen-Darm haben nach Deutschland zurückkehren. Da kriege ich ja doch ein wenig das Grinsen ins Gesicht, und ich hoffe, dass die Toiletten das an Bord aushalten. Umpffff! Und hoffentlich hab ICH die nicht ALLE angesteckt?? 🙂
    Liebe Grüße
    KK

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.