LIFESTYLE: SHOP TILL YOU DROP? IST DAS HEUTE NOCH ZEITGEMÄß?

Shopping wurde über Jahrzehnte hinweg zu einer eigenen Gattung der Freizeitaktivitäten. Mittlerweile macht man sogar Reisen, um der Shoppinglust zu frönen, zB. zu Outlet-Centern oder nach Dubai. Doch nicht erst seit der Pandemie hat sich langsam etwas verändert. Ist hemmungsloses Shopping immer noch so erstrebenswert?

 

 

Immer öfter hört man davon, auch in den Blog-Kommentaren: „No-Buy“, eine selbst auferlegte „Shopping-Sperre“, ist seit einiger Zeit ziemlich populär geworden, und kaum jemand, der nicht in finanzieller Not lebt, hat sich darüber nicht schon einmal Gedanken gemacht.

Shopping-Fasten warum eigentlich nicht? Wie bei jedem Verzicht (wie zB. auf Genussmittel) klärt sich der Blick, und man fokussiert sich im besten Fall besser auf das Wesentliche – was man womöglich irgendwann ein wenig aus den Augen verloren hatte.

 

Auch ich habe mir darüber Gedanken gemacht, gerade während der Lockdowns. Bloggen im Kosmetikbereich hat ja meist einen sehr konsumistischen Charakter, und dann nennt sich mein Blog ja gleich auch noch (eigentlich provokativ) Konsumkaiser. Gedanklich für mich mittlerweile eine Zwickmühle, denn dem Über-Konsum möchte ich wirklich gerne abschwören.

Dazu musste ich aber ebenfalls erkennen, dass der Blog natürlich auch eine prima Ausrede ist, um den nicht abebben wollenden Konsum mir gegenüber zu rechtfertigen. Ich teste ja Produkte, und meine Erfahrungen können vielleicht anderen Menschen helfen. Je mehr ich ausprobiere, desto mehr kann ich womöglich Menschen vor Fehlkäufen bewahren…

Wie man sieht, es kommt zu einer Art gedanklichem Teufelskreis, und der eigentliche Grund für den Drang nach immer neuen Shopping-Erlebnissen bleibt im Dunklen. Ein Indiz dafür, dass man sich mit diesem Teil des Problems lieber nicht befassen möchte.

 

Dabei können die Ursachen für überbordenden Konsum mannigfaltig sein. Gerne interpretiert man eine innere Leere hinein, die man durch planloses Shopping füllen möchte. Dazu kommt eine Art „Suchtcharakter“, denn die Shopping-Exzesse vermitteln zuerst ein Gefühl der „Lust“, wobei dieses Gefühl immer weniger befriedigend wirkt, und dazu immer weniger lang anhält. Manchmal kreuzt sich das sogar mit Schuldgefühlen, was das (meist auch unbewusst) erhoffte Hochgefühl deutlich mindert.

Ich selbst werde natürlich hier und jetzt nicht ausführlich über meine eigenen Beweggründe dozieren, aber ich habe mich in letzter Zeit doch sehr eingeschränkt, wenn es um Neuanschaffungen geht, nicht nur, weil ich monatelang pandemiebedingt ohne Einnahmen war, und der Staat seine Hilfeleistungen gekonnt unter Verschluss hielt. Ein No-Buy ist allerdings in „normalen“ Zeiten noch deutlich schwieriger als man denkt.

Zuerst sollte man für sich selbst erst einmal die Grenzen und Ziele genau definieren. Möchte man gar nichts mehr neu kaufen, ausser vielleicht Lebensmittel? Vielleicht aber auch nur bestimmte Dinge nicht mehr, wie zB. Kosmetikprodukte? Ein prima Ansatz ist hierbei natürlich der „erst mal aufbrauchen“ Ansatz, denn für gewöhnlich besitzen wir hier alle viel zu viele Produkte, die auch nicht immer vollständig benutzt werden.

Während des Lockdowns und meiner neuen No-Buy-Strategie wurde mir eine Sache ganz besonders eindringlich klar: Es ist beinahe unglaublich, wieviel Geld man „mal so nebenbei“ ausgeben kann, und wie sehr es im Endeffekt doch ins Gewicht fällt. Ehrlich gesagt: Es hat mich erschrocken.

Und da das Älterwerden ja auch einige Vorteile mit sich bringt, kam die Einsicht, so nicht mehr kopflos weiterleben zu wollen, quasi von ganz alleine.

Ich denke auch, dass das ein breiter Trend wird, denn kopfloser Konsum kann so nicht weitergeführt werden. Es ist die Spitze eines Eisbergs, aus Dingen und Taten, die wir immer mehr als absurd ansehen werden. Kurze Flugreisen, riesige Autos mit jeweils nur einer Person drin, Verschwendung von Ressourcen für Nichtigkeiten…bis hin zu so elementaren Fragen wie das bereitwillige Opfern von Menschenrechten, oder die stillschweigende Akzeptanz von totalitären Regimes zu Gunsten des globalen Handels.

 

Und da möchte ich EUCH doch gleich mal fragen: Habt IHR euch schon Gedanken dazu gemacht? Steht Ihr zum Konsum-Exzess, oder sollte man es für sich einschränken? Vielleicht, weil man in der Pandemie etwas demütiger geworden ist? Dehnt Ihr No-Buy auch auf weitere Dinge aus, wie zB. Fashion? Die sollte ja auch weggehen von dieser unsäglichen Wegwerfmode; und nicht erst seit heute ist nachhaltige Mode ein wichtiges Thema geworden.

Ich bin da sehr gespannt auf die verschiedenen Meinungen, und ich finde, man sollte wirklich niemanden verurteilen, egal, in welche Richtung die eigene Entscheidung geht.

 

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(Fotos: Pixabay   Keinerlei Sponsoring)

 

 

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15 Gedanken zu “LIFESTYLE: SHOP TILL YOU DROP? IST DAS HEUTE NOCH ZEITGEMÄß?

  1. Ich habe Anfang 2020 angefangen, nichts Unnötiges mehr zu kaufen. Das war also schon vor Corona. Gleichzeitig habe ich mir ein Haushaltsbuch angelegt, um zu sehen, in welchen Bereichen Einsparungen möglich sind. Ich muss sagen, ich fahre sehr gut damit. Es gab Zeiten, da hatte ich 20 Duschgele und 10 Bodylotions daheim, die ich natürlich gar nicht aufbrauchen konnte. Inzwischen kaufe ich wirklich nur noch nach, wenn es nötig ist. Und: ich schlafe über jede Neuanschaffung mindestens eine Nacht, oft werden auch zwei oder drei daraus. Du glaubst nicht, wie häufig angeblich dringend benötigte Dinge nach ein paar Tagen plötzlich völlig unwichtig werden!
    Bei mir ist der Nachhaltigkeitsaspekt ausschlaggebend. Nicht zuletzt hat der ausufernde Konsum uns dahin gebracht, wo wir jetzt stehen. Ich will das nicht mehr unterstützen! Der einzige Bereich, in dem ich mich nicht wirklich einschränke, sind Lebensmittel. Ich habe schon immer nur die Mengen eingekauft, die ich tatsächlich benötige. Bei der Qualität mache ich aber keine Abstriche!

    1. Hallo Andrea, der „eine Nacht drüber Schlafen“-Trick ist so erstaunlich gut. Ich mache das genauso, und ich bin völlig baff, wie sehr sich die Kauflust nach einiger Zeit verflüchtigt. Das hast du anschaulich erklärt, ich erkenne mich da stark wieder.
      Liebe Grüße
      KK

  2. Guten Morgen zusammen,

    Ich hab den Spaß am Shopping noch nie verstanden – aber ich besitze gerne schöne Dinge und bin ein echtes Lippenstiftmädchen.

    Ich führe seit Jahren ein elektronisches Haushaltsbuch und versuche bestimmte Prozentsätze meines Gehalts für bestimmte Kategorien zu sparen. Das haut nicht immer wie geplant hin, aber so „leihe“ ich nur von mir selber aus einer anderen Kategorie Geld, wenn etwas unvorhergesehenes passiert und vor allem ist es interessant am Ende eines Jahres zu sehen wie viel man wofür ausgegeben hat,

    Besonders krass fand ich letztes Jahr mal bewusst zu sehen wie viel Geld ich eigentlich normalerweise im Umfeld meines Jobs ausgebe (ich darf während Corona glücklicherweise von Zuhause arbeiten): alleine 250€ für Sprit für mein kleines Autochen und 60€ fürs Parken monatlich, höhere Versicherung und Wartung am Auto natürlich [alternativ mit dem Zug wären es trotz vorhandenem Jobticket 3.000 Euro für die Jahreskarte, weil das Jobticket nur für die Hälfte der Strecke gilt *hurra* – und mein Auto bräuchte ich trotzdem und es kostet auch bei uns am Bahnhof 60€ im Monat zu Parken, weil der letze Bus um 17h30 fährt…], Berufskleidung, was man in der Kantine so locker ausgibt, regelmäßig mit dem Team abends noch essen gehen „zum Teambuilding“…

    LG Carina

    1. Es ist teilweise unfassbar, was da so an „Nebenausgaben“ rausgeht. Allein Im Job-Umfeld. Da kann manchmal das kleine Shopping-Hobby fast schon nebensächlich wirken. Ich nehme nur noch selbst gemachtes Essen mit, wenn ich unterwegs bin. Aber in der Gruppe möchte man ja nicht zum Spielverderber werden. Echt schwierig.
      Liebe Grüße
      KK

  3. Zum Jahrewchsel 2019 auf 2020 hatte ich das erste mal einen guten Vorsatz: das Haus, in dem wir seit 25 Jahren leben, gründlich ‚entrümpeln‘! Es war keinesfalls voll oder zugestellt, da ich gern eine reduzierte, übersichtliche Einrichtung habe. Aber nachdem ich mich monatelang durch alle Räume, Keller, Dachboden, jeden Schrank und jede Schublade gewühlt und alles aussortiert habe, was man hat ohne es zu brauchen, kamen doch erschreckende Mengen zusammen. Deko, Haushaltswaren, Kleidung… es war von allem zuviel! Da ich auf keinen Fall möchte, dass es wieder mehr wird, frage ich mich seitdem vor jedem Kauf, ob ich ein vorhandenes Teil dafür hergeben würde. Und die Antwort lautet fast immer nein, da ich ja nur behalten habe, was mir wirklich gefällt. Eigentlich habe ich seitdem fast nichts mehr gekauft und es geht mir sehr gut damit.
    Ich dachte auch schon mal, dass es, unabhängig vom ökologischen Gedanken, mit dem Alter zusammen hängen könnte. Viele Freunde haben mit zunehmenden Lebensjahren das Bedürfnis nach weniger Ballast verspürt. Und sicher kennen viele von ihren Eltern und Großeltern, dass sie irgendwann auf gar keinen Fall mehr Geschenke bekommen wollten. Alle Dinge im Leben haben ihre Zeit…

  4. Ich habe eigentlich noch nie zig Produkte auf Halde gehabt (außer Bücher, aber das ist ein anderes Thema), mir aber im letzten Jahr nochmals etwas strengere Regeln auferlegt. Ich habe zum Beispiel 2 Duschgels in Gebrauch und eines als Ersatz da. Erst wenn das angebrochen ist, kaufe ich nach. Bei Kosmetik (Cremes, Seren etc.) ähnlich.

    Ich lasse mich auch nicht mehr in Versuchung führen von Aktionen, denn ich habe festgestellt (haha), sich diese Angebote wiederholen und ich schlage erst dann zu, wenn ich merke, dass was droht auszugehen. Ich fühle mich damit wohler, denn ich habe einen guten Überblick und fühle mich nicht erschlagen von meinen Beständen.

    Kleidung kaufe ich nur, wenn ich wirklich was „brauche“, das dann aber gerne etwas hochpreisiger. Einfach mal 5 T-Shirts shoppen kommt bei mir nicht vor.

    Grundsätzlich vermeide ich auch das Online-Shoppen, insofern es geht. Seitdem man wieder mehr oder weniger alles im stationären Handel bekommt, kaufe ich da auch wieder ein. Ich habe dann das komplette Angebot vor Augen, viele Dinge/ Bedürfnisse relativieren sich auch, wenn man nicht sofort den Button drückt und wenn ich mir den ganzen Müll ansehe, der durch die vielen Pakete entsteht (von den verstopften Straßen durch die Kurierdienste und den anderen unschönen Nebeneffekten abgesehen), frage ich mich immer öfter, ob ich das brauche.

    Ein anderes Thema sind Bücher, da habe ich ein großes Regal mit Vorrat. Denn meine Horror-Vorstellung ist, ich beende Samstagabend ein Buch und habe keines, was meiner Stimmung entspricht. Aber die lese ich alle, auch wenn es manchmal Jahre dauert und die kaufe ich auch in der Regel im lokalen Buchhandel.

    1. @Susanne Oh ja, bei Büchern bin ich ganz bei dir! Ich habe heute erstmal aufgefüllt und kann jetzt wählen womit ich anfange😉.
      Lieber nur 2 Hosen im Schrank als nur 2 Bücher😅
      Viele Grüße

      1. Schön, dass ich nicht alleine bin mit meinem „Problem“. Zum Glück habe ich eine sehr gute Freundin, die genauso tickt wie ich und mich ermutigt (oder wäre „infiziert“ die bessere Bezeichnung ;-)?). Mein Mann meint immer, wir hätten zu viele Bücher, worauf meine einzige Erwiderung ist, dass das gar nicht möglich sei.

        Noch kurz eine Anmerkung zum Konsum allgemein: Damit das nicht falsch verstanden wird, es ging mir um den „ungezügelten“ Konsum. Bei dem Kauf von Produkten, die einem gut tun und als Kompensation für andere Dinge, auf die wir lange verzichten mussten, dienen, bin ich auch dabei. Nur halt nicht 3 Bodylotions, 2 tun es bei mir (!!) auch. Es geht nicht um Kasteiung ;-).

  5. Oje lieber KK,
    ich dachte heute morgen, als ich Deinen Post las, ab in die Stuhlkreisgruppe mit mir für die anonymen shopoholics. Wer setzt sich zu mir? 😉
    Bisher lese ich hier überwiegend etwas über sehr diszipliniertes Konsumverhalten. Von daher möchte ich auch mal etwas anders geartetes dazu schreiben.
    An mir kann ich rückblickend feststellen (ich schau mal bis Anfang 2020 zurück) dass ich mit zunehmend weniger Sozialkontakten, ich mich vermehrt mit mir und meiner Pflegeroutine beschäftigt habe. Für mich hat das auch ein Stück weit mit dem vielzitierten Selfcare and Selflove zu tun. Persönlich hatte ich einen schlimmen Verlust Anfang 2020 zu verkraften. Und Corona machte mir von Anfang an richtiggehend Angst, so dass ich mich als einer der ersten schon mit Maske geschützt habe und mehr als einmal dafür belächelt oder auch bedauert wurde.
    Mir schöne Produkte zu gönnen, mit denen ich meine Haut pflege, ist seitdem auch mehr als nur äußerliche Pflege für mich geworden. Ein bisschen wie Seele streicheln, wenn ich ein neues interessantes Produkt habe, was dann noch dazu schön verpackt ist 🙂 Herrlich. Andere essen vielleicht Schokolade, trinken einen übelst teuren Wein oder was auch immer. Mir macht es einfach Freude schöne Hautpflege zu haben und zu benutzen. Nichtsdestrotrotz weiß ich natürlich, dass wenn ich jetzt noch 2 Vit C Seren im Vorrat habe, ich ob deren begrenzte Haltbarkeit, kein weiteres mehr kaufen sollte. Also um es kurz zu machen: ich werde sicher meine Vorräte erstmal dezimieren, ein Kaufstopp von 3 Monaten scheint mir dafür für mich persönlich, genau das richtige Maß zu sein. Danach werde ich sicher aber weiter meiner neu entdeckten Leidenschaft fröhnen, nicht zuletzt weil ich merke, dass es mir und meiner Haut sehr gut tut.
    Ich habe hier auf Deinem Blog so viel zum Thema Hautpflege erfahren, dass ich kaum mehr in die Verlegenheit komme, wirklich großen Mist zu kaufen. Von daher ist mein Konsum dann schon sehr auf den wirklich guten Stuff beschränkt 😉 Danke an dieser Stelle auch @Christiane BVB für den Tipp zu MIRI Copper.

    Dafür habe ich was Klamotten betrifft, fast eine Nullrunde im letzten Jahr hingelegt. Einzig ein Bikini und ein Neoprenanzug durften im letzten Jahr einziehen. Ach ja und ein paar warme Puschen 😉 Das ist doch auch was:-)

    Und beim Essen hört sowieso aller Spaß auf. Da muss ich nicht mehr viel zu loswerden. Ist eh schon quälend lang geworden 😉
    LG Eileen

    1. Wie Du es beschreibst, kommt es mir auch völlig klar vor: Sich kleine Luxus-Dinge (was immer man darunter verstehen möchte) zu gönnen, halte ich auch für wichtig und richtig. Ich werde mal überdenken, wie viel davon auch noch gewinnbringend für die Leserinnen und Leser meines Blogs ist, wenn ich mir den ein oder anderen Blog-Luxus gönne.
      Und scheu dich dicht lange Kommentare zu schreiben. Wenn man etwas sagen möchte, sollte man sich auch so ausdrücken, wie man es für richtig hält. Ich habe da vollstes Verständnis, finde es sogar eher toll, und möchte euch dahingehend gerne ermutigen.
      Liebe Grüße
      KK

    2. Ich setz mich mal zu Eileen 😉
      Ich gebe zu, ich shoppe weiterhin gerne. Mir ist sehr wohl bewusst das ich bezüglich Kleidung den grossen Luxus habe, nichts wirklich zu brauchen, sondern nur zu wollen. Das war nicht immer so. Bezüglich Kosmetik weiß ich auch, was meine Haut braucht, und auch hier bin ich froh mir die entsprechende Pflege gönnen zu können, nutze aber auch so gut wie möglich Rabattaktionen. Ich freue mich auch weiterhin auf die Shopping-Week.
      LG, bleibt gesund!

  6. Dem Shoppen dürfte die derzeitige Lage doch etwas den Garaus machen. Denn wohin soll man die schönen neuen Kleider in Herbst und Winter ausführen? Pflege ist bei mir persönlich erst einmal sehr eingeschränkt, Herumprobieren geht leider nicht mehr. Und in den Geschäften (alles außer Grundversorgung) sind bei weitem nicht mehr so viele Kunden zu sehen wie zuvor, und das Unschöne ist, das Sortiment erscheint dazu noch sehr ausgedünnt. So kommt vermutlich ein Teufelskreis in Gang: weil weniger Kunden kommen, wird weniger bevorratet, was man vielleicht nicht verkaufen kann, und weil das Sortiment weniger umfangreich ist, bleiben die Kunden fern.

    Unser Haushalt muss viele Gegenstände wegen Abnutzung auswechseln, und weil die hiesigen Geschäfte diese Auswahl ohnehin noch nie boten und da ich nicht zum Reisen komme wie zuvor, wird online bestellt, in der Hoffnung, daß die Qualität noch stimmt. Auch wenn sich etliche Shops wirklich Mühe geben, einem ein ästhetisch ansprechendes Gefühl zu vermitteln, so bleibt es doch vergleichsweise langweilig, und die einzige zwischenmenschliche Ansprache ist der Kundenservice (hin und wieder mit Potential zum Unschönen). Hat man sich früher an der erbeuteten Pfanne und dem netten Schwatz vielleicht den ganzen Tag gefreut, bleibt nun eher ein schnödes Nun-ja-Glück-gehabt-Gefühl beim Auspacken.

    Was ich gerne kaufe: gepflegte Gerätschaften aus den vergangenen Jahrzehnten bis in die Achtziger hinein. Keine geplante Obsoleszenz, oft sehr ordentlich verarbeitet, teilweise sogar ungenutzt, sehr lange haltbar. Zudem müssen sie nicht neu hergestellt und per schwer dieselndem Containerschiff aus fernen Landen transportiert werden.

    Aber ja, liebe Regina R., wer will denn noch Geschenke, wenn man bereits alles hat? Ich freue mich ja immer über schöne alte Werkzeuge oder schottische Kaschmirsocken, aber das möchte ja niemand verschenken, weil dies auch nicht einfach zu finden ist. Anderes landet im Sozialkaufhaus, denn dort gibt es wirklich genug Bedarf.

  7. Ein sehr guter Post lieber Konsumkaiser. Seit ich Mama geworden bin, schränke ich mich sehr ein. Am Anfang eher unbewusst, da mein Fokus auf dem Baby lag. Aber auch jetzt die letzten zwei Jahre schon, freut es mich einfach nicht mehr zu shoppen. Früher auf die Designerhandtasche gespart, jetzt denk ich mir nur wie blöd das war. Ich freue mich zwar sehr an meiner sehr hochwertigen Garderobe, aber es kommt einfach auf die unbezahlbaren Dinge drauf an.
    Liebe Grüße
    Carina

    1. Da sagt Du was sehr Wichtiges! Im Laufe des Lebens und der Erfahrungen verschieben sich die Prioritäten. Es ist irgendwie tragisch, dass die Einsicht oftmals erst so spät zuschlägt. 😉 Zumindest bei mir, ich habe ja früher auch ganz anders gedacht. Ein Kind verändert ja nochmals alles völlig, diese Erfahrung werde ich nicht machen, kann es aber so ein klein wenig nachempfinden.
      Liebe Grüße
      KK

  8. Vor einigen Jahren (2011 oder 2012) sah ich eine Doku von einer Frau, die sich vornahm, ein ganzes Jahr nichts zu kaufen, was nicht wirklich lebensnotwendig ist.
    Mich hatte das so fasziniert, dass ich es auch ausprobieren wollte. Nun gut, ein Jahr war mir doch zu lang. So steckte ich mir das Ziel 3 Monate den Gelüsten des Kaufens widerstreben zu wollen.
    Ich hatte mich wohlweislich von sämtlichen Newslettern abgemeldet, die mich sonst mit ihren Lockangeboten und Super-Truper-Mega-Monster-Rabatten sicher ins Schlingern gebracht hätten.

    Es hat ziemlich gut geklappt. Was mich immer wieder anspornte, auch den nächsten Monat „durchzustehen“, war definitiv mein Kontostand. Nach 3 Monaten, die ich standhaft und mit Stolz absolvierte, habe ich einfach noch einmal 3 Monate angehangen. Der Verzicht ist mir komischerweise gar nicht wirklich schwer gefallen. Das ist nun schon ein paar Jahre her und geriet bei mir total in Vergessenheit.

    Wenn ich heute nur meinen „Backup“-Schrank mit Kosmetikartikeln öffne, wird mir fast ein bisschen schwummrig und stelle fest, dass ich für mindestens 1,5 – 2 Jahre nichts kaufen müsste. Klamotten sind bei mir nicht so relevant, da ich Dienstkleidung trage oder im Home-Office tätig bin.
    Ich bin wirklich froh, dass dieses Thema hier aufgegriffen wurde. Es erinnert mich daran, wie gut es sich anfühlen kann, Verzicht zu üben.
    Somit steht ab heute mein neues Ziel fest: Ab September werde ich wieder 3 Monate nichts kaufen, was ich nicht wirklich benötige. Den Dezember erlaube ich mir aber, denn eine kleine Belohnung für mich und Geschenke für Familie und Freunde müssen schon drin sein.
    Mal sehen, wie es dann im neuen Jahr weiter geht 😉

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