LIFESTYLE: TRENDBAROMETER 15.01.2021

Das Trendbarometer gleitet geschmeidig in das Jahr 2021, und es geht weiterhin um Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Nichts folgt einem festen Schema, Hauptsache ein bunter Mix, unterhaltsam, lustig, manchmal nachdenklich, oder auch böse… 

Freizeitpark Supermarkt

Bereits seit dem ersten Lockdown im letzten Jahr kaufe ich für einige Senioren hier in der Umgebung ein, die sich (je nach Lage) nicht mehr so recht raus trauen.

Ja, warum denn, könnte man fragen? Nun, ich habe auch erst überlegen müssen, bis ich mal die Augen aufgemacht habe: Die Supermärkte sind das neue Ischgl!

Viele, wirklich viele Senioren, meist auch gleich paarweise, nutzen den Supermarkt mittlerweile als Freizeitpark. Der ist nun Anlaufstelle für sportliche Betätigung (Wandern mit Gehhilfe, sprich Einkaufswagen), Kommunikationszentrum (ganze Blasen mit brabbelnden Grüppchen verstopfen mittlerweile regelmäßig die eh schon engen Gänge in den Einkaufsmöglichkeiten), und dazu noch Herz-Kreislauftraining (was geht der Puls schön hoch, wenn man an der Kasse regelmäßig in Streit gerät, weil diese unverfrorenen Marktleiter keine weiteren Kassen aufmachen).

Unglaublich, aber alles was sich sonst auf Cafés, Baumärkte und Turnvereine verteilte, landet nun stundenlang im Supermarkt und flaniert mit tiefhängendem Mund-Nasenschutz in Dauerschleife durch die Milchprodukte-Allee.

Erschreckend die Gespräche dabei zu belauschen: „Ja, die Frau Müller ist auch letzte Woche verstorben, an Corona, die hat ihren Mann gleich mit angesteckt, der liegt auch gaanz schlecht.“ Na, hoffentlich war die Frau Müller nicht kurz davor noch mit ihrem Mann im Supermarkt zur wohnungsnahen Freizeitgestaltung.

Das geht mittlerweile so weit, dass ich letztens einen dieser supervollen Märkte gar nicht mehr betreten habe, weil mir die Menge an Menschen regelrecht Angst gemacht hat. Gab es da nicht mal Höchstmengen an Leuten pro Quadratmeter? Hier kümmert sich offenbar keiner drum.

Im krassen Gegensatz dazu stehen die mehr oder weniger hilflosen Alten in den Senioren- und Pflegeheimen, die erst gar nicht mehr großartig rauskommen, aber trotzdem nicht geschützt werden können, weil die Gefahr von aussen kommt. Isolation, sich alleingelassen fühlen, und darauf hoffen, dass der rauschbärtige Pfleger nicht zu den feierwütigen Polonaisetänzern gehört, die weiterhin munter zwischen Winterberg, Geburtstagsparty von der kleinen Charlien-Sorayah, und ihrer Arbeitsstelle pendeln. Tolles Kontrastprogramm.

Ehrlich gesagt, ich erwarte den mega Lockdown, alles nur noch eine Frage der Zeit. Und vielleicht regelt sich dann endlich auch mal das mehr als schlecht durchdachte Home-Office-Problem, das so manche Arbeitgeber immer noch für ein langweiliges Nebenthema halten.

Derweil mache ich den Großeinkauf nur noch einmal in der Woche, kurz nach sechs Uhr, direkt nach Ladenöffnung. Das wird zwar zum totalen Kraftakt, und mein Auto ist nun beileibe kein Großtransporter, aber man arrangiert sich und passt sich an. Dabei an beruhigend-bunte Blumenwiesen, flatternd-leichte Schmetterlinge und Regenbogen denken…

…oder Brot backen!

Hab ich schon erzählt, dass ich mittlerweile stolzer Besitzer einer Brotbackmaschine von Panasonic bin?

Nun ja, dran gekommen bin ich, wie Trump zu einem friedlichen Abschied: Eigentlich war das monströse schwarze Gerät für eine nahe Verwandte gedacht, die von ihren Kindern eben jene Maschine und einen wirklich riesigen Korb mit verschiedensten Sorten Mehl, Körnern, Rosinen, und was weiß ich noch alles, zu Weihnachten geschenkt bekam, darauf aber leider etwas verhalten reagierte: „Was soll ich n damit…?“ (Man stelle sich dazu bis zum Boden hängende Mundwinkel und einen stechenden, schlecht gelaunten Blick vor)

Die enttäuschten Kinder nahmen das Gerät wieder mit, und so landete es in unserem Haushalt (wie gut, dass ich auf dem Dachboden noch Platz habe). Brot in der Küche zu backen hat zwar den Vorteil, dass das ganze Haus wunderbar appetitlich duftet, aber die Maschine ist wirklich groß, klobig, schwarz und teilweise erschreckend lärmend. Nun heizt sie also das oberste Geschoss, und den Holzwürmern in den alten Balken und Giebeln läuft wahrscheinlich das Wasser im Mäulchen zusammen.

Aber nicht schlimm, denn praktisch ist das Teil tatsächlich. Rein mit den Zutaten, zu, Knopf drücken und alsbald gibt es herrlich leckeres Brot in allen Variationen. Der erste Versuch, ein Rosinenstuten (siehe Foto oben), war sogleich ein mega Erfolg, der für volle Bäuche und schier unendliches Fresskoma am frühen Nachmittag gesorgt hat.

Wem also angeboten werden sollte, einer verschmähten Brotbackmaschine ein Heim zu geben, tut gut daran ganz laut HIER zu schreien.

Die liebliche Mikrowellen-Fee

Ebenfalls neu in meiner Küche ist diese kleine und liebliche Mikrowellen-Fee, die eine frappierende Ähnlichkeit mit der beschenkten Person aus der Geschichte mit der Brotbackmaschine von oben hat. Ich sage immer „Schwiegermutter“ zu ihr, und ich entschuldige mich schon mal prophylaktisch für diese unverhohlene Aggressivität allen Schwiegermüttern gegenüber. 😉

Aber Schwiegermüterchen kriegt derweil den Kopf abgenommen (yeah!), dann kommt Wasser und ein Spritzer Zitrone rein, und ab mit ihr in das tobende Mikrowellengerät. Die Flüssigkeit verdampft, lässt sich auf den meist mit störrischer Tomatensoße befleckten Wänden nieder, und nach Beendigung der Wellenbehandlung, braucht man den von innen dampfenden Magnetofen nur noch mit einem trockenen Tuch sauber wischen.

Schwiegermütterchen kommt wieder in den Schrank und gut ist. Ginge das doch nur immer so einfach…

Gute deutsche Wertarbeit

Als gäbe es keine anderen Probleme, hat die Bundesregierung doch tatsächlich zur Verteilung der FFP2 Masken an die Risikogruppen, die Bundesdruckerei beauftragt offizielle und fälschungssichere(!) Berechtigungsscheine zu drucken, die zuerst an die zuständigen Krankenkassen/Krankenversicherungen und dann an die Versicherten verschickt wurden. Bei meiner über 80-jährigen Mutter kamen sie gerade an.

Himmel, was ein Aufwand für diese mickrigen sechs Masken. Ab dem 16. Februar gibt es weitere sechs Masken, die dann bis Mitte April reichen sollen. Eigenanteil jeweils zwei Euro. (Bundesdruckerei! Echt jetzt…)

Vielleicht war es ja auch nur ein genialer Schachzug, die Bundesdruckerei einzubeziehen, sodass die Zielgruppe, die teilweise ja noch den Zweiten Weltkrieg mitbekommen hat, mit einem „angenehmen“ Schauder an die damaligen Lebensmittelmarken erinnert wird, und damit total subtil auf die Ähnlichkeit und Dringlichkeit der Situation hingewiesen werden soll? Himmel…

Vorbildfunktion

Auch schon aufgefallen? Fußballer kommen bei uns zu ihren Spielen wie gewohnt geschniegelt und gestriegelt, mit den exotischsten Haarkreationen und filigransten Ritzmustern auf der nahen Kopfhaut, sodass sich mittlerweile sogar der „Zentralverband Friseurhandwerk“ genötigt sieht, auf die Vorbildfunktion der ballspielenden Models hinzuweisen, denn im Lockdown hat der Friseur kollektive Sendepause, und mit Schwarzarbeit und Regelverstößen will man schon mal gar nichts zu tun haben.

Während Otto und Ottilie Normalverbraucher mittlerweile auf dem Kopf aussehen, wie der räudige Bieber am Hinterteil, scheint der gemeine Fußballer wenigstens eine Freundin mit abgeschlossener Meisterprüfung als Friseurin zu haben.

Obwohl, unter Influencerin oder Topmodel (beide Bezeichnungen sind sehr dehnbar) machen es die jungen Vorbildverweigerer doch eigentlich gar nicht. Die haben schließlich Ansprüche, und spätestens nach Ende der Manta-Ära ist die altbekannte Friseurin dem türkischen Figaro mit Fadentechnik und Nasenhaar-Flammenwerfer hoffnungslos unterlegen.

Vielleicht vertuen sich aber alle auch nur, und die Empörung ist total unnötig, denn die Hundefriseursalons dürfen ja trotz Lockdown geöffnet bleiben… 😉

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(Fotos: Konsumkaiser, Screenshot Instagram   Kein Sponsoring)


28 Gedanken zu “LIFESTYLE: TRENDBAROMETER 15.01.2021

  1. „..wie der räudige Biber am Hinterteil“ .. insgesamt sehr schön wieder mit spitzer Zunge geschrieben, ich hab gut gelacht. Schönes Wochenende!

    1. Danke, dass ich mal wieder prusren und giggeln konnte. Es braucht echt Galgenhumor mittlerweile.
      Ein paar m um meine Wohnung herum gibt es jetzt 3 Corona-Fälle und Verdacht auf 2 weitere. Hab gestern einige Hektik mitbekommen. Gehe jetzt also gerade quasi gar nicht mehr raus.

      Brotbackautomat hatte ich vor 10, 15 Jahren auch mal einen, allerdings war es damals noch so, dass der keine Kruste geschafft hat. Wenn ich selbst backen dann lieber aufm Blech oder in der Kastenform. An Mischung kann ich das Wunderbrod empfehlen (Baukhof, bio), voller Nüsse und Sämereien, mehl- und glutenfrei.

      Zur Zeit liebe ich Clementinen und Bananen wieder besonders. Und ich hab letztens zum 1. Mal kernlose Zitronen gegessen, gibt es von der EDEKA-Eigenmarke (waren ein Geschenk).Lecker.

      Liebe Grüße in die Runde

      1. Mitteilung vom Gesundheitsamt im Briefkasten gehabt: wahrscheinlich muss ich wegen des Corona-Ausbruchs der Nachbarn für 3 Wochen in Quarantäne. Warte gerade auf ein weiteres Schreiben des Gesundheitsamtes… Und: he Bach Regelung darf ich in der Zeit nicht mal zur Mülltonne oder zum Briefkasten, das ist regional unterschiedlich geregelt. 😦

  2. Das Phänomen der einkaufenden Rentner im Doppelpack mit viel, viel Zeit und Redebedarf beobachte ich auch schon lange.
    Bei uns kommen noch die Tagestouristen mit Anhang hinzu, die im ganzen Familienverbund durch die Gänge toben und beim Metzger diskutieren, dass man, obwohl an der Tür drauf hingewiesen wird, dass immer nur zwei Kunden gleichzeitig im Laden sein dürfen, schließlich doch nur ein Haushalt sei.
    Momentan kaufe ich ein- höchstens zweimal die Woche um die Mittagszeit ein; um diese Zeit scheint es mir etwas entspannter zu sein.
    LG von Susanne

  3. Guten Morgen,

    Ich musste auch viel schmunzeln, auch wenn die Situation ernst ist – fabelhaft geschrieben!
    Ich hab gern im Rossmann neben der Arbeitsstelle schnell auf dem Heimweg eingekauft-Dinge des alltäglichen Bedarfs, für die man nicht in den vollen Supermarkt will. Das Sortiment gibt da ja einiges her, da konnte ich dann schnell rein und wieder raus. Aber jetzt wird ab morgen bis Mitte März umgebaut😭
    Da hilft dann wohl nur click & collect bei anderen Märkten, aber die Spontanität bei Einkäufen fehlt mir schon. Da mein Leben seit Monaten nur aus normal arbeiten gehen und Wohnung besteht, sind die einzigen bleibenden „Aktivitäten“ halt nun mal Spazieren und Einkaufen (letzteres natürlich mehr Pflicht als Kür) ich freu mich so derart auf die warme Jahreszeit! Ich möchte da auch in keinen Wunden rühren- ich weiß ja, dass Arbeiten und Lohn bekommen ein Privileg sind in diesen Zeiten. Mir fehlt nur auch richtiger Urlaub, nicht im Sinne von wegfahren, sondern von tiefgreifender Erholung und abschalten. Das ist momentan einfach nicht möglich und ich hoffe wir halten noch alle lang genug durch ohne allzu dauergeschädigt aus dieser Pandemie zu kommen.
    In diesem Sinne: haltet alle die Ohren steif und bleibt gesund 🙂
    Ich für meinen Teil freue mich immer, hier lesen zu können, das hebt die Stimmung ein wenig, danke KK😘

    LG Christine

  4. Schnappschüsse aus meinem Mikrokosmos: Nachbarin links hat frische Strähnchen; gegenüber kommt regelmässig der Personal Trainer mit Matte und Gewichten; weiter rechts wird die Skiausrüstung aufs Auto geklemmt; meine (Ex-)Friseurin liess zwischen den Lockdowns nur Personen OHNE Maske in den Salon und bietet jetzt Home Styling an; über die Feiertage waren KFZ Kennzeichen der ganzen Republik im Kiez geparkt; an den Bäumen hängen Flyer mit der ‚Wahrheit über Corona‘; Details zu Ärzten die Keine-Maske-Atteste ausstellen zirkulieren offen. Dazu kommt dass selbst bisher als intelligent eingestufte Menschen mit tiefster Überzeugung QAnon Quatsch verbreiten … ich bleibe zu Hause.
    PS Ich hänge nicht den ganzen Tag am Fenster rum – ich hab‘ nen Hund 😉

    1. Meine Haare muss ich muss jetzt sowieso selbst schneiden, solange ich noch weiß, wie mein hochgeschätzter Friseur das gemacht hat, denn der hatte seine ganz eigene Art. Und es schaut „super“ aus, wie er wohl gesagt hätte. Ich werde ihn immer vermissen, ein wirklich ganz wunderbarer Mensch, der leider nicht mehr ist – außer in ganz vielen Herzen 💔.

  5. Also ich maule schon seit dem Frühjahr die Leute an, ob sie nicht ihren Dorftratsch woanders machen könnten. Gerade hier in Oberbayern wird gerne und ausgiebig getratscht, da kriege ich nen Vogel. Bei Müller kommt nur ein gewisses Kundenkontingent rein. Jeder muss einen Einkaufskorb nehmen, wenn die alle sind, wird draussen gewartet.
    Dann gehen da Mütter mit 3 – 4 Kindern rein ( auch Deutsche ), jedes Kind muss einen Korb nehmen, das finde ich eine Unverschämtheit. Vielleicht bin ich auch was Besseres, ich hatte eine Nanny und eine Oma und bin nicht überall mit hin geschleppt worden. Scheußlich in so Zeiten auch noch seine Kinder zu gefährden.
    Das Homeoffice Thema kotzt mich total an. Hauptsächlich aus beruflichen Gründen bin ich in eins der reichsten Länder der Welt gezogen ( Bayern ). In 2019 sollte hier Glasfaser gelegt werden, dann aber bis April 2020. Da warten wir bis heute drauf. Inzwischen gibt es gar keinen Termin mehr. Der Subunternehmer aus AT arbeitet einfach nicht. Hat schon mehrere Vertragsstrafen bekommen, ist ihm auch egal. Ich kann wegen sauschlechten Verbindungen gar nicht von zu Hause aus arbeiten. Jeder Klick 5 Minuten, dauernd stürzt was ab. Klasse Leistung, Entwicklungsland Deutschland. Im Herbst waren wir im Kaisergebirge ( AT ), da wurde gerade Glasfaser bis hoch auf die Almen verlegt, mein Mann hat Beweisfotos geschossen….Ach so , in beiden unserer Filialen, 20 km auseinander, kann ich auch oft noch nicht mal telefonieren, muss strets mit dem Auto ein Stück wegfahren. Habe von meiner koreanischen Freundin ein Buch über Korea geschenkt bekommen, da gibt es Foto`s von Schulen wo wirklich jedes Kind in der Schule vorm PC sitzt. Diese Foto`s müssten , nach den Monsterbildschirmen zu urteilen, aus den 80-er Jahren sein.
    Korea lacht sich tod über uns. Bin mal wieder froh keine Kinder zu haben, ich würde ausrasten und täglich beim Bürgermeister vor der Türe stehen. Ich will nicht mehr, ich will nicht mehr, ich will nicht mehr !!! Ich kaufe 2 x pro Woche ein, das reicht völlig.
    Liebe Grüße in die Runde

  6. Ach so, meine Kollegin hat einen Bekannten der auf dem Gesundheitsamt arbeitet, der feiert seine Überstunden seit September ab, bis Februar übrigends!!!! Da bleibe ich fast wortlos zurück, wo die doch ( angeblich ) nicht mehr hinterherkommen. Mitten in der Pandemie. Ich sag`s ja immer „überversorgter öffentlicher Dienst“.
    Und wenn ich mich zu tode langweilen würde, würde ich da nicht mehr helfen. Man könnte sich natürlich auch fragen wo der denn die Ü-Stunden her hat ???

  7. „ballspielende Models“…. ich kann nicht mehr. Aber Recht hast Du damit. Unsereins versucht sich in mittelmäßig erfolgreichen Selbstversuchen und bekommt dann vom Männe gesagt „sieht kacke aus“ 😉 aber die Jungs auf dem Platz sehen alle top aus. Wann hörte das eigentlich auf, dass Fußballer auch wie verschwitzte Profisportler aussehen und nicht wie dem GQ Cover entsprungen?

    Was die neue Freizeitbeschäftigung Einkaufen betrifft, kann ich Deine Einschätzung auch zu 100 % teilen. Kann mich kaum erinnern, wann ich das letzte Mal im Supermarkt war, weil das für unseren Haushalt der oben benannte, wirklich sehr liebevolle Ehemann erledigt. Aber die Schwiegereltern gehen immer gemeinsam einkaufen, auch die Geschenke für Weihnachten wurden selbstredend gemeinsam und akribisch erledigt. Für ein Enkelchen ist man in alle verfügbaren Möbelhäuser gefahren, um ja den besten Schreibtisch zu ergattern. Wir haben aufgehört den Beiden ins Gewissen zu reden. Mit 80 Lenzen sollte man meinen ist genug Lebenserfahrung vorhanden.

    Auch in unserer Nachbarschaft haben wir das Gefühl, so ziemlich das einzige Paar zu sein, was sich an alle Regeln hält. Schlitten werden rings um uns ins Auto geladen, Oma und Opa und sonst wer kommen zu Besuch, Sylvester und Weihnachten wurden natürlich gefeiert….wir verlieren langsam die Hoffnung, das es in Kürze eine Besserung geben wird. Man kann nicht mit einer Handvoll Leute einen Krieg gewinnen. Man möge mir diesen Vergleich verzeihen aber die Luft geht einem hier langsam aus. Es ist tatsächlich so, die Vernunft scheint in der Minderheit.

    Was das Thema Brotbackautomat angeht, musste ich auch schmunzeln. Hatte nicht irgendwie jeder schon einmal einen? 😉 Der Geruch im ganzen Haus nach frisch gebackenem Brot ist wirklich sehr fein. Aber nach der Neulust, die schnell vergeht, denkt man doch, ach ist das gekaufte Brot nicht doch leckerer? Bin da der Meinung, manche Dinge sollte man besser den Profis überlassen, Pizza, Brot, Haare färben….Unser Brotbackautomat ist übrigens bei den Schwiegereltern:-)

    Ps. der Nicer Dicer ist auch so ein Phänomen. Gekauft, einmal benutzt und gefreut wie scharf und klein alles geschnitten wird. Steht jetzt gut und sicher im Schrank.

    Liebe Grüße Eileen

  8. Moin, ja einen Brotbackautomaten habe ich auch und mache in ihm am liebsten Hefeteig, der mir ansonsten nicht gelingt😒. Daraus wiederum backe ich dann im Ofen Friedas Hefezopf…der beste ever!!!
    Was das leidige Thema Einkaufen angeht, das wird nur noch einmal die Woche erledigt. Abends. Da ist es dann nicht mehr so voll, da die lieben älteren Mitmenschen vor dem Fernseher sitzen.
    Frisurtechnisch wird langsam kritisch, ich werde wohl demnächst mal wieder das Abenteuer Pony schneiden angehen…mir graust😉 Der Rest wird vor sich hin wachsen und irgendwann gibt’s nen Zopf. Hoffentlich ist noch lange Mützenzeit😁
    Und ja, ich weiss,man soll nicht jammern, aber ich möchte endlich mal wieder in einer vollen Innenstadt shoppen!!! Obwohl ich das vorher immer gehasst habe.
    Allen ein schönes Wochenende,
    Claudia

  9. Das viele den Supermarkt als Freizeitbeschäftigung nutzen habe ich auch schon festgestellt. Die Rentner gehen in Seelenruhe mit verschränkten Armen hinter dem Rücken spazieren. Gucken sich alles an, bleiben stehen und verstopfen die eh schon zugestellten Gänge noch mehr.
    Schuld sind aber auch die Märkte selbst. Beim ersten Lockdown im Frühjahr wurde noch auf Abstand geachtet. Man durfte nur einzeln und mit einem Einkaufswagen vor sich herschiebend herein. Außerdem nur eine begrenzte Zahl von Menschen.
    Hinzu kommt noch das enorme Sortiment. Mittlerweile werden ja nicht nur Lebensmittel angeboten. Da gibt es alles, von Haushaltsutensilien, Kleidung, Sportartikel. Kinderspielzeug u.s.w. Das finde ich gegenüber den Fachgeschäften, die schließen müssen, ungerecht. Das müßte für Aldi und Co. verboten werden! Die machen jetzt natürlich ihr Supergeschäft auf Kosten der Einzelhändler. Das macht mich wütend.
    Viele Grüße

    1. Ja! Es wimmelt nur so vor Ungerechtigkeiten. Je länger es dauert, desto mehr kann man sich mit diesen Gedanken beschäftigen. Das tut uns allen echt nicht gut.
      Liebe Grüße
      KK

        1. Tja, aber spätestens seit der Renaissance wissen wir dass jeder von uns am kleinen Rädchen drehen kann um Gleichheit, Freiheit, Brüder-/Schwesterlichkeit ein wenig weiterzubringen…

  10. Guten Morgen, erstmal: you make my day! Superinhalt, Super geschrieben. Ein Anliegen hätte ich allerdings: es sind schwere Zeiten für uns alle. Wenn jetzt noch so viele Menschen ihr Brot selber backen fehlt den Bäckereien der Umsatz! Ich musste nach 13 Jahren meinen Laden in der Branche schließen 😔. Kein Kaffee- Kuchen- Verzehr im Geschäft, sehr viele backen ihr Brot selber. Soll kein Vorwurf sein- vllt ein Denkanstoß.
    Schönes Wochenende aus Hamburg
    Sabine

  11. Lieber KK, du hast mir heute wieder einmal trotz des ernsten Hintergrundes ein lautes Lachen entlockt, danke dafür 👌

  12. Hier in Belgien wurden im Novembershutdown alle Läden des Einzelhandels geschlossen, und nur die Läden für essentiellen Bedarf (Lebensmittel, Apotheken) blieben offen. Die Supermärkte mussten, um die oben erwähnte Ungerechtigkeit zu verhindern, alle anderen Waren mit Metallgittern absperren, und duften die Dinge nicht mehr verkaufen, die nicht für den täglichen Bedarf essentiel waren. Die Leute haben das aber als „noch eine Schippe drauf“ der Gängelei empfunden und es hat leider auch nicht wirklich was geholfen, denn was haben die Leute gemacht? Wie die Irren auf Amazon bestellt, es war der Wahnsinn. Es fehlt leider global an Solidarität und jeder denkt erstmal an sich und nicht an andere. Mal sehen, ob wir Menschen es noch lernen, wenn es so weitergeht, und ich hoffe, dass es nicht noch schlimmer wird.

  13. Hier schreibt der Brotbackautomat höchstpersönlich 😛.

    Also, mir so kommt so eine Konkurrenz nicht ins Haus, denn das geht auch mit Ofen und Händen ganz gut. Seit ich bei Grundnahrungsmitteln auf dem Weg-vom-Zucker-und-Weißmehl-Trip bin, habe ich etliche Rezepte ausprobiert und bin mit mir sehr zufrieden, und auch alle anderen Haushaltsmitglieder haben bestätigt, auch weiterhin von mir bebacken zu werden; sichtbar auch daran, dass kaum ein Brot bis zum nächsten Tag überlebt. Bäckereien nehme ich durchaus kein Geschäft weg, die frühere Alternative war sowieso Knäckebrot und Müesli. Das Brot schmeckt am besten nur mit Butter oder Olivenöl, Beilagen, pah 😉.

    In den Supermarkt bin ich seit einer Woche vor Weihnachten nicht mehr gegangen, weil ich genau das befürchtete, was hier zu lesen war. Klug ist es sicher, gleich ganz früh hinzugehen – Aerosole anyone?
    Bis die Tage hält die letzte Halbwegs-Frischware (ich will endlich einmal wieder etwas besseres essen als das Zeug aus dem Supermarkt, aber in Fachgeschäften ist noch mehr Gedränge!), Eier und ein paar Gemüse gibt es vom Bauern um die Ecke. Ab jetzt nehme ich nur noch Lieferungen entgegen, und ich hoffe sehr, dass alles wie gewünscht funktioniert – denn. es. liegt. Schnee. Ganz. ganz. viel. Schnee. ❄️ 🌨

    Und das ist der Grund, warum das Kind in mir jetzt wieder raus will. Hey, ich baue einen großen, riesigen Schneemann, einen Wal, eine zusammengeringelte Schlange (aus den Schneebergen aus der Auffahrt ergaben sich drei Riesenhaufen), Karpfen und eine Invasion von kleinen Schneemännern. ☃️
    Ist das toll!

    Endlich wieder einmal richtig Kraftsport!

  14. Ich musste gerade über die Erwähnung der Hundesalons so lachen!!! Danke!
    Irgendwo las ich neulich, dass keiner früher gedacht hätte, dass die verwahrlosten Haare ein Zeichen der Solidarität sein können.
    In Bezug aufs Einkaufen kann ich nichts sagen. Wir gehen auch sonst spät Abends einkaufen, Freitags oder Samstagd um 8. Da ist nicht mehr viel los und im Kaufland oder auch bei uns im Edeka kriegt man alles, was man braucht. Fleisch esse ich nicht und mein Gemüse bekomme ich in der Grmüsekiste nach Hause geliefert. Hat uns im Frühjahr auch schon viel Stress erspart. Und so gehe ich wahrscheinlich alle 2 Wochen in den Laden.
    In meinem Umfeld sind dir Menschen tatsächlich vernünftig. Wir sind wieder zum chatten, telefonieren und online Spielen übergegangen. Es gibt nichts, was es nicht gibt, vom Montagsmaler über die Codenames bis hin zu den Ecxit Spielen. Und das ist auch schön, so erlebt man was gemeinsam. Nur Gespräche werden schnell langweilig. Ansonsten habe ich mit einigen Freunden eine Spazierfreundschaft. Wenn einer von uns spazieren geht, ruft er den anderen an. So hat man das Gefühl, zusammen zu sein.
    Ich muss gestehen, dass mir das ganze noch nicht auf den Keks geht, weil ich schon auch viel zu tun habe, über neue Projekte nachdenke und die Zeit für mich nutze. Das einzige, worüber ich mir Gedanken mache ist, ob ich im Frühjahr schade, zu meiner Mutter in die Ukraine zu fahren. Sie baut langsam ab und da zahlt jeder Monat. Ich habe kein Problem mit der Quarantäne, aber ich habe Angst, etwas einzuschleppen und sie anzustecken. Hier werde ich mich dann wahrscheinlich spontan entscheiden.
    Ansonsten… Wir sind tapfer und dennoch noch optimistisch. Aufgeben ist keine Option. Und meine Kollegin ist nach 1,5 Jahren aus der Elternzeit zurück. Das trägt.
    Passt auf euch auf.

    PS hier gab es früher herrliche Trash Reportagen. Guckt eigentlich jemand ich bin ein Nix, holt mich hier raus?

  15. Es ist, wie immer, wohltuend Deinen Gedanken zu folgen, lieber KK. Mir gelingt es nicht, den gefühlten „Unsinn“ in Worte zu fassen. Die Berechtigungsscheine sind selbstredend. Korea lacht und ich weine – mehr innerlich. Kleiner Lichtblick: Herr Merz kann noch nicht Kanzler. Deine Vorstellung der Mikrowellen-Fee läßt Hoffnung auf Verbesserung meiner Lebensqualität aufkommen. Danke dafür.
    Ansonsten genieße ich die „neue“ Freiheit auf meinem Kopf und einen Brotbackautomaten hatte ich auch mal.
    Solidarität ist ein nettes Wort. Ein Blick auf die Flüchtlingssituation in Europa zeigt mir, dass wir (fast alle) ganz ruhig mit dem Sterben vor der eigenen Tür leben gelernt haben. Warum sollte unser eigenes Leben mehr wert sein? Der Mensch stumpft ab und den Prozess sehen wir eben auch bei den Corona-Maßnahmen. Alles erklärbar und trotzdem für mich nicht zu begreifen. Jetzt sagt bloß nicht, dass gehört hier nicht hin… . Bleibt gesund und danke an alle … immer wieder toll von Euch zu lesen. Könnte die Welt doch so schön sein, wie meine Haut nach der Behandlung durch Eure Tipps.

  16. Du hättest mal die Maskenaktion der japanischen Regierung sehen sollen letztes Jahr. Herr Abe hat (gerüchteweise von seiner Verwandschaft gefertigte) Masken an alle Haushalte schicken lassen, zwei pro Haushalt. Egal ob man allein lebt oder mit drei Kindern und Großeltern. Zudem waren die Dinger grottenschlecht gemacht, viel zu klein und teilweise schmutzig. Hat den Steuerzahler (zu denen ich ja auch gehöre) Unsummen gekostet und so gut wie nichts gebracht.

    Ansonsten stimme ich dir zu, die Leute nehmen einfach keine Rücksicht, halten keinen Abstand, tragen ihre Masken nicht richtig… Es kotzt mich echt an.

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