LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 28.02.2020

Das Trendbarometer gleitet geschmeidig ins Frühjahr, und es geht weiterhin um Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Aber nichts folgt einem festen Schema, es kommt wie es kommt. Hauptsache ein bunter Mix, unterhaltsam, lustig, manchmal nachdenklich, oder auch böse… 

 

Vorbei, vorbei…

…sind wohl demnächst die Tupperpartys. Die Aktie der Firma Tupperware ist nur noch ein geschmolzenes Plastikschälchen wert, also kaum noch was. Das Unternehmen aus Florida, USA, hat ernste Probleme, obwohl man mit dem altbekannten Tupper-Tand gar nicht mehr das Hauptgeld reinholt. Kosmetik, Mikrowellenprodukte und Wasserfilter haben die Tupperpötte längst überholt.

Die bunten Schüsseln und Boxen von Tupperware haben Haushalte rund um den Erdball geprägt und es sogar als Designklassiker in Museen und Kunstausstellungen geschafft. Aber zu spät hat man auf das Internet als Absatzmöglichkeit gesetzt. Und wer zu spät kommt…das kennen wir ja.

Besonders schlecht laufen die Geschäfte in China, dem Himmel für Plastikkram. Und wenn dieser große Markt nicht läuft, dann wars das. Das Coronavirus wird die Situation nun nicht verbessern, sodass wir uns wohl bald auf einen Abschied einstellen müssen. Gute Möglichkeit um in der heimischen Küche auf Glasschalen umzusatteln.

 

 

 

Ver-netflix-t, ich bin süchtig…

…süchtig nach der neuen Netflix Reality-Serie „Liebe macht blind“. Ich will es hassen, es ist der größte Quatsch, so furchtbar schmierig…irgendwie. Doch ich liebe es. Alle Folgen in einem Rutsch kann ich mir zwar nicht anschauen, aber nach und nach ist es passiert: Ich fiebere jeder nächsten Folge entgegen, und ich bin jetzt schon ratlos was passiert, wenn ich durch bin.

Es handelt sich um eine Dating-Show, wie man sie noch nicht kennt. Ein Haufen Kerle und Mädels leben voneinander und von der Aussenwelt getrennt in einem Wohnkomplex, der es ermöglicht jeden Tag nichts als Blind Dates zu haben. Und zwar buchstäbliche Blind Dates, denn die möglichen Paare können sich nicht sehen, nur hören. Das Experiment: Kann man sich unsterblich verlieben, ohne sich zu sehen?

Der Clou: Nach etwas mehr als vier Wochen sollen sich Paare gefunden haben, die dann auch sogleich zum Traualtar geführt werden. Man kann sich vorstellen, was da an Material zusammenkommt. Die ersten Kennenlernen, die Vertiefung, dann gestehen sich die Paare ihre Liebe, machen sich Heiratsanträge – alles ohne sich je gesehen zu haben! Man fiebert gleich nach den ersten Minuten mit, denn es gibt wirklich alles. Den Player, die Verzweifelte, den Notnagel, die…ach, alles da. Und es sind einige Matches dabei…süß. 🙂 Ich glaube auch nicht, dass die Serie komplett gescripted ist, das wären anbetungswürdige Schauspielleistungen.

Dann kommen die Minuten, wenn die Matches zum ersten Mal wirklich aufeinandertreffen und sich sehen. Wohlgemerkt: Sie haben sich bereits Anträge gemacht, weil sie sich heftigst verliebt haben (wollen). Wundervoll.

Der nächste Schritt für die Verlobten ist ein Liebesurlaub in der traumhaften Umgebung von Cancun, Mexico. Dort kommt es dann auch zur körperlichen Annäherung, und hier beginnen sogleich die Irrungen und Wirrungen. Die ersten Zweifel kommen auf, gibt es bessere Paarungen? Wie klappt das mit der Liebe im Alltag? Sex sofort – oder besser gar nicht?

Die Serie hat es zumindest geschafft, dass man die Protagonisten ein wenig kennengelernt hat, und sie auch mag. Also ist man ebenfalls involviert und drückt die Daumen, fasst sich an den Kopf, oder schreit lauthals „Neiiin, nicht DIEE!“ Handwerklich gut gemacht, und die Teilnehmer*innen sind zwar allesamt Hotties, dennoch durch die Bank irgendwie sympathisch, und man kann sich gut in sie hineinversetzen.

Jedenfalls gibt es aber auch viel zu viel (typisch amerikanisch) Rotwein, viel zu viele angetrunkene Szenen, und man erinnert sich ständig unangenehm an Phrasen wie „Männer und Frauen passen einfach nicht zueinander“.

Wie das nun weitergeht? Keine Ahnung, ich bin erst bei Folge 6 angelangt, 9 sind es. Aber mega interessant ist es schon, wenn man sieht, wie schnell es funken kann, obwohl man sich überhaupt nicht sieht, der Faktor äusserliche Attraktivität also vollends ausgeschaltet ist. Eine wohltuende Abwechslung zu all den oberpeinlichen Bachelor und Bachelorette Dumpfnüssen, die man so auf dem Bildschirm und in der Zweitvermarktung ertragen muss, wenn man auf den falschen Sender schaltet.

Wer mal probeweise reinschaut (so wie ich, total zufällig), wird höchstwahrscheinlich gefesselt hängenbleiben (so wie ich). Ich will das nicht, aber es macht irgendwie Spaß. Guilty Pleasure eben.

 

 

Werden Masken überbewertet?

Spa-Masken sind der neue Freitagabend. Angeblich geht man nicht mehr vor die Tür, sondern macht sich lieber eine nette Maske aufs Gesicht. Gerne auch zusammen mit den Besties oder dem/der Liebsten. Is that so??

Ich finde Masken teilweise auch ganz prima, aber so einen ganzen Abend nur darauf auslegen entspannt einer Maske beim Trocknen zuzuschauen? Umpf.

Doch wie gerade die Millennials heutzutage nun mal sind, scheuen sie den Kontakt in einer übervollen Kneipe und cocoonen lieber mit dem feuchten Schönmacher. Also auch ein Grund, warum Masken derzeit weltweit boomen, und demnächst eine ganze Maskenflut auf uns hereinbrechen wird. Alle mit einem erholsamen „Hintergrundrauschen“, alles Spa, oder was?

Ich kann mich auch ganz prima und erholsam 15 Minuten auf die Couch legen, dabei eine straffende Maske auftragen und meine Lieblingsmusik hören. Danach bin ich dann die Spuren der langen Woche weitestgehend los, und für die kommenden 5 bis 6 Stunden (solange die Maske Wirkung zeigt – hoffentlich) bereit für jede Schandtat. Geht es nur mir so, oder möchte man dann nicht raus und was erleben?

Nun gut, im Winter sind die Voraussetzungen dafür nicht wirklich günstig, aber spätestens im Sommer doch schon, oder? Für mich ist jedenfalls eine Maske Mittel zum Zweck und kein Ersatz für einen schönen Ausgehabend. Nö, echt nicht.

 

 

Für mich verstörend…

…ist dann der deutsche Beitrag zum Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam: Ben Dolic mit Violent Thing. Da wollte ich in diesem Jahr eigentlich hin, aber man weiß ja noch gar nicht, ob das überhaupt stattfindet, siehe Virus-Panik. Und der Song ist auch eher lauwarm, bemüht, und dazu mit einer ziemlich verstörenden Stimme gesungen. Gänsehaut, aber nach innen.

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser, Pixabay   Keinerlei Sponsoring)

 


12 Gedanken zu “LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 28.02.2020

  1. Das muss Dir nicht peinlich sein, lieber KK, ich habe jüngst auf Netflix „Virgin River“ geguckt. Schmieriger und vorhersehbarer gehts nicht aber ich konnte auch nicht weggucken.
    Allen ein wunderbares Wochenende 🙂
    Liebe Grüße
    Nicola

  2. Ich weiß genau, was du meinst, denn ich bin auch zufällig über die Serie gestolpert und davon gefangen, : ).
    Ich bin schon ein wenig weiter als du, bei den Folgen, ob vor dem Traualtar ja gesagt wird, oder nicht. Heute Abend schaue ich weiter.
    LG von Susanne und ein schönes Wochenende

  3. Zum Thema Masken……. ich verstehe ja schon den Sinn einer „Nachtmaske“ nicht wirklich.
    Hatte ja neulich beim MMM bereits gefragt, ob es nicht effektiver ist, eine vernünftige Systempflege
    regelmäßig anzuwenden, da ich diesen Hype um die „Nachtmasken“ so gar nicht nachvollziehen kann.
    Ein Effektprodukt für mich, ohne Langzeitwirkung.
    So sehe ich inzwischen alle Masken. Auch die, die ich nach einer kurzen Einwirkzeit abnehmen soll.
    Was soll es dann bringen, am Freitag Abend zu Hause zu hocken, eine Maske aufzutragen, um dann
    später ins Bett zu gehen und nicht auf eine Party?
    Der Effekt der Maske ist doch am nächsten Morgen eh weg, dann kann ich es doch auch lassen und
    nehme ein tolles Serum und eine Nachtcreme darüber?
    Aber gut, vielleicht wird uns die Generation Z eines besseren belehren, daß man auch ohne Masken
    nicht leben kann. Ich bin da skeptisch.

    Allen ein schönes Wochenende und viele Grüße,

    Claudia

  4. Ich netflixe auch aber an dieser Serie bisher noch vorbei – sollte ich da wirklich mal rein schauen, bisher hab ich erfolgreich diesen ganzen Bachelor etc. Müll gemieden (dafür kucke ich immer wieder mal GNTM..hüstel). Aber wer nicht wagt..
    Virgin River hab ich auch gekuckt, manchmal braucht man einfach so ein Heile-Welt-alles wir gut-Zeugs oder?

    Ich liebe Masken, vornehmlich die koreanischen, japanischen Tuchmasken – aber die ersetzen keinen Abend.. ganz deiner Meinung.
    LG Sunny

  5. Oh nein, Tupper!! 😱😱
    Das wäre schlimm. Ich habe so gut wie alles und liebe es.
    Das Lied ist durchschnittlich und belanglos, tut dem ESC nicht gut.
    Love is blind will ich noch schauen, ich habe schon so viel Gutes darüber gehört.
    Mit Masken stehe ich auf Kriegsfuß, ausser den Beauty Balm von Clarins, der auch als Maske fungiert. Mega toll!
    Schönes Wochenende!

  6. Tupper geht den Bach runter….? Wundert mich nicht. Ich bin jetzt wirklich noch nicht soooooo alt. Aber ich bin schon alt genug um zu finden, dass Tupper früher besser war. Die Tupperware, die meine Mama vor 20 oder 30 Jahren mal gekauft hat, ist zum Teil heute noch in täglicher Benutzung. Von den Tuppersachen, die ich mir in den letzten 5 Jahren gekauft habe, ist jetzt schon 80% in die Tonne gewandert, weil das Zeug zwischenzeitlich nicht arg hochwertiger als ne Schüssel von Ikea ist, aber das für einen vielfaches vom Preis. Vielleicht kommt da auch der Schwabe durch, aber für die zum Teil echt miese Qualität ist Tupper zu teuer geworden.

    1. Das finde ich auch. Früher gab es ja keine Alternativen zu Tupper, ich fand es aber schon immer überteuert. Nun gibt es zahlreiche gute Dosen anderer Hersteller zum kleinen Preis, ich habe welche für nen Appel und nen Ei von QVC, die sind sehr gut. So kommt es halt wenn man den Hals nicht voll bekommt. Qualität immer mieser, die Preise bleiben oder steigen, beobachte ich überall, meine Kolleginnen finden das auch.

  7. „Ich will das nicht, aber…“ Ging mir auch so. Eigentlich reichen die erste und die letzte Folge der Serie — eigene Intuition checken und kucken, ob man recht hatte 😉

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