LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 21.02.2020

Das Trendbarometer gleitet geschmeidig ins Frühjahr, und es geht weiterhin um Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Aber nichts folgt einem festen Schema, es kommt wie es kommt. Hauptsache ein bunter Mix, unterhaltsam, lustig, manchmal nachdenklich, oder auch böse… 

 

Trump, letzte Worte…

Die heimische Politik macht mich gerade so schrecklich unzufrieden, dass ich mich ablenken muss. Deutschlands Politiker und Parteien sind dermaßen mit sich selbst beschäftigt, ich kann das echt kaum glauben. Da warte ich doch nur noch wieder auf das Geschwafel von der schwarzen Null, die uns so schön beruhigen soll, und die in Wirklichkeit hochnotpeinlich ist, zeigt sie doch allein, dass Deutschland überhaupt nichts in seine Zukunft investieren möchte.

Wie sieht es auf auf deutschen Straßen aus, auf deutschen Autobahnnbrücken, in deutschen Klassenzimmern, in den Universitäten, und so weiter…? Alles marode, baufällig, unbrauchbar. Dann lieber über den großen Teich schielen, dort ist Topsy-Turvy Land, noch bekloppter als hier.

Dazu kommt der sich immer weiter ausbreitende Hass, der so unkanalisiert wächst, dass Hanau nicht gänzlich unerwartet kommt. Schürt man das Feuer, wächst es. Und die, die es schüren, sind derzeit lauter und präsenter, als die (größere) Masse der Aufrechten. Grauenhaft.

Dann lieber über den großen Teich schielen, dort ist Topsy-Turvy Land, noch bekloppter als hier. Und wenn man schon über Hass spricht, kommt man ganz unweigerlich wieder zu Mr. Trump, der personifizierten Hasstirade in Orange.

Ich bin den gelbstichigen Onkel mit Bauch und darüber hängender Binde leid. Aber ein paar letzte Worte will ich noch zu ihm sagen, bevor ich jetzt endgültig nur noch die Augen über ihn verdrehe, und ihm keine Bühne auf dieser Plattform mehr biete.

Trump hat ja keine Wähler, er besitzt eine riesige Schar von unterwürfigen Gläubigen, die ihn geradezu als Statthalter Gottes auf Erden sehen. Das kommt davon, wenn man in der Schule nicht so gut aufpasst, könnte man nun sagen. Aber nein, nicht nur die Abgehängten und die schwachen Glieder der Gesellschaft wollen ihn. Auch die Anderen, die, die schon Macht besitzen, und sich nun in der komfortablen Situation wiederfinden, dass Machterhalt dieser Tage so einfach geworden ist wie nie. Einfach lügen, abstreiten und nochmals lügen – dann wird alles gut. Und Konsequenzen hat sowas keine…unglaublich.

Trump lässt sich für eine florierende Wirtschaft feiern, die jetzt nur die Früchte erntet, die hauptsächlich Obama dereinst säte. Ähnliches kennen wir ja auch aus unseren Landen. Dass Politik und ihre Effekte (ähnlich wie Retinol, haha) meist auf lange Zeit ausgelegt sind, woher soll das der arme Bürger denn wissen? Wir alle wollen doch Zeichen des Erfolges – sofort.

Wird Trump im November wiedergewählt, wird er sich endgültig als Heiland und Führer der freien Welt sehen können, als „den Auserwählten“, („The chosen one“) wie er sich selbst öffentlich bezeichnet. Trump hat Dinge in seinem Amt getan, Grenzen verschoben, ein Unding so etwas einfach mit anzusehen, und welch ein Zeichen für kommende Generationen.

Mir schlottern die Knie, denn ich vertraute früher immer auf den gesunden Menschenverstand…und auf „Checks and Balances“. Die USA zeigen: Recht und Ordnung kann sich nicht mehr selbst heilen. Und damit sind wir alle ganz schön am Arsch, denn die Irren haben das Ruder endgültig übernommen. Regulation? Eingeschlafen, hat mitgemacht, ist müde, hat keine Lust, will auch mehr Macht…such Dir was aus!

Als großer Fan von Symbolik, muss ich derzeit sagen, dass der Stellenwert von Demokratie rasend schnell mit dem Fahrstuhl in die Hölle rauscht. Ist es endgültig Zeit für einen Zeitenwandel, neue Staatssysteme, neue Denkmodelle, die nun ausprobiert werden müssen? Doch sowas installiert sich nicht von selbst, dazu braucht es meist Kriege oder Seuchen. Beides wäre derzeit ziemlich real.

 

 

Gefährliche Influencer

Ja, eigentlich leuchtet es mir gerade in diesem Moment ein, dass Influencer auch durchaus gefährlich sein können. Ich dachte eigentlich, der größte Teil dieser Werbedrücker sei eigentlich nur dreist und unterbelichtet, es hat eben nicht zu einem richtigen Job gereicht. Aber nein, was man da immer wieder sieht und hört…es kann durchaus gefährlich werden.

Allein im Sportbereich stellen sich meine Haare senkrecht auf, wenn ich sehe, was da so propagiert wird. Zb. schlimme Übungen, die die Daseinsberechtigung sämtlicher Orthopäden auf dieser Erde für die nächsten Jahrzehnte sichern. Und fatal: Man merkt nicht gleich, dass man sich etwas Schlechtes tut. Nein, das schleicht sich heran, und irgendwann kommt der Hammer.

Ähnlich bei Skincare, ich sage nur ein Ei in die Vaseline schlagen und täglich auftragen. Da ist mein Witz mit dem Schinken als Botoxmaske gar nicht weit weg.

Aber was derzeit durch Social Media weht (#nowater), ist eine Unverfrorenheit. Die Influencer-DNA gibt es wohl vor: Es braucht jede Woche eine neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Und in dieser Woche war es Wasser. Die Influencer von Welt trinken kein Wasser mehr!

Jedenfalls kein „totes Wasser“, sondern nur noch „lebendes Wasser“ – das aus Früchten.

Nach eigenen Angaben haben sie die Wasserindustrie durchschaut, die wollen nur Gewinne machen (Ach?), und uns nichts Gutes tun. Eigentlich sei es gar nicht nötig, die großen Mengen Wasser pro Tag zu trinken, die die Gesundheitswächter so gut wie aller Länder dieser Erde empfehlen. Und dann beschreiben sie, welche wundersamen Wirkungen auf ihren Körper und Geist (Geist, kann man das noch so nennen?) sie erleben dürfen.

Das findet sich übrigens nicht nur bei irgendwelchen Waldelfenbeschwörerinnen aus Kalifornien mit Aluhut und Cannabis-Abo, sondern auch bei geradezu „handfesten“ InfluencerInnen aus Deutschland. Und dann kann ich nur sagen: Boh Leute, macht Ihr doch was Ihr wollt mit Euren Körpern. Aber bitte lasst das Influencen, leider machen Euch viele Leute scheinbar doch alles nach, und sowas ist in meinen Augen fast schon strafbar und anmaßend.

Das Problem: Dahinter stecken meist gesunde und junge Menschen, deren Körper eine Menge verpackt, ohne dass er großartigen Schaden nimmt. Zumindest eine ganze Weile lang. Wenn ich aber Menschen beeinflusse, die nicht mit einer solchen Konstitution gesegnet sind, bürde ich mir eine ganz schön heftige Verantwortung auf. Leider kriegen die Verursacher sowas ja fast nie mit.

Influencertum kann brandgefährlich sein. Und wir sollten nicht immer so hochnäsig davon ausgehen, dass wir das alles ja so geschmeidig durchschauen und süffisant belächeln. Vielleicht hat gerade schon das eigene Kind oder Enkelkind beschlossen kaum noch etwas zu trinken?  Früher „lauerten“ die falschen Freunde in der Schule oder auf dem Spielplatz, heute eindeutig im Internet.

Was dann, wenn die Nieren streiken? Es wird Zeit, dass dieser enorm gewinnbringende Geschäftszweig eine Reglementierung erhält, sodass Influencer endlich auch mal Verantwortung übernehmen müssen.

 

 

Natur, ach geh weg…

Die Werte der Deutschen sind im Wandel: Das zeigt der Werteindex 2020, in dem Forscher 3,3 Millionen Postings in Sozialen Netzwerken untersucht haben. Vor allem das Thema Natur verliert an Wichtigkeit für die Deutschen.

Gesundheit und Familie belegen die vordersten Plätze. Danach der „Erfolg“. Na klar, denn erst mit Erfolg kann man sich ja heutzutage eine Familie, samt zwei SUVs leisten. Und mit der Gesundheit klappts auch besser, wenn das Portemonnaie voll ist.

Nur DAS, was all das überhaupt erst entstehen lässt, DAS liegt abgeschlagen auf Platz 7: Die Natur.

War bislang Natur im Kontext mit Lifestyle (Nachhaltigkeit, Naturkosmetik, Bio Nahrungsmittel) ein gern gesehenes Thema, so ist sie nun stark politisiert worden (Greta, Klimawandel, Naturkatastrophen, Feuer), und das stösst die Masse der Menschen ab. Denken wir wirklich so?  Die Generation Instagram braucht dringend wieder ein wenig mehr Dreck unter den Schuhen, ich hätte auch Erdung sagen können. 😉

 

 

 

Bond Song

Schon den neuen Bond Song 2020 gehört? Billie Eilish mit „No time to die“. Hmm, was soll ich sagen? Ich mag ihn, bin aber auch enttäuscht. Zuerst einmal ist er mir viel zu nah dran am Bond Song von Sam Smith „Writing´s on the wall“. Erstaunlich, wie man einen dermaßen ähnlichen Song durchwinken konnte.

Ja, Eilish singt wie immer, und das passt auch irgendwie, denn James Bond ist im Jahr 2020 (angeblich) verletzlicher und nahbarer als je zuvor. Das transportiert Billie spielend, und sie wird ihrer Marke auch mit jeder Note gerecht. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir wahrscheinlich irgendetwas anderes erwartet hatten. Einfach nur die Bond-typische Fanfare einzustreuen, dann weiter im Hauchgesang, reicht das?

Ich glaube ja, denn Bond symbolisiert auch immer den Zeitgeist. Und wenn ich mir das heutige Trendbarometer so anschaue, dann ist dieser zarte Song mit brüchiger Stimme dargeboten, genau das was wir verdienen. Wenig Erhebendes, ein bisschen gestrig, keine Power, trüb, aber wir leben noch. Hurra!

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser, Pixabay   Keinerlei Sponsoring)


8 Gedanken zu “LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 21.02.2020

  1. Von dem Bond Lied bin ich enttäuscht, ich hätte etwas mehr Power erwartet. Es dauert ja über eine Minute, bis man überhaupt merkt, dass da gesungen wird. 😦
    Trump und seine Jünger, so habe ich das noch gar nicht gesehen, aber es hat wirklich was von Religion oder Sekte, anders kann ich es mir nicht erklären. Früher dachte ich auch, dass sich das selbst heilen könnte, aber leider ist davon nichts mehr übrig.
    Erfolg vor Natur? Na klar, merkt man doch jeden Tag. Nur ich ich ich, und nach mir die Sintflut. Wie das aber mit Kindern, die man ja so liebt (Familie) und den kommenden Generationen zusammenpassen soll bleibt mir ein Rätsel.
    Habt ein schönes Wochenende! 🙂

    Serafina

  2. Leider, und das ist ein dickes leider, muss ich Dir voll zustimmen. Ich möchte mich aber in meiner begrenzten verbliebenen Lebenszeit nicht mehr mit so viel Müll befassen, der grösste Teil meines Lebens war harter Kampf, privat, beruflich, sportlich und nun sieht es ganz gut für mich aus und die letzten Jahre möchte ich auch mal was für mich tun und nein Leben etwas geniessen. Sich mit der Blödheit anderer zu befassen, hat noch nie was eingebracht.
    Allen ein sehr schönes Wochenende, schöne Grüsse vom bayrischen Meer.

  3. Leider wahr aber vielleicht auch das Ziel?! Jeder beschäftigt sich nur noch mit sich selbst und die Mächtigen können ungestört schalten und walten.
    Ich muss zugeben, immer öfter ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass mir dieser Rummel einfach zuviel wird und ich doch einfach nur in Ruhe mein Leben leben will.
    Soll das Leben daraus bestehen, immer nur zu kämpfen, die Welt retten zu wollen und Probleme zu wälzen? Manchmal möchte ich einfach nur von der Arbeit kommen, mich mit einem Glas Wein in den Garten setzen und genießen.
    Ich weiß: wenn Jeder so denken würde …
    Aber können wir wirklich eingreifen und etwas verändern? Ich weiß es einfach nicht mehr.

  4. Ich mag den neuen Bond Song, auch gefiel mir ihr Auftritt bei den Brit Awards zusammen mir ihrem Bruder, Hans Zimmer, Johnny Marr und dem Orchester super gut. Leider ging Johnnys Schlussakkord in dem tosenden Applaus etwas unter.
    Geniesst das Wochenende 🙂

  5. Wenig Erhebendes, ein bisschen gestrig, keine Power, trüb, aber wir leben noch. Hurra!

    Das bringt die Situation auf den Punkt!

    Das Biedermeiergefühl – einfach nur noch seine Ruhe haben und irgendwie zurechtkommen zu wollen – ist doch die Konsequenz der zunehmenden Komplexität. Gestern war zu hören, dass Radikalität auf Reduktion, also Vereinfachung von Komplexität beruht, was recht einleuchtend erscheint. Vielleicht haben deswegen radikale Ideen so viel Auftrieb derzeit – endlich hat man mal etwas verstanden 🙄 (wenn auch etwas verschoben…).

    Hoffentlich hilft der Frühling! 🌷 Dann gibt es vielleicht mehr Energie, und mit mehr Energie lässt sich vieles besser reflektieren und bewältigen. Ein schönes Wochenende!

    1. NATUR: beim Kurznachrichten-Schreiben gibt es die automatische Wortvervollständigung . Diese schlägt mittlerweile fast nur noch Internet- und Technikworte vor. Gib z. B. „Bl“ ein und es werden nicht Blatt oder Blume vorgeschlagen, sondern „Blog“. Ist das schon mal jemand aufgefallen? Die Natur verschwindet mehr und mehr aus dem Bewusstsein, ist vielmehr eine nette Benutzeroberfläche. Kann man benutzen, ausnutzen, ausrauben – ist ja da, wächst wieder nach … Kostet nix, dafür kann ich mir was Schönes kaufen. SUV, Handtaschen, Pauschalreisen und so vieles mehr!
      Grüße Charlotte

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