SKINCARE BASICS: RETINOL – WIE DENN NUN?

Retinol ist ein toller und nachweislich wirksamer Inhaltsstoff in Kosmetikprodukten, der als einer der wirklich wenigen Wirkstoffe das Hautbild in Maßen verbessern kann. Doch noch immer gibt es zu diesem Thema viele Unsicherheiten, und viele bislang geglaubte Grundsätze im Umgang mit Retinoiden wurden in der jüngsten Vergangenheit widerlegt. Zeit für ein Update zu Retinol in der Hautpflege.

 

Ist Retinol Vitamin A und hat das was mit Möhren zu tun?

Retinol, oder auch Vitamin A1, ist ein fettlösliches und für den Menschen wichtiges Vitamin. Zu Vitamin A zählen allerdings eine Vielzahl von Stoffen, die im Körper ähnlich wirken. Am bekanntesten ist Retinol, das (fälschlicherweise) oft mit Vitamin A gleichgesetzt wird. Außerdem gibt es Vorstufen von Vitamin A, sogenannte Provitamine, die der Körper in Vitamin A umwandeln kann. Zu ihnen gehört beispielsweise Beta-Carotin (Provitamin A). Und das ist zB. auch in Möhren/Karotten enthalten.

 

Was ist der Unterschied zwischen Retinol und Retinoiden?

Reden wir von Retinol, meinen wir meist das komplette Vitamin A Molekül, und dieses lässt sich in mehrere, wirksame Teile zerlegen, die man Retinoide nennt. Die Begriffe Retinol und Retinoide werden oftmals synonym verwendet, trotzdem hat jede Substanz ihre charakteristischen Eigenschaften. Verschreibungspflichtige Retinoide sind in vielen Ländern nur auf Rezept vom Arzt erhältlich und brauchen eine spezielle Indikation, wie zB. eine ernsthafte Akne.

In Deutschland gehören verschreibungspflichtige Retinoide noch zum Off-Label Gebrauch im Anti-Aging Lifestylebereich, und viele Ärzte sehen das auch kritisch, wenn man „nur“ Falten und alternde Haut damit bekämpfen möchte.

 

Was wirkt denn da nun?

Wenn es um die optische Verbesserung der Haut geht, arbeitet Retinsäure (auch Vitamin-A-Säure genannt) in der Haut. Retinsäure ist nicht nur bewiesen wirksam, sondern kann auch die Haut reizen, und das nicht zu knapp. In freiverkäuflicher Hautpflege (over the counter) werden ausschließlich Vorstufen (Retinol) oder Vor-Vorstufen (Retinolderivate) verwendet. Diese werden dann in der Haut zu Retinsäure umgewandelt und sind daher teilweise deutlich weniger reizend – aber auch weniger wirksam.

1. Retinolderivate
(z. B. Retinyl Palmitate, das wir hier oft als „zahnlos“ beschreiben)

wird umgewandelt zu

2. Retinol 

wird umgewandelt zu

3. Retinaldehyd

wird dann (endlich) umgewandelt zu

4. Retinsäure

 

Je näher dran ein Stoff an Nr. 4 ist, desto wirksamer ist er somit.

 

Was ist mit neuartigen Retinoiden, wie Hydroxypinacolone Retinoate (zB. im Retinolserum von The Ordinary)

Noch nicht ganz so gut erforscht wie Retinol (und auch Retinal) und stellt einen Sonderfall dar, denn HR braucht nicht sämtliche Umwandlungen eines Derivates durchmachen, sondern es ist sozusagen ein „direkter Verwandter“ der Retinsäure. Es soll ähnlich gut und stark wirken, allerdings bei besserer Verträglichkeit. Wie gesagt, dazu ist die Informationslage aber noch nicht gut genug, als dass man das allgemeingültig behaupten könnte. Der Ansatz ist aber vielversprechend.

 

Und was ist mit Bakuchiol, dem neuen Retinol-Ersatz?

Bakuchiol ist kein Retinoid. Es arbeitet angeblich ähnlich wie ein Retinoid, auch mit ähnlichen Ergebnissen, aber ebenfalls mit weniger Nebenwirkungen. Dazu ist die Informationslage noch recht mau. Erste Forschungsergebnisse lassen hoffen, aber man muss klipp und klar sagen, dass es nicht in direkter Konkurrenz zu einem Retinoid steht.

Auch die Aussage, dass man im Gegensatz zu Retinol Bakuchiol in der Schwangerschaft gefahrlos anwenden kann, ist mit größter Vorsicht zu genießen, da es eben kaum fundamentale Erfahrungen mit diesem Wirkstoff gibt. Es gilt wie immer: Lieber Vorsicht walten lassen, als es später bereuen zu müssen! Das gilt übrigens auch für eventuelle Nebenwirkungen auf der Haut. Was wirkt hat auch immer Nebenwirkungen, auch Bakuchiol.

 

Was kann man von „Retinolprodukten“ erwarten?

Auf jeden Fall keine Wunder. Und man braucht viel Zeit, um wirklich Resultate auf der Haut zu sehen, die dann auch tatsächlich vom Retinol stammen. Monatelange Therapietreue braucht es. Wenn man Retinol absetzt, verschwinden auch die Ergebnisse wieder mit der Zeit.

Erwarten kann man, dass sich die „Zellkommunikation“ verbessert, also die Zellen untereinander wie „junge“ Zellen agieren. Es kann die Kollagenproduktion angeregt werden, sodass die Haut in gewissem Umfang „verdichtet“ wird. Das kann auch den Anschein erwecken, dass Falten gemildert erscheinen. Verschwinden werden sie nicht!

Retinol kann Hautunreinheiten positiv beeinflussen, Poren weniger sichtbar machen (eigentlich elastischer), und dazu können Pigmentverschiebungen (zB. Pickelmale, Sonnenschäden) leicht verbessert werden.

Als Antioxidans wirkt Retinol auch vorbeugend und schützend für die Haut.

 

Kann ich Retinol mit Vitamin C zusammen gebrauchen?

Ja, es existieren auch Meinungen, dass Retinol zusammen mit Vitamin C sogar besser arbeitet. Auch der pH-Wert des Vitamn C Produktes ist erst einmal nicht so wichtig, aber meist enthalten zB. Kombinationsprodukte Vitamin C Derivate, die keinen sauren pH benötigen. Das typisch saure Vitamin C (Ascorbinsäure) ist eh äusserst instabil und wird heutzutage gerne durch die modernen und gut wirksamen Derivate ersetzt.

Ein anderes Problem ist allerdings, ob man wirklich Retinol und Vitamin C zusammen benutzen muss, da beide Wirkstoffe auch ein dezentes Risiko für Nebenwirkungen bergen (in Abhängigkeit zu ihrer Wirkstoffkonzentration). Das sollte man im Hinterkopf behalten und gut abwägen. Aber prinzipiell ist die Kombi Retinol und Vitamin C möglich.

 

Kann ich Retinol auch zusammen mit Niacinamid (Nicotinsäure) verwenden?

Ja, beide Wirkstoffe sind bewiesen wirksam und ergänzen sich prima. Rötungen des Gesichts sind hauptsächlich bei Niacin in Kombi mit einem sauren pH selten möglich, bei Retinol besteht das Risiko nicht.

 

Kann ich Retinol zusammen mit Peptiden anwenden?

Eigentlich ja. Leider sind die vielen verschiedenen Peptide, die auf der Haut zur Anwendung kommen, noch längst nicht so gut erforscht, wie zB. Retinol. Aber nach derzeitigem Kenntnisstand, ist die kombinierte Anwendung problemlos möglich.

 

Kann ich Retinol auch mit sauren Produkten (zB. chemische Peelings) verwenden?

Ja, schon. Manche beschreiben sogar eine Wirkverstärkung, wenn sie vor dem Retinol ein chemisches Peeling benutzt haben. Aber auch hier steht für mich an erster Stelle die Sicherheit, und man muss wirklich sorgfältig seinen Einzelfall prüfen, ob man seine Haut diesen Wirkstoffen gleichzeitig aussetzen möchte. Sorgfältiges Beobachten setzt das voraus, im Zweifelsfall lieber tageszeitlich trennen (morgens Säure, abends Retinol). Das ist aber auch stark abhängig von den verwendeten Einsatzkonzentrationen der jeweiligen Produkte.

Bei der Verwendung von Retinol ist ein chemisches Peeling aber grundsätzlich eine gute Idee, da Retinol nicht peelend wirkt, und die toten Hautschüppchen abgetragen werden sollten, um das optische Ergebnis noch zu verbessern.

Retinol mag eigentlich gerne einen pH-Wert von um die 5. Es gibt allerdings keinerlei Hinweise darauf, dass niedrigere oder höhere pHs die Umwandlung in der Haut zu Retinsäure negativ beeinflussen.

 

Ist Retinol auch ein Peeling?

Nein, Retinol wirkt nicht wie ein Peeling. Der Ratschlag mit dem UV Schutz, den man bei Retinolprodukten zusätzlich tragen sollte, ist eine Sicherheitsvorkehrung, und trägt man Retinol tagsüber auf, wird der instabile Wirkstoff dann besser geschützt und wirkt länger.

Peeling bei Retinolgebrauch ist aber grundsätzlich eine gute Idee, doch die Sicherheit der Haut sollte an vorderster Stelle stehen. Bitte nicht die Haut überfordern!

 

Muss ein Retinolprodukt gut geschützt sein?

Ja! Auch wenn es durch verschiedene Verkapselungstechniken heute möglich ist, den empfindlichen Wirkstoff zB. von Sauerstoff fern zu halten, ist es trotzdem besser, auf ein vor Licht, Luft und Bakterien (Finger!) schützendes Behältnis zu achten. Umfüllen in ein solches empfehle ich grundsätzlich nicht, denn während des Vorgangs ist für uns zuhause eine Kontamination unausweichlich.

 

Brauche ich Sonnenschutz?

Egal aus welchen Gründen, die Antwort ist JA. Wer Retinol verwendet, möchte in den meisten Fällen sein Hautbild verbessern. Und UV Strahlung arbeitet genau gegen diesen Wunsch. Was wäre also sinnvoller, als den Hauptverursacher von vorzeitiger Hautalterung abzuschirmen?

Wer tagsüber Retinol auftragen möchte, sollte auch Sonnencreme tragen, eben um den instabilen Wirkstoff noch in der Haut während seiner Arbeit zu schützen. Eine erhöhte UV Empfindlichkeit durch Retinol soll es aber angeblich nicht geben. Trotzdem wäre ich da aus den eben genannten Gründen sehr vorsichtig. Die Sicherheit der Haut geht vor! Das bedeutet für mich, dass ich, da ich Retinol und auch AHA/BHA verwende, stets an den UV Schutz denke. Noch mehr Pigmentflecke kann ich nicht gebrauchen, denn die lassen einen älter aussehen, als man eigentlich ist.

 

Kann ich Retinol über die Haut überdosieren?

Sicher ist sicher, also wäre die Antwort JA. Allerdings steht das alles auf wackligen Beinen. Ob man durch die tägliche (normale) Ernährung und ein paar zusätzliche Hautcremes mit Retinol (oder gar einer Bodylotion) seinen Körper mit Retinol „vergiften“ kann, ist nicht 100 prozentig klar.

Daher möchte ich selbst die Frage nicht beantworten, sondern stelle hier eine Stellungnahme des Bundesamtes für Risikobewertung von 2014 zur Verfügung:

 

Kann ich ein OTC (over the counter) Retinolprodukt mit einem verschreibungspflichtigen Retinoid aufpimpen?

Das ist keine gute Idee! Ich würde niemals ein verschreibungspflichtiges Retinoid mit weiteren Retinolprodukten kombinieren. Die Gefahr von Nebenwirkungen steigt ungleich höher an, muss doch nicht sein. Allerdings kann man eventuell bestimmte Zonen mit unterschiedlich starken Produkten bearbeiten. Wenn die Haut auf der Stirn sehr robust ist, kann sie ein verschreibungspflichtiges Retinoid vielleicht vertragen, unter dem Auge ist das aber vielleicht mit einem OTC Produkt sicherer. Hier könnte ich also eine Kombination (nebeneinander nicht übereinander) verstehen.

 

Kann ich bei Akne Retinol auch mit Benzoylperoxid mischen?

Keinesfalls mischen, aber hintereinander kann das funktionieren. Es kann allerdings zu einer sehr starken Austrocknung der Haut kommen. Zuerst Benzoylperoxid, das sehr gut einziehen sollte. Danach ein Retinoid.

 

Die Nebenwirkungen von Retinol gehen nicht weg!

Kleinere Abschuppungen und kleinere Rötungen können auftreten. Dann sollte man zB. das Produkt etwas verdünnen (mit einer weiteren beruhigenden Creme) und/oder die Anwendungsfrequenz herabsetzen. Ein beruhigendes Serum dazu ist auch immer eine gute Idee.

Bei starken und großflächigeren Rötungen, und bei Problemen, die nach über einer Woche nicht abklingen, sollte man das Retinoid absetzen und Fachleute befragen!

 

 Kann ich Retinolprodukte auch auf den Augenlidern anwenden?

Das kommt natürlich zuerst auf den Wirkstoffgehalt an, ich würde aber vorschlagen den Gebrauch auf dem Augenlid sein zu lassen. Es gibt zwar spezielle Augencremes, die auf dem Augenlid anzuwenden sind, aber Sicherheit geht vor! Auch am Auge, also unter dem Unterlid sollte man vorsichtig sein und dem Auge selbst nicht zu nah kommen. Ansonsten ist Retinol aber eine tolle Möglichkeit den typischen Krähenfüßen ein wenig den Graus zu machen.

 

Übertreiben es Firmen wie zB. Paula´s Choice mit ihren Anwendungsempfehlungen?

In meinen Augen JA, wenn es um Retinol, und insbesondere den zusätzlichen Gebrauch von chemischen Peelings dabei geht. Das wird von manchen Firmen geradezu glorifiziert. Man glaubt das als Kunde nur zu gern, ich bin da keine Ausnahme. Trotzdem sollte man auf dem Boden der Tatsachen bleiben.

Man wird sicherlich irgendwann besser aussehende Haut bekommen, der Grad der Verbesserung hängt aber immer auch ein Stück weit vom Ausgangspunkt ab. Wenn ich vorher nur sehr unregelmäßig gepflegt und kaum ein Peeling benutzt habe, werde ich nach einer gewissen Zeit mit Retinol und Peeling geradezu staunen. War ich immer schon ein Hautpflegejunkie, wird die neueste Retinolcreme auch keine weitere großartige Wow-Verbesserung mehr bringen. Finetuning mal ausgenommen.

Dumm finde ich es von Firmen, wenn sie verharmlosend den täglichen Gebrauch solch hochpotenter Wirkstoffe propagieren. Problemlos empfehlen sie auch den gleichzeitigen Gebrauch von Retinol und Säuren (und weiteren hochwirksamen Wirkstoffen), was mMn nur bei wenigen und sehr robusten Hauttypen problemlos möglich ist. Alles was geht, muss man nicht auch unbedingt ausreizen.

Auch als Anfänger muss man sich zuerst ein wenig in die Materie einarbeiten. Möchte ich ein wundervolles vier Gänge Menü kochen und dafür Lob abstauben, sollte ich ja auch erst Rezepte studieren, und danach die besten Lebensmittel einkaufen, die genau zu meinem Rezept passen. Eigeninitiative und Intuition sind nicht out!

 

Ist Retinol das beste Anti-Aging Mittel der Welt?

Nein! Retinol ist so gut erforscht, wie kaum ein anderer Wirkstoff in der Hautpflege, und die Wirksamkeit auf die Verbesserung des Hautbildes ist eindeutig vielfach belegt. Aber nur in der Kombination mit weiteren Maßnahmen, kann man davon ausgehen, dass man das derzeit Beste für das gute Aussehen seiner Haut tut. Retinol alleine ist dann nicht ausreichend. Ein guter Sonnenschutz zusammen mit Antioxidantien (mehrere sind besser), Peeling (mögl. schonend, also meist chemisches Peeling), und eine Hauttyp gerechte Pflege mit Feuchtigkeit und eventuell Lipiden, die auch die Hautschutzbarriere nicht aus den Augen verliert, komplettieren das Bild.

 

.

 

 

(Fotos: Konsumkaiser, Pixabay   Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Dieser Artikel dient nur der Information von Laien, er soll nicht anleiten, diagnostizieren oder behandeln/heilen. Bei Fragen unbedingt Fachleute dazu befragen! Keinerlei Sponsoring)


35 Gedanken zu “SKINCARE BASICS: RETINOL – WIE DENN NUN?

  1. Moin! Schön zusammengefasst, danke! Ich habe gestern Abend Teoxane vit c Serum und PC clinical retinol kombiniert und gehe heute mit abpellender Gesichtshaut ins Büro 😱😂

      1. ich habe es auch versucht und die haut hat es vertragen. allerdings hat dann 2 tage lang mein make-up nicht gehalten, sondern sich abgerollt. also bin ich lieber „oben ohne“ ins büro marschiert. das experiment werde ich nicht wiederholen.

  2. Guten Morgen, lieber Konsumkaiser!

    Was für ein informativer und interessanter Beitrag, aus dem ich mir auf jeden Fall Notizen abschreiben werde. Auch werde ich ihn an einige Freundinnen weiterleiten, die (ebenso wie ich) großes Interesse an den Themen Hautpflege und Anti Aging haben, jedoch nur über sehr diffuses Halbwissen verfügen.
    Vielen herzlichen Dank, dass du dazu beiträgst, dass wir immer unabhängiger werden von den vollmundigen und oftmals falschen Versprechungen der Kosmetikindustrie!

  3. Guten Morgen

    Ich benutze abends die Anti Aging Pads von Flora Mare

    Habe mich aber noch nicht getraut danach das 1% Retinol von PC aufzutragen.

    Ist das Möglich? Beide Produkte vertrage ich gut.

    Danke schon mal

    1. Tja, alles ist möglich. Wir können nicht mal erahnen, ob du das verträgst.
      Aber ganz ehrlich, die Pads von Flora Mare sind schon stark. Dann NOCH das 1% Retinol darüber?
      Ich würde das aus Sicherheitsgründen nicht machen, aber prinzipiell ist es möglich, wie ich ja im Artikel geschrieben habe.
      Viele Grüße!
      KK

    2. Hallo Herta-Anna,
      ich nutze die Pads auch täglich abends und ebenfalls täglich abends das Retinaid von Highdroxy. Bevor es das gab, habe ich Retinol-Produkte von Paula’s Choice verwendet, allerdings immer nur in der 0,1% Konzentration, den 1%-Booster maximal 1-2x/Woche.
      Meine Haut hat es mir, da ich auch sonst nicht zimperlich mit Mengen und aktiven Wirkstoffen umgegangen bin, in der letzten Zeit mit dauerhaftem Brennen „gedankt“ (ohne Rötung).
      Ich werde jetzt, da ich keinesfalls auf das Retinaid verzichten möchte (allerdings auch nicht auf AHA), an zwei Tagen pro Woche die Pads weglassen und beobachte mal, wie das funktioniert. Ansonsten habe ich Mengen und Wirkstoffe reduziert und pampere die Haut zum Abschluss der Abendroutine ein bisschen.

      Bei mir ist es so, dass meine Haut sehr gut mit Glykolsäure zurecht kommt, Retinol ist da schon schwieriger – deshalb bin ich so froh und glücklich über das Retinaid.

      Ich würde vorschlagen – wenn Du beides einzeln verträgst: teste die Kombination vorsichtig (!) aus.

  4. Wieder mal gut und verständlich. Nicht zu kurz, aber auch keine möchtegern-wissenschaftliche Abhandlung. Du hast ein Talent interessant und anschaulich zu erklären, dass man gerne etwas dabei lernt.

  5. Dankeschön 😊😊😊😊😊
    …..für dieses wirklich wieder einmal fantastischen Bericht.
    Und am Ende spielen die Gene 🧬 jedes einzelnen Menschenś eine wichtige Rolle.

  6. Oh wow, ein wirklich sehr cooler, umfassender und fundierter Artikel.

    Nur bei BPO+Retinol hab ich bei der Reihenfolge persönlich andere Erfahrungen gemacht. Ich benutze die Kombi Aknerroxid BPO 10% und PC 1% Retinol Booster schon mehrere Jahre. BPO zieht bei mir niemals in die Haut ein, sonder trocknet lediglich auf der Hautoberfläche ab. Deswegen erst Moistruizer+Retinolbooster, einziehen lassen und dann punktuell das BPO drüber. Schwächt die Wirkung natürlich ein wenig ab, aber lässt einem dafür die Haut nicht in Fetzen runter hängen. Ausserdem bleibt das BPO so auch da wo ich es haben will und verteilt sich nicht an sensible Hautbereiche wie z.B. die Augenpartie.

  7. Vielen Dank für diese ausführliche und verständliche Erklärung. Für mich habe ich gefolgert, dass ich nicht den nötigen Durchhaltewillen für Retinol habe, daher lieber auf Vorbeugung und massiven Sonnenschutz setze.

    1. Das ist sowieso mega gut. Ich wollte, ich hätte damals auch so gedacht. Stattdessen habe ich die Sonnenstudios unsicher gemacht. Das rächt sich heute. Und Retinol kommt mit so vielen Verpflichtungen, das ist auch viel „Arbeit“.
      Liebe Grüße!
      KK

  8. Vielen lieben Dank für diesen tollen informativen Beitrag! Tatsächlich war mir das neu, das man UV-Schutz „nur“ benötigt bzgl. der Stabilität und nicht weil Retinol die Haut empfindlicher macht wie z.B. bei Säuren. (Selbstverständlich benutze ich UV-Schutz immer – auch schon bevor ich Retinol und Co. verwendet habe…) Verwende Retinol nur Abends. Und immer „alleine“ ohne Säuren. Nur Nias sind immer mit dabei. Morgens und abends. Mit oder ohne Retinol. Ich habe einen Tag pro Woche „wirkstofffrei“. Da gibts nur Feuchtigkeit.

    1. Ehrlich gesagt finde ich ja schon, dass man mit starken Retinolprodukten eventuell auch empfindlicher auf UV Strahlen reagieren kann. Aber angeblich ist die Studienlage dazu so, dass eben kein „Peeling“ eintritt, sodass weniger Schutz durch Hautschüppchen da wäre. Allerdings peelen wir ja dann doch zusätzlich meist, weil es besser aussieht, und schon haben wir ja doch eine etwas „empfindlichere“ Haut (den Sonnenstrahlen gegenüber). Alles nicht so einfach. 😉
      Liebe Grüße!
      KK

  9. Vielen Dank lieber KK für Deinen interessanten und gut verständlichen Beitrag und dass Du uns an Deinem Wissen teilhaben lässt.

    Ich habe mit dem Barrier Repair Moisturizer angefangen und bin vor ein paar Wochen auf das Super Antioxidant Concentrate Serum umgestiegen. Nun möchte ich gerne auf das Retinaid von HD wechseln. Ich denk mal, dass es dann zu einem Rentinolbrand kommen wird. Da müssen wir wohl alle mal durch 😉

    Nun habe ich ein Frage und vielleicht kann mir einer von Euch helfen.
    Wie behandel ich einen Retinolbrand?
    Pflege komplett weg lassen? Benutzung von Eucerin Aquaphor oder Teoxane Deep Repair Balm oder vielleicht Thermalwasser?
    Bin für jeden Tipp dankbar.

    Viele Grüße
    Iris

    1. Hallo Iris,
      mir ist nicht ganz klar, wieso Du die tollen Pflegeschritte nacheinander ersetzt…
      Ich nutze abends das Super AOX-Serum, dann Retinol (oder Retinaid) und darüber noch die Intensive Repair (oder Barrier Repair) 🙂

      Durch einen Retinolbrand muss man nicht durch!
      Du musst nicht warten, bis Dein Gesicht brennend in Fetzen hängt ;-). Taste Dich langsam heran — und wenn Schuppung/leichte Rötung auftreten: sofort Frequenz/Dosis reduzieren.

      Liebe Grüße

    2. Wieso nicht gleich auf Retinolbrand verzichten? 😉 Dr. Sam Bunting hat eine ganze Videoserie mit super Tipps auf Youtube für die Handhabung von Retinol oder Tretinoin OHNE Reizung. Ich benütze selbst mittlerweile sogar Tretinoin ohne Probleme. Die wichtigsten Tipps zusammengefasst: einschleichen, z.B. jeden 3. Tag; andere Actives runterfahren oder erstmal ganz weglassen (ich weiß, das fällt schwer); milde, wirkstofffreie Reinigung und ebenso ein „Basic“ Moisturizer. Die Haut „buffern“, sprich, zuerst Moisturizer auftragen, eine Zeit lang warten (ich warte 30 min, am Abend hab ich ja Zeit dazu), um die Augen, an den Nasenflügeln und um den Mund davor nochmals „buffern“ mit zB Aquaphor. Je nach Stärke könntest du das Retinol nochmal etwas verdünnen mit dem Moisturizer. Den Hals/das Decolletee erst mal auslassen oder in geringerer Wirkstoffkonzentration behandeln. Bei mir war auf diese Weise noch nie die Behandlung eines Retinolbrandes notwendig, aber in diesem Fall hilft ebenfalls, alles auf „Basic“/wirkstofffrei (Niacinamid und Ceramide ausgenommen) umstellen und Produkte verwenden, welche die Hautbarriere wiederherstellen. Sonnenschutz ist in diesem Fall physikalischer angenehmer, das war das einzige, dass chemischer Sonnenschutz am nächsten Tag etwas gebrannt hat. Oh, auch Lab Muffin Beauty Science hat gute Tipps auf Youtube.. Alles Gute! 🙂

      1. Na, sämtliche aufgezählten Tipps promten wir verantwortungsvollen Blogger ja auch bereits seit Jahren.
        Aber man wundert sich auch, wie manche Leute mit diesen starken Wirkstoffen umgehen. Retinol aufs Augenlid und Co.
        Ich betone ja an jeder Stelle, dass die Sicherheit vorgehen muss. Ein Retinolbrand muss echt nicht sein.
        Liebe Grüße!
        KK

      2. Hallo Julie,

        vielen Dank für Deine Antwort und Tipps. Ich habe das Retinaid nun ausprobiert (zur Vorsicht jeden 4. Abend) und es hat gut funktioniert. Habe alles andere weg gelassen, nur anschließend den Calm Balm benutzt. Kein Brand oder Schälen, nur ein leichtes Trockenheitsgefühl am anderen Tag. Werde es nun jeden 3. Abend benutzen. Das Retinoid fühlt sich auch sehr angenehm auf der Haut an. Danke auch für die Tipps auf Youtube.
        Viele Grüße
        Iris

  10. Hallo Thorlane,

    vielen lieben Dank für Deine Antwort.
    Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt, sorry, Das Barrier Repair benutze ich z. B. Mo und Di, Mi dann das Superoxidanz, dann wieder 2 Tage Barrier Repair usw., außer ich peele, dann lasse ich beides weg.
    Ist das nicht zu viel, wenn ich beides zusammen benutze, also hintereinander? Du benutzt sogar alle drei, puh.
    Dachte, wenn ich das Retinaid einschleiche, das Superoxidanz weg lasse (austausche), da es sonst zu viel sein könnte (Höhe des Retinol-Anteils), da die Haut sich erst einmal daran gewöhnen muss.
    Ich bin noch sehr vorsichtig und ich seh, ich muss noch viel lernen. 🙂

    Lieben Gruß

  11. ***“Was kann man von „Retinolprodukten“ erwarten?“***

    Das darunter klingt ja nicht sooo berauschend?!

    Und wieso gibt’s eigentlich nirgends Vorher-/Nachher-Fotos in Bezug auf Retinol?

    1. Vorher-nachher Fotos? Wir sind hier doch nicht bei Amazon. 😂
      Ausserdem finde ich eine realistische Einschätzung besser, die dann hinterher von den realen Ergebnissen unter Umständen übertroffen werden. Ist doch viel schöner, so eine angenehme Überraschung, oder?

  12. Vielen Dank für Deinen Schreibkrampf, das toppt mal wieder alles. Du musst Tage daran gesessen haben- so neben dem Job. Super Klasse, werde ich abspeichern. Besten Dank.
    Vorher -nachher Fotos gibt es bei QVC oder Judith Williams. Die Kunden da sind nämlich so dämlich, das die sicher noch niemals was von Bildbearbeitungsprogrammen gehört haben.
    Liebe Grüße

  13. Hallo zusammen,
    habe eben entdeckt das auch Peter Schmiedinger eine neue Retinolserie rausgebracht hat. Ist mit Hydroxypinacolone Retinoate im oberen Drittel. Es gibt auch einen interessanten Reiniger dazu. Ich wüsste zu gerne wer für P.S. produziert. Für Herrn Glööckler hat Asam produziert.
    Weis das jemand ?
    Viele Grüße

  14. Danke, dass du das Thema „auf dem Auge“ aufgreifst. Das ist eine Frage, die ich mir dauernd stelle. Auf welche Augenpartie kann das Retinol-Produkt aufgetragen werden, welchen Teil sollte ich besser aussparen (frage ich mich bei allen anderen Pflegebausteinen auch immer). Habe momentan den 1% Booster von Paula in Nutzung (und wechselweise Absorica) und mich darauf verlegt, nur den ganz oberen Augenbereich unter dem Brauenbogen damit in Kontakt zu bringen. Das bewegliche Lid spare ich oben wie unten aus, weil ich bspw. auch mit Sonnenschutz-Produkten in Augennähe oft Probleme habe. Den „Krähenfüße“-Bereich außerhalb des Augenwinkels würde ich gerne mehr mit Retinol „bearbeiten“, bin da aber oft sehr sparsam und trau mich nicht richtig ran. Werde das aber jetzt mal verstärkt tun, du hast ja offenbar damit keine schlechten Erfahrungen gemacht, wenn ich das richtig lese. Da ist wirklich auch die Konsistenz von Absorica blöd, für den Augen(brauenbogen)bereich ist die echt zu sperrig…
    LG
    Käthi

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