LIFESTYLE: CHANEL NO 5 UND DIE GENERATION STUPID?

Traditionell sind Weihnachtswerbespots immer sehr opulent, stimmungsvoll und etwas Besonderes. Gerade auch Luxusbrand Chanel hatte da in der Vergangenheit oftmals ikonische Clips am Start. Im Jahr 2019 hat sich Chanel meiner Meinung nach allerdings gehörig vertan, denn der Chanel No. 5 Spot mit Lily-Rose Depp richtet sich offenbar an die Generation Doof…

 

Nix gegen Fräulein Depp, ein nettes Kind. Die Kombi aus Johnny und Vanessa ist hübsch, und mit dem Ruhm der Eltern hat sie es eben zum Model und zur Schauspielerin gebracht. Chanel machte sie dann auch gleich zur Ikone der Chanel No. 5 Weihnachtskampagne 2019.

Aber nach so erfolgreichen Werbespots, wie zum Beispiel „Le Loup“ (Le chaperon rouge) aus dem Jahr 1998 von Luc Besson, liegt die Messlatte besonders hoch. Der Werbefilm mit Estella Warren ist ein wahrer Traum, und wirkt selbst heute noch frisch und unverbraucht.

Da war ich persönlich dann aber doch richtiggehend enttäuscht, als ich den krampfhaft modern wirkenden Spot für die Weihnachtssaison 2019 sah. Das Setting sieht zwar verdammt gut aus: Aus einer großen Schneekugel liest Lily-Rose Depp ihre Glückszahl. Man muss nicht groß raten, dass es wohl die Fünf sein muss.

Aber mit autogetunter Stimme verkündet sie in einem extrem dämlich klingenden Tonfall (sorry), dass das ihr liebstes Parfüm sei. Arghh, dieser amerikanische Akzent und Chanel No. 5. Da erwartet man doch eher französische Sprache, oder wenigstens einen französischen Akzent. Und warum diese dümmliche Message? Verstehen das die Generationen x und y so besser?

Spinne ich das mal weiter, werden die kommenden Chanel Werbespots dann wohl durch die Bank mit Rapperinnen und Rappern besetzt, oder gar gleich durch die Kardashians. So wie sich LV und Fendi ja heute schon ganz gerne diesen Gangsta-Clowns widmen. Merry Christmas, Yo!

Hier der erwähnte Werbespot mit Lily-Rose Depp

 

Hier der ultimative Klassiker von Luc Besson

 

 

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(Foto: Screenshot Chanel Commercial   Keinerlei Sponsoring)


29 Gedanken zu “LIFESTYLE: CHANEL NO 5 UND DIE GENERATION STUPID?

  1. Ich bin ganz froh, wenn mich Werbung nicht anspricht. Dann gerate ich nämlich gar nicht erst in Versuchung. 😉

    Meine persönliche „Hasswerbung“ (ich muss das wirklich so nennen) ist die der dt. Vermögensberatung mit Jürgen Klopp. Erstmal wirbt der Mann mittlerweile für gefühlt alles, was bei mir zu einem (Ermüdungs/Och nö, nicht du schon wieder)Heidi-Klum-Effekt führt. Und dann frage ich mich, was einen bewegt, mit einem millionenschweren Trainer (sind doch noch Millionen?), der „Vorsorge nicht für spießig, sondern für total wichtig hält“, für private Vorsorge zu werben. Empathiebefreit wie eine Packung Toastbrot, echt ey.

    Ähem… und sonst nen schönen ersten Advent. 🎄🎅

    1. Nachtrag noch: Ich kann deinen Unmut bzgl. des Spots sehr gut nachvollziehen. Mich spricht er gar nicht an und bei der Schlusspose musste ich an Rocky denken. Weiß nicht, ob das so gewollt war? Chanel No.5 macht unvesiegbar? Zitat der Generation Y, die mutgeschaut hat: „OMG, ist das schlecht.“ War aber natürlich keine repräsentative Umfrage. 😉

      Was die Subtilität angeht… macht ihr mal so weiter, dann wird es zu Weihnachten Dysons hageln. 😂 (Ich woll keinen! Ein Multifunktions-Heinzelmännchen wäre mir lieber.)

  2. Ach, danke für die Erinnerung an den wirklich tollen Chanel-Spot von Luc Besson. Ich krieg bei dem Wolf immer Herzklopfen vor Aufregung 😀

  3. Guten Morgen!
    Hier gibt’s heute den ersten Lebkuchen, juhu!
    Der Werbespot spricht mich so gar nicht an wegen der englischen Sprache. Mir ist schon klar, dass Chanel als weltweit tätiges Milliardenimperium global operiert, aber ich verbinde mit denen einfach französische Lebensart. In dem Spot passen Produkt und Botschaft für mich nicht ganz zusammen. Von der Bildkomposition finde ich ihn aber durchaus gelungen.

  4. Der Spot von Luc Besson ist wohl viel-zu-subtil 💖! Das Still des neuesten Spots ist ja ganz hübsch, aber erwartet hätte ich danach eine Explosion von Eleganz und aller Niedlichkeit, die eine junge hübsche Dame in Chanel und für Chanel so verbreiten kann, und das in einem echten Schneekugelsetting mit Kutsche, Zirkus und Schlafmichtot. Nun, es hat nicht sollen sein.

    Vermutlich ist die Ausrichtung wirklich eine globale. Demnächst wird die Werbung wohl noch viel mehr in leichter Sprache gehalten sein, ein wenig so wie das Gebäck bei Alice in Wonderland: Iß mich!: Kauf mich!
    So genannte Designerware mit den ganz großen Markennamen oder Logos – die eine oder andere Marke hat das eher kürzlich erst aufgelegt – ist ja m.E. auch fast nur etwas für Teleepistemiker (Copyright: Dieter Nuhr). 😁

      1. 👍🏼! Herr KK, heute bist Du aber wirklich in Hochform😀. Echt jetzt, noch mehr als sonst. Besser als der internationale Frühshoppen hier. äh Frühschoppen! shoppen ist was anderes.

  5. “ zum Beispiel „Le Loup“ (Le chaperon rouge) aus dem Jahr 1998 von Luc Besson, liegt die Messlatte besonders hoch. Der Werbefilm mit Estella Warren ist ein wahrer Traum, und wirkt selbst heute noch frisch und unverbraucht.“

    Stimmt! Beides war ein Genuss anzusehen! Was dieses Jahr nicht der Fall ist.

    „kam. Aber ganz sicher: hier riecht es draußen, als ob es bald schneit. Kennt das noch jemand?“

    Ich rieche es immer kurz bevor es schneit. Dementsprechend wird es bei uns in 2-3 Tagen schneien. Wir wollten auch zum Weihnachtmarkt, meine Stadt hat mehrere und bis wir sie alle abklappern….aber alle sind krank! Nun denn.

    1. @ombia: Liebe Ombia, erst einmal vielen Dank für deinen Sonnenschutz-Tipp! Fühle mich superwohl damit.

      Ich bin gerade auf einem Kurztrip in Kopenhagen und versuche mich in Vorweihnachtszeit… Es ist ein bisschen anders und so lieb. Ich glaube, es kann funktionieren. Hab allerdings gerade auch ein bisschen Glögg probiert 😋🤪.

      Habt einen schönen Advent!

      Liebe Grüße
      Doro

  6. Ich verdrücke bei gut gemachter Weihnachtswerbung ja gerne mal ein Tränchen, aber vor lauter Verzweiflung habe ich bisher noch nicht geweint. Bis jetzt.
    Ist das peinlich für Chanel! 😳

  7. Den Tränenwerbespot hat für mich dieses Jahr Apple am Start. Schöne Message und ich bin normal nicht der gefühlsduselige Typ und auch kein Applefan.

    Und warum wirbt dieses Jungblut für die Nummer 5? Für mich ist das neben Clinique Aromatics Elixir der Inbegriff des
    altmodischen Ommadufts. 😂 (sorry an alle Verwenderinnen)

    1. Nicht falsch gesehen, Chanel No.5 passt gut zum gut gearbeiteten Nerz. Natürlich kommt es dabei aber vor allem auf die Trägerin an.

      Erwähnte ich mal, dass ich nach dem versuchsweise Aufsprühen von Guerlain Madagascar Vanilla-Weißnichtwas (grüne Flasche) ein entsetzliches Erlebnis hatte? Meine ganze linke Hand, dort nämlich landete das Zeug, stank nach schlimmstem Schweiß (Fußschweiß einer sehr wasserscheuen Person, die viel Sport treibt und Knoblauch ißt). Mehrere Stunden lang, trotz spontan entwickelten Waschzwangs. Ein Desaster! 😧

    2. @Christian: Die Zielgruppe würde ich auch eher nicht in der LR.Collins-Generation verorten. Von Jil Sander gab’s vor Jahren mal nen Duft (Bath & Beauty) den ich in der alten Version (und nur in der) echt geliebt habe. Hatte mich dann mal aus alter Verbundenheit durch die Rezensionen bei Douglas gewälzt und das von J. Sander bestellt, was als „leicht, frisch u. unaufdringlich“ beschrieben wurde. Nun ja. Nach der Schnupperprobe habe ich dann zuerst mal das gemacht, was ich vorher verpeilt hatte und aufs Alter der Rezensentinnen geschaut. Ich sag’s mal so: Ich bin sehr gespannt und habe auch ein wenig Angst vor dem, was meine Nase ab 55+ als „leicht, frisch u. unaufdringlich“ wahrnehmen wird. 😩

      1. @ Anna: Keine Sorge, vielleicht ändert sich der Geruchssinn in die andere Richtung. Meine früheren, langjährigen Lieblinge wie Ultima Sheer Scent, Clinique Wrappings oder D & G Light Blue wären mir heute viel zu viel, mittlerweile darf es nur mehr dezent-frisch-zitrisch-herb sein, und auch das lieber als EdC denn EdT.

        Bei Aromatics Elixir, in jungen Jahren mein Winterduft, werde ich heute fast ohnmächtig (auch wenn ich es immer noch weniger schlimm finde als extrem blumige, süße oder vanille-lastige Düfte) 😉 .

      2. @Anna: Ach, mach Dir keine Sorgen, diese veränderte olfaktorische Wahrnehmung muss nicht jeden betreffen. Dafür gibt’s dann allerdings bestimmt wieder Verschiebungen auf anderer Wahrnehmungsebene. Ich bin 64, Riechen, Schmecken und Hören finde ich eher geschärft, vielleicht auch durch einen Alltag mit etwas mehr Ruhe als früher, der mir Zeit für mehr Aufmerksamkeit lässt, dafür brauche ich Brillen in allen Räumen und Taschen, furchtbar.
        Und Zustimmung: No. 5 war schon immer Omma, lange bevor ich selbst eine wurde!

        1. Liebe Ursula, liebe Irene, ihr macht mir Mut. Danke! 😉 Und stimmt… wenn ich genau überlege, war der Umstieg auf die Pflege von PC beinahe so was wie ein Duftstoff-Detox, umso nerviger finde ich stark parfümierte Produkte mittlerweile. Blöd, weil gerade bei etwas höherpreisigen Haarpflegeprodukten auf diesen Signature-Duft gesetzt wird und die günstigeren oft „einfach so“ beduftet sind. Na gut… dann wird es wohl eher Lesebrille denn Chanel No.5. ;))

  8. Chanel No. 5 passt klasse als ungenutzte Miniatur auf mein Parfumregal. Ich werde vermutlich nie alt genug dafür und warte auf einen Besucher, dem ich den Duft mitgeben kann 😊

    Warum zum Henker haben sie dem Kind so eine Art Dreadlock auf den Kopf geklebt. Und die Klamotten….. Bieder, brav, geschmacklos, schnarch. Sehr ömmig, passend zum Duft. Das beste am Clip sind die roten Stiefelchen in dem chaotisch zusammengewürfelten Outfit. Würden auch gut zu Rotkäppchen passen. Dieser Clip weckt in mir Begehren: ich möchte das rote Cape, trotz seiner polyestrigen Anmutung. 😍

  9. Das Geld für den Clip hätte sich Chanel sparen können oder besser: spenden. Zum „Le Loup“-Clip absolut und überhaupt kein Vergleich.
    Ich bin mittlerweile alt und (ja auch) Oma, aber dem Chanel Nr. 5 konnte ich noch nie etwas abgewinnen. Er riecht für mich immer wie ein (ur-)alter schon gekippter Duft. Ich finde nix aber auch wirklich nix, was ihn so besonders machen soll. Vielleicht versagt meine eigentlich ganz gute Nase aber einfach nur bei diesem Parfum. Und ja, ich kenne eine Frau, die diesen Duft seit Jahren benutzt und immer, wenn ich mal wieder an sie denke gehe ich beim nächsten Parfumeriebesuch zum Flacon und probiere. Und jedesmal… NEEE… Dabei möchte ich wirklich gern verstehen, was diesen Duft so besonders machen soll.
    Übrigens ist es nicht so, dass ich keine „schweren“ Düfte mag – da gibt es schon den ein oder anderen (bei AKKAD schmelze ich z.B. regelmäßig dahin, der ist für mich ein reiner Wohlfühlduft und dabei durchaus kein „frisches Leichtgewicht“).

  10. Na dann oute ich mich mal: ich trage Nr. 5 sehr gern, obwohl ich keine Oma bin 🙂 und habe auch schon mehrmals Komplimente für meine olfaktorische Ausstrahlung damit bekommen. Allerdings sagte mir jemand, dieser Duft würde sich auf jeder Haut ein wenig anders entfalten, was dafür spricht, dass man ihn nur entweder lieben oder hassen kann. Gerade das L`Eau nehme ich gern, wenn es merklich duftend, nicht zu viel sein soll, z. B. auch tagsüber zur Arbeit.
    An den Spot mit Rotkäppchen und dem Wolf konnte ich mich noch gut erinnern, ich fand ihn damals so passend zur Weihnachtszeit, die ja traditionell auch mit Märchenzeit verbunden ist… und allein die Musik ist so wunderbar geheimnisvoll. Da bleibt insgesamt ganz viel Raum für Phantasie, die ja ein wertvoller Kaufanreiz ist. Danke fürs wieder Hervorholen! Den neuen kannte ich bis eben nur als Bild aus den Zeitschriften, da ist er o.k., ein bisschen weihnachtlich, eine bisschen mädchenhaft – aber als Spot wirkt er nur noch billig, wie für einen der unzähligen Z-Promi- Düfte. Wo ist die Story, die Phantasie? Diese Werbung würde mich eher davon abhalten, das beworbene Parfüm zu kaufen, Thema grandios verfehlt, würde ich also sagen. Für irgendwen wäre es nur ein Flop, aber für Chanel finde ich es wirklich peinlich. ich befürchte wie du demnächst die K…s als Werbeträger, igitt, dann stelle ich mich sofort auf andere Marken um.
    Ansonsten stelle ich fest: dein Schreibstil wird immer besser, dieser Artikel (und viele kürzlich verfasste ebenfalls) ist herrlich pointiert und mit gerade der richtigen Dosis an bissigem Humor geschrieben. Liebe Grüße!

  11. Vielleicht auch ein erstes Anzeichen, dass Chanel ohne Karlchen sein Niveau nicht halten kann. Den Hype um die Marke kann ich aber sowieso nicht verstehen. Die meisten Klamotten sind gruselig zu völlig abgehobenen Preisen. Aber Teenies lichten sich massenhaft gegenseitig vor dem Chanel Schaufenster ab, als sei es schon eine besondere Auszeichnung VOR dem Store gestanden zu haben. Wahrscheinlich richtet sich der neue Werbespot an diese zukünftigen Kunden.

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