SKINCARE: JAMES READ – GRADUAL TAN „SLEEP MASK TAN FACE“ & „H2O TAN DROPS FACE“

Selbstbräuner sind und bleiben ein heikles Thema. Sie müffeln, färben die Haut unter Umständen unschön orange, und haben meist keinen wirklich guten Ruf. Manchmal zu Unrecht, es gibt doch ein paar richtig gute Produkte. Und nach meiner Erfahrung, gehören die Selbstbräuner von James Read definitiv dazu…

 

 

Der Brite James Read ist sowas wie der Bräunungsexperte der Stars. Nun ja, solche Attribute sind mir persönlich immer ziemlich egal, denn für den Schlag „AdelsexpertIn und QuatschologIn der Stars“ habe ich nicht viel übrig. Trotzdem gut zu wissen, dass es sich hier um eine Firma handelt, die sich ziemlich viele Gedanken zur Produktgattung Selbstbräuner macht, und nicht nur mal eben sowas ins Programm nimmt, eben weil es noch fehlt.

Die Vielzahl der Produkte spricht für das Wissen darüber, dass nicht jedes Produkt universell einsetzbar ist, und ich mag die Auswahl bei Read.

Eine liebe Leserin hatte hier auf dem Blog gelesen, dass ich die James Read Produkte interessant finde, und versorgte mich sogleich mit der selbstbräunenden Schlafmaske aus der Gradual Tan Linie (Danke nochmals!), die mich ziemlich schlagartig, quasi über Nacht, überzeugen konnte, sodass ich mir gleich die Originalgröße „Sleep Mask Tan Face“ sowie die praktischen „H2O Tan Drops Face“ gekauft habe.

Zwei ziemlich unterschiedliche Produkte, die aber durchweg nur praktisch in der Anwendung sind. Es kommt einfach darauf an, was man erwartet. Und bei mir ist es so, dass ich totale Flexibilität bei der Anwendung brauche, keine nervigen Extraschritte in der Morgen- oder Abendroutine, und eine sehr natürliche Färbung der Haut. Nichts ist schlimmer, als der typische Selbstbräuner-Look, wenn er offensichtlich zu stark ausfällt.

Lieber Tönung aufbauen, als auf einen Schlag mit Donald Trump in einer Liga zu spielen!

 

 

James Read Gradual Tan H2O Tan Drops Face

Diese Art der Anwendung kennen wir bereits, zB. von Clarins oder auch der dm Eigenmarke Sundance. Die Tropfen kann man prima dosieren (2 bis 5 Tropfen nutze ich, die Intensität der Bräune ist also planbar), einfach in die gewohnte Tages- oder Nachtcreme, oder ein Serum mischen.

Die Drops von Read bieten die erstrebenswerte Kombi von zwei Selbstbräunersubstanzen (DHA und Erythrulose), die meist für eine natürliche Tönung der Haut sorgen. Dazu verhalten sie sich wie Wasser, beschweren die übliche Pflege also gar nicht.

Das Produkt enthält eine dezente Beduftung, und ich muss sagen, dass diesmal keinerlei typischer Selbstbräunerduft zu meiner Nase vordrang. Das kann bei anderen Personen anders aussehen, aber hier war ich doch überrascht. Dafür müssen sehr empfindliche Hauttypen aber auch wissen, dass Parfüm und extra deklarationspflichtige Duftstoffe enthalten sind. Der Inhaltsstoff Butylphenyl Methylpropional (Lilial), auch als Maiglöckchen-Aromastoff bekannt, besitzt ebenfalls ein gewisses Allergiepotenzial.

Dafür findet sich aber auch kein unguter Alkohol, wie er in ähnlichen Produkten oftmals zu finden ist. Schon mal ein Vorteil.

Insgesamt finde ich allerdings die Farbentwicklung einfach toll. Nicht zu schwach (bei ca. 4-5 tropfen), aber auch nicht aufdringlich und auffällig. Völlig natürlich und sehr schmeichelnd. Ich kann ja kaum noch dieses blöde Marketingwort „sonnengeküsst“ hören, aber man sieht wirklich wie nach einem tollen Sommertag aus. Nicht verbrutzelt, sondern frisch und gesund. Für mich perfekt im Winter!

Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Read Drops besser finden soll als die Tropfen von Clarins, sie sind definitiv irgendwie vergleichbar vom Ergebnis, aber derzeit habe ich den Eindruck, dass Read bei mir besser abschneidet.

30 ml in der Pipettenflasche kosten ca. € 39,99 (in den üblichen Parfümerien, Onlineshops und QVC erhältlich)

 

 

 

James Read Gradual Tan Sleep Mask Tan Face

Das transparente Gel habe ich über dem ANR von Lauder und den Bakuchiol Pads von Indeed Labs aufgetragen. Passte prima und trotz geliger Konsistenz kam meine Haut insgesamt auf ihre Kosten. Am nächsten Morgen fehlte nichts, die Haut wirkte nicht „vernachlässigt“, nur weil ich keine „echte“ Nachtpflege aufgetragen hatte. Das spricht für die feuchtigkeitsspendenden und versorgenden Inhaltsstoffe der bräunenden Schlafmaske von Read.

Extrem angenehm finde ich hier allerdings, dass sich der Duft enorm zurückhält. Weder eine penetrante Beduftung, noch der typische Selbstbräunerduft störte mich in der Nacht. Das ist hochinteressant, denn DHA entwickelt eigentlich immer bei Reaktion auf der Haut diesen eigenartigen Geruch. Hier so gut wie gar nicht, toll, denn gerade in der Nacht stören mich beduftete Produkte doch meist ungemein.

Die Färbung der Haut ist bei diesem Produkt doch etwas zurückhaltender (färbt mit DHA-only). Das passt wohl ganz perfekt für recht helle Hauttypen, aber auch bei mir funktioniert es, wenn ich die Maske an zwei aufeinander folgenden Nächten anwende. Ebenfalls mega natürlich und ein sehr schmeichelnder Ton kommt dabei heraus.

Die Konsistenz ist zwar ziemlich silikonlastig, dennoch fühlt es sich eher wie ein kühles Gel an, das sich natürlich super verteilen lässt, was bei Selbstbräunern ein nicht zu unterschätzender Faktor ist.

Parfüm findet sich keins direkt in dem Produkt, allerdings ist der Inhaltsstoff DMDM Hydantoin ein diskussionswürdiger Konservierungsstoff. Stoffe wie Grapefruitsaft oder der Emulgator Laureth-7 sind aufgrund der geringen Einsatzmenge eher zu vernachlässigen, sollen aber auch Erwähnung finden.

Für mich ist die Anwendung als Nachtcreme-Ersatz optimal, denn sie kostet keine Sekunde mehr Zeit, und dennoch habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Besonders nach einem langen, anstrengenden Tag (inklusive durchgemachter Nacht) ist die Sleep Mask eine Wunderwaffe für einen besser aussehenden Teint am nächsten Morgen. Nach Feierleiche sieht man damit bestimmt nicht mehr aus, aber eben auch nicht wie ein Selbstbräuner-Opfer. Übrigens gibt es keine unschönen Flecken auf weißen Kopfkissenbezügen.

50 ml im Pumpspender kosten ca. € 29,40 (gibt es auch in einer intensiveren Version, sowie eine Version mit Retinol (!) aber leider zusätzlichem Lavendelextrakt, der wiederum reizend wirken kann – erhältlich über die üblichen Parfümerien, Onlineshops und QVC)

 

Fazit

James Read erfindet den Selbstbräuner nicht unbedingt neu, und die Produkte sind sicherlich nicht makellos, aber sie machen bei mir einen wirklich guten Job. Dabei wird schon mehr oder minder auf eine nette Wirkstoffmixtur geachtet, sodass man nicht nur ein schnödes Bräunungsprodukt bekommt, sondern gleich auch eine Portion Pflege.

Interessant ist der Duft, bzw. der eher nicht vorhandende Duft, bei mir gab es keinerlei Geruchsbelästigung durch zu aufdringliche Übertünchungsdüfte, und auch der typische Selbstbräunergestank blieb aus.

Für Männer mit Bart: Es gibt keinen orangen Schimmer in den Barthaaren. Trotzdem sollte man die Augenbrauen und Haaransätze mit einem feuchten Tuch direkt nach der Anwendung etwas abtupfen.

Der Preis der Produkte ist nicht wirklich günstig, und wenn ich Wert auf die Pflegeinhaltsstoffe lege, dann greife ich nicht unbedingt zu einem Selbstbräuner, sondern gleich zu einem bewährten Wirkstoffprodukt. Deshalb denke ich auch nicht, dass Read bessere Produkte herstellt, die man haben muss. Aber wer nach einem Produkt sucht, das recht ausgewogen formuliert ist und anständige (und nicht zu aufdringliche) Ergebnisse liefert, und wer dazu auch mal die üblichen verdächtigen Marken wechseln möchte, sollte unbedingt einmal einen Versuch mit Gradual Tan Produkten von James Read starten! Ich mag sie sehr.

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser    Die Produkte wurden selbst gekauft, keinerlei Sponsoring)


14 Gedanken zu “SKINCARE: JAMES READ – GRADUAL TAN „SLEEP MASK TAN FACE“ & „H2O TAN DROPS FACE“

  1. Der Beitrag kommt wie gerufen, ich teste auch gerade Selbstbräuner, da meine schöne Sommerbräune langsam verblasst. Die Tropfen von Clarins und der DM-Eigenmarke machen mich leider ziemlich gelb, das entspricht so gar nicht der natürlichen Tönung. Jetzt habe ich die MINETAN Luxe Oil Collection Illuminating Bronzing Drops in Gebrauch, nehme davon 4 Tropfen und sehe schon wieder viel frischer aus. Die Drops machen bei mir eine sehr natürliche Farbe. Gekauft habe ich bei lookfantastic.

    PS. Schönen Sonntag und danke für diesen schönen Blog.

  2. Guten Morgen. Ich benütze seit Sommer den LRP SB. Dezent müffelender Duft in der Nacht und das Ergebnis ist bei 1x Anwendung zart braun. Kein starkes Austrocknen wie bei den Loreal Sublime Tücher . Obwohl diese sehr praktisch sind. Aber dennoch bestialisch riechen. Ich verwende nichts anderes mehr. Schönen Sonntag! Ps wer den Sb ohne Geruch auf den Markt bringt , der auch noch gut bräunt – dann wird man Millionär

  3. Danke für den wertvollen Hinweis auf den Lavendel im Retinol Bräuner von JR.
    Den hatte ich auf QVC schon öfter gesehen und wollte ihn nächsten Monat bestellen. Keine gute Idee, denn auf Lavendel reagiere ich heftig! Puh!!
    Wunderbaren Sonntag wünsche ich,
    Sarina

  4. „Selbstbräuner sind und bleiben ein heikles Thema. Sie müffeln, färben die Haut unter Umständen unschön orange, und haben meist keinen wirklich guten Ruf“

    Stimmt! :-)))) Bei mir aber aus anderen Gründen. Die sind – in welchem Ausmaß aus immer- pro aging:

    Nicht die beste Quelle, aber diese habe ich aufs Schnelle gefunden:
    https://theskincareedit.com/2019/07/08/how-does-self-tanner-work

    „Here’s what happens:
    • Oxidative stress: The Maillard reaction from self-tanners generates free radicals, leading to oxidative stress. Free radicals are highly reactive chemical byproducts that attack cell structures and degrade collagen and elastin fibres. They can lead to premature aging, wrinkles and sagging skin!

    •Accelerated sun damage: The oxidative stress gets even worse if you go out in the sun after applying self-tanner, because UV makes DHA more unstable. This study found: „In DHA-treated skin, more than 180 percent additional radicals were generated during sun exposure with respect to untreated skin.“

    •DNA damage: DHA has also been linked to DNA damage. This study concluded: „The genotoxic capacity of DHA raises a question about the long-term clinical consequences of treatment of the skin with this commonly used compound.“

    •Vitamin D deficiency: Regular use of self-tanners may even reduce your vitamin D. This study found that the melanoidin pigments created by DHA can inhibit the body’s vitamin D production.“

    1. Ja, die kenne ich auch alle. Meiner Meinung nach, ist es nur wichtig kühl und kurzzeitig zu lagern. Alle anderen Faktoren fallen meiner Ansicht nach kaum ins Gewicht, da man solche Produkte ja nicht täglich über mehrere Monate hinweg verwendet.
      Zucker tötet schneller und sicherer…und ist pro-aging. 😉
      Viele Grüße!
      KK

      1. So wie ich die Erklärung verstanden habe, geschieht die Reaktion in der Haut/auf der Haut mit dem Bräunigunsprozess und hat mit der Lagerung wenig zu tun. Quasi die Wirkung ist zugleich die Nebenwirkung.
        Natürlich entscheidet jeder für Sich was man nutzen möchte, mir persönlich widerspricht es täglich Aox zu verwenden und gleichzeitig selbst für Oxidation zu sorgen…so wie ich viele verstehe, nutzen sie diese Produkte über den ganzen Winter, also monatelang. Wenn man es nur für 2-3 Wochen nutzt ist der Schaden vermutlich nicht nennenswert.
        Wenn man diese Art der Produkte aber nutzt, soll man mindestens zweimal täglich Aox in Unmengen schmieren.
        Ja, Zucker tötet. Und Alkohol auch. :-))) Und Übergewicht. Und überhuapt. Ista ber nicht da Thema heute.

        1. Nee, bei zu langer und warmer Lagerung können krebsverdächtige Stoffe entstehen. Daher nutze ich SB nur höchstens ein Jahr lang und entsorge den Rest. Auch ist mein Bad nie zu warm geheizt, SB liegt zudem in der dichten Schublade. Sicher ist sicher.
          Der Bräunungsprozess selbst geschiehtvja an den obersten toten Hautschüpochen. Inwieweit da auch ein gewisser Prozentsatz in die Haut dringt, kann ich nicht sagen.
          SB täglich zu verwenden endet dann irgendwann doch bei der Karotte. So viel Tönung addiert sich nicht zu einem dunkleren Ton, sondern immer zu einem dreckigen Orange. 🤬
          Ich finde, es sieht auch ungut aus der Nähe aus, weil dann meist weniger gepeelt wird, sodass die Bräune länger hält. Und ich sehe es dann und finde es irgendwie ungepflegt.

            1. Ich nehme im Winter gelegentlich den straffenden SB von Yves Rocher, meiner Meinung nach der Beste- und oder die SB Tropfen von DM Sundance. Aber eine Frage beschäftigt mich schon lange, wirkt SB austrocknend ?? ich habe so das Gefühl…. Ich habe ja eine Wüstenhaut die immer gleich mit Trockenheit und Spannungsgefühl reagiert. Weiß das hier jemand ?
              Danke

  5. Ich bin auch gerade ein Fan von mildem Selbstbräuner. Verwende die DM-Eigenmarke, sie passt gut zu mir, weil ich eh einen leicht gelblichen Hautunterton habe. Interessanterweise mag ich den typischen „Duft“, erinnert mich irgendwie entfernt an Kokos. Zudem reguliert er – auch interessanterweise – leichte Unreinheiten bei mir. Die sich ergebende Tönung ist leicht, fällt kaum auf, fühle mich nur nicht so sehr als Blass-Schnabel. Ich muss aber auch schauen, dass ich die Augenbrauen ausspare oder abwische, die werden sonst braun-orange unterlegt 🙂 Mein Hang zum Selbstbräuner endet üblicherweise, wenn es winterlicher wird…

    LG Käthi

  6. Hallo, bei uns in Frankfurt gibt es manchmal die Selbstbräuner von James Read im TK Maxx für die Hälfte des Preises, vielleicht führt euer TK Maxx die Marke regulär. Ich habe mir die 200 ml Tanning Mist für 14 Euro gekauft und bin ebenfalls sehr zufrieden, kein Geruch, keine Flecken, schöne Farbe.
    Schöne Woche noch!

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