LECKER: REZEPT FÜR FAULE – ES GIBT ROULADENGESCHNETZELTES

Rouladen, so wie sie Oma dereinst gemacht hat. Lecker! Aber dahinter steckt auch eine Menge Arbeit. Da ich in solchen Dingen schrecklich faul bin, habe ich ein Rezept entwickelt, das mir beinahe den vollen Geschmack saftiger Rouladen bietet, aber trotzdem so einfach nachzukochen ist wie ein Eintopf.

 

 

Fleisch gibt es bei mir nur noch alle Jubeljahre. Aber dann soll es auch entsprechend lecker sein. Trotzdem hasse ich dieses umständliche Wickeln von gefüllten Rouladen. Und da ich eh meinen eigenen Geschmack habe, wurde das Rezept kurzerhand angepasst. Nun ist es einfach in der Zubereitung, schmeckt lecker, und verzichtet übrigens gänzlich auf Speck. Man bekommt eine Kombination aus Rouladen und ungarischem Gulasch. Dazu gibts bei mir meist frische Spätzle und Blumenkohl, den ich in einer kräftigen Gemüsebrühe dünste, und hinterher mit etwas Sahne verfeinere.

 

Was man fürs Rouladengeschnetzelte braucht:

Für zwei (hungrige) Raupen Personen sind drei mitteldünn geschnittene Rindsrouladen angebracht.

Zwei dicke Zwiebeln (ich nehme Gemüsezwiebeln), eine rote Paprika, zwei mittlere Knoblauchzehen.

400 ml Rinderbrühe (ich nehme Biobrühe aus dem Glas)

Fünf Gewürzgurken

1 EL Senf

1 EL Paprikapaste / Sambal

1 TL Honig

Salz, schwarzer Pfeffer (nach Geschmack)

Bratenfett (zB. Butterschmalz)

 

 

 

Zuerst schneide ich die Rouladen zu kleinen Stücken und Streifen. Das Fett (ich nehme 10 EL Rapsöl) muss ordentlich vorgeheizt werden (Holzlöffel ins Fett halten. Wenn sich kleine Bläschen um den Löffel bilden, ist es heiß genug).

Ich gebe das Fleisch portionsweise ins Fett, damit sich die Temperatur nicht zu sehr senkt. Mit dem großen Holzlöffel rühre ich immer wieder, um Angebackenes vom Boden zu lösen.

 

Wenn das Fleisch eine mittelbraune Farbe angenommen hat, gebe ich den schwarzen Pfeffer und die Zwiebeln dazu, damit sie ein leichtes Röstaroma entwickeln. Das braucht ca. zehn Minuten.

Danach kommt geschnittener Paprika, der sofort etwas Wasser abgibt und den Röstvorgang unterbricht.

Nach weiteren zehn Minuten (immer wieder rühren!), gebe ich den gepressten Knoblauch dazu, etwas später dann noch die Gürkchen und den Senf. Vorsichtig sein, es kann schnell anbrennen. Rühren und nur mittlere Hitze sind angeraten.

 

Wenn sich ein Belag am Boden bildet, der mit dem Holzlöffel kaum noch abzukratzen ist, gebe ich ständig einen kleinen Schluck Rinderbrühe hinzu. Bitte nicht ertränken, nur „befeuchten“. Immer wieder den Boden mit dem Holzlöffel abfahren und den Belag lösen.

Nach ca. 30 Minuten gebe ich die restliche Brühe auf das Gargut (bis alles leicht mit Wasser bedeckt ist), schließe den Deckel und lasse nun alles mindestens eine Stunde köcheln. Auch hier wird immer mal wieder umgerührt.

 

Nach einer Stunde sollte das Fleisch zart sein und das Gemüse verkocht, sodass es eine sämige Soße ergibt. Diese ist sehr konzentriert, man kann sie noch mit etwas Wasser auffüllen, bis man die gewünschte Konsistenz erreicht (Achtung, man meint es schnell zu gut mit dem Wasser! Wir wollen ja keine Instantsoße und Soßenbinder dazutun).

 

Zum Abschluss salze ich die Soße nach Geschmack und gebe einen Esslöffel Paprikapaste, sowie einen Teelöffel Honig dazu. Das bindet noch zusätzlich die Soße, sodass diese noch ein klein wenig sämiger wird.

Wurde es doch zu flüssig, gebe ich zwei eiskalte Stückchen Butter (kurz ins Eisfach legen!) unter Rühren in die heiße Soße. Die Profis nennen das „Montieren“, die Soße wird noch besser gebunden und glänzt fein.

Nun lasse ich das fertige Gericht noch mindestens eine Stunde stehen, gut ist auch über Nacht. Nach der Zeit schmeckt es (schonend erwärmt) doppelt gut!

Spätzle und Blumenkohl finde ich dazu sehr lecker, aber die Beilage kann man hier ja prima variieren. Das Gericht hat nun den typischen Rouladengeschmack, auch durch die Gurken und den Senf. Dazu können wir auf ein Andicken der Soße zB. mit Mehl verzichten, weil das verkochte Gemüse die anfallende Flüssigkeit wunderbar sämig macht.

Guten Appetit! ♥

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser   Keinerlei Sponsoring)


14 Gedanken zu “LECKER: REZEPT FÜR FAULE – ES GIBT ROULADENGESCHNETZELTES

  1. 👍👍😁
    Muss ich jetzt den Stuhlkreis verlassen wenn ich mich oute – ich liebe die Rouladen zu wickeln. Vorausgesetzt die sind lang und dünn genug. Aber deshalb gehe ich nie fremd was den Metzger angeht.
    Und ich nehme mir Zeit. So, einmal alle paar Wochen. 😁
    Jetzt hätte ich Dein Teller gerne! Habe nur gekochtes Ei und Studentenfutter bevor wir einkehren und 25 km vor mir. 🤪

  2. Das klingt mega, denn ich bin zu faul für langatmige Rezepte. Ist ja fast ein Eintopfgericht. 🤣
    Koche ich nach und mir läuft jetzt schon das Mundwasser. Wo kriege ich jetzt schnell ein paar Rouladen her????

  3. Die Zeit, die man verbraucht, um Fleisch und Gemüse klein zu schneiden und alles nach einander in den Topf zu verfrachten, dauert länger, als Senf auf die Rolladen zu streichen, Gurke und Zwiebel aufzurollen sowie vier Rolladen anzubraten. In den Topf braucht man danach auch nicht laufend gucken. Rolladen gehen doch super schnell.

    1. Das sehe ich genauso. Arbeitsaufwand und Zeit sind bei beiden Methoden gleich, aber das Aussehen einer Roulade ist nicht zu stoppen.

  4. Das sehe ich genauso. Arbeitsaufwand und Zeit sind bei beiden Methoden gleich, aber das Aussehen einer Roulade ist nicht zu stoppen.

  5. Lieber KK, du wirst es nicht glauben, aber ich hatte heute vor Rouladen zu kochen, und habe nun heute Morgen beschlossen einfach deine Version zu machen.
    Es hat mir tatsächlich Zeit gespart, ich hatte die Mengen übrigens verdoppelt, und es war deutlich weniger aufwendig. Der Geschmack war sensationell, die ganze Familie fand die Idee witzig und hat sich die Finger geleckt.
    Die Kinder konnten die kleineren Stücke auch viel besser essen, die Roulade kriegen sie mit dem Messer noch nicht unfallfrei geschnitten. 🙂 😉
    Danke für das tolle Rezept!!!

  6. Respekt Herr Kaiser, dass haben Sie wirklich ganz toll gemacht! Bild für Bild Anleitungen mag ich. Wird sicherlich nachgekocht. Im Moment bin ich noch bei dem Chili Con Carne für Faule. Gruß Silke

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