LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 07.06.2019

Das Trendbarometer startet ins Sommerhalbjahr. Es geht immer noch um Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Aber nichts folgt einem festen Schema, es kommt wie es kommt. Hauptsache ein bunter Mix, unterhaltsam, lustig, manchmal nachdenklich, oder auch böse… 

 

Vorfreude ist die schönste Freude

In der vergangenen Woche habe ich meinen ersten Urlaub in diesem Jahr geplant. Weder weit weg, noch wild und hemmungslos, einfach eine Woche Nordseeluft, entspannte Anreise mit dem Zug, und eine kleine windschiefe Pension, die ich bereits kenne.

Eigentlich lustig, denn als junger Mann konnte ich mir nie und nimmer vorstellen, meinen Urlaub öfter im selben Zielgebiet und auch noch in der selben Unterkunft zu verbringen. Das ist was für Spießer, dachte ich. Immer neue Länder und Orte muss man doch erkunden, man saugt das Neue schließlich geradezu auf.

Und dann ist es irgendwann passiert, man lernt das Bekannte mehr schätzen und genießen. Muss es immer das Unbekannte sein? Je exotischer, desto besser? Seit in unserem Kulturkreis eine gewisse „Flugscham“ aufkam, habe ich bereits angefangen meine Reiseziele zu hinterfragen. Ist es ein kürzerer Urlaub, bleibe ich nun in der Nähe und versuche mit dem Zug zu reisen. Ausserdem musste ich feststellen, dass der Erholfaktor, die eigentliche Regeneration, deutlich intensiver ausfällt, je weniger „Stress“ bereits die Anfahrt macht. Weite Flugreisen brauchen für mich mittlerweile zwei eigene Regenerationstage…hin und zurück.

Eine Woche an der Nordsee ist für meine Person einfach optimal. Man ist nicht aus der Welt (es geschehen ja derzeit so viele unschöne Dinge im Familienkreis), und egal was ist, den Kopf bekommt man hier immer mal richtig frei gepustet. Ob heiße Sonne oder stürmische Regentage, ich mag (nur) hier alle Wettersituationen. Ich würde sogar so weit gehen, dass ich mich als Nordseeliebhaber oute, denn irgendwie kehre ich immer wieder dorthin zurück.

Und wenn ich das so schreibe, spürt ihr sicherlich meine Vorfreude heraus? Noch sind es drei Wochen, aber ich beginne bereits jetzt mit dem Packen der wichtigsten Dinge. Natüürlich habe ich auch schon meine Skincaretasche parat gestellt, und jedes praktische Pröbchen wandert hinein, das mir in die Finger kommt. Man will ja Platz sparen, Ähem.

Dazu wird auch noch die Garderobe geplant, es ist schließlich Nordsee, da muss man selbst im Hochsommer mit Sturm und schnatterkalten Temperaturen rechnen. Und da es zeitgleich zu meinem Aufenthalt auch noch ein großes Festival für elektronische Musik geben wird (habe natürlich Karten gebucht!), braucht es da nun mal Alternativen. Aber ob verschwitzt oder vollgeregnet bei Paul Van Dyk oder Ferry Corsten in der ersten Reihe zu zappeln, völlig egal, Spaß wird es allemal machen!

Und danach völlig fertig und geschafft Apfelkuchen mit viel Sahne und Kakao – Fuck the Strandfigur! Hab ich schon gesagt, wie schön auch die Vorfreude auf kleine Dinge ist? 🙂

 

 

Ist da was los

Himmel, man kommt aus dem Staunen derzeit gar nicht mehr heraus. Trump bei den Royals, und es erscheint plötzlich so normal. Ein(e) grüne(r) BundeskanzlerIn ist auf einmal keine Utopie mehr, und es klingt mittlerweile nur noch wie die logische Konsequenz. Traditionsparteien lösen sich geradezu auf, oder demontieren sich selbst, ohne Reißleine und doppelten Boden, und alle so: Jetzt erst?

Und das sind nur die Geschehnisse in nächster Nähe. An dieser Stelle könnte ich bis zur Unendlichkeit weiter machen, trotzdem berührt es mich nicht, wie es eigentlich sollte. Es nervt mich selbst, wenn ich das denke!

Einerseits ist man eher ratlos und fühlt sich verunsichert. Was mag die Zukunft wirklich bringen? Stehen wir vor epochalen Umbrüchen? Bauen die superreichen Menschen dieser Welt etwa deshalb überall Bunker, Grenzwälle und kaufen Zufluchtsorte auf einsamen Inseln, weil sie mehr wissen? Oder sind das nur gefühlte Welten, und eigentlich geht alles weiter, weiter und weiter?

Andererseits beneide ich die jungen Menschen, die sich derzeit scharenweise für politische Themen öffnen. Sicherlich ist Zocken und Party immer noch ein wichtiges Thema, warum auch nicht? Aber ich würde auch gerne nochmal diese Aufbruchstimmung erleben. Dieses „wir können ja vielleicht doch etwas bewirken“. Das Klima ist nicht scheißegal. Soziales ist nicht scheißegal. Vielleicht wird es sogar eines Tages ein klein wenig mehr Gerechtigkeit auf der Welt geben?

Leider kann ich mich nur mitfreuen, nicht mitfiebern. Zu lange dauerte das jahrzehntelange Aussitzen der noch immer komatösen Regierungsparteien. Hat uns das nicht alle geprägt? Das Gefühl, es geht schon immer gut weiter, egal was wir tun? Schwarze Nullen und scheinbar sinkende Arbeitslosenzahlen sind das neue Opium fürs Volk? Beruhigt euch, Leute! Das Konsumklima blüht, das andere Klima geht uns vorläufig nix an, ich kann schließlich nicht jedem Eisbär persönlich ne neue Eisscholle vorbei bringen? Und wenn die Leute deutlich mehr als die Hälfte ihres Einkommens einzig fürs Wohnen ausgeben müssen, dann hätten die eben mal besser in der Schule aufgepasst?

Dass junge Leute uns mittlerweile ein wenig schief anschauen, ist ihnen nicht zu verdenken. Die Werte ändern sich. Nicht umsonst poppen Wortschöpfungen auf wie zB. „Flug-Scham“ oder „SUV-Scham“. Ja, viele Jugendliche schämen sich für uns. Teure Insignien der Macht besitzen, und dafür in einer unendlich langweiligen Beziehung versauern und einen Chef ertragen, der einem das Leben zur Hölle macht. Immer wieder im Laufrad seine Runden rennen, damit der schöne Schein erhalten bleibt? Das bröckelt! Ja, Werte verändern sich gerade drastisch, und wir Älteren merken es oftmals nicht. Deshalb werden wir auch nicht mitgenommen, eben schief angeschaut. Ich freue mich mit, aber das lodernde Feuer der Erneuerung brennt in der jüngeren Generation, den dazu notwendigen Funken haben (zumindest bei mir) die schwarzen Nullen „da oben“ langsam aber erfolgreich gelöscht.

Versteht mich nicht falsch. Diese leichtere Form meiner Verdrossenheit soll mich nicht lähmen, ich bin weiterhin aktiv und engagiere mich. Ich sehe auch durchaus positive Tendenzen, die es wert sind von uns allen aktiv verstärkt zu werden. Aber ich empfinde zB. in Zeiten der kurz bevorstehenden Quantencomputer, unser aller Miteinander als zu träge, im Gegensatz zum unendlich schnell gewordenen Leben. Kann es passiert sein, dass unser gesellschaftliches Konstrukt einfach nicht mehr zeitgemäß ist? Brauchen wir viel dringender völlig neue Entwürfe für das Leben aller Kulturen und politischen Führungssysteme miteinander, als einfach nur „besseres Personal“ für das was wir bereits haben?

 

 

Wirft das Fragen auf?

Entschuldigt bitte die heutigen grundverschiedenen und nachdenklichen Themen, die eigentlich mehr Fragen aufwerfen als Antworten liefern. In letzter Zeit beobachte ich in so vielerlei Hinsicht immer wieder die Tendenz zur allgemeingültigen Antwort. Wir lechzen nach Vorgabe, nach Richtung, nach dem einzig richtigen Weg. Wer wirklich Antworten erwartet, sollte aber immer zuerst über die richtigen Fragen nachdenken.

Ich schreibe gerne Dinge auf, die ich mich frage, und die vielleicht auch andere Leute zum Nachdenken bringen. Das muss nicht immer auf höchstem akademischen Niveau sein, warum auch? Vielen Menschen, die sowas tun, wird vorgeworfen, dass sie ja selbst keinerlei Lösung anböten. So wie zuletzt zum Beispiel bei Greta oder Rezo. Nun, das ist meiner Meinung nach auch nicht deren Aufgabe. Denkanstöße liefern ist in meinen Augen millionenfach wertvoller als alle scheinbaren Patentrezepte dieser Welt, denn wir wollen denkende und möglichst freie Menschen sein. Oder ist der Herdentrieb im Menschen doch größer? Wir wollen doch gar nicht belehren, sondern ein Stachel im Fleisch des Alltagstrotts sein.

Ich will, ich brauche, diese Fragen, die gestellt werden, weil ich mir meine Welt damit ausmale, ausschmücke, weiterführe. Ein simples Planspiel in meinem unzureichenden Gehirn. Lösungen müssen hingegen von allen entwickelt werden. Ich empfinde das so, weil ich die Werte einer Demokratie noch nicht als beerdigt ansehe. Ich sehe aber auch, wie immer öfter die wichtigen Fragen, die wichtigen Meinungen, unterdrückt werden. Viele trauen sich gar nicht etwas zu fragen, oder ihre Meinung zu bezeugen, weil andere sie verachten, verdrehen oder hämisch kommentieren (siehe Lindners Verhältnis zu Greta).

Geht es im Kleinen nicht schon los? Ein Blogbeitrag über Lidschatten bringt deutlich mehr Feedback (und damit Kommentare) für einen Blog als ein Gesellschaftspolitisches Thema, und führt man es noch so „unakademisch“ wie möglich aus. Nein, bei den „ernsten Themen“ kann man sich die Finger verbrennen. Man hat Angst davor etwas „Falsches“ zu sagen. Man fürchtet die Platzhirsche, die sich lustig machen über diese mickrige Meinungsäußerung. Ist das nicht furchtbar?

Ein ohrenbetäubendes Rauschen der Meinungen, Fragen und Antworten wäre mein Traum. Niemand müsste um das fürchten was gesagt wird. Ich denke auch nicht, dass es wirklich dumme Fragen gibt, es gibt hingegen viel zu viel Überheblichkeit ihnen gegenüber.

Wie gesagt, entschuldig das diesmal völlig andere Trendbarometer. Vielleicht ist ja der eine oder andere Gedanke interessant für dich gewesen?

 

 

 

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(Fotos: Konsumkaiser    Keinerlei Sponsoring)

27 Kommentare

  1. Guten Morgen, ich liebe die Nordsee auch. Mit meinen Eltern habe ich viele Urlaube an der Nordsee verbracht, meist in Holland und Belgien. Mit meinen Tanten sowie Oma oft auf deutschen Inseln.
    Da kommen so viele schöne Erinnerungen hoch.

    Nachrichten aus Deutschland erreichen mich nur spärlich, daher kenne ich auch keine Flug-Scham. Abgesehen davon bin ich auf Flüge angewiesen, wenn ich meine Familie in Deutschland oder einen meiner Söhne in Russland sehen möchte. Die Bahn in meinem Land fährt über keine Grenze.

    Den Satz, dass wir nach Vorgaben und Richtungen lechzen, finde ich persönlich erschreckend. Vielleicht, weil ich persönlich es strickt ablehne, wenn mir jemand etwas vorschreiben möchte. Ich mache mir lieber meine eigenen Gedanken und treffe eigene Entscheidungen, auch wenn es vielleicht nicht immer die besten sind.
    Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.

  2. Paul van Dyk ist auch so meins!!!👍 Mein Urlaub geht auch schon das dritte Jahr mit dem Zug zum Urlaubsort! Dieses Jahr das zweite Mal Amsterdam, letztes Jahr nicht alle Sehenswürdigkeiten geschafft! Lieber KK ein schönes Wochenende und genieße deine Vorfreude auf deinen Urlaub! Ich freue mich jeden Morgen, deinen Blog lesen zu können!

  3. Moin lieber Konsumkaiser!
    Ich muss sagen: Ich mag deine Trendbarometer Beiträge sehr sehr gerne! Noch lieber eigentlich, als die Einträge über Skincare. Die Beiträge enthalten eigentlich alles, was ich zu meinem morgendlichen Kaffee am Freitag brauche: Gesellschaftliches, manchmal Tratsch…und auch politische Aspekte. Ich finde diesen Querschnitt richtig und wichtig. Ich lese gerne Sichtweisen unserer Gesellschaft und auch unserer Politik. Das regt einfach zum Nachdenken an. Zudem schreibst du es sehr gut! Es regt zum Nachdenken an. Mehr geht nicht! Gerne weiter so!
    Damit einen schönen Urlaub 🙂
    Ja und auch mich zieht es eigentlich immer in den Harz – meine eigenliche Heimat… Oder an die Nordsee. Ich hab damals immer gesagt; Wenn mein Pony nicht mehr ist, dann gehe ich reisen. Weil einem immer vermittelt wird: Als junger Mensch musst du reisen! Viel sehen und essen und am besten nur mit Rucksack…. Ich dachte, ich MUSS das machen. Um ein besserer Mensch zu sein, der über den Tellerrand gucken kann…. Jetzt wo mein liebes Pony nicht mehr bei mir ist…. merke ich: Ich muss nicht reisen und ich bin nicht der Typ dafür. Klar gibt es wunderschöne Orte und tolle gastfreundliche Menschen… Aber mich stresst das irgendwo auch. Alleine Sachen zu packen; nicht zu viel/nicht zu wenig… Nein, da bin ich kein Typ für. Ich fahre lieber mit dem Rad durch den Harz und mache meinen Balkon schön…und meine Wohung. Ich sehe mir dafür gerne Dokus über Land und Leute an – Das stillt die kleine Sehnsucht. Manchmal denke ich; vielleicht sogar besser – Wenn man manchmal mitbekommt, wie überlaufen manche Orte sind und wie vieles mittlerweile auch darunter leidet. Dubrovnik z.B.

    1. Deine Sichtweise hat mich sehr berührt. Die Sehnsucht ist wohl immer irgendwie da, das schilderst du ja auch, aber ich kann auch den daraus resultierenden Stress verstehen und total nachvollziehen. Reisen bildet, gar keine Frage, aber manchmal ist es einfach nur ein auferlegter Lifestyle, oder eine Erwartungshaltung, die man erfüllen möchte. Ja, Balkon ist auch toll, und es gibt in den meisten Gegenden noch so viel zu entdecken.
      Ich höre aber auch gerne mal andere Schnauzen schnattern, deshalb weiche ich immer ins nahe Holland aus. Dort sind die Menschen dann doch schon so unterschiedlich zu den grummeligen Ruhrgebietslern. Somit bin ich nur 2,5 Stunden vom heimischen Balkon entfernt und habe trotzdem eine (fast) andere Welt. Neben Festival und Meer kommen in diesem Jahr noch Amsterdam mit dem 3-D… äh 5-D Erlebnis „This is Holland“ und Utrecht dran.
      Die Dokus sind meiner Ansicht nach manchmal besser als der persönliche Besuch, da, wie du schon sagst, manche Orte so extrem überfüllt sind, dass man da wirklich fern bleiben sollte, auch aus anderen Gründen.
      Liebe Grüße!
      KK

    2. Genau so, geht es mir auch. Mich stresst reisen sehr und das hat für mich auch nichts mit
      Entspannung zu tun. Das war schon als Kind so, daß ich froh war, nach einer Klassenfahrt wieder zu Hause zu sein. Ich denke, das ist wirklich eine Typsache. Trotzdem muß auch ich mich immer wieder rechtfertigen und stoße auf totales Unverständnis, wenn ich sage, daß ich in meinem Urlaub gerne zu Hause bleibe. Nun wohne ich an der Nordsee und mein Totschlagargument ist dann immer: “ ich wohne ja da, wo andere Leute für teures Geld Urlaub machen.“
      Und ganz ehrlich, ich kann dann abends unter meine Dusche, in mein Bett und das ist viel entspannter als in einem Hotel nicht schlafen können, weil junge Wilde um 2 Uhr nachts betrunken auf dem Flur singen.
      Ich bin ein Urlaubsgrinch und sehe mir genau wie Du, unglaublich gerne Reisedokus auf Phoenix oder Arte an. Kann Dich total gut verstehen!

  4. Lieber KK, danke für diesen ganz besonders treffenden, nachdenklichen und nachdenklich-machenden „Ist da was los“-Kommentar von Dir.

    Ich wünsche Dir abgesehen von der Urlaubs(vor)freude besonders auch Entspannung und gute Lösungen für die Familienangelegenheiten, die Dich derzeit belasten.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende Dir und allen hier

    Ursula

  5. Guten Morgen, genau wegen dieser Texte und dieser Gedanken lese und mag ich den KonsumKaiser. Eine perfekte Mischung:witzig, ironisch,nachdenklich und ein hellwacher Blick auf das aktuelle Zeitgeschehen. Danke!!!

  6. Ich habe gerade eine Woche im Allgäu verbracht, wie immer wenn wir Kurzurlaub machen. Es ist der Heimatort meines Mannes. Und mir geht es genauso wie dir: Obwohl oder gerade weil ich dort alles kenne, macht es mir so viel Spaß, dort wieder hinzufahren. Es war Erholung pur.

    Fernreisen mit dem Flugzeug interessieren mich überhaupt nicht mehr. Ich war noch niemals in New York… ja und? Was soll ich in Thailand oder auf den Fidschiinseln? Ich würde dort als Tourist doch nur eine Oberfläche sehen. Das was mich wirklich berühren würde, ein guter Kontakt zu Einheimischen, von Ihnen erfahren, was sie bewegt, mit Ihnen zusammen das alltägliche erleben, wäre in zwei Wochen Urlaub gar nicht möglich.

    Als junger Mensch hätte ich genau wie du auch gedacht: Möglichst oft und weit weg und viel sehen. Und ich habe meinen Vater nicht verstanden, der seine freie Zeit am liebsten im eigenen Haus verbracht hat. Vielleicht ist ein Reifeprozess nötig, um zu dieser Erkenntnis zu kommen.

    Ein schönes Wochenende wünscht dir
    Claudia

  7. Guten Morgen,

    Zwar halte ich mich weitestgehend von den Nachrichten fern, weil es mich sehr aufregt, ich bin aber dennoch interessiert an aktuellen Geschehen und gehe definitiv wählen.
    Fun Fact: hab mal Nachrichten von vor 20-30 Jahren gesehen. Wäre da nicht diese seltsame Optik gewesen… ich hab nicht bewusst aufgepasst und daher hat es eine Weile gedauert, überhaupt zu merken, dass es eine alte Sendung ist. Klingt jetzt peinlich, ist aber so, die Themen ändern sich echt nicht…
    In knapp 2 Wochen bin ich zum ersten Mal an der Nordsee (Zandvoort). Freu mich auch schon ewig seit der Planung auf den Kurzurlaub. Da mir nur 4 Tage inkl. An- und Abreise zur Verfügung stehen, schäme ich mich auch nicht für den Flug. Sonst wär ich nämlich 9-10 Stunden unterwegs…Richtige Fernreisen hab ich schon lang nicht mehr gemacht und reizen mich auch immer weniger. Der geplante Südkoreaurlaub vor 2 Jahren ist dank Trump und der verstärkten politischen Spannungen ja dann ins Wasser gefallen. Wir haben in letzter Minute buchstäblich mit gepackten Koffern storniert🙁

    Schönes langes Wochenende an alle und schönen Urlaub

    Christine

  8. Guten Morgen 🙂
    Eine(n) Grünen Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler könnte ich mir auch vorstellen. Ich denke aber auch, dass es schwer wird authentisch zu bleiben wenn an der Spitze das Taktieren losgeht. Es gibt so vieles zu berücksichtigen.
    Die Grünen sind mir jedenfalls nicht peinlich.
    Wenn ich an AKK und ihre unsäglich autoritären Ansichten aus der Provinz der 50er Jahre denke oder ganz aktuell das Zuckervideo mit Julia Klöckner und AUSGERECHNET dem Deutschlandchef von Nestlé, oder das Geschwafel vom Umweltprofi Lindner…Gänsehaut.

    Und ja, auch ich mache gern in der Nähe Urlaub. Es ist einfach schön an der Nordsee, im Schwarzwald, in Österreich. Man kommt überall ganz ohne Stress mit dem Zug hin.
    Als junger Mensch waren für mich weit entfernte Ziele interessanter aber Inzwischen zieht es mich nicht mehr weit weg und lange Flüge schrecken mich ab.

    Allen ein schönes, langes, sonniges Wochenende
    Liebe Grüße
    Nicola

  9. Ein sehr interessanter Beitrag heute mal wieder. Vielen Dank dafür. Oh ich liebe die Nordsee auch, habe gerade das Himmelfahrtswochenende in Den Haag mit Scheveningen verbracht. Die belgische Küste ist ja nicht ganz so schön, bis auf wenige Ausnahmen, da fährt man dann (leider hat es sich rumgesprochen) lieber rüber nach Holland. Leider wird Holland jetzt immer voller, zumal der Run auf die englischsprachigen Studienplätze einen irrwitzigen Zenit erreicht (fast die ganze ehemalige Abiklasse meines Sohnes studiert in Holland, er natürlich auch). Weiss nicht, wie die Holländer damit klar kommen, andererseits haben sie es ja auch selbst initiiert. Warst Du schonmal in Utrecht? Es ist wun-der-schön, da kann man sich das mittlerweile extrem überlaufene Amsterdam (ich habe Familie dort, die mittlerweile nicht mehr in ihr eigenes Stadtzentrum gehen, weil sie sich von den Touristen niedergetrampelt fühlen) eigentlich sparen, Utrecht ist genau so schön. Wir hier als Auslandsdeutsche, ich bin mittlerweile seit 26 weg aus Berlin, sinnieren ja öfter darüber, wo wir eigentlich unseren Ruhestand verbringen wollen. Leider gehen da die Meinungen extrem auseinander… ich könnte mir sehr gut Den Haag vorstellen, die perfekte Mischung aus Stadt und Strand, aber da steh ich sehr alleine da, und im Alter mutterseelenallein am Nordseestrande zu hocken, keine tolle Vorstellung.
    Und rischtisch: nach Langstreckenflügen mit Zeitverschiebung brauch ich mindestens 2 Tage Regeneration hin und zurück. Bei innereuropäischen Flügen, sagen wir mal aus Süditalien, brauche ich auch erstmal noch einen Tag Erholung vom Reisen, bevor ich wieder arbeiten gehen kann. Nach Bali möchte ich aber trotzdem gerne noch in diesem Leben 😉 Arrgg und Koffer packen, ein Graus. Da ich darin so schlecht bin, tendiere ich dazu, viel zu viel mitzuschleppen, was dann am Ende auch immer total nervt. Aber was soll man machen, wenn man nicht weiss, wie das Wetter wird und in welcher Stimmung man klamottentechnisch sein wird, eher lässig, eher stylisch, not so easy. Oft hab ich in unerkärlichem Optimismus mehrere Ausgeh-Outfits dabei, und dann ist nix mit Party, nix mit Ausgehen, die Familie hat einen ausgelaugt und man liegt abends mit Netflix in der Koje… nun ja.

    Politisch haben wir spannende Zeiten. Viele Fragen, wenige Antworten, und es liegt ja auch in der Hand der jungen Gerneration, gesellschaftliche Ümwälzungen anzustoßen. Von der Generation Merkel wird das nicht kommen, und das ist ja eigentlich auch logisch. Es gibt ja schon eine sichtbarte Tendenz zu weniger Konsum, besserer Work-Life Balance und mehr Nachhaltigkeit. Natürlich nicht allumfassend, das ist mir auch klar, sondern nur in bestimmten Bevölkerungsgruppen. Aber vielleicht trägt sich der Geist ja doch immer weiter, auch wenn mir natürlich persönlich die rechtsradikalen Tendenzen in ganz Eurpa große Angst machen, aber vielleicht braucht es ja noch diese gräßliche Schleife und den daraus resultierenden, schlechten Erfahrungen, die der Einzelnen am eigenen Leib erfahren wird, um dann in ein besseres, nachhaltiges Fahrwasser zu gelangen (ich denke nur laut nach, habe aber im Grunde auch keinen Schimmer).

  10. Zum Thema freie Meinungsäußerung empfinde ich es ähnlich. Das hast Du schön formuliert KK. Zu oberflächlichen Themen kann man sich ungeschoren äußern aber wehe, es ist ein Thema, was polarisiert, dann geht es direkt zur Sache und zwar auch im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis.
    Ich merke das z.B. beim Thema Tierschutz. Damit beschäftige ich mich auch aktiv bereits seit 30 Jahren. Und dann sitzt man da in einer abendlichen Runde gutbetuchter Leutchen, die nicht mal tierfeindlich sind, sondern zum Teil selbst Tiere halten und scheitert mit logischen Argumenten an deren Überheblichkeit.
    Ich merke an mir selbst zunehmenden, je älter ich werden, daß ich keine Kraft mehr habe, zu kämpfen und immer wieder mit Menschen darüber zu diskutieren, die selbst nicht im Thema sind aber „Stammtischparolen“ von sich geben. Und das sind durchaus gebildete Menschen.
    Da wird dann ein Pauschalurteil über Tierschutz im Ausland raus geblasen und das in dem Brustton der Überzeugung, ohne daß sich irgend jemand von diesen Leuten ernsthaft einmal mit dem Thema beschäftigt hat.
    Ich werde dann oftmals als radikalisiert und extrem betitelt, da das ja auch einfacher ist, als das Sachthema Tierschutz einmal differenziert zu betrachten.
    Es gibt immer unterschiedliche Sichtweisen und es gibt auf jedem Gebiet Leute, die sich engagieren und Leute, die der Sache schaden und immer geht es auch um Kohle, leider.

    Dennoch ermüdet mich die Diskussion und ich halte inzwischen lieber meinen Mund, wenn es auf irgend einer Party mal wieder um das Thema Tierschutz geht, da ich merke, daß ich keine Kraft mehr habe, diesem Gegenwind stand zu halten.
    Vielleicht ist das bei politischen Themen auch der Fall und je länger Politiker im Amt sind, desto erschöpfter sind sie und hören auf zu kämpfen. Nur stehen da in der Regel Gehälter dahinter, auf die man nicht mehr verzichten möchte, wenn man sich an den damit verbundenen Lebensstil gewöhnt hat. Abtreten geht da nicht.

    Wie gut habe ich es dagegen, daß ich auf diesen oberflächlichen Partygesprächen dann lapidar antworten darf:“ der Hund hat es sich nicht ausgesucht, in Spanien geboren worden zu sein.“

    Und von diesen Tierschutzgegnern hat bestimmt niemand jemals Katzenbabies, deren Mutter überfahren wurde,mit der Flasche aufgezogen und ist auch nachts aufgestanden, um zu füttern, damit die Lütten überleben.
    Aber schön ist es doch, daß es Menschen gibt, die sich eine Meinung bilden aufgrund eines Fernsehberichts und den Einsatz anderer als radikal bewerten.
    Da hält man dann irgendwann den Mund weil man keine Lust mehr hat, sich rechtfertigen zu müssen.

    Allen ein schönes Pfingstwochenende !

    VG, Claudia

  11. Nicht völlig off Topic, da passend zum derzeitigen Sommerwetter:

    Kennt jemand beide Sol Feliz‘ – SPF 30 und 50 – und kann verraten, wie bzw. ob sie von der Konsistenz vergleichbar sind? Auf Amazon wird die 50 zu meiner Überraschung als leichter und dünnflüssiger beschrieben … mir geht’s hauptsächlich darum, ob die 50 mehr fettet/glänzt, oder nach Toner abrollt, wie ebenfalls zu lesen war. Die 30er kenne und mag ich, reicht mir aber vom Schutz leider nicht ganz aus.

    1. Ursula, die 50er ist mMn feuchter als die 30er. Also nicht unbedingt leichter als die 50er, aber eben auch nicht reichhaltiger im Sinne von cremiger. MMn schenken sich die 30er und die 50er nicht allzu viel. Wenn man mit der 30er gerade so noch zurecht kommt, könnte die 50er aber schon zuviel sein, denn dieses Mehr an feucht-cremig muss ja auch einziehen können. Wenn bei einem die 30er aber gut wegzieht stehen die Chancen gut, dass es auch die 50er tut.
      Abrollen ist leider ja sehr individuell. Ich bin bis heute nicht dahinter gekommen, warum das manchmal passiert und warum manchmal nicht. Die ultraleichte und flüssige hellblaue Resist mit SPF50 von Paula pillt bei mir zB. jedesmal wie verrückt. Es sind eher so weiße, trockene Bobbelchen und keine Cremereste, denn einziehen tut die SC bei mir gut. Keine Ahnung, woher das kommt! 🤷‍♀️

        1. Liebe Jasmin, vielen Dank, damit hast Du mir sehr geholfen! Da die 30er bei mir wirklich völlig rückstandslos und „trocken“ (aber nicht austrocknend) auf der Haut wirkt, werde ich die „feuchtere“ 50 einfach versuchen.

          Danke nochmal 🙂 + GLG Ursula

          1. Ich liebe beide, die 50 hat den Saharatest bestanden. Kein Abrollen, keine Krümel. Klasse!

            1. Liebe Argana, auch Dir ganz lieben Dank! Klingt prima, ich werde sie probieren.
              GLG Ursula

  12. Lieber KK,

    wieder ein Trendbarometer, das mir aus der Seele spricht.
    Sowohl was den Nordseeurlaub betrifft, mit absoluter Erholungsgarantie jedesmal, egal, wie das Wetter ist (ich fahre meistens Anfang Oktober, natürlich mit dem Zug, da Urlaub von der ersten Sekunde an 😉) als auch die (Klima-)politische Lage.
    Für jemanden wie mich, der sich quasi im 3. Lebensquartal befindet, sind in den letzten Jahren viele vermeintliche Sicherheiten/ Selbstverständlichkeiten erodiert, sowohl im privaten, als auch im gesellschaftlichen Bereich.
    Selbst herbeigeführt war dabei meine Trennung nach über 32-jähriger Ehe, fremdbestimmt meine vorzeitige Ruhestandsversetzung wegen dauerhafter Dienstunfähigkeit.
    Dass eine von mir anfangs sehr geliebte Tätigkeit mich einmal gründlich und nachhaltig krank machen würde, hätte ich mir so auch nicht vorgestellt.
    Private Lebenskoordinaten – einschließlich der finanziellen – also neu justiert.
    Dann die großpolitische Lage, die ja durchaus auch Auswirkungen auf jeden einzelnen hat und eine Regierung, die, wie Du sehr richtig bemerkst, sich mehr oder weniger die letzten Jahre im Dornröschenschlaf befunden hat und sich nun verwundert die Augen reibt, weil sie sehr unsanft geweckt wurde.
    Ja, es geht uns immer (noch) gut im Vergleich zu vielen anderen Ländern der Welt.
    Aber die Schere zwischen Arm und Reich wird auch hier immer größer, die gesellschaftlichen Spannungen nehmen zu, tradierte Wertvorstellungen gelten immer weniger und ich komme mir manchmal wie ein aus der Zeit gefallener Dinosaurier vor.
    Andere Meinungen werden zunehmend niedergebrüllt, nicht nur in den sozialen Medien.
    Ich habe das Gefühl, alles gerät ins Rutschen und Wanken und die Regierenden schauen hilflos zu und haben kein Rezept dagegen, weil sie sich viel zu sehr mit sich selbst beschäftigen.
    Das Alte funktioniert nicht mehr, aber man hat sich keinerlei Gedanken über Alternativen gemacht.
    Kein Wunder, dass die Unzufriedenheit der Bürger*innen wächst und wächst – und zum Glück entsteht ja auch durchaus Konstruktives daraus, wie Fridays for Future.
    Und ich stelle fest, dass ich bei all dem eigentlich nicht nur zuschauen möchte…
    Heute habe ich mich z.B. an einer Petition beteiligt, die eine sofortige Absetzung unserer Oberlobbyistin aka Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner fordert, weil ich keine Lust habe, weiter zuzuschauen, wie Verbraucher-und Tierschutzinteressen mit Füßen getreten werden.
    Es wird zwar vermutlich nicht viel bringen, aber zumindest habe ich das Gefühl, etwas getan zu haben – gemeinsam mit inzwischen fast 25000 anderen …

    Und dann wird plötzlich wieder alles so nebensächlich, weil ein guter Freund meiner Tochter und ihres Freundes gerade einmal 40 Jahre alt, mit einer Hirnblutung zusammenbricht, die Sanitäter nicht nur verspätet eintreffen, sondern ihn anscheinend auch noch fragen, ob „er was genommen habe“ 😩… So kam er erst verspätet in eine Spezialklinik und ringt dort seit fast einer Woche um sein Leben, mit sich verschlechternden Perspektiven…

    Ich wünsche allen hier ein schönes Pfingstwochenende – und bleibt gesund 🌸🌼!

  13. Es macht einfach nur Spaß deine Beiträge zu lesen. Ich wünsche dir jetzt schon mal einen erholsamen Urlaub, bei der Vorfreude wird der mega!

  14. Ich kenne keinen Flugscham.
    Dafür kenne ich Bahn-Zirkus mehr als es mir lieb ist.
    Neulich wieder drei Stunden bei der Hitze draußen gewartet, ja, drei Stunden hat sich die ICE verspätet bzw. ausgefallen. Privat will ich diesen Stress nicht. Auch brauche ich eine andere Landessprache um abzuschalten. Oder zumindest ein anderes Land, also Schweiz und Österreich sind auch toll. 🙂 Zum Glück haben wir einige Reiseziele um uns herum die unter 2 Flugstunden entfernt sind und mit der Bahn – wenn diese dann auch tatsächlich käme – fast einen ganzen Tag brauchen.
    Sehr lange Flugreisen mache ich selten und wundere mich immer wie man locker 4 Tage NY zurückstecken kann. Ich brauche wie Du auch schreibst davor und danach mindestens einen Tag den ich vegetierend verbringe.
    Ich habe auch gemerkt, wenn ich über ein halbes Jahr nirgendwo war – sei es nur für 3 – 4 Tage – geht es mir wirklich schlecht. Lange habe ich die Auswirkung die Reisen auf mich haben – unterschätzt. Mehrmals bereits ist mein Jahresurlaub verfallen.
    Sehr vorbildlich, dass Du schon langsam packst. Ich mache es leider immer extrem kurzfristig. Ich habe immer meine Excel Liste Parat – eine ist für WE Trips, andere für Kurztrips, die dritte für eine Woche Aufenthalt. Und ich reise mit so wenig Gepäck wie nur möglich. Viel Gepäck stresst mich mehr als evtl. nicht die passende Kette/Bluse dabei zu haben.

    „nd wenn die Leute deutlich mehr als die Hälfte ihres Einkommens einzig fürs Wohnen ausgeben müssen, dann hätten die eben mal besser in der Schule aufgepasst?“

    Ha,ha,ha genau. In meiner Stadt leben tausende von Familien in 50 m2 und das ihr ganzes Leben lang, währenddessen bekommen wir fast wöchentlich?!? Luxus Penthäuser mit Pool in eigener Wohnung und Kaufpreis zwischen 1 und 2 Mio. Und der Bürgermeister – Sozialdemokrat – applaudiert.

    Allen ein schönes Wochenende!

  15. Lieber Kaiser,

    ich bin Dein Jahrgang und so erleichtert und froh, dass die Generation meines Kindes endlich den Mund aufmacht und den Arsch hochkriegt für die Themen i h r e r Zukunft. NATÜRLICH ist Umweltschutz das Wichtigste und Dringlichste vor allem anderen! Ohne Nahrung, Wasser, Luft in unbedenklicher Form können wir uns unseren sogenannten Fortschritt und sämtliche Konsumgüter in die Haare schmieren.

    Es wird verdammt noch mal Zeit, dass wir erkennen, wo wir uns da mit unserer Selbsthypnose reingeritten haben. In 20 Jahren sitzen wir mit unseren Enkeln am Tisch und müssen uns fragen lassen: „Ihr wusstet doch alles. Warum habt Ihr nichts unternommen?! Warum habt Ihr tatenlos zugeschaut? Ihr habt die Meere leer gefressen, die Böden verseucht, das Wasser vergiftet, jeden Erdflecken vollgemüllt, Energie verprasst, auf Kosten anderer Menschen gelebt — und immer noch so weitergemacht???“ Dann müssen wir Antworten haben.

    Wer wach werden will: den YT-Kanal Jung&naiv abonnieren. So geht Politisch-Sein heute.

    1. Unterschreibe ich zu 100%. Das Argument mit den Arbeitsplätzen kommt an dieser Stelle ja immer wieder, nur sind die großen Probleme seit Jahrzehnten bekannt, wie du ja schreibst, das hätte längst fertig geplant sein können. Aber nein, weiter, immer weiter wie bisher. Umpf!
      Liebe Grüße!
      KK

  16. Lieber KK,

    jetzt habe ich mich doch durch Deinen Trendbarometer so angesprochen gefühlt und fast vergessen, noch was zu antworten.
    „Wie gesagt, entschuldig das diesmal völlig andere Trendbarometer. Vielleicht ist ja der eine oder andere Gedanke interessant für dich gewesen?“ – Man, Du solltest Du wirklich nicht für Deine Gedanken entschuldigen. Ich glaube, ganz viele Deiner LeserInnen kommen doch nicht nur hierher, weil sie was über die neueste Creme lesen wollen, sondern weil sie gerade diese gedanklichen „Ausflüge“ sehr schätzen. Wem es nicht gefällt, der kann ja weitergehen.
    Es macht doch gerade die Stärke Deines Blogs aus, dass Du Dich traust, ganz andere Themen anzusprechen und wie ich den so klugen, persönlichen und weiter ausführenden Kommentaren oben entnehmen kann, gelingt es Dir doch damit, eine Saite zum Klingen zu bringen.

    Ich wünsche Dir ganz tolle Ferien, wenn es soweit ist. Das schöne am Groß sein ist, dass man einfach tun kann (oder es können sollte), was man mag. Ganz gleich ob man jetzt Urlaub an der Nordsee macht, im Allgäu, auf Bali oder im Hindukusch… das entscheidet man nur für sich, was einem gut tut. Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall.

    Eine Kollegin von mir kam gerade aus einem Urlaub in Bhutan – und nachdem Sie mir ganz begeistert davon in der Mittagspause davon erzählt hat, habe ich beschlossen: da komme ich auch noch mal hin!

    Viele Grüße
    Roland

  17. Bravo! Einer deiner besten Beiträge zur gesellschaftlichen Lage.💐

    Die jugendlichen Proteste sehe ich mit Wohl wollendem Interesse. Dass als Ikone das Gesicht einer bockigen Pubertierenden gehandelt wird……….nicht so mein Ding, ich habe Allergie gegen aggressiv beleidigt sein 😊 Anfangs stand ich ihr neutral vegenüber, aber seit dieser AKW-Idee……. da vertagt sie das Problem auf künftige Generationen, völlig verantwortungslos und ihre Mission konterkarierend. Die Kids selbst sehe ich als hoffnungsvoll, Outfit, ihre Musik. Endlich mal wieder Jugendkultur, in der ich mich zuhause fühle. 😂 Mal unabhängig vom Klima ist es ja ganz richtig, mit den Ressourcen des Planeten wenigstens halbwegs achtsam umzugehen. Bisher wird jeder technische Fortschritt der Motoren durch Leistungszuwächse kompensiert. Ein Kleinwagen hat heute Motorkraft wie eine Limousine vor 40 Jahren und braucht daher meist fast so viel Treibstoff wie damals. Ähnlich die Wohnflächenentwicklung, das Heizverhalten etc.

    Grundsätzlich sollten wir schon raus aus unserer Komfortzone. Allerdings sind die wenigsten dazu bereit. Bescheidenheit gilt nicht als sexy, dabei ist es ein absolut cooler Charakterzug.

    Modelle des Zusammenlebens entstehen m.M. zwischen den Menschen, die Politik greift eher vorhandene Modelle auf und versucht Rahmenbedingungen zu erstellen. Wenn ich die Situation in Marokko sehe fällt mir auf, daß die Jugendlichen heute in ihrer Ausstrahlung sich oft nicht mehr von europäischen Jugendlichen unterscheiden. Eindeutig ein Trend zu einer Mentalitätsänderung. Ohne staatliche Lenkung, wenngleich die Rahmenbedingungen dafür günstig sind.

    Stabilität sozialer Konstrukte ist gefühlt, nicht tatsächlich. Nur der Wandel ist beständig. Er hat unterschiedliche Tempi und läuft mal wieder schneller, was verwirren kann. Ich lese gerade Bill Bryson „At Home – a short history of private life“. Highly amusing zu sehen, wie schnell sich Umstände ändern können – oder auch nicht. Und erst recht Überzeugungen….

    Zur Kritik: wer sein Gesicht aus dem Fenster hängt riskiert, daß faule Tomaten fliegen. Alte menschliche Weisheit. Die Form der Kritik ist teilweise unterirdisch, was viel über den Kritisierenden verrät. Grundsätzlich sollte man schriftliche Texte mehrfach lesen und auf mögliche Missverständnisse abklopfen. Selbst bei Sorgfalt wird man dann noch falsch verstanden. Kommunikation – ein Minenfeld. Sachliche Kritik ohne persönliche Angriffe sind eher eine Chance für den Kritisierten, eine Serviceleistung.

    Flugscham habe ich gar nicht, letzter Flug 1994. Fliegen ist ja nicht mehr das, was es in den 70ern und 80ern war. Da wurden auf Kurzstrecke noch Eisbecher und Getränke gereicht, zwischen Hamburg und Düsseldorf. Heute darf man sich da gefühlt nicht mal mehr setzen 😋 SUV-Scham kenne ich nicht, fahre ja ein Arbeitstier. 😎 Dafür kenne ich Oldie-Stolz, mein Dicker wird diesen Sommer 20. Aus meinem Studium weiß ich, daß die größte CO2-Belastung bei der Produktion eines Autos anfällt. Je länger ich ein Auto fahre, desto umweltfreundlicher wird es, bezogen aufs Klima. Jede Abwrackprämie ist ein Schlag ins Gesicht der Klimaschützer. Aber hey, wir sind ein Autoland, Arbeitsplätze…. Und was interessiert uns das Klima, Hauptsache wir haben bessere Luft in unseren Innenstädten (die wir durch unser Verhalten verpesten)

    Sorry für die etwas verspätete Antwort, aber ich bin gerade herrlich entschleunigt in meinem Stammurlaubsort.

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