SKINCARE: DUSCHE DES GRAUENS MIT DEM BLOB * WALTZ 7 DUSCH JELLY

„Duschen zum Erlebnis machen“ – das hat sich die kleine österreichische Firma Waltz 7 vorgenommen. Und ja, als ich das lustig bunte Dusch Jelly ausprobierte, gab es für mich tatsächlich ein eindringliches Erlebnis. Allerdings der etwas anderen Art, und das meine ich eher nicht positiv. Komm, duschen wir mit dem Blob!

 

 

Alles endete damit, dass ich das Gefühl hatte soeben Kermit den Frosch durch den Mixer gejagt zu haben. Der Ausguss meiner Dusche war voll mit glibbrig-grünem Zeugs, und es wackelte und zitterte ungut vor sich hin, während das warme Wasser an den bibbernden Bröckchen vorbei lief.

Nee, ein billiges Duschprodukt, und dann auch noch von einer kleinen Firma aus Österreich? Über sowas möchte ich eigentlich gar nicht schlecht berichten, nur war mein Duscherlebnis dermaßen ungewöhnlich (schlecht), dass mein Erfahrungsbericht vielleicht doch so einige LeserInnen vor einem Fehlkauf bewahrt? Womöglich hat das Produkt aber sogar Fans? Selbst Bayern München hat viele davon.

Es geht jedenfalls um „Dusch Jelly“ von Waltz 7, ein Töpfchen mit einem schnittfesten Gel, das bunt gefärbt und kräftig duftend daherkommt. Unter der Dusche soll man es auf dem nassen Körper nutzen, um eben diesen (und womöglich auch das Haar) sauber und duftend werden zu lassen. Äh ja.

Um einmal gleich beim Duft zu bleiben. Ich hatte mich für „Limette Mint“ entschieden, und davon war ich mal so gar nicht begeistert. Es ist mir schleierhaft, wie treffsicher eine Firma den Duft des ekligsten Klosteinduftes aller Zeiten imitieren konnte, der mir jemals unter die geschundene Nase gekommen war: Es war einmal in Amsterdam, eine sehr kleine Kneipe am Rembrandtplein. Nie werde ich den atemberaubenden Duft der Toilettenanlage vergessen, der an einen schlimmen Giftgasangriff erinnerte, und mir innerhalb von Sekunden die Tränen in die Augen und das Abendessen in den Rückwärtsgang beförderte!

Dass sich Zehennägel aufrollen sollen, davon hört man ja öfter. Aber Nasen können das definitiv auch. Es ist ja fast schon unheimlich, denn frische Düfte können angenehm aktivierend wirken, oder aber den Hals zuschnüren, als hätte man gerade versehentlich den vergifteten Apfel von Schneewittchens Stiefmutter gegessen.

Beim Dusch Jelly von Waltz 7 handelt es sich definitiv um die zweite Version! Aktivierend? Hm, ja, sozusagen: Zum Weglaufen.

Lässt man den knallig-verrückten Mordsduft mal ausser Acht, bekommt man eine einfache, schnelle und gründliche Säuberung des Körpers unter der Dusche ebenfalls nicht hin. Als „Duschexperte“ habe ich ja schon viel probiert, aber so ein unhandliches Produkt ist mir noch nicht unter gekommen.

„Total nutzlos“ war die erste Beschreibung, die mir sogleich einfiel. Eigentlich soll man den gesamten Pudding aus der etwas scharfkantigen Plastikdose nehmen und damit seinen Körper einschäumen. Nun möchte ich aber nicht mit einen großen Stück Jelly meinen Körper einseifen, das ist doch viel zu viel! Mal davon abgesehen, dass mich dann ein Duschgang 3 Euro gekostet hätte.

Im Waschlappen oder Schwamm verwenden schloss sich ebenfalls aus, ich verwende sowas prinzipiell nicht. Mit meinen Händen kann ich prima einschäumen, rubbeln und abwaschen. Dachte ich…

Als ich eine gewisse Menge aus dem Topf gegrabscht hatte, versuchte ich nahezu vergeblich die grünen Bröckchen aufzuschäumen und auf dem Körper zu verteilen. Pustekuchen. Wie gesagt, die grünen Wabbeldinger lagen im Ausguss, ich hatte ein bis zwei zarte Schaumbläschen an der Hand, der Körper wartete vergeblich auf die Einseifung. Ja, „nutzlos“, der erste Gedanke ist immer richtig!

Da man das Jellyzeugs laut Hersteller auch mit einem Duschschwamm nutzen soll, oder eben als ganzes Stück, möchte ich hier nicht weiter herummeckern, meine Anwendung war sicherlich nicht 100% korrekt, aber wahrscheinlich werden 95% der VerwenderInnen es genau wie ich ausprobieren…und scheitern.

Übrigens wirbt Waltz 7 mit einem „Meeresalgenextrakt“, der sich gut und hautpflegend anhört, aber eigentlich nichts weiter ist als das schnöde Verdickungsmittel Carageenan, das allenfalls noch für etwas Feuchtigkeit und nett kämmbares Haar sorgen kann. Zumindest ist das Haupttensid (die „Waschsubstanz“) nicht die allerschärfste Substanz (Sodium Laureth Sulfate). Leider wird es nur noch verträglicher, wenn es mit rückfettenden Substanzen kombiniert wird, was hier kaum stattfindet. Glycerin und Propylen Glykol sollen da recht einsam auf weiter Flur mit Feuchtigkeit helfen, nun ja.

 

110 g kosten ca. € 2,95 (zB. über Rossmann, dm, Amazon)

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(Fotos: Konsumkaiser    Das Produkt wurde selbst gekauft, keinerlei Sponsoring)

6 Kommentare

  1. Das erinnert mich an das Dusch-Jelly von Lush. Man soll den ganzen Inhalt in die Hand nehmen und wie eine Schwamm über die Haut reiben. Das ist mir immer aus der Hand gerutscht. Stücke abbrechen war auch nicht geeignet, weil sie sich nicht auflösen. Der Duft war toll, die Pflegewirkung ok, aber zu kompliziert in der Nutzung. Ich komme mit einem Duschgel oder einer Duschcreme besser zurecht.
    Schönen Sonntag

  2. Hach, es ist immer so unterhaltsam wenn du ein Produkt schlecht findest. Hihihihi, hätte mir auch sowas gedacht.

  3. Ich habe das Pendant „Whoosh“ von Lush
    Dies entnimmt man auch „am Stück“ und es duftet ganz toll „ozeanig frisch“.
    Allerdings flutscht es beim Duschen wirklich gerne mal aus der Hand.
    Der Verbrauch ist sehr gering, ich merke nach 2-3 Duschgängen nicht wirklich, dass es weniger geworden ist.

    Die Waltz 7 Jellys hatte ich letztens beim shoppen gesehen, nach dem Bericht bleib ich glaube ich lieber bei Lush 🙂

  4. PS: ich gebe zu, ich lese am liebsten Verrisse 🙈 immer so schön unterhaltsam geschrieben 👍 Herrlich. Auch wenn’s mir natürlich leid tut, dass du Geld zum Fenster rausgeworfen hast.

  5. Ich habe auch schon mit dem Lush Jelly schlechte Erfahrungen gemacht. Ich fand das Ding so cool und wollte es auch wirklich gern haben, aber irgendwie hat das einfach nicht geklappt. Die Anwendung war so grauenvoll und mühsam, dass ich es dann verschenken wollte, aber niemand wollte es haben. So ist es am Ende einfach im Müll gelandet. Tat mir ja schon etwas leid, aber ich konnte mich einfach nicht ordentlich damit duschen und saubermachen.

  6. Schrott. Leider sind diese Produkte so scheinbar günstig und stehen im Drogeriemarkt immer im Weg, sodass man sie fast automatisch mitnimmt.
    Lieber KK, toll deinen Blog zu haben. Immer wieder gibts was Neues oder zum Lachen. Einzigartig und so aufwändig wie ein Magazin.
    Woher nimmst du all die Energie? Hut ab!!
    Sabrina

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