LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 15.02.2019

Das Trendbarometer startet in die kalte Jahreszeit. Es geht immer noch um Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Aber nichts folgt einem festen Schema, es kommt wie es kommt. Hauptsache ein bunter Mix, unterhaltsam, lustig, manchmal nachdenklich, oder auch böse… 

Allein, allein

Soziale Kontakte sind für uns Menschen sehr wichtig. Mann kann einfach nicht schadlos als Einsiedlerkrebs auf einer einsamen Insel leben. Familie, Freunde, Bekannte, neue wie alte, sind Seelenhygiene. Trotzdem wird man schief angeschaut, wenn man erzählt, dass man auch mal gern mit sich alleine ist.

Ja, ich auch. Ich bin sogar unglaublich gern mit mir alleine. Immer mal wieder, zwischendurch.

Meine Eltern haben meinen Tag nicht vollgepackt mit Veranstaltungen, Sport, Lernen und anderer Bespaßung, sondern es gab auch Zeiten, die ich allein verbrachte. Allein verbringen musste. Ich habe schon früh gelernt, dass man kein ständiges Entertainment von aussen braucht, sondern dass diese „Alleinzeit“ auch durchaus wertvoll sein kann.

Diese Stille. Klares Nachdenken ohne Störungen. Den Kopf frei bekommen, sich auch mal langweilen. Struktur hineinbringen, indem man sich von oben betrachtet. All das kann geschehen, wenn man nicht ständig von aussen abgelenkt wird, egal ob von Menschen oder Verpflichtungen.

Viele Frauen vermissen diese Zeit für sich selbst, weil sie gelernt haben, dass sie die Familie managen müssen. Und Manager arbeiten nun mal fast rund um die Uhr. Männer hingegen haben gelernt, dass sie keine Zeit für solche „weichen Themen“ brauchen, sie wollen/müssen ihre Zeit effektiv nutzen und sind nicht gerne „sich selbst ausgeliefert“.

Ich bin aber froh, dass ich diese Zeiten habe. Ich vermisse nichts. Ich kann sogar mal alleine in den Urlaub fahren, und muss nicht gleich an der nächsten Ecke Urlaubsbekanntschaften finden, die mich während der nächsten zwei Wochen unterhalten. Inspiration von aussen? Gerne! Aber bitte kein Dauerentertainment. Nur wenn ich irgendwann mal anfange mit mir selbst zu sprechen, und über meine eigenen Witze lache, spätestens dann wird es Zeit zur Rückkehr in die „Herde“. 😉

Dschungelcamp Nachlese

Am vergangenen Sonntag gab es im Fernsehen das große Wiedersehen der Dschungelcamp-Teilnehmer, nachdem nun seit zwei Wochen die „Dschungelkönigin“ feststeht. Traditionell sehe ich diesen Beitrag immer sehr gerne, denn es ist lustig anzusehen, wie sich die Protagonisten verhalten, wenn sie wieder zurück in die Zivilisation kommen, und mit den Reaktionen der Aussenwelt konfrontiert werden.

Doch diesmal ist mir die Laune vergangen, und ich habe mich zum ersten Mal geschämt, ein IBES Fan zu sein.

Die gesamte Nachlese war nur darauf ausgerichtet Unfrieden zu sähen und möglichst auch gleich zu ernten. Eine Provokation jagte die andere, und selbst die beiden Moderatoren waren eigentlich eher verletzend als humorvoll-unterhaltsam.

Dazu wirke alles so dermaßen übertrieben und gescriptet, dass ich mich nach der Sendung irgendwie „schmutzig“ gefühlt habe. Das war zwar Trash-TV, aber die Produktion hat diesmal eine Grenze überschritten. Sie hat den Zuschauer gleich mit in den Abfall gezerrt, und ich denke, das könnte der Anfang vom Ende (für mich) gewesen sein.

Russian Doll (Matrjoschka)

Wo wir gerade bei der TV Unterhaltung sind: Hier kommt ein recht spezieller Serientipp für Netflix Abonnenten. Eine Kurzserie mit 8 Folgen, die etwas spröde daherkommt, aber genau meinen Geschmack trifft, wenn ich mal Lust auf skurrile Unterhaltung habe.

Ein ziemlich typisch New Yorker Setting haben wir hier, allerdings nicht in diesem abgenutzten Seinfeld-Style, sondern herrlich unaufgeregt, manchmal komisch-lustig und irgendwie dreckig und „raw“.

Die Hauptdarstellerin erlebt den Tag ihres 36. Geburtstags in Dauerschleife. Im Gegensatz zum täglich grüßenden Murmeltier, stirbt sie immer wieder und wieder, und kehrt dann genauso oft auf ihre Geburtstagsparty zurück. Was sie dann so aus dieser Zeitschleife macht und wie sich das dann hinterher auflöst (oder auch nicht), ist tatsächlich süchtig machend, obwohl die Miniserie mit keinerlei aufsehenerregenden Actionszenen oder Scarejumps aufwarten kann.

Der ständig unerwartete Wechsel zwischen Komik und traurigem Drama macht wahrscheinlich die Würze aus, die mich doch tatsächlich alle 8 Folgen in einem Rutsch hat schauen lassen. Binge Watching schaffe ich meist zeitechnisch gar nicht, aber hier musste es sein, denn ich wollte mehr…

Das Ende ist eigentlich nett, versöhnlich und besonders, allerdings darf man keinen Erklärbär erwarten. Selbst Gedanken machen und ein Schmunzeln, das hat man dann davon. Das alles kommt bei den Zuschauern weltweit gerade so gut an, dass gemurmelt wird, die Serie könnte doch eine weitere Staffel bekommen. Die gesamten 8 Folgen sind bereits vollständig auf Netflix zu sehen, die Miniserie wäre eigentlich abgeschlossen. Ich bin mal gespannt…

Für schräge Laune und irgendwie verrückte verregnete Tage, eine sehr gute Wahl! 😉

Entzückende Rosine (Ein Blog-Tipp)

Vielleicht habt ihr es unten schon gesehen? Ich habe einen neuen Blog in meine Blogroll eingepflegt. Das mache ich nicht oft, denn ich lese nicht ganz so viele Blogs, das schaffe ich zeitlich leider kaum.

Aber wer auf ironische Texte steht, die den Alltag auch mal so richtig gemein auseinandernehmen, ohne verbittert zu klingen, der ist bei LOVELY RAISIN genau richtig!

Gebloggt wird aus dem „echten Leben“, ohne Patentrezepte, Zuckerguss und Einhornglitzer. Eben weil „normale“ Menschen auch mal auf die Schnauze fallen, nicht unbedingt Chanel Taschen im Schrank stehen haben, und nicht ständig in den nächsten „Heiligen Gral“ schockverliebt sein können. (Ja, Bärbel, Ausnahmen gibt es, hehe)

Lovely Raisin hat mir da etwas ganz treffendes geschrieben, das mich sehr nachdenklich gemacht hat: „Ich habe mir sogar wieder Frauenzeitschriften gekauft, weil DIE eben nicht permanent gut drauf sind…. das kann’s ja auch nicht sein?!“ 

Wer also Lust auf tiefergehende Gedanken und sehr gut geschriebene Texte hat, sollte mal ein Auge (oder besser zwei) auf die entzückende Rosine werfen! KLICK!

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(Fotos: Konsumkaiser, Pixabay    Keinerlei Sponsoring)

40 Kommentare

  1. Ich brauche zwingend Zeit für mich allein. Sonst werde ich wirklich unleidlich. Ehe mir das bewusst war, habe ich gerne mal einen Streit vom Zaun gebrochen – danach war ich dann allein.^^ Mittlerweile kann ich das klar u. deutlich kommunizieren. Es lebe die Altersweisheit. 😉

    Und mir klappte gerade ein wenig die Kinnlade runter. Ich dachte, du pflegst mich einfach nur in deine Blogroll ein. Teil des Trendbarometers sein zu dürfen, ist schon… nun ja… ein wenig beängstigend. 😉 Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, eines Tages tanzende Einhörner auf meinem Balkon zu finden, aber solange das nicht der Fall ist, widme ich mich anderen Dingen.^^ Danke dir ganz herzlich für die Vorstellung! 🙂

    LG u. ein schönes WE!

    1. Ich musste natürlich auch gleich rüber und schauen, eine Empfehlung vom Kaiser gibt’s ja nicht jeden Tag. Deine Art zu Schreiben und Dein Humor liegen genau auf meiner Wellenlänge und ich habe herzlich gelacht! #schanelle 🙂

      1. Danke dir ganz herzlich. Das (@Wellelänge u. Humor) ist das schönste Kompliment, das man mir als Bloggerin machen kann. 😉

  2. Ich brauche auch Zeit für mich, Alle 4 Wochen übernimmt mein Ehegesponst die Betreuung des Enkels. ( 3 Tage )Ich relaxe total. Mein Männe kommt im Kopf fit gemacht zurück 🙂 Für mich herrliche Stunden des Alleinseins mit Katze. Es können viele nicht verstehen.
    Danke, für den schönen Wochenendbeitrag
    Schönes WE

  3. Ich merke gerade, wir sind ähnlich gestrickt 😉 Ich brauche regelmäßig Zeit für mich alleine, sonst geht es mir nicht gut.
    Meine Mutter hast sich früher oft gewundert weil sie nichts von mir hörte und sah.
    Ich saß dann einfach in meinem Zimmer, hab nichts gemacht außer Musik zu hören (auch als jugendliche gerne mal Opern) oder zu malen.
    Und das brauche ich auch heute. Wenn mein Freund am Wochenende Tagschicht hat, ist es den ganzen Tag ruhig. Kein Fernseher, kein Radio, nichts!!! Ich liebe es!! Oder ich gehe raus, spazieren. Ich mag keine Menschenansammlungen. Immer alles schön dosiert 🙂
    Vielleicht liegt es auch daran das ich als Fitnesss-Trainerin schon mehr als genug mit Menschen umgeben war/bin, und man da ja eigentlich IMMER gut gelaunt sein MUSS….
    Ich bin gerne alleine. Ich war auch schon oft alleine im Urlaub, Skifahren, mit dem Auto durch Florida, Motorradtour durch Italien. Ich brauche nicht zwingend jemanden mit dem ich alles teilen muss.
    Ich hab mich auch schon oft aus schwierigen Situationen alleine raus geholt.
    Ich finde es ist wichtig dass man auch alleine sein kann.
    Ich kenne Menschen die können das nicht. Und wenn sie dann mal alleine sind, verweifeln sie.

    Und die Serie Russian Doll haben wir auch in einem Rutsch gesehen 😀
    Wahnsinnig gut!! Mal was völlig anderes! Ich finde nur schlimm dass man dann immer eine 2.Staffel hinterher schieben muss….Die Geschichte ist fertig erzählt. Was soll denn da noch kommen? Schlimm sowas…denn meistens ist es dann eine Enttäuschung.

      1. Hallo, auch schon fertig geschaut! Aber nicht in einem Rutsch, obwohl es schon gejuckt hätte.
        Fände eine 2. Staffel auch unpassend. Ich liebe die derbe , aber auch herzliche Art der Protagonistin. Nach dem Trailer auf englisch wusste ich, dass ich die Serie sehen muss! War leider zu faul und hab dann doch auf deutsch geschaut😇

  4. ist lovely raisin nicht eine alte bekannte? mir scheint, sie stand mit ihrem früheren blog schon einmal auf dem knapp gehaltenen blogroll. irre ich mich da?

    februarsonnengrüße aus dem südwesten
    reka

    1. Du irrst dich nicht. 😉 Allerdings überlasse ich die Beauty/Kosemetikthemen jetzt ganz denen, die sich damit auskennen und konzentriere mich auf „das restliche Zeug“ in meinem Kopf. 😉

      1. danke lovely raisin fürs antworten. ich erinnere mich gut und das restliche zeugs war sowieso viel spannender. willkommen zurück in der bloggerwelt.
        sonnengrüße nach berlin
        reka

  5. Lieber KK,
    heute muss ich mich auch mal zu Worte melden, obwohl ich sonst nur still mitlese.
    Du hattest mich vorgestern ja auch mit Teoxane eigefixt und ich habe meine erste Bestellung dort getätigt. Eigentlich hatte ich kaum Erwartungen, da meine Haut selten positiv auf Pflegeprodukte mit And-Aging reagiert. Aber nun bin ich total baff. Das rha Serum ist der Wahnsinn. So aufgepumpte Haut (kann ich das so sagen?) hatte ich noch nie, alles sieht prall und straff aus. Hätte ich niemals gedacht.
    Das Zeug werde ich wie einen Schatz hüten!!
    Danke für deine Hartnäckigkeit. 😉

  6. Die Zeit für mich allein ist für mich praktisch überlebenswichtig! Schon als Kind war ich gerne alleine und bin es heute noch. Bei mir ist es sogar so, dass es mich unruhig macht, wenn mehr als zwei Menschen um mich herum sind. Die typische Einzelgängerin. Aber mir fehlt nichts dabei.
    Das Dschungelcamp ging in diesem Jahr komplett an mir vorbei, mich haben die Teilnehmer kein bisschen interessiert. Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht mal, wer gewonnen hat.
    Danke für den Netflix-Tipp! Ich habe Netflix erst seit Anfang Januar und momentan schaue ich noch Orphan Black (bis ich durch die 5 Staffeln bin, dauert es noch). Aber für danach klingt diese Kurzserie sehr gut.
    Den Blog schaue ich mir gleich mal an.
    Dir ein schönes Wochenende!
    LG Andrea

  7. Schmunzel. Schmunzel. Lach. Kreisch. Lach.
    Danke für deine Worte übers Alleinsein und die damit verbundene Ruhe und… danke, dass du mich zu Lovelyraisin geführt hast. Köstliche Wortkunst mit viel Wahrheit und Ironie.

  8. Ich verbringe auch gerne mal Zeit allein (oder in stillem Zusammensein mit meinem Mann, wo jeder seinen Kram macht), gebe aber zu, dass diese Zeit leichter zu genießen ist, wenn man weiß, dass sie nicht ewig dauert. Ich hatte mal eine Phase, wo ich alleine im Ausland gelebt habe und in den Semesterferien manchmal wochenlang niemanden gesehen habe, das fand ich psysisch sehr belastend. (Und allein im Ausland heißt auch immer etwas Sorge, wen man kontaktiert, falls man mal in der Dusche ausrutscht.) Wie du schon sagst, der Mensch braucht andere Menschen.
    Leute, die absolut NIE allein sein können, nicht mal wenn sie wissen, dass der Partner in zwei Tagen zurückkommt, verstehe ich aber auch nicht.

  9. Ich bin so gern allein, dass ich das Alleinsein jeder Form der Gesellschaft zu jeder Zeit vorziehe(n würde). Schon als Kind wollte ich Eremit werden. Es hat gedauert, diese Wahrheit zu akzeptieren, zu zeigen und zu leben. „Man muss doch mal raus… unter Menschen!“ Raus ja. Unter Menschen — nee, muss ich nich. Diese Woche habe ich mich mit nett sein und echt sein beschäftigt und in einem Text diesen wundervollen Satz gefunden:
    Wenn Sie müde sind, Ihre Fähigkeiten im Gehen auf Eierschalen zu verbessern, dann gehen Sie im Rhythmus ihrer Seele und lernen Sie zu genießen, dass andere Menschen damit nicht klarkommen.

  10. Wie schön, als Rosine wiedergeboren. Ja, ich erinnere mich (mehrfach) und sage artig: Welcome back!

    Zum Thema Alleinesein: Ich habe einfach bisher in jeder Beziehung durchgesetzt, dass ich mein eigenes „Spielzimmer“ habe. Einer nannte es mal „Kinderzimmer“, weil an den „Papawochenenden“ das Königskind auf meiner Gästecouch schlief.
    Aber der Name ist mir egal, solange ich bei Bedarf die Tür hinter mir (und meinem Taschenschrank 🙂 von innen zumachen kann.

    Schönes Wochenende!
    Bärbel

  11. Ich bin gerne mit mir alleine und bin in bester Gesellschaft. In meinem Freundeskreis verstehen das viele nicht. Wie kann jemand so gesellig und kommunikativ und unternehmungslustig sein und trotzdem gerne einen ganzen Tag lang sein. Meine Kumpels empfinden solche Tage als Strafe.
    Urlaub immer in der Gesellschaft, auch wenn das eine Umstellung ist. Von alleine wohnen zur plötzlich 24/7 mit jemandem zu sein. Aber auch da erlaube ich mir einen Nachmittag nur für mich und sitze an der Sonne, schlurfe meinen Getränk und schweige und beobachte.
    Danke für den Serien-Tipp und auch für den Blog-Tipp! Die Autorin ist unsere Anna oder?

  12. Danke für den Blogtip, lieber KK!

    Lovelyraisin liest sich anregend und macht Lust auf mehr!
    @lovelyraisin: Kompliment für die bisherigen Beiträge, da schau ich sicher öfters rein. Sehr erfrischend und genau meine Wellenlänge. Und selbst wenn mal nicht, trotzdem sehr schön zu lesen.
    LG
    Roland

  13. @Bärbel: Danke. 🙂

    @Ombia: Jep, ist sie. „Unsere Anna“… klingt irgendwie schön.^^

    @Roland & Duckolino: Herzlichen Dank. 🙂

    @KK: Ich kann gerade so ein bisschen mit dem Shopbetreiber mitfühlen, der Centella Asiatica verkauft. Der muss damals ähnlich fassungslos auf seine Statistik geschaut haben…^^

  14. Ein sehr schöner Beitrag, der in mir etwas zum Klingen bringt…
    Vielleicht bedingt durch meine traumatische Kindheit, vielleicht aber auch durch Veranlagung habe ich es schon immer geliebt, (mit mir) allein zu sein.
    Auch ich erinnere mich, wie ich oft stundenlang in meinem Kinderzimmer am Fenster saß, direkt auf den Rhein blickte und Frank Laufenbergs „Popshop“ lauschte, der aus meinem kleinen Transistorradio auf dem Fensterbrett dudelte… zur Fassungslosigkeit meiner Mutter, die das überhaupt nicht verstehen konnte.
    Später dann tauchte ich ein in die Phase der Geselligkeit, das studentische Leben, das berufliche Leben, das Familien- und Freizeitleben, nur um jetzt zunehmend festzustellen, wie anstrengend es sein kann, pausenlos von Menschen umgeben zu sein, was ich bis vor ca. 10 Jahren ständig war. Ich hatte entweder keine Zeit für mich allein oder ich nahm sie mir nicht – und beides zog unendlich Energien von mir ab.
    Zwei Burnouts waren die Folge, wenn ich meinen offensichtlich ureigensten Bedürfnissen nicht mehr annähernd nachgekommen war – oder mein Körper setzte mich mit anderen Erkrankungen eine Weile schachmatt.
    Seitdem ich erkannt habe, dass ich die Ruhe und Stille mit mir selbst als notwendige Kraftquellen brauche, lebe ich konsequent danach, auch wenn meine Ursprungsfamilie das nach wie vor nicht richtig versteht und mich immer wieder drängt, mich doch nicht so abzukapseln…
    Meine wenigen guten Freund*innen und meine Kinder akzeptieren und respektieren mich jedoch so, wie ich bin und wissen, dass es nichts mit ihnen zu tun hat, wenn ich mich mal eine Zeitlang nicht melde. Inzwischen habe ich auch gelernt, ohne schlechtes Gewissen Angebote zu Verabredungen abzusagen, wenn ich spüre, dass es mir zu viel wird und auch das wird toleriert…
    Auf der anderen Seite kann ich mich auch voll ins pralle Leben stürzen, wenn mir danach ist, bei guter Musik hemmungslos tanzen 😉 oder auch mal eine ganze Nacht mit guten Freunden durchquatschen. Danach aber wieder viiel „Ichzeit“!

    Allen hier ein wunderschönes Wochenende mit einem ersten Hauch von Frühling!

    1. Hallo Claudia Regina,

      wir haben hier ja schon bei mehreren Gelegenheiten von- und miteinander gelesen. Wenn ich mir jetzt Deinen obigen Beitrag durchlese, dann bin ich einfach mal wieder so ganz berührt davon, was für kluge und schöne Kommentare, Anekdoten und Gedanken hier gepostet werden. Es hat schon einen Grund, warum hier so viele regelmäßig lesen!

      Auch hier war es heute schon so sonnig, dass ich mich auf das WE freue! Werde mir natürlich die frische Luft auf die Nase scheinen lassen. Und obacht, im Radio haben sie schon vor Sonnenbrand gewarnt. Als ob uns das hier beeindruckt 🙂

      1. Danke, lieber Roland ☺️!

        Die Sonne scheint – und Sonnenbrand? Pfff – wir füllen unsere leeren Vitamin D – Speicher wieder auf, oder 😇?
        Das erste Grün der erwachenden Blumenzwiebeln spitzelt schon durch die Erde (hibbel 😊) und ich warte schon auf die ersten Bienchen oder auch ihre etwas dickeren Verwandten im Pelz und überlege, ob ich schon mal prophylaktisch für sie ein Schälchen mit Zuckerwasser als Kraftfutter nach dem Winterquartier hinstelle…

        Liebe Grüße 🌞!

  15. Ich gehöre auch dazu. Ich brauche Momente der Ruhe. Dann kann ich auch in Gesellschaft wieder alles geben.
    Diese Ruhemomente hole ich mir an den verschiedensten Stellen. In der Freizeit beim Konzentrieren bei der Ausübung meiner Hobbies beispielsweise. Im Job, indem ich alleine in die Kantine gehe. Viele bei uns in der Firma verabreden sich jeden Tag mit jemand anderes: Karrierepflegen durch Networking. Würde mich ausbrennen. Ich denke mit Grausen an den Tag, an dem ich aus meinem Einzelbüro wieder in ein Großraumbüro umziehen muss. Ist bei uns in der Firma gerade wieder groß angesagt. Stichwort Verbesserung der Kommunikation. Wird für mich ein Desaster. Weiß ich aus einschlägiger Erfahrung.
    Letztens bin ich mit meinem Ruhebedürfnis in der Sauna unseres Fitnesscenters total angeeckt. Wenn ich abends nach einem langen Arbeitstag und meiner Sporteinheit noch zwei Saunagänge mache, dann hab ich es am liebsten ruhig. In der Sauna stehen auch Schilder mit entsprechenden Hinweisen. Trotzdem gibt es immer wieder so Leute, die müssen permanent quatschen. Da saß dann so eine Gruppe vor dem Schwimmbecken und unterhielt sich so laut, dass man die Details bis in die letzte Ecke der Ruhebereiche mitbekam. Ich bin dann an der Gruppe vorbei und hab eine Bemerkung gemacht, in dem Sinne Sauna = Ort der Ruhe, da bin ich ich doch von dem Wortführer der Gruppe lauthals beschimpft worden. Der hörte gar nicht wieder auf. U.a. Ich sollte doch woanders hingehen, wenn ich meine Ruhe haben wollte. Muss ich mir jetzt Ohropax einpacken, wenn ich in die Sauna gehe?

  16. Hallo ihr Lieben,
    ja ja, auch ich gehöre zu den Leuten, die gut mit sich selber als Gesellschaft sein können. War auch schon als Kind so. Ich denke, das ändert sich auch als Erwachsener selten.
    Ich bin ein Bücherwurm und habe mich in der Kindheit durch unsere Stadt-Bücherei gelesen… Aber auch andere Hobbies, die ich habe, sind eher leise ohne andere zu machen. Ich habe das ausmalen von Malheften (Mandalas u. ä.) für mich entdeckt. Dabei ein gutes Hörbuch… und das Mädel ist glücklich. Aber ich bin auch ein Mensch, der unbedingt auch Gesellschaft braucht. Aber die Dosis von beidem – Alleinsein und Geselligkeit macht es, das beides schön ist.

  17. Ich habe mir die Staffel von matryoschka komplett angeschaut und bin total geflasht. Sehr faszinierend und urig derb.
    Was ich mich frage ist ob ihre Mutter auch an ihrem 36 Geburtstag gestorben ist.
    Ausserdem habe ich überlegt ob es weniger schlimm ist wenn man täglich stirbt, oder ob es noch traumatischer ist wenn man es quasi erwartet.
    Toller Tip! Ein paar Denkanstöße hat mir die Serie beschert und ich musste doch oft lachen

    1. Das habe ich mich auch schon gefragt. 🙂
      Beim täglichen Sterben glaube ich ja, dass man nach gewisser Zeit abstumpft und dann langsam wahnsinnig wird. Den Tod kann man ja irgendwann nicht mehr ernst nehmen, weil er keine Konsequenzen mitbringt. Zu Anfang wird man wohl noch alle erdenklichen Versionen ausprobieren wollen, aber aus der Schleife rauskommen ist ja doch die oberste Priorität.
      Nur blöd, dass man dann nicht weiß, ob man wieder in die normale Zeit zurückkehrt (Murmeltier), oder eben doch stirbt, oder doch schon längst tot ist.
      Eigentlich ja auch ein tolles Fegefeuerthema, quasi Höllenqualen als Alltag getarnt. Wobei es solche Höllen ja tatsächlich gibt, bei denen Menschen in einer ausweglosen Situation sind, und da aus den verschiedensten Gründen nicht rauskommen (zB. gewalttätiger Ehemann).
      Liebe Grüße!
      KK

      1. Zumindest ist sie gut geschminkt, hat einen tollen Outfit und kehr immer wieder zu einer Party zurück. Wenn ich mir vorstelle immer wieder in eine Situation zurück zu kehren mit riesen Pickel, ungewaschenem Haar und genervt und mit Grippe wäre das um einiges schlimmer. :-)) Hey es gibt Alkohol, Drogen und Essen und man feiert sein Geburtstag. ;-))))

  18. Ich bin ja ein Serienjunkie und schaue in letzter Zeit sehr gerne die Kurzserien.
    Empfehlen kann ich z.B. the Nightmanager und Bodyguard. Beides englische Serien, man muß also das „spezielle Britische“ mögen und in Originalton mit Untertiteln. Gibt´s entweder auf netflix oder auf amazon prime..
    Das Alleinsein ist so ne´ Sache, die man/frau oft lernen muß. Sehr oft leider auch schmerzlich, nach einer Trennung oder einem Verlust, daher ist es auch oft negativ besetzt. Dabei tut es so gut, mal alleine die Seele baumeln zu lassen. Gerade mit Familie ist es sooo wichtig, sich Zeit für sich selbst und SEINE Bedürfnisse zu geben.
    Danke für Deinen weiteren Anreiz, ich bin dann mal ohne schlechtes Gewissen für mich alleine.

    LG Heidi

  19. Stimmt, es gibt verschiedene persönliche höllen.
    Ich dachte ja zeitweise sie ist vielleicht schon tot, durch die verschwindenden Menschen und das schlecht werdende Obst dachte ich sie entfernt sich immer mehr vom Leben. Manches hat sich mir nicht erklärt, aber das hast du ja schon angekündigt.
    Aber allein die immerwieder kehrende Situation im Bad mit der lustigen Musik u die grandiose Protagonistin sind 1a

  20. Haha die Serie hat sich einfach bei mir automatisch geladen, nachdem ich Grace and Frankie fertig geschaut hatte. Sozusagen nahtlos einfach in diese Russian Doll (so heisst das bei mir) übergegagen. Irgendwie finde ich es anstrengend, ich schlafe dabei ständig ein.

  21. Wem darf ich denn jetzt die Rechnung schicken für mein neues Netflix-Abo?😀

    Einen tollen Blog zum Lesen #lovelyraisin gefunden, eine neue, sehr launige und tolle Serie zum Streamen vorgestellt. Man, KK, Du kriegst Deine LeserInnen aber doch jedesmal echt wieder.

    Falls jemand auf Wortwitz, tolle Ausstattung und Charaktere steht, Empfehlung von mir:

    „The marvelous Mrs Maisel“

    Serie bei Amazon Prime, gerade zweite Staffel erschienen. Ich bin total verzückt.
    https://www.zeit.de/kultur/film/2018-12/the-marvelous-mrs-maisel-serie-new-york-1950-stand-up-rachel-brosnahan

  22. Ist das gut? Hatte ich schon als Werbebanner gesehen aber noch nicht reingeschaut.
    Ich liebe gute Dialoge und leicht schrägen wortwitz.
    Werd ich mal ins Auge fassen.

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