LIFESTYLE: DAS KONSUMKAISER TRENDBAROMETER * 17.08.2018

Das Trendbarometer startet in die warme Jahreszeit. Es geht immer noch um Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Aber nichts folgt einem festen Schema, es kommt wie es kommt. Hauptsache ein bunter Mix, unterhaltsam, manchmal auch nachdenklich, immer ein bisschen böse…

 

Pinkeln in Paris

Paris ist eine der begehrenswertesten Städte der Welt, keine Frage. Dort gibt es neben der Romantik, dem Glamour und Luxus natürlich auch Armut, Dreck und Gewalt. Trotzdem wohnt der Stadt ein gewisser Zauber inne. Wenn man durch die Straßen streicht und die Atmosphäre in sich aufsaugt. Man die Eleganz der Pariserinnen bewundert und in so mancher Straße noch die typischen kleinen Cafés mit ein paar Stühlen und Tischen auf dem Gehweg findet, auf die man sich sofort setzten und einen Café au lait bestellen will.

Wenn da nicht gerade in Sichtweite eine der recht gewöhnungsbedüftigen Neuerungen steht, die Paris seit einiger Zeit zu bieten hat: Die Uritrottoirs!

Damit die vielen Männer der Stadt nicht ständig an Hauswänden, Bäumen und was weiß ich noch alles ihre Notdurft verrichten, wurden die Freiluftpinkelbecken aufgestellt. Ein durchdachtes Konzept, sogar irgendwie nachhaltig und mit ein bisschen Grün oben drauf. Da fühlt Mann sich gleich wieder wie beim nächsten Baum, nur mit aufgesetztem Blumenkasten. Gegen ein Dixie-Klo, dass nur mit Chemie arbeitet, ist das ein Vorteil, denn die Uritrottoirs sammeln den Urin in kompostierbarem Stroh, das hinterher als Blumendünger verwendet wird.

Und steht man erst einmal in typischer Pose vor dem roten Kasten, wird den vorbeilaufenden Menschen also ein Blick auf eine ökologisch wertvolle Handlung gewährt, hoffentlich ist dabei nur der Hosenschlitz runtergelassen und nicht das ganze Beinkleid…

Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie ist das komisch. Muss man sich daran nur gewöhnen, oder bin ich spießig? Selbst beim (niedlichen) Manneken Pis in Brüssel hatte ich schon so meine kleinen Vorbehalte, aber lustig ist es schon.

 

 

Onlineshopping

Letztens hatten wir das Thema Umkleidekabine. Viele von euch bestellen, genau wie ich, mittlerweile lieber im Internet, weil es so viel bequemer ist. Eben auch, weil man die ungemütlichen und desillusionierenden Umkleidekabinen vermeidet.

Aber was hat dieser Trend für Auswirkungen? Kaufen wir im Internet statt im Offlineshop, verschwinden tausende von Jobs, hauptsächlich von Frauen. Es entstehen zwar auch neue Arbeitsplätze (zB. Logistik), die werden aber meist von Männern dominiert.

Im Einzelhandel liegt der Anteil der dort arbeitenden Frauen bei bis zu 75%, im Logistikbereich hingegen nur bei ca. 20%*

Die Veränderungen durch die neuen Kaufgewohnheiten scheinen unausweichlich, aber gleichzeitig müsste auch ein kultureller Wandel stattfinden, damit viele Frauen von diesem Wandel nicht ausgeschlossen werden. Leider wird das meiner Meinung nach aber garantiert wieder dermaßen auf die lange Bank geschoben, bis es zu spät ist.

Auch im Zusammenhang mit dem vielen Müll, den die bequemen Bestellungen verursachen (siehe riesige Pakete für ein kleines Teil), vergeht mir langsam die Bestelllaune. Liegt es daran, dass man älter wird? Ich kann aber kaum mehr über so einige Dinge hinweg sehen, oder besser gesagt, diese Dinge ausblenden um mir ein besseres Gefühl zu verschaffen. Egal ob Fleischkonsum und schlimme Nutztierhaltung, oder eben das bequeme Bestellen im Internet, das für ziemlich viel Ärger sorgt (unmögliche Arbeitsbedingungen bei Versendern und Paketdiensten, Müll, Arbeitsplatzabbau, usw). Verflixt…

 

Facekini

Der Trend ist nicht unbedingt neu, aber er schwappt langsam aber sicher auch zu uns. Mittlerweile ist es ein Leichtes, diesen nahezu perfekten „Sonnenschutz“ für Gesicht und Dekolletee auch bei uns zu bestellen (zB. über Aliexpress, ca. 3 US Dollar). Mal sehen, wann es ihn bei Karstadt zu kaufen gibt. Und in welcher Abteilung? Kosmetik? Kleidung? Haushalt – es erinnert ja schon irgendwie an Putzhandschuhe, die für einen Fetischporno zweckentfremdet wurden.

Ich persönlich finde das ja grottenhässlich, und ich bekäme am Strand wohl fast schon ein bisschen Angst, wären um mich herum nur solche geisterhaften Gummiwesen unterwegs. Auf der anderen Seite schützt es natürlich die Haut, und für Menschen, die nicht anders können (Sonnenschutzfilterallergie, Hautkrebs, usw) ist es wohl eine der wenigen Möglichkeiten eben doch mehr Freiheit genießen zu können. Ob das aber (bei uns) als Modegag taugt, wage ich mal stark zu bezweifeln.

 

 

 

Schminklicht verpasst? Die nächste Chance!

Aldi Nord hat ab nächste Woche Donnerstag (23.08.2018) wieder das einstellbare Schminklicht im Angebot. Viele von euch waren ja begeistert, und ich kann mir lebhaft vorstellen, wie praktisch das auch gerade für unterwegs ist. Unschlagbarer Mehrwert bei Aldi sind die 3(!) Jahre Garantie. Hier der Screenshot der Anzeige:

 

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(Fotos: Konsumkaiser, Wiki Commons, Alibaba, Pixabay   Keinerlei Sponsoring  *Link: The Guardian)

78 Kommentare

  1. Da ich in Japan Schwierigkeiten beim Kleiderkauf habe, und mein Geschmack an Mode sowieso eher Richtung Modcloth liegt, bestelle ich auch öfter online und ärgere mich jedes Mal etwas, dass ich schon wieder Müll verursacht habe und einer armen Person den Job schwer mache. (Andererseits möchte ich in Japan auch keine Verkäuferin sein, die arbeiten hier teilweise nachts und – meine Mutter war entsetzt – am Sonntag, und müssen im Gegensatz zu deutschen Verkäufern auch noch freundlich sein.) Eigentlich müsste ich auch meinen Stammladen in Deutschland (nicht online) boykottieren, weil natürlich nicht alles Fair Trade ist, aber wer kann sich das finanziell und vom Zeitaufwand leisten? (Und irgendwie scheint es bei Fair Trade auch noch kaum geschäftstaugliche Mode wie Kostüme und Anzüge zu geben, oder täuscht mich das?)

    Diese Masken haben zwar, wie du sagst, sicher ihren Zweck, aber auch mich gruseln sie etwas. In Japan sieht man sie aber eher nicht – wir waren sogar letztens am Strand und haben braungebrannte Menschen, auch Frauen, gesehen! Wobei das eher eine Art Nischenhobby zu sein scheint, wie bei uns mit Solariumsbräune auch eine gewisse Menschenart in Verbindung gebracht wird – oder ist das nicht mehr so? Lustig finde ich jedenfalls, dass die mittlere offenbar trotzdem nackte Beine hat.

    1. Freundliches Verkaufspersonal würde mir aber auch gut gefallen. Auf der anderen Seite kann man verstehen, dass mittlerweile die gute Laune vergeht, wenn man sich das Arbeitsklima in vielen Bereichen anschaut.
      Und ja, Sonnenbank hat weiterhin ein „Manta-Image“ und wird belächelt. Trotzdem ist die „noble Blässe“ noch lange nicht akzeptiert, da gilt man eher als krank. 🙂

      1. Ich kann verstehen, dass einem die Lust vergehen kann, aber wenn ich irgendwo reingehe und freundliche grüße, erwarte ich zumindest keine schnippische Antwort. (Und kein verdammtes Geduze!)

        Dann hat sich das nicht geändert. Danke!

        1. Ab einem gewissen Alter empfindet mal es als Kompliment, wenn man geduzt wird *hehe*. Nein, im Ernst, mir geht so was auch total auf die Nerven. Ich hab gute Erfahrungen damit gemacht, wenn ich auf das erste Duzen antworte „kennen wir uns ?“. Die meisten registrieren dann schon, dass was nicht stimmt, aber natürlich ist die Erfolgsrate nicht immer gleich. Ich mache prinzipiell die Erfahrung, dass das Gespür für Distanz eher weniger wird (@KK: jaja, die Jugend von heute!😀). Mir passiert es häufig, dass ich z.b. von Ferienjobbern in der Klinik geduzt werde ohne Hemmungen. Die denken sich dabei nicht mal was. Neulich hat einer zu mir gesagt „mach hier doch nicht so ne Folklore, du bist ja vielleicht mal verspannt“😬. In dem Fall hatte der sogar recht, möchte nicht geduzt werden einfach so.

          1. Ich fürchte, ich sehe trotz einigen versteckten weißen Haaren und Ehering einfach zu jung aus. In manchen Läden ist das Duzen jetzt wohl sogar von oben verordnet, und einmal hat sich eine arme Verkäuferin auf meine pikierte Reaktion entschuldigt und gefragt, ob sie das Feedback weitergeben darf. Und das war nicht bei Ikea.

        2. Hallo Julia,

          ich war letztens shoppen und bei der Gelegenheit auch bei einem mir fremden Optiker, weil ich anpeile mir irgendwann nächstes Jahr eine neue Brille zu gönnen. Wollte einfach mal gucken was es ausser bei meinem Stammoptiker noch gibt. Bin mit Rollstuhl da rein (habe das Gefühl das lässt bei manchen Benehmen und Respekt vergessen, anders als wenn ich mit Krücken unterwegs bin), jedenfalls wude ich von der Beraterin erst gesiezt und dann plötzlich geduzt. Ich habe mir das kurz gefallen lassen, ihr dann lächelnd ins Gesicht geschaut und sie ebenfalls geduzt. Sie war ziemlich perplex. Hab den Laden dann verlassen.
          Vor etlichen Jahren als ich noch in der Ausbildung war musste ich oft mit dem Bus fahren, der eine Rampe hatte. Ein bestimmter Busfahrer hat sich immer geweigert mich vor der Zeit in den Bus zu lassen mit dem Rollstuhl (die Haltestelle war Anfangs- und Endpunkt), auch bei schlechtem Wetter. Habe dann irgendwann eine Beschwerde an unsere Zeitung geschickt, inkl. Kopie an die Verkehrsbetriebe. Die Beschwerde wurde von der Zeitung veröffentlicht… Ein paar Wochen später stand ein hohes Tier der Verkehrsbetriebe mit Riesen-Blumenstrauß vor mir und wir sind zusammen Kaffee trinken gegangen. Der Busfahrer bekam eine Abmahnung. Ich kenne da nichts mehr, man lernt mit der Zeit anders mit solchen Sachen umzugehen.

          Online-Shopping hat auch seine Nachteile. Gestern hat der REWE Lieferservice eine saftige Beschwerde von mir bekommen, weil seit Wochen ständig irgendwas ist, bei jeder Lieferung. Bin schon auf die Reaktion gespannt.

          Schönes Wochenende für alle!

          1. Menschen mit Handicap werden meiner Erfahrung nach sowieso gerne so behandelt, als ob sie nicht auf drei zählen können. So nach dem Motto, sitzt im Rollstuhl, wird also auch sonst nicht ganz rund laufen. Eine Freundin von mir ist an Multipler Sklerose erkrankt, läuft im Rahmen ihrer Ataxie einfach nicht gut und auch nicht ausdauernd und muss bei langen Strecken den Rollstuhl benutzen. Wenn Du mit der in die Stadt gehst oder zum Essen, fällt Dir erstmal auf, welche Barrieren es gibt. Abgesehen von diesen „technischen“ Schwierigkeiten finde ich aber noch viel erschreckender, wenn dann Sachen passieren wie dass mich der Kellner fragt „was will ihre Begleitung denn essen?“ . Klar, manchmal steckt hinter so was auch einfach ungeschickte Unsicherheit aber sehr viel öfters -denke ich- einfach eine kopflose oder schlimmer noch bewußte Herabwürdigung. Und ich bin ganz bei Dir, wenn Du sagst, Du wirst beim Gehen an Hilfen anders wahrgenommen als wenn Du im Rollstuhl sitzt. Ich habe die Vermutung, das liegt an der Position – rein körperlich. Im Rollstuhl steht Dein Gegenüber einfach weit über Dir, schaut auf Dich herab und alleine das verändert die Hierarchie. Wenn Du stehst, bist Du wörtlich auf Augenhöhe. Man muss sich solche Mechanismen immer wieder vergegenwärtigen.
            Gut, wenn Du Dir nichts gefallen lässt! Unbequem sein macht nicht immer unbedingt beliebter, aber was willst Du machen. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht zu viel Energie liegen bleiben muß im Alltag in der Auseinandersetzung mit solchen Widrigkeiten.
            Ein schönes Wochenende allen!

            @Julia: schade, ich hatte gehofft, dass mit dem im Gebäude erleichtern war einfach … eine Erfindung.

            1. @Roland: Ich spüre das meistens sehr genau, ob jemand aus Unsicherheit/Unwissenheit sich so benimmt (bin dann auch nicht böse und reagiere entsprechend) oder ob jemand einfach unverschämt ist. Ich glaube nicht mal unbedingt dass es am Höhenunterschied liegt (kann aber durchaus auch eine Rolle spielen), aber irgendwie scheint ein Rollstuhl egal wie schnittig und modern er aussieht den Leuten das Gefühl zu geben dass der der drin sitzt nicht ganz dicht ist, im Gegensatz zu Krücken. Ich weiß auch nicht warum. Es soll jetzt nicht der Eindruck entstehen dass ich total empfindlich und ständig mit der Keule unterwegs bin, im Gegenteil. Aber es gibt einfach Situationen wo man sich wehren muss, gerade auch DAMIT andere Leute mal was merken und ggf. auch wieder Respekt bekommen oder die Grenzen aufgezeigt bekommen. Das muss man lernen, das kann auch wehtun und anstrengend sein, auch heute noch. Aber zum Glück gibt es auch viele Menschen wie scheinbar du es bist. Ich habe mein Handicap seit Geburt. Ich mag mich, und ich glaube nach wie vor dass ich ein anderer Mensch geworden wäre ohne dieses Päckchen. Ich will aber eigentlich gar nicht anders sein und ich denke dass man das auch auch spürt. Erlebnisse wie du sie mit deiner Freundin hast kenne ich zu Genüge. Das auch mal wieder von jemand anders zu hören hat fast was Lustiges einerseits. Mein Ex-Mann ist ein „normaler“ gesunder Mann, auch fast alle meine Freunde sind es. Für viele ist das auch ganz schwer nachzuvollziehen wie solche Beziehungen klappen können. Eine unendliche Geschichte dieses Thema.

              1. Liebe Gast, ich finde überhaupt nicht dass du total empfindlich wirkst, ganz im Gegenteil. Wie Du vielleicht im Blog mitbekommen hast, arbeite ich als Mediziner, in diesem Job habe ich sehr viel mit Menschen zu tun, die auch aufgrund von angeborenen oder sehr frühen Erkrankungen mit Handicaps – soll ich sagen beschäftigt ? – sind. Ich benutze absichtlich nicht die Formulierung „zu kämpfen haben“, denn das ergibt sich nicht automatisch daraus. Ich lerne von meinen Patienten ja sehr viel und eins habe ich in den Jahren mitbekommen: zwischen Befund und Befinden ist ein erheblicher Unterschied. Es gibt welche, die haben von außen betrachtet sehr starke und erhebliche Einschränkungen, kommen damit aber ganz ohne Probleme zurecht und es gibt Menschen, die haben objektiv nicht so viele Beeinträchtigungen oder Handicaps, ihr Befinden ist aber sehr schlecht und sie leiden sehr darunter. Ganz viele haben mir auch erzählt, dass sie, weil sie sich ja noch gar nie anders erlebt haben, durchaus als heil und ganz erleben, nur die Umwelt, die anderen Menschen oder die Barrierefaktoren führen dazu, dass das Gefühl einer Behinderung eintritt. Ich fand das sehr spannend, so Überlegungen zu hören. Mir hat mal eine blinde Patienten (von Geburt an) erklärt, dass sie überhaupt nichts vermisst, weil sie nicht weiss, was sie vermissen sollte. Sie erlebe sich ganz und gar heil. Mir fiel das am Anfang sehr schwer, zu verstehen, was sie damit meint. Ich mag auch z.b. keine Formulierungen wie „obwohl sie im Rollstuhl sitzt, hat sie einen tollen Mann abbekommen“. Ich bin absolut überzeugt, dass das, was Dich ausmacht, natürlich auch mit Deiner Lebensgeschichte ausmacht und wenn da ein Teil davon ein angeborenes Handicap ist, dann spielt das natürlich eine Rolle. So wie es bei jedem anderen Menschen eine Rolle spielt, wo wir her stammen, welche Erfahrungen uns prägen und wie willkommen wir in der Welt waren. Ich sage immer zu meinen Patienten, mit einer chronischen Erkrankung zu leben ist nicht automatisch die Fahrkarte in ein unglückliches Leben, aber sicherlich in ein viel anstrengenderes, weil man sich mit Themen beschäftigen muß, die man, wenn man diese Schwierigkeiten nicht hat, gerne verdrängt oder für sich als nicht relevant erlebt.

                In Gesprächsrunden mit Patienten habe ich aber auch schon gehört, dass es so was wie positive Diskriminierung gibt, so eine Art „Sonderbonus“ aufgrund des Handicaps, was als genau ätzend erlebt wird. Als sehr schönes Beispiel wurde genannt: Betriebsausflug mit den Kollegen, ein WE im Allgäu beim Wandern mit übernachten. Am ersten Tag keine Rücksichtsnahme auf die Kollegin mit MS, die eben bei der Wanderung an die Grenzen kam, sich mordsmässig ärgerte, am Abend dann beim gemütlichen Teil ihren Unmut äußerte.. mit dem Resultat, dass am zweiten Tag dann alle fünf Minuten gefragt wurde, ob es denn noch geht und ob alles in Ordnung ist. Das hat ihr dann auch nicht gepasst :-). Ich glaube, das beschreibt sehr gut das Spannungsfeld, in dem man sich bewegt. Nicht nur als betroffener Mensch, sondern auch die anderen. Vermutlich muss man lernen, klar und offen zu kommunzieren, vieles entsteht ja auch aus Unsicherheit und Ängsten vor einem mögliche Fehltritt. Geht ja schon im Kindesalter los „Mama, warum sitzt die Frau im Rollstuhl“ – „schau da nicht so hin“. Ja, wie soll denn da ein unverkrampfter Umgang entstehen ? Ich hab immer gesagt, „geh hin und frag sie, sie wird Dir schon eine Antwort geben“.
                Viele Grüße
                Roland

              2. Die Theorie mit dem Höhenunterschied, die stammt nicht von mir, die hat mir mal ein Patient nahegebracht. Ich bin sehr groß (189cm) und bin ihm auf dem Gang begegnet, er im Rollstuhl. Ich erstmal stehen geblieben und festgestellt, irgendwas ist anders im Kontakt und im Gespräch. Ich bin da sehr offen und habe ihn direkt darauf angesprochen, ob er das auch merkt. Antwort war ja und wir sind beide darauf gekommen, es liegt daran, dass ich wie oben herab auf ihn einspreche. Ich bin dann auf die Heizung gesessen und schon war mein Kopf nur noch ein wenig höher als seiner. Klar ist das keine objektive Wahrnehmung aber wir haben beide erlebt, es hat das Gespräch verändert. Quasi wieder auf Augenhöhe.. muss ja nicht so sein, aber fand es ganz einleuchtend.

              3. Lieber Roland, ich habe schon länger herausgelesen, dass du Arzt bist, deshalb hab ich hier auch ein bisschen weiter ausgeholt. Ich hab den ganzen Tag überlegt wie ich hier was beantworte, aber das Thema ist so komplex dass das wahrscheinlich echt ausufern würde (und muss ja auch nicht jeder mitlesen). Wenn du Lust dazu hättest können wir uns gern auf anderem Weg austauschen.
                LG

          2. Wow, gut dass du da drangeblieben bist!
            Ich verlasse oft einfach den Laden und denke, dann lasse ich mein Geld halt woanders. Bei Bus und Bahn geht das natürlich nicht. Einmal habe ich mich beschwert, dass im Ruhewagen keine Ruhe herrschte, aber bei der Deutschen Bahn kann man ja schon froh sein, wenn sie überhaupt fährt…

            1. @Julia: mir ist aufgefallen dass gerade was Verkäuferinnen betrifft diese in Ländern wie den USA viel freundlicher sind. Auch wenn den Leuten nachgesagt wird sie seien oberflächlicher als z.B. die Deutschen und diese Höflichkeit sei nicht echt. Dann lieber gespielte Höflichkeit als das was man in deutschen Läden oft so erlebt…

              1. Sehe ich auch so. Mir ist es egal, gespielte oder echte Freundlichkeit, solange ich freundlich bedient werde. Neulich beim Kaufhof musste ich minutenlang eine Verkäuferin suchen, die haben sich hinter eine Säule mir richtiger Hingabe unterhalten, mir mitgeteilt das sie für meine Frage nicht zuständig sind und haben einfach weiter privat gequatscht.

              2. Da muss man nicht mal bis in die USA.. ich habe eine Zeitlang an der österreichischen Grenze gewohnt und bin immer nach Salzburg zum einkaufen. Mich hat es jedesmal umgehauen, wie freundlich ich da bedient worden bin. Man sagt ja manchmal, wir Deutsche sind da nicht so beliebt, aber das ist einfach eine Verallgemeinerung. Mir ist ein Erlebnis in Erinnerung, ich war wirklich stundenlang bei einem großen Herrenausstatter, hatte aber einen echt unleidigen Tag…. hab zig Sachen anprobiert und am Schluss nicht mal ein Hemd gekauft. Mir war das fast peinlich. Die Verkäuferin war so was von nett, hat gesagt, gerne beim nächsten mal. Ich habe mich fast entschuldigt und mich bedankt für die freundliche Bedienung. Die musste sicher noch einen halbe Stunde meine Sachen wieder aufräumen.
                Ich kenne inzwischen ja nichts, wenn ich in einem Geschäft wirklich grottenschlecht bedient werde, dann versuche ich es erst auf die freundliche Art – habe damit auch schon gute Erfahrungen gemacht. Auf die Frage, ob mein Gegenüber sehr gestresst ist oder ob es nicht gut geht, kommt dann oft eine Entschuldigung oder eine kurze Erklärung und dann läuft es deutlich besser. Wenn das nicht hilft, dann formuliere ich aber auch klar meine Verärgerung darüber. Mir hat mal ein Verkäufer im Mediamarkt gesagt, ich soll nicht so einen Schei.. reden 😱.
                Also, da war ich dann nicht mehr sehr freundlich..

              3. Das ist das Schöne an Japan, hier ist der Service sogar so gut, dass mir die Angestellten etwas leid tun. Letztens war ich im Brillengeschäft und während ich auf der Couch saß, hat sich die Angestellte neben mir auf den Boden gekniet, um mir was zu zeigen, obwohl ich sie gefragt habe, ob sie sitzen möchte.

      2. @KK: leider ist bei mir nichts mit nobler edler englischer Blässe, ich sehe im Winter dank eher gelblichem Unterton der Haut immer nach Gallenstein und Lebererkrankung aus. Ich bewundere immer Menschen, die, wenn sie blaß sind, trotzdem gesund und gut aussehen. Bei mir haut (ha!) das nicht hin, aber noch gar nie. Muss deshalb mit einer ganz leichten Brise Selbstbräuner nachhelfen, aber nur so, dass man es nicht sieht(hoffe ich). Das klappt mit diesen Tropfen von Clarins, über die Du ja auch schon geschrieben hast, richtig gut.

              1. @KK: Du hast 2014 mal über die BB Creme von Lab Series speziell für Männer berichtet, hattest Du die irgendwann mal nochmal im Gebrauch?
                Ich mache mir zwar nicht so viel Gedanken, was andere Menschen von mir denken, aber nach zu offensichtlich nachgeholfen darf/sollte mein Gesicht im Alltag und im Job nicht aussehen (wird also leider nix mit der Werbung à la Dr. Best Zahnbürste für das Schirmchen). So richtig viel gutes und dabei unsichtbares zur Hautverschönerung insbesondere bei fahlem winterlichen Teint gibts ja nicht wirklich. Das einzige, was wirklich überhaupt nicht zu entdecken war und nichts gemacht hat außer einer schöneren Haut war von Paula das „barely there“. Das war perfekt, kein Übergang am Hals, keine sichtbaren Pigmente, nur erholter und entspannter ausgesehen. Aber klar: vom Markt genommen. Wie könnte es anders sein? Neulich hab ich ja erwähnt, dass ich für ein Fotoshooting mal dieses allmost make up von clinique im Gesicht hatte, das war eigentlich auch nicht zu entdecken. Vermutlich eher eine Kopfsache, dass ich so was im Alltag nicht anwenden (mag?).

              2. Ach du meine Güte😀.
                Na, vielleicht zapfst Du ja nicht unser Gehirn an, sondern wir Deines 🙂 Du mußt Dir unbedingt mal Deine AGB‘s durchlesen..
                Super, auf den Bericht freue ich mich!

              3. Wenn ich dir was empfehlen darf: NARS Radiant Tinted Moisturizer (nutze ich auch) oder bareMinerals Complexion Rescue (gefiel mir leider nicht so trotz besserer INCIs).

                Beide sind von der Textur leicht. Ich sehe mit der NARS einfach schön ebenmäßig und irgendwie strahlend aus, man sieht aber absolut nicht geschminkt aus (was ich auch nicht mag) und sieht auch keine Ränder oder Flecken. Beide Cremes sind ölfrei und mit SPF30. Die NARS hat für mich einen schöneren und sichtbareren Effekt, bei der bareMinerals ist der Effekt bei mir eher schwach. Ich mag außerdem die Farbauswahl und die Textur bei NARS lieber.

                Ich hätte auch nix gegen getönte Pflege von HD…😙
                LG

    2. Also ich freu mich immer, wenn ich geduzt werden, z.B. beim hippen Friseur oder im Geschäft, ich mag diese Siezerei irgendwie nicht. Ich hasse es auch, mit Madame angeredet zu werden, fühle mich dann wie ein uraltes Mütterchen.

      1. Unter jungen Leuten untereinander finde ich es okay, aber wenn ich von älteren Leuten geduzt werde, hat das so was Herabwürdigendes, und das mag ich nicht. Ich kriege das halt sehr oft, weil ich klein bin und ein Babyface habe, und es nervt einfach irgendwann.

        1. Meine Friseurin duzt mich mittlerweile auch (sie dürfte ein paar Jahre jünger als ich sein, bin noch 37). Das ist auch ok und schön (lasse mir meistens von derselben die Haare machen), ich mag sie; allerdings hat sie das nicht gleich am Anfang gemacht, hat ein paar Besuche gedauert. Ansonsten mag ich das bei fremden Leuten einfach nicht, das muss sich entwickeln. Und selbst bei Leuten die man kennt dauert das manchmal. Ich habe eine ganz tolle Nachbarin, sie könnte meine Oma sein vom Alter her. Wir kennen uns seit ich hierher gezogen bin und möchten uns von Anfang an sehr. Allerdings hat es über 1 Jahr gedauert bis wir uns geduzt haben (sie hat es mir angeboten). Und so gibt es noch die ein oder andere Person, mit der ich vertraut bin aber trotzdem (noch) das „Sie“ im Raum steht. Man kann sich auch sehr mögen ohne sich zu duzen. Wahlloses Geduze mag ich genausowenig wie diese ständige Begrüssungsküsserei…

  2. Guten Morgen!
    Ich bestelle kaum noch bei Amazon, weil ich den Müll vermeiden möchte, aber manchmal kann ich es nicht vermeiden, so viele Sachen gibt es im Handel um die Ecke gar nicht.
    Und diese Pippiletten auf dem Gehweg finde ich schrecklich. Könnte man nicht wieder die kleinen Toilettenhäuschen einführen? Es mag zwar komisch klingen, aber ich finde, diese Urinetten symbolisieren die Verrohung der Gesellschaft. Wozu Messer und Gabel? Man kann ja mit den Fingern (fr)essen (Fast Food), und jetzt auch überall einfach pinkeln.

  3. Guten Morgen,
    ich kann Ricarda nur zustimmen und finde diese Toiletten eklig. Wenn es doch an jeder Ecke ein Cafe gibt, wieso kann man nicht dort mal eben die Toilette aufsuchen?
    Ich möchte nicht, während ich esse einem Mann beim Pinkeln zusehen.
    Hoffentlich tauchen die Dinger hier nicht auf.
    Allen ein schönes Wochenende
    Nicola

    1. Ich finde es auch arg grenzwertig, aber ekliger finde ich, dass ständig Häuserwände und Bäume herhalten müssen. Das scheint man ja auch nie in den Griff zu bekommen. Vielleicht haben einige Städte schon resigniert?
      Viele Grüße, KK

  4. Nicht nur Einzelhandel, allgemein verschwinden mehr und mehr Berufe durch die Digitalisierung.
    Dafür muss die Politik schleunigst eine Antwort finden, die Teilverantwortung liegt auch dort.
    Andersseits florieren die Geschäfte die noch irgendein Bezug zum Handwerk haben wie Craft Bier Kneipen, Becker die es so backen wie von früher, mit Sauerteig – eine Flut davon in meiner Stadt und man zahlt gerne 8,00 euro für ein halbes Brot. Oder 6,00 für Stück Kuchen. Oder Manufactum mit Slogan, es gibt sie noch, die guten Dingen. Ich liebe übrigens diesen Laden und wie deren Produkte entstehen!
    Auch Obst, Gemüse, Eier, Milch und Fleisch kaufe ich von lokalen oder regionalen Anbietern, da sehe ich sogar eine positive Entwicklung zum früher…
    Ich persönlich würde fünf Mal weniger einkaufen, wenn ich darauf angewiesen wäre Zeit dafür zu Fuß zu finden und alles persönlich abzuklappern. So bilde ich mir ein, dass ich auch die heimische Wirtschaft ankurbele, Auslandsbestellungen sind keine 10% meiner Einkäufe. Auch wenn 100 Menschen mit dem Auto in die Stadt fahren ist es evtl. nicht umweltfreundlicher als wenn ein DHL Wagen uns 100 Pakete mitbringt.

    Hm, warum hat man dieses Problem in Paris? in Deutschland gibt es überall noch öffentliche Toiletten und hier scheint das Problem nicht so ausgeartet zu haben? Touristen hat meine Stadt auch zuhauf.

    1. Ich wäre froh, wenn es solche Freiluftpinkelbecken hier in Berlin gäbe. Und sie dann auch benutzt und gewartet werden würden. Dann könnte man eventuell auch wieder einige Gegenden wie z.B. den Alexanderplatz überqueren. Das ist teilweise aufgrund der Wildpinkelei derzeit nicht möglich. Und die, die das tun, können sich die öffentlichen Toiletten nicht leisten…

      1. In Essen gibt es wohl keine einzige öffentliche Toilette mehr, ausser natürlich in größeren Bahnhöfen, und die sind ja meist kostenpflichtig. Das ist für mich prinzipiell unverständlich, denn das gehört ja zu einem Grundbedürfnis! Und wenn ich das Kleingeld nicht habe, muss ich mir in die Hose machen? Dann sind diese Becken tatsächlich eine Alternative. Allerdings frage ich mich, wie man das für Frauen machen könnte, so einfach wie bei den Männern geht das wohl nicht. 😉
        Liebe Grüße, KK

          1. So ist es. Sie wären innerhalb kürzester Zeit versifft und versaut, wie so vieles im öffentlichen Raum. Ich frage mich immer, wie dämlich man sein
            muss, um seinen Dreck dort zu entsorgen, wo man sich auch erholen/entspannen möchte. „Faszinierendes“ Beispiel für „Versiffung“ waren die Berufsschultoiletten. So widerlich, dass ich mir dreimal überlegt habe, ob und wie dringend mein Bedürfnis ist und diese Toiletten gehörten, man darf es kaum schreiben, zum OSZ Gesundheit.^^

    2. Stimmt. Nicht nur dem Einzelhandel geht es an den Kragen. Wo sind die Videotheken hin? Netflix hat sie gefressen. Und in der Zeit hieß es neulich „Das Zeitalter der gedruckten Zeitungen ist zu Ende“ (kein Konjunktiv, kein Fragezeichen) und die Mitarbeiter der taz müssten sich auf das Ende der täglichen Printausgabe einstellen. Was da für Jobs dranhängen… von den Journalisten selbst über den Druck bis hin zum kleinsten Rädchen im Getriebe (Zeitungszusteller). Und so verwerflich wie es ist: Ich lese unterhalb der Woche trotzdem nur Online-Nachrichten, weil mir für die Zeitung schlicht die Zeit fehlt.

      1. Die Zeiten ändern sich, das ist ja nicht das Schlimme. Leider sind wir alle nicht so „beweglich“ dass wir unsere Gesellschaft ebenso schnell anpassen können.
        Das Ruhrgebiet zB. ist ja das beste Beispiel, wie nach dem Wegfall des Kohleabbaus aus der Region ein Dienstleistungsgebiet wurde. Und selbst das funktioniert nicht wie gewünscht, denn so viele weitere Faktoren machen StrichE durch die Rechnung, wie zB. die marode Infrastruktur hier. Wir sollen flexibel sein und ständig Pendeln („Metropole Ruhr“), haben aber Straßen wie in Polen nach dem Weltkrieg.

    3. Was willst du denn machen? Man kann die Leute schlecht zwingen wieder in der Stadt oder auf dem Dorf einzukaufen, oder Online-Medien einzustampfen. Die Digitalisierung gibt es nicht erst seit gestern. Wie zu oft wird viel zu spät auf Entwicklungen reagiert und am Ende ist wieder der dumme Bürger Schuld dran.

      Und nein, ich bin nicht bereit, 6,-€ oder 8,-€ für ein Brot zu zahlen, kann ich mir gar nicht leisten. Ich kaufe jetzt schon verhältnismäßig viel Bio im Supermarkt, ich habe aber weder Zeit noch Geld total ökologisch korrekt einzukaufen. Es liegt hier auch an Politik und Herstellern, dafür zu sorgen, dass auch die Nicht-Bio-Lebensmittel eine gute Qualität haben und ohne schlechtes Gewissen eingekauft werden können. Davon abgesehen wäre alles einfacher wenn viele Leute nicht jeden Cent zweimal umdrehen müssten.

    4. Nicht nur Paris hat das Problem! Ich wäre dafür, dass es die Dinger auch nach Berlin und Hamburg schaffen. Schön ist anders, aber die Kästen sind allemal besser, als dieses ständige ungebremste Freipinkeln. Touristen sehe ich übrigens eher selten bei diesen Verrichtungen und bei Frauen ist es mir auch noch nicht aufgefallen.

      Im Juni durfte ich auch meine ersten Rollstuhlerfahrungen machen. Die waren in Paris übrigens sensationell. Ich wurde an jeder Schlange vorbeigeschoben und immer zuvorkommend und mit Respekt behandelt.

      Mit den Gehstützen war ich einmal alleine in Hamburg unterwegs und durfte feststellen, dass es an der U-Bahn Jungfernstieg keinen Lift gibt. Ich dachte, sowas gibt es inzwischen überall (nur nicht in Paris, da kann man gehandicapt die Öffis vergessen, aber UBER hilft) – man lernt nie aus und ich habe mich also das erste Mal mit Krücken auf eine Rolltreppe stellen müssen. Hui – die war gefühlt schneller als eine Concorde (die Älteren werden sich erinnern).

      Schönes Wochenende allerseits!

  5. Hier im Einzelhandel wären es meiner Beobachtung nach eher Schüler- u. Studentenjobs, die dann wegfielen und ich frage mich seit geraumer Zeit, wohin man die Mitarbeiter jenseits der 40 verbannt hat. Ins Lager? Ich werde jedenfalls immer öfter mit Mitarbeitern konfrontiert, die meine Kinder sein könnten und im Lebensmittelmarkt ums Eck scheinen sie tatsächlich fast nur noch Schülerjobs anzubieten. Freund vom Junior hat dort gearbeitet, kurz, und den Schilderungen nach denke ich mir, dass sie bewusst nur „Jungvolk“ einstellen, weil das weniger aufmuckt und der Job eh nur eine Durchgangsstation ist. Da denkt man eher mal „Augen zu und durch, sind ja nur ein paar Wochen“. Von der Altersdurchmischung positiv hervorzuheben ist (nur?) „unser“ C&A, allerdings kaufe ich da nur meine Socken- in der Kinderabteilung. Ganz wunderbare Auswahl an nicht altersgemäßen Ringelsocken.^^

    @Verpackungen: Stimmt, da sammelt sich einiges an. Da ich aber in regelmäßigen Abständen meine Bücher und Klamotten „weitergebe“ (Momox, rebuy, Mädchenflohmark) haben meine Versandkartons eine sinnvolle Weiterverwendung, mancher Eintausch muss sogar warten, bis ein neuer Versandkarton eintrudelt (und nein, selbstverständlich bestelle ich nicht nur der Kartons wegen, Inhalt ist auch wichtig^^). Wenigstens ein Punkt, der das schlechte Gewissen nicht triggert. 😉

    Schönes WE!

  6. Diese Gesichtsmasken sind hier bestimmt wegen Vermummungsverbot verboten, dabei schützen Sie vermutlich auch vor Gesichtserkennungssystemen. 😉
    Im Urlaub hab ich ein asiatische Touristin gesehen, die eine Kappe mit einem ganz langen, dunkeltransparenten Schirm aufhatte. Das komplette Gesicht lag im Schatten. Dabei sah es luftig und wirklich gut aus. Das wäre genau mein Ding gewesen.

    Zu den Verpackungen: ich hab gestern auch gedacht, dass es ein Pfandystem geben müsste oder eine Möglichkeit, wohnungsnah nur Versandkisten zu sammeln, die wieder verwendet werden. Es gibt ja welche, die man nur zusammenfalten kann. Andere muss man mitunter in Fetzen reißen, um an den Artikel zu kommen. Ich klicke zwar überall, wo es geht, die Möglichkeit an, gebrauchte Kisten zu bekommen, in der Realität sind sie aber alle wieder neu. Ich vermute, der Aufwand ist zu teuer.

  7. Guten Morgen!
    Als ich auf einer anderen Seite das über diese Komposttoiletten gelesen habe, dachte ich zuerst, mal eine tolle Idee. Bis ich kapiert habe, die stehen nicht schön hinter einer nicht einsehbaren Verkleidung sondern sind praktisch Freiluftbühne für alle freiwilligen und nicht freiwilligen Exhibitionisten. Vielleicht bin ich spießig, aber genausowenig, wie ich fremden Menschen dabei zusehen möchte, wie sie an eine Hauswand pinkeln, möchte ich Zeuge werden, wenn sie vor diesem Ding stehen. Und dabei ist mehr als die Hälfte der Menschheit dabei schon mal ausgeschlossen. Es ist eigentlich ein Armutszeugnis, wenn nicht mal mehr genügend offentliche Gelder zur Verfügung stehen, um kostenlos richtige Toiletten anzubieten. Mich würde mal interessieren, wie ein geeigneter Aufstellungsort für diese Neuerung gefunden wird. Darf man sich da bewerben als Anwohner? Oder Widerspruch einlegen?

    Diese Sonnenschutzmasken werden hier sicherlich unter das Vermummungsverbot fallen. Bei den Bildern davon werde ich immer an nicht so ganz teuer produzierte japanische/asiatische Filme erinnert mit Superhelden, die dann z.B. auf Tele5 laufen. Dann doch lieber den Schirm auf dem Kopf.

    Bei mir in der Stadt gibts Gott sei Dank noch Bäckereien, die traditionell herstellen und für den Kuchen nicht 6 Euro verlangen.. puh, stell Dir mal vor, da kaufst Du für eine kleine Gesellschaft ein paar Naschereien ein. Herzlichen Glückwunsch, da ist ein Teil der Bevölkerung mangels gutem Einkommen gleich mal davon ausgeschlossen. Gute Qualität hat ihren Preis, ohne Frage, aber wie schafft es mein Bäcker des Vertauens hausgemachten Kuchen für 3,50 Euro anzubieten? Manufactum hat tolle Läden und der Katalog, der immer im September kommt, ist auch vom sprachlichen her eine Wucht. Die Beschreibung der Produkte macht Laune, finde ich. Die Preise manchmal leider nicht. In einem Artikel – ich glaube es war in der Zeit – hat man Manufactum mal als „Studienratsboutique“ bezeichnet… der Autor kam nicht darüber hinweg, dass die damals eine Bleistiftanspitzer hatten für fragmichnichtgenauwieviel 200-300 Euro ? 😀

  8. Ein gutes Beispiel für den Verpackungswahn habe ich gerade eben wieder bekommen. Hatte ein paar Kleinigkeiten im Online-Shop der Post bestellt: 1 Schreibset (Postkarten, Umschläge und passende Briefmarken, glaube je 10 Stk. von jeder Sorte waren im Set), 2×10 Briefmarken, 1 Paketband-Abroller inkl. Band und 1 Paketmarke. Hätte alles locker in einen gepolsterten Umschlag gepasst. Was bekomme ich? Einen Riesen-Karton á la Parfumdreams und Briefmarken nochmal einzeln in Umschlägen verpackt…

  9. Die Masken werden hier sicher keine Freunde finden. Die Stehurinale finde ich für Großveranstaltungen , Konzerte und so super. Aber bitte dezent hinten den Gebäuden . Nein ich will keinen fremden Willi sehen…*gg Ja ich bin spießig 😉
    Und wenn sich mehr Verkäuferinnen mit ihrem Job identifizieren würden und Kunden als willige Geldausgeber und nette Mitmenschen betrachten würden dann würde kaum einer im Netzt die simplen Dinge bestellen. Dann würde das ich bestell mal eben Spüli oder so gleich aufhören.
    Unsere Kunden werden wie Könige behandelt denn sie erhalten uns nicht nur den Job , sie bereichern unser Leben weil sie immer wieder gerne kommen. Tolle Kontakte hat man da durch 😉
    LG und ei fabelhaftes WE für Dich
    von mir

  10. Die Schmink – LED – Leuchten sind interessant. Aber bei welchem Aldi hast dus entdeckt. Ich habe das online nicht gefunden.

  11. Hallo KK! Mal wieder ein sehr interessanter Beitrag.
    Die Uritrottoires sind schon sehr „speziell“. Hätte man da nicht einen Sichtschutz drumherum bauen können? So a la „Cafe Sechseck“? Am besten im Jugendstil/Artdeco – hach, da könnten sie mir glatt gefallen. Wenn es dann auch eine Version für Madame gäbe…

    Ich habe das Privileg, sehr ländlich zu wohnen. Lebensmittel gibt es meist vom Erzeuger. Welch ein Luxus. 🙂
    Und ich habe den Nachteil, sehr ländlich zu wohnen. Schuhe gibt es selbst in der nächsten Stadt nicht mehr in meiner Größe. Eine 36 sei ja komisch und völlig unnormal. So so. Mir bleibt da keine Wahl. Leider ist eine gute, aufwändige Verpackung oft nötig, damit die Ware auch vollständig und unbeschädigt ankommt. Abschließbare Pfandboxen wären vielleicht eine Idee…

    Schminklicht mit LED? Ich wäre skeptisch, weil LED leider immer noch nicht in der Lage sind, Farben richtig wieder zu geben, egal wie „warm“ oder „kalt“ man die LED auch bezeichnet. Gerade beim Schminken wäre mir ein nahezu reales Farbspektrum aber wichtig.

    Euch allen ein schönes Wochenende

      1. Ich glaube, wir reden hier von verschiedenen Dingen. Aber das würde hier den Rahmen sprengen. Die LED werden ja zum Glück von Jahr zu Jahr besser und die Spielereien mit dem Farbwechsel machen schon Spaß. 🙂

        1. Ich habe hier etwas einigermaßen werbefreies gefunden, wo die Sache mit der Farbtreue erklärt ist – falls es jemanden interessiert: http://fastvoice.net/2012/02/19/auf-treue-achten-auch-bei-led-lampen/
          Ich hoffe, lieber KK, ich darf diesen Link hier posten? Du merkst, das Thema Licht liegt mir sehr am Herzen. Grundsätzlich finde ich LED gut, die Entwicklung geht rasant voran. Leider wird aber gerade auch im Bereich LED so viel Müll und Überflüssiges produziert, dabei sollten sie doch ökologisch wertvoller sein. Ich versuche jedenfalls weiterhin, die Sache kritisch zu verfolgen.

          1. Kurz: Bei dem Schminklicht finde ich den Wert „Ra >90“ wesentlich wichtiger und da bin ich einfach skeptisch, ob das so reicht…

  12. Ich finde diese ökologischen Pinkeldinger gut. Die Männer die sie benutzen, würden doch sonst eh an jeden Baum oder Hauswand pinkeln, da sollen sie lieber dieses Ding benutzen.
    Für Frauen gibt es sowieso keine Möglichkeit zum Pinkeln, die öffentlichen Toiletten, sofern es überhaupt noch welche gibt, nutzen Frauen doch sowieso nicht. Es geht also nur darum die Männer abzuhalten an die Bäume, Sträucher und Hauswände zu urinieren.

    Aber was beschweren wir uns..man muss ja nur mal nach Indien schauen, das ist für Frauen dort wirklich oft ein Megaproblem!!

  13. Hier ein Sammelkommentar, damit ich nicht zig Einzelkommentare abgebe und KKs Finger wund wird.

    Meine Stadt hat viele öffentliche Toiletten, Urinale nutzt man kostenlos, sonst zahlt man 0,30 Cent.
    Wieder eine Art der Diskriminierung, aber gut.
    Wer kein Geld hat, darf auch kostenlos rein.
    Natürlich werden die solche Toiletten auch von Frauen genutzt, warum nicht?
    Menschen die in meiner Stadt trotzdem auf offener Straße pinkeln sind vermutlich so asozial auf die Welt gekommen und würde es auch tun, wenn man die Uritrottoirs auch vor deren Nase stellt. Zur Kultur kann man bekanntlich nicht gezwungen werden.

    Manufactum hat für jeden etwas, arm oder reich, ganz egal. Ich habe dort viele Alltagshelfer für unter 10,00 € und von hervorragender Qualität aus deutscher Produktion gekauft. Neulich für meine Mama, da sie sich das so sehr gewünscht hat auch einen soliden Schneequirl. Ich respektiere deren Firmenphilosophie alte vergessene Berufe wiederzubeleben, bevölkerungsarmen Ecken der Republik eine Zukunft und Arbeit zu geben und für Handwerk faire Preise anzubieten.
    Kenne einige Familienbetriebe die nur durch die Zusammenarbeit mit Manufactum am Leben bleiben. Faire Gehälter schafft man nicht mit Billigpreisen. Aber ich bin bereit etwas mehr zu zahlen – und folglich weniger einzukaufen, da mir dann weniger Geld zur Verfügung steht – wenn das Erhalt von der Produktion in diesem Land und erhalt von Arbeitsplätzen bedeutet.
    Wir kaufen übrigens viel zu viel, die Schränke sind mehr als voll, sind zu einer Wegwerfgesellschaft mutiert.
    Wir müssten wieder lernen weniger aber dafür qualitativ besser einzukaufen. Ich brauche nicht 17 Taschen und 40 Kleider. Weniger und überlegter würde uns allen gut tun.

    Meine Stadt ist sehr teuer, ein Wunder dass wir noch nicht fürs Atmen zahlen müssen. Wobei…doch.
    Also haben teure Bäcker genug Kundschaft. Das muss nicht zwangsläufig ich sein, aber auch ohne meinen Kauf haben solche Läden deren Daseinsberechtigung. Somit bin ich lieber @Gast – ganz bei Dir!
    Die Arbeit ist in diesem Land zu wenig wert. Wir haben nicht Fachkräftemangel, sondern gierige Firmen die halb Indien hier beschäftigen – heute früh stiegen an meiner Haltestelle über 300 Inder aus, nur aus einer Bahn und nur an einer Haltestelle, die nächste Bahn kam 8 Minuten später. Wir haben Mangel an Firmen die willig sind faire Löhne zu zahlen.
    Und ganz große deutsche Traditionsfirmen die heimische Fachkräfte entlassen, austricksen oder gar nicht mehr einstellen!!!, weil billig muss es sein.
    Deshalb haben wir dann Bürohäuser die TÜV nicht mehr bestehen und von dessen Baumängel ich lieber nicht wissen will. Weil billig und hochwertig widerspricht sich meistens.
    Fachkräftemangel ist in viele Bereichen künstlich geschaffen und ich darf aus meiner früheren Stelle hier zitieren – traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast.
    Damit lande ich zwangsläufig bei heutiger Jugend.
    Habe mit der täglich zu tun. Manchmal bin ich schon geschockt, welche Arbeitseinstellung sie haben. Alles soll schnell gehen und möglichst viel Kohle bringen. Dann wird man eben Influencer!

    Ich werde auch immer häufiger geduzt, von Personen dessen Mutter ich sein könnte. Möchte ich nicht.
    Man sagt schneller du Arschloch als Sie Arschloch. Zudem wird hier – manchmal durch corporate culture auch im Büro – eine falsche, nicht vorhandene Nähe suggeriert und erzwungen.
    Wenn man mich im Geschäft duzt, sage ich einfach, dass wir noch nicht so weit waren und gehe nahtlos zu meinem Thema über.

    Schminkleuchte will ich nicht, auch nicht diese fiese 5-Fach-Vergrößerungsspiegel. Gott bewahre.
    Übrigens halte ich gutes Tageslicht – bei mir nachts im Bad durch eingebaute Tageslichtbeleuchtung – viel sinnvoller wenn es darum geht die Farben möglichst realitätsnah zu sehen.

    1. Das Problem mit der Kürzung von einheimischen Arbeitskräften gibt es leider überall, und ich stimme dir zu, so kann es nicht gehen. Ich suche momentan auch eine neue Stelle und in einem Punkt muss ich dir widersprechen: Ich bin zwar noch recht jung, aber deshalb will ich mich nicht finanziell ausbeuten lassen. Wenn jemand mit Master einer Top-Uni in Japan (das ist hier sehr wichtig, wieso auch immer) und einigen Jahren Arbeitserfahrung als dreisprachiger Experte im Job keine 20.000€ pro Jahr angeboten bekommt, dann beschwere ich mich. Davon kann man in Tokyo nicht leben, und es ist mir egal, wenn dann kommt, „na ja, Ihr Mann arbeitet doch?“ – meine eigene Leistung soll bitte unabhängig vom Gehalt meines Mannes bewertet werden.

      Übrigens habe ich in meinem vorigen Job in einem sehr teuren, schicken Bürogebäude gearbeitet, und selbst da hat der Chef am Alarmsystem (Feueralarm etc.) sparen wollen. „Passiert schon nix.“ So langsam denke ich, man muss a) gierig und b) strunzblöd sein, um es zum Chef zu schaffen und Geld zu verdienen.

      1. Liebe Julia, wird das so in Japan auch gemacht? Oh Mann.
        Das man die Einheimische nicht einstellen will und lieber Inder für Hälfte des Geldes nimmt?
        Die in Deutschland oft nur wenig Steuer zahlen, aber dass ich ein anderes Thema und an dieser Stelle too much Information. Die Wahrheit über Import von billigen Fachkräften ist viel hässlicher als es der Otto Normalverbraucher je erfahren wird.

        Wir schreiben übrigens von zwei verschiedenen Sachen ;-).
        Ich bin selbst für faire Gehälter, da ich sonst nicht gute Arbeit erwarten soll.´, so meine Einstellung.
        Ich schreibe von der Einstellung NACH dem man den Job angenommen hat, also mit Konditionen einverstanden ist.
        Oder von Praktikanten die wir sehr gut zahlen, aber die sich zu fein fürs Kopieren sind, aber ich mit 20 Jahre Berufserfahrung und zig Zertifizierungen und Diplom soll deren Aufgabe übernehmen.
        Das man über das Gehalt und Goodies (Bonus, Altersvorsorge usw.) verhandeln soll ist klar und ich gebe sogar Schulungen wie man es am besten macht.

        „, und selbst da hat der Chef am Alarmsystem (Feueralarm etc.) sparen wollen. „Passiert schon nix.“

        Gibt es in Japan keine Gesetze bezüglich der Arbeitssicherheit?

        1. Eher Chinesen:
          https://www.japantimes.co.jp/news/2018/01/02/national/abuses-still-abound-labor-strapped-japans-foreign-trainee-worker-system/
          Ich weiß nicht mehr, ob ich diesen Artikel in meinem ersten Post verlinkt hatte, aber auch in Japan selbst werden ausländische und natürlich einheimische Arbeitskräfte ausgebeutet. Vollzeit plus unbezahlte Überstunden mit nur zehn Urlaubstagen im Jahr (von denen oft Krankheit abgezogen wird) für unter 20.000€ im Jahr – für einen Job, der einen Uniabschluss fordert noch dazu! – ist Ausbeutung.

          Ich wusste nicht genau, ob wir von der selben Sache sprechen, tut mir leid. Natürlich hätte ich wissen müssen, dass du auf meiner Seite bist, aber ich höre so viel Gemeckere von der älteren Generation, dass „die Jugend heute so faul ist“, denn wenn nicht würden wir ja ordentlich verdienen oder langfristige Verträge haben und wären nicht zu selbstsüchtig zum Kinderkriegen.
          Ein Problem ist ja auch, dass man oftmals gar nicht gut verhandeln kann, weil die Firma im Zweifelsfall noch drei andere Kandidaten hat, die es für weniger Geld machen würden (vor allem wenn sie echt im Ausland produzieren), und dann steht man halt ohne Job da. Für Frauen ganz besonders, leider:
          https://www.theatlantic.com/business/archive/2017/01/women-negotiating/512174/
          (Kurz: Frauen werden schlimmstenfalls bestraft, wenn sie ums Gehalt handeln wollen, da Frauen gefälligst bescheiden sein sollen.)
          Aber ich finde es toll, dass du da etwas gegensteuerst!!

          Ich denke schon, dass es in Japan solche Gesetze gibt, aber wenn der Chef sich querstellt, was machst du dann als Angestellte mit befristetem Vertrag, der „bei Gefallen“ verlängert wird? Ich bin dann von mir aus gegangen, weil ich die Nase voll von dem Job hatte, denn das Fehlen von Sicherheitsvorkehrungen war bei Weitem nicht deren einziges Problem.

          1. Alles gut liebe Julia, ich verstehe Deine Argumentation sehr gut. Und ermutige jeden sich nicht unter seinem Wert zu verkaufen.
            Am Ende des Tages wird man keinem danken der es nicht getan hat. Und wir verbringen ja die ganze Woche und viel Lebenszeit bei der Arbeit.
            Ich wechsle bald und mein neuer Arbeitgeber meinte, er geht mit jedem neuen Mitarbeiter etwas Risiko ein. Ich setzte Lächeln Nummer 17 und sagte – ihr Risiko ist aber bei weitem geringer als mein. Ich setze das wertvollste rein – meine Lebenszeit.

            „älteren Generation, dass “die Jugend heute so faul ist”, denn wenn nicht würden wir ja ordentlich verdienen oder langfristige Verträge haben und wären nicht zu selbstsüchtig zum Kinderkriegen.“

            Ja. Das hörte ich auch neulich von einer Rentnerin. Die hat wohl 42 Jahre in einer Firma als Sekretärin verbracht, musste sich NIE Gedanken machen ob sie ihren Job verliert, nie durch zweitägige ACs mit anderen 90 Kandidaten durch und hat jetzt zusammen mit toller Betriebsrente über 2500 netto monatlich vom Staat überweisen. Sie versteht meine Sorgen nicht und meine Welt sowieso nicht. Sie ist mit ihrer Rente reicher als manch einer nach dem Studium, 10 Jahre Berufserfahrung und 60-Stunden-Woche Job. Sie versteht auch nicht, dass dieses Land momentan niemand hat der die Rechte der ausgebeuteten Arbeiterklasse vertritt. Früher waren das mal Sozialdemokraten.
            Und sie versteht nicht, dass viele hier Kinder wollen, aber sich nicht leisten können. Wenn beide nur befristete 9-Monatsverträge haben und Mindestlohn trauen sie sich nicht eine Familie zu gründen. Das ist nicht egoistisch, sondern sogar verantwortungsbewusst.
            Die Umstände in Japan so wie Du sie schilderst finde ich grausam.

            Was die Gehälter angeht, ich betreue Arbeitsverträge und kann für meinen jetzigen Arbeitgeber, sehr große Firma, sagen – das Frauen und Männer gleich verdienen. Könnte daran liegen, dass die Geschäftsführerin eine Frau ist. Was aber auffällt, dass sehr viele Frauen, enorm viele, bei uns Teilzeit arbeiten und somit automatisch in Altersarmut rutschen.
            Deshalb würde ich jeden den ich fragen höre – „arbeitet ihr Mann/Freund/Toyboy nicht“ kastrieren wollen. Mit einem stupfen Messer.

            „Ich bin dann von mir aus gegangen, weil ich die Nase voll von dem Job hatte, denn das Fehlen von Sicherheitsvorkehrungen war bei Weitem nicht deren einziges Problem“

            Das stimmt leider vermutlich. Ich würde ihn, falls möglich, anonym anzeigen. Ich bin bei uns auch für Brandschutz und Arbeitsschutz zuständig und habe da für mich einen gewissen Spielraum entdeckt, damit der Bauherr doch zeitnah die Baumängel eines Schickimicki Hauses beseitigt. Ich kann auf meinen Designerstuhl verzichten, aber nicht unter den Wolken arbeiten und auf einen soliden Rettungsplan.

            1. Vielen Dank für deine lieben Worte!! Und es scheint, als hättest du jetzt eine neue Stelle gefunden? Es tut mir leid, dass ich dir letztendlich nicht helfen konnte. 😦

              Einerseits bin ich natürlich froh darüber, dass ich mehr berufliche Freiheiten habe als „Sekretärin auf Lebenszeit“, andererseits kann es auch irgendwie nicht sein, dass wir zwar alle studieren sollen (sprich weniger Jahre in die Rente einzahlen), andererseits aber danach schlechter bezahlt werden und keine feste Stelle bekommen. Du sagst es genau richtig.

              Mein letzter Job hatte definitiv große Probleme (meine Kollegin hat mich z.B. sabotiert), aber da es sich um die japanische Regierung im Ausland handelte, kann man sie leider nirgends anonym anschwärzen, zumindest nicht so, dass es auch was bringt. Aber was soll’s?

              1. Ich finde es kann ja auch nicht jeder studieren. Was würden wir nur ohne Bäcker, Müllwerker, Putzfrauen etc. machen. JEDER Job ist wichtig. Ich merke es jetzt beim Bewerben: selbst im ÖD scheint es fast nur noch befristete Verträge zu geben wenn man irgendwo neu anfangen will. Theoretisch bewerbe ich mich jetzt also irgendwo und kann nach einer Zusage gleich erst mal weitersuchen (ich bin keine Beamtin, das kommt noch dazu). Und das mit der Rente könnte sich mehr entspannen wenn verdammt nochmal JEDER dafür einzahlen müsste, und hat nicht nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze! Wie ungerecht ist das überhaupt? Der kleine Mindestlöhner muss brav prozentual abgeben und Gutverdiener werden quasi „geschont“. Warum???

              2. Ja, hatte auf einmal einige Angebote und damit auch keine leichte Entscheidung, bei einem Angebot ist es einfach – take it or leave it. Mal schauen ob wir uns auch langfristig mögen. 😉
                Die Befristung finde ich persönlich ganz schlimm und diese wird von unseren Politikern unterstützt. EZB zum Beispiel wechselt alle 9 Monate alles was interne Dienste betrifft – Controlling, HR, IT aus. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Alle 9 Monate. Dabei ist denen wohl die Arbeitsqualität egal, weil wer solche Fluktuation im Kauf nimmt, bekommt Personal was nicht von Motivation platzt und wieder gehen muss, sobald sie sich wirklich eingespielt haben. Damit die nicht Einsicht in die interne Gehälter frei geben mussten und diese angleichen müssten. Warum ist das hier erlaubt??? Hungerlohn zahlen die auch. Ich finde übrigens, dass ALLE fair bezahlt werden sollen, nicht nur diejenige die studiert haben. Damit man die Berufe wie Handwerker, Becker, Krankenschwester Straßenreiniger wieder interessanter macht. Weil ohne funktionieren wir nicht. Auch wenn ich selbst studiert habe und das mehr als einmal finde ich dass es in meiner Stadt viel zu viele gibt die studieren und viel zu wenige die in die Dienstleistung gehen. Verstehe ich auch.
                Wie der Gast schreibt, in ÖD werden unter der Abteilungsleiterebene meist nur noch befristete Verträge angeboten, das ist so seit 2 – 3 Jahren und wird auch so bleiben. Deshalb habe ich Teamleitung dort abgelehnt, s. meine Argumentation für EZB. Das alle meinte ich gestern mit – es gibt keine Arbeiterpartei mehr. Die Clowns von Sozialdemokraten haben somit für mich deren Daseinsberechtigung verloren und letzter Wahlkampf war nur noch peinlich und beschämend.

              3. Natürlich finde ich, dass ALLE fair bezahlt werden müssen! Das steht ganz außer Frage, und eigentlich finde ich sogar, wer Toiletten schrubbt, sollte fast mehr bekommen als jemand, der den ganzen Tag in den Chefsessel pupst und Andere arbeiten lässt. Es ist ja so, dass wir Studierten natürlich einerseits den Verlust in der Rente, der durchs Studium entstanden ist, aufholen müssen, andererseits dafür aber auch mehrere Jahre etwas lernen konnten, das uns Spaß macht, zumindest teilweise. Studieren ist zwar auch kein Zuckerschlecken, und ich habe sogar was studiert, was mich interessiert, und mich nicht durch BWL gequält, „weil das Kohle bringt“ (und so sehr ich das manchmal bereue, bezweifle ich auch, dass wirklich jeder dann einfach BWL studieren sollte), aber irgendwie will das von den feinen Herrn Studienräten ja eh niemand zugeben.

                Ich kenne allerdings Handwerker etc., die mehr verdienen als ich, weil sie in lukrativen Bereichen arbeiten, was man von den meisten Geisteswissenschaftlern ja eher nicht sagen kann.

                Und ja, diese blöden befristeten Verträge müssen weg! Auch wenn ich gesagt bekomme, „das ist nur pro forma, wir verlängern immer!“ – dann lasst doch einfach den Scheiß und macht die Verträge permanent. „Aber dann können wir ja keine schlechten Mitarbeiter mehr loswerden, heul!“ Klar, könnt ihr doch, ihr seid nur zu faul, um deren Fehler genügend zu dokumentieren. Das Argument verliert auch in dem Moment seine Ziehkraft, wenn die faule, intrigierende Kollegin trotz Befristung verlängert wird.

              4. Liebe Julia, so ist es. Vor allem mit letztem Satz. Viel zu häufig, mussten in der Probezeit oder während der Befristung Kollegen gehen und die Trittbrettfahrer sind geblieben.

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