KK INTERN: Mein Senf zur aktuellen #MeToo-Debatte (#DerAuchNoch)

Jetzt muss KK auch noch bei der aktuellen Sexismus-Debatte mitmischen? Ein schickes #MeToo einfügen und schon ist das fluffige Thema für den Dienstag fertig? Hmm, nicht so ganz. Aber ich habe ganz kurz etwas dazu zu sagen. Und das ist übrigens weit weg von „Mansplaining“…

Zuerst einmal:

Ich finde es richtig, dass man über Sexismus debattiert. Sachlich und differenziert. Es ist auch egal, wann es einem geschehen ist. Egal ob gestern oder vor drei Jahren. Darüber reden hilft und kann im besten Fall etwas verändern.

Leider ufert so etwas dann doch immer schnell aus, die Medien sind da wie hungrige Tiere. Es wird berichtet, alles was geht, bis hinterher keiner mehr genau weiß wo die Grenzen sind. Unangenehmer Nebeneffekt: Abstumpfung und Genervtheit. „Ich kann #MeToo nicht mehr hören!“

Das Thema ist viel zu komplex, viel zu wichtig, viel zu fragil, um es in Zeitungen und Zeitschriften auf einer Seite, unterbrochen durch drei Bilder und einer Werbeinsel, erschöpfend zu erörtern. Und auf einem Lifestyleblog erst recht.

Wir alle können nicht festlegen, wo Sexismus beginnt und wo er unerträglich wird. Es sind viele Frauen betroffen, aber eben auch Männer. Und sind nicht alle Männer Schweine? Aber die gut aussehenden ein bisschen weniger? Sind anzügliche Witze nun harmloser Altherrenkram, oder mit einem Griff an den Po gleichzusetzen? Hat nicht auch die Erziehung versagt, das elterliche Rollenbild, oder wird Sexismus durch Gene und zu viel Pornokonsum verursacht?

Und was ist mit vergewaltigten Frauen (und Männern), fallen die da jetzt nicht ein bisschen ungut heraus, aus diesem Wust der Verallgemeinerung? Trivialisierung hilft nicht, sie verharmlost nur!

Der Oberhäuptling aller jemals da gewesenen und zukünftigen Sexisten

Ich kann und will mir hier und jetzt kein Urteil dazu erlauben. Aber was mich wütend macht, ist der kollektive Aufschrei in den USA, der diese enorme Welle in Bewegung gebracht hat. Man bedenke: In jenem Land, in dem der ekelhafte Oberhäuptling aller jemals da gewesenen und zukünftigen Sexisten zum Präsidenten gewählt wurde!

Allein die Äusserungen und Einlassungen Trumps reichen für mindestens 3000 Hashtagkampagnen. Gab es aber nicht…(jedenfalls keine reichweitenstarke).

Ich, als großer Fan von Signalwirkung, kann es nicht verstehen, wie die #MeToo Debatte zu einer riesengroßen, weltweiten Kampagne werden konnte, ohne Trump dabei eine große Rolle zu geben? Haben wir dadurch nicht eher eine Verschärfung der sexuell motivierten Übergriffe (wie immer man das nun definieren möchte) zu befürchten, weil es durch Trump sozusagen gesellschaftsfähiger geworden ist? Und warum zur Hölle wird da mit zweierlei Maß gemessen?

 

 

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(Fotos: FreestockPixx, DCCC   Keinerlei Sponsoring)

5 Kommentare

  1. Du sprichst mir aus dem Herzen, genau die Frage habe ich mir auch schon gestellt.
    Schönen Dienstag.
    Liebe Grüße aus dem Beaujolais.

  2. Verständnisfrage. Ist von Trump bisher mehr als sein „dummes Geschwätz“ bekannt geworden ?
    Ich halte den Begriff „Sexist“ teilweise für verharmlosend.
    Wenn es zu körperlichen Übergriffen kommt, sind das Straftäter, Nötiger, Vergewaltiger., Gewalttäter.

    1. Das ist genau das Problem, es wird über Dinge diskutiert, die nicht einmal akkurat abgesteckt sind. Niemand kümmert sich um die strafrechtlichen Parameter, alles geht „nach Gefühl“.

  3. Hallo Herr KK!
    Ich denke, T. kommt bisher ungeschoren davon, weil jeder weiß, was für ein A…och er ist (sorry).
    Es wären in diesen Fall „old“ statt „alternative facts“, und damit – leider – keine Schlagzeile mehr wert…

  4. …oder vor kurzem der aufschrei bei ard (?), als ein kameramann die beine von verona „interessant“ fand. wird der arme jetzt entlassen?
    man kann auch wirklich übertreiben.
    eine definition von sexismus wäre hier tatsächlich nötig sonst wird das alles ins lächerliche gezogen…

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