SKINCARE: SO BESTIMMST DU DEINEN HAUTZUSTAND

Hautpflege richtet sich nach den Bedürfnissen der Haut. Nicht das Lebensalter ist entscheidend, sondern ob und was der Haut fehlt. Aber woher weiß man, zu welchem „Hauttyp“ man gehört? Bin ich eher der „trockene Hauttyp“? Oder doch die berühmt-berüchtigte „Mischhaut“? Es gibt einen kinderleichten Weg das herauszufinden…

 

Zuerst einmal…

OK, „kinderleicht“ war jetzt übertrieben, denn die Interpretation der Ergebnisse dieses kleinen „Hauttests“ ist manchmal nicht so einfach, wie man denken mag. Denn jede Haut ist anders, sie hat ihre „Vorgeschichte“ und eventuell sogar Krankheiten.

Wer also gleich nicht ein eindeutiges Ergebnis erhält, tut gut daran einmal einen Profi an die Haut zu lassen. Auch wenn man nicht regelmäßig zur Kosmetikerin geht, so sollte man im Zweifelsfall doch wenigstens einmal gut investieren um eine eindeutige Antwort zur Hauttypfrage zu bekommen. Damit kann man dann arbeiten!

Man muss auch wissen, dass sich der Hautzustand durchaus auch ändern kann. Nicht nur nach der Pubertät wechseln wir (meist vom fettigen Hauttyp zur normalen-, oder Mischhaut), sondern durchaus auch mehrfach. So ist für viele Frauen zB. die Zeit der Wechseljahre auch mit Umstellungen der Haut verbunden. Deshalb sollte man, auch wenn man glaubt seinen Hauttyp zu kennen, öfter einmal prüfen, ob das noch so stimmt.

Das ist aber auch der Grund, warum man lieber von Hautzustandsbestimmung spricht. Der Grundtypus der Haut ist nämlich genetisch bestimmt, der Zustand der Haut kann sich aber eben ändern.

Doch warum ist es so wichtig den Zustand der Haut zu kennen?

Pflegt man die Haut falsch, also nicht „typgerecht“ (oder besser: „bedarfsgerecht“), so tut man ihr nichts Gutes. Im schlimmsten Fall kann sie „krank“ werden, es kann zB. die Hautbarriere Schäden erleiden, die sie anfällig für Infektionen, Ekzeme oder extreme Trockenheit machten kann.

Dagegen kann ein Überpflegen in einer unangenehmen Akne mit öliger Haut und starken Unreinheiten, oder in einer Perioralen Dermatitis enden.

Bei der Haut ist man sich manchmal unschlüssig: Braucht sie nun Hilfe von aussen, oder sollte man sie in Ruhe ihre Arbeit machen lassen? Schliesslich ist die Natur das Expertin. Wie immer ist nicht nur eine Antwort richtig. So ganz leben wir schließlich auch nicht mit der Natur im Einklang, sodass hier und da durchaus Hilfe von aussen angebracht ist (siehe zB. Sonnenschutz und Antioxidantien).

Mein persönlicher Standpunkt zur Hautpflege ist erst einmal grundsätzlich: „So wenig wie möglich – so viel wie nötig“ – Das erzähl aber mal einem Skincarejunkie, der sich womöglich auch noch nach der koreanischen Layering-Methode pflegt. Hier muss jeder das Maß für sich selbst finden!

 

So funktioniert der Selbsttest zur (groben) Hauttypbestimmung

 

  1. Wasche dein Gesicht mit einem sehr sanften Reinigungsprodukt.
  2. Danach KEINE weiteren Hautprodukte auftragen, auch keinen Toner.
  3. Warte ca. 20 – 30 Minuten.

 

Nach der Wartezeit betrachte deine Gesichtshaut aufmerksam im Spiegel!

 

Normale Haut

Herzlichen Glückwunsch! Diesen Hautzustand wünscht sich jeder. Genauer betrachtet sieht man keine trockenen oder schuppigen Stellen. Auch Ölglanz gibt es nicht. Die Haut spannt sich nicht bei Bewegungen im Gesicht.

Hier sollte man nur leicht die Haut unterstützen mit Produkten, die die Feuchtigkeit in der Haut halten. Auch eine Maske zwischendurch gehört zum Wohlfühlprogramm und nicht zu den Musts. Antioxidantien und Anti-Aging kann ab einem gewissen Alter nicht schaden, da eignen sich besonders Booster oder Shot Produkte, die der normalen Pflege zugegeben werden (zB. Retinol).

 

Trockene Haut

Die Haut fühlt sich gleich nach der Reinigung gespannt und trocken an. Sie ist stellenweise schuppig. Trockenheitsfältchen sieht man besonders an den Augen und im Mundbereich, sowie auf der Stirn. Das Gefühl bessert sich auch nach der Wartezeit nicht. Poren sind so gut wie unsichtbar.

Hier pflegt man die Haut mit regenerierenden Produkten, die die natürliche Barrierefunktion der Haut aufbauen und schützen. Somit kämpft man gegen trockene Haut und Feuchtigkeitsverlust. Zusätzlich ist auch hier Anti-Aging durchaus sinnvoll, aber der Fokus sollte zuerst auf der Wiederherstellung der Hautbarriere liegen.

 

Fettige Haut

Die Haut glänzt bereits nach der kurzen Wartezeit und fühlt sich ölig an. Sie neigt zu Unreinheiten und Trockenheitsfältchen sieht man kaum. Der Ölglanz ist auch auf den Wangen und der ganzen Stirn zu sehen.

Hier sollte man von schweren Texturen dringend absehen. Leider sind Gelprodukte oftmals mit Alkohol denat. versetzt (das „schön kühlende“ Gefühl). Größere Mengen Alkohol in Pflegeprodukten können für eine noch stärkere Ölproduktion der Haut sorgen. Leichte Pflegeprodukte mit Feuchtigkeit und hautberuhigende Substanzen sind wichtig. Dazu gibt es auch moderne Wirkstoffe, die die Ölproduktion der Haut eindämmen können. Zusätzlich sollte man regelmäßig chemische Peelings (besonders BHA) anwenden, die auch anti-entzündlich wirken. Anti-Aging in Form von Retinol ist bei diesem Hautzustand von besonderer Bedeutung, denn hier glänzt dieser Wirkstoff gleich doppelt.

 

Mischhaut

Dieser Hautzstand kommt sehr oft vor. Die Haut hat eine ölige „T-Zone“ (Stirn, Nase und Kinn) und ist ansonsten normal bis trocken. Die öligen Partien weisen vergrößerte Poren und Mitesser auf. Auch Pickelchen können möglich sein, besonders im Erwachsenenalter.

Hier muss man strategisch vorgehen. Nicht austrocknende Reinigung und Toner sind der Grundstein. Auch hier sollte man unbedingt mit BHA arbeiten, denn von den unterschiedlichen Wirkungen der Beta-Hydroxysäure können die unterschiedlichen Partien gleichsam profitieren. Man kann durchaus zwei verschiedene Pflegecremes verwenden. Eine leichtere ohne Fett für die T-Zone, der Rest wird mit einer reichhaltigeren und feuchtigkeitshaltenden Pflege versorgt. Meist reicht aber auch eine leichte Allroundcreme, zu der man problemlos Anti-Aging Booster beigeben kann.

 

Wer sich in diesen groben Kategorien nicht wiederfindet, sollte unbedingt noch einmal meinen Ratschlag von oben beherzigen: Einfach einmal den Fachmann oder die Fachfrau befragen. Das lohnt sich bestimmt, besonders, wenn man manchmal mit seinem „Latein am Ende“ zu sein scheint. Ein Blick von aussen offenbart meist Dinge, an die man selbst nicht gedacht hätte. Und erst eine typgerecht gepflegte Haut sieht strahlend gut aus. Glaubt bitte nicht den Altersempfehlungen auf Kosmetikpackungen, glaubt an euren Hautzustand!

 

Foto: Konsumkaiser

 

.

 

 

(Fotos u. Grafik: Konsumkaiser, Freestockpixx   Keinerlei Sponsoring)

12 Kommentare

  1. Danke, leicht zu verstehend. Ich schaue zweimal im Jahr, ob meine Pflege noch aktuell ist. Zu den Jahreszeitenwechseln.
    Das erste mal habe ich am Clinique counter von den Hauttypen gehört. Dann war ich bei der Kosmetikerin und staunte, wie viel sie mir noch über meinen Hautzustand sagen konnte. Für mich hat es sich gelohnt.

  2. Schöne Übersicht!
    Und den Begriff Hautzustand statt Hauttyp finde ich auch super.
    Eine Anmerkung zum trockenen Hautzustand: fast unsichtbare Poren hat man wahrscheinlich nur, wenn man diesen Hautzustand seit seiner Jugend hat.
    Falls man aber damals eine eher ölige und entsprechend großporige Haut hatte, sind die Poren auch noch dann gut sichtbar, wenn sich der Hautzustand im Laufe der Jahre/Jahrzehnte zum trockenen und schuppigen geändert hat.
    Leider.

  3. Ich gehöre aufgrund meines Alters auch leider nicht mehr zu den „Normalos“. Meine Poren haben sich vergrößert und ich suche gerade ein wirksames Produkt. So richtig bin ich noch nicht fündig geworden.
    LG Petra

  4. Lieber KK,

    guter Beitrag, kurz und verständlich geschrieben. Und ja, Hautzustände verändern sich. Als Kind, Jugendliche und junge Erwachsene hatte ich eine feinporige perfekte, weiche Porzellanhaut. Dann durch Überpflegung am Mund und Nasenflügel Dermatitis, später immer wieder vereinzelt Schübe von Prickeln und insgesamt Mischhaut. Seit 3 Jahren Dank Pflegeumstellung wieder alles im Lot aber leider auch vereinzelt großporig und kleine Pickelmale.

  5. Es gibt auch noch so Hauttypen wie die trockene Fetthaut, oder?
    Das finde ich dann recht kompliziert; hatte mich vor einiger Zeit schon einmal damit beschäftigt.
    Meine Haut scheint auch in diese Richtung zu tendieren, obwohl ich sie jetzt, mit besserer Pflege, eher Richtung “ normal“ bekomme.
    Aber sie hat, neben den Merkmalen einer fettigen Haut,auch diese Empfindlichkeit und die trockenen Stellen. Seit ich Retinol und 8% AHA konsequent nur je einmal die Woche benutze ( obwohl es mich immer in den Fingern juckt, es öfters zu machen), sieht sie wesentlich besser aus.
    Nur punktuell, auf einzelnen Milien, nehme ich jeden Abend einen Sprühstoss vom COSRX AHA/ BHA- Toner, der ist mild genug für die häufige Anwendung und scheint auch langsam, aber sicher, einige Pfröpfchen zu lösen.

    1. Möglicherweise musst du noch besser darauf achten deine Hautbarriere zu schützen und reparieren. Wenn die nicht intakt ist, gibt es die seltsamsten Erscheinungen der Haut, wie du es zB. auch beschreibst. Versuch doch einmal ein trockenes Gesichtsöl zu Winterzeit zusätzlich vor der Pflegecreme.
      Keine Angst, nur ein-zwei Tropfen reichen, und das überfettet nicht die Haut!
      Liebe Grüße, KK

    2. Hi Martina, womit reinigst du denn morgens und abends? Das ist oft der Knackpunkt um die Haut wieder in Balance zu bringen.
      Eine trockene Fetthaut gibt es in dem Sinne nicht, auch wenn viele es so empfinden. Meist ist es, wie du es ja schon selbst erlebt hast, eine nicht passende Pflege und wenn die dann angeglichen wird, pendelt sich die Fettproduktion wieder auf das genetisch bedingte Maß ein.

  6. Nachtrag: Du meinst mit trockener Fetthaut wahrscheinlich eine Seborrhoea sicca, die gibt es natürlich 🙂 Gemeint ist eine Mischhaut, die gerne einen Feuchtigkeitsmangel verbunden mit zu großer Fettproduktion aufweist. Zu aggressive Reinigung und ein nicht ausreichender Schutz der Hautoberfläche führen zu diversen Irritationen, so mal ganz kurz zusammengefasst.

  7. Wenn die Hautbarriere an einigen Stellen nicht intakt ist, merke ich das schnell; meist an den Lidern oder auch unten an der Nase. Dann wird die Haut rissig, trocken, juckt und spannt- bis hin zu Entzündungen.
    Mit meiner üblichen Pflege passiert das aber mittlerweile nicht mehr.
    Mit meiner täglichen Reinigung bin ich sehr zufrieden und glaube auch, das sie für mich richtig ist:
    – morgens mit Bioderma sensibio Reinigungsgel + Tonique
    – abends zuerst TTDO-Balm, dann den PC Perf. Balanced Cleanser + Toner ( da habe ich verschiedene, zB. Bioderma Hydrabio, Uncover Toner für normale bis trockene Haut etc); es warten auch noch einige in meinem Vorratsschrank aufs Testen.
    Wie gesagt, ich muss einfach etwas zurückhaltender mit Peelings und Retinol sein, als man es wohl gemeinhin bei rein fettiger, unempfindlicher Haut sein müsste.

  8. Die Reinigung hört sich gut an, vll einfach mal weniger nehmen, ich nehme auch gern zu viel, um mich saubba zu fühlen. Als Pflege kommt mir als Alternative zum HD Porify das PC Multi-Correction Treatment ein, das hat meine ganzen Entzündungen und Rötungen super in den Griff bekommen. Danach kann ich einfach fast alles draufklatschen, und deshalb nehme ich es auch morgens und abends 😇
    Die schwerste Aufgabe ist aber sicherlich die Disziplin, auf das eine oder andere Produkt zu verzichten, alles Gute dafür 👍🏼

Kommentare gern gesehen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s